Schnecke31
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heute ist mein 31. Geburtstag. Es geht mir seit Tagen so schlecht. Ich kann nichts essen, habe ständiges Flattern im Bauch, habe Hemmungen und Angst davor zur Arbeit und in die Uni zu gehen. Wenn ich mal schaffe, eine Kleinigkeit zu essen, habe ich sofort Durchfall. Ich wiege nur noch 44kg bei 1,60m Größe.
Mein einziger Wunsch ist, dass dieses Flattern weggeht... Das erhöht den inneren Druck.. und das erhöht das Flattern.
Meine Geschichte:
Ich hatte in meinem Leben schon zwei lange und gute Beziehungen. Die Trennungen gingen am Ende jeweils von mir aus.
Dann hatte ich eine Phase des Austobens. Gleich in den ersten Typen habe ich mich Hals über Kopf verknallt. Ich hätte alles für ihn getan... Sogar noch nach dem Tag, als er im Nachbarzimmer des Hotels, in dem wir zusammen waren, lautstark eine andere gev. hat.
Von da an habe ich mich zwei Jahre nur ausgetobt. Männer, die mir zu nahe kamen, habe ich abgestoßen. Das wollte ich nicht. Es hat sich eine ganz große Beziehungsangst entwickelt.
In der Zeit habe ich meinen Ex kennengelernt. Wir haben eine Freundschaft aufgebaut, ein halbes Jahr lang, dann lief was zwischen uns. Es war locker. Doch als er mir näher kam, hab ich das ganze beendet.
Ich hatte immer irgendwie Gefühle für ihn. Als ich herausfand, dass er sich bei Tinder angemeldet hat, war ich eifersüchtig und traurig. Er hatte gemerkt, dass ich traurig bin, hat sich am nächsten Tag extra für mich frei genommen.
Es war immer ein Spiel aus Nähe uns Distanz zwischen uns. Wobei ich die AKTIVE Distanzhalterin war.
Im Januar sind wir zusammengekommen, das erste Mal. Da war er gerade im Urlaub und ich habe gemerkt, dass ich es mit ihm versuchen möchte. Als er wieder kam, haben wir das zelebriert, doch schon am nächsten Tag hab ich Panik bekommen und hab gesagt, dass eine Beziehung nicht geht. Er war am Boden zerstört. Ich auch irgendwie. Spätestens da hab ich gewusst, dass ich Beziehungsangst habe und etwas dagegen tun muss, wenn ich ihn nicht verlieren möchte.
Ich habe ein Buch über Beziehungsangst gelesen und bin zu einer Gesprächstherapie gegangen. Bis heute geh ich dahin.
In dem Buch wurde beschrieben, wie Beziehungsängstliche andere Beziehungsängstliche anziehen. Und wie das Wechselspiel aus Nähe und Distanz vonstatten geht.
Ich habe mir aber da gedacht "Nee, so einer ist er nicht. Er hat ja richtig um mich gekämpft. Er wird es begrüßen, wenn ich die Nähe endlich zulasse".
Im März sind wir offiziell und richtig zusammengekommen. Ich habe mich zum ersten Mal richtig in ihn verguckt, mit anhimmeln, mit Schmetterlingen. Ich habe mich ihm geöffnet.
Es war immer mal wieder schwierig, weil aus meiner Beziehungsangst Verlustangst wurde.
Und er hat sich angefangen zu distanzieren. Erst die Arbeit, dann seine tausend Kumpels und Hobbies. Für mich hatte er kaum Zeit. Ich hab das nicht erkannt, wusste nur, dass irgendwas nicht stimmt und habe den Fehler bei mir gesucht.
Jetzt im Nachhinein seh ich: ER war auf einmal distanziert. Er war so oft distanziert. Wenn ich geweint hab, hat er sich im Bett umgedreht und weiter geschlafen. Selbst wenn ich mich mitten in der Nacht aufs Fahrrad gesetzt habe, um nach Hause zu fahren (heulend), hat er mich nicht abgehalten. Und weiter geschlafen. Er war kalt...
Die Spirale hat sich nach oben gedreht- ich immer verzweifelter und auch klammernder. Suchend nach Möglichkeiten, wie ICH mich ändern kann. Und er wurde immer distanzierter.
Bis zum 12. September -da habe ich mich getrennt, weil ich morgens wieder mit so einem Flattern im Bauch aufgewacht bin, die Wochen/Monate zuvor schon 5kg abgenommen hatte. Ich war körperlich am Ende.
Nach 1,5 Wochen haben wir wieder Kontakt gehabt. Über eine eventuelle zweite Chance geredet. Das war alles gar nicht gut. Er ist mit mir natürlich auch ins Bett gegangen.
Am Ende, als ich dann endlich mal von meinen Bedürfnissen geredet hab, meinte er, dass ihm 1 mal in der Woche und einen Tag am Wochenende sehen zu viel seien.
Er will irgendwann Kinder und Familie, aber das sei ihm zu viel Verbindlichkeit und Beziehung ginge auch anders, nur eben nicht mit mir. Er würde eine Partnerin finden, die das genau so sieht und kann wie er.
Ich bin aus allen Wolken gefallen. Habe den Kontakt komplett abgebrochen. Meide im Moment ein gemeinsames Hobby, um ihm ja nicht zu begegnen. Hab ihn bei Facebook gelöscht, alles weg.
Denn ich habe erkannt: Er hat mich nicht geliebt. Er hat mich erobert und dann.. ja dann hatte er, was er wollte. Er will sein Single Leben IN einer Beziehung weiterführen. Ich habe es vorher nie erkannt.
Und dass er mich nicht geliebt hat und mich nicht liebt, das tut so weh. Ich verstehe nicht warum. Suche den Grund bei mir. Vom Kopf weiß ich- ER ist nicht beziehungsfähig. Trotzdem hänge ich an ihm. Ich hatte von einer Familie mit ihm geträumt, wollte alt mit ihm werden. Dachte er auch mit mir.
Aber wenn er selbst zugibt, Schwierigkeiten mit Verbindlichkeit zu haben... Wie soll dann eine Beziehung funktionieren? Wenns schwer wird, ist man einfach weg?!
So war es bei ihm. Meine letzte Nachricht an ihn war eine ziemlich beschimpfende Mail.
Und nun? Er lebt sein Leben fröhlich weiter. Hatte noch darum gebettelt mit mir befreundet zu bleiben, dass ich in den letzten 1,5 Jahren die wichtigste Person für ihn geworden bin. Ob wir nicht beste Freunde bleiben können.
Nein, das kann ich nicht. Wie könnte ich mit einem Eisklotz befreundet bleiben?
Und trotzdem- ICH leide. Er nicht...
Ich habe von meiner Hausärztin starke Beruhigungsmittel verschrieben bekommen, weil mich dieses Gefühl im Bauch innerlich so sehr quält. Ich möchte einfach wieder normal essen können. Und ihn vergessen. Aber wie? Es tut so weh alles...
Happy Birthday wünsch ich mir selbst...