Muss ich die Beziehung beenden?

trinidad

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Bin neu hier in diesem Forum und brauche euren Rat!
Ich bin seit vier Jahren mit meinem Partner zusammen. Die ersten drei Jahre waren sehr schön, im letzten Jahr fingen aber langsam und schleichend die ersten Unsicherheiten an, ob unsere Beziehung in Zukunft noch Bestand hat. Er zog sich emotional immer mehr aus der Beziehung heraus, denn er denkt, dass ich ihn nicht richtig liebe. Ich bin ein Mensch, der das noch nie richtig zeigen konnte, er braucht aber ziemlich viel Bestärkung, am meisten durch Worte. Und da bin ich leider nicht die Gefühlsstärkste, die das frei heraus kann. Ich habe aber nie in meinem Verhalten Zweifel aufkommen lassen, dass ich keine Gefühle für ihn habe. Ich schätze ihn sehr, ich verbringe gern meine Zeit mit ihm. Jetzt ist sein Einsatz in der Beziehung schwächer und schwächer geworden und ich ziehe mich auch mehr und mehr zurück.

Meine Frage: Ist das einfach der Lauf der Dinge, dass zwei Menschen, die zu Anfang sehr begeistert voneinander waren, dem Fallball der Zeit zum Opfer fallen, denn die Zeit killt bei den meisten Pärchen das gegenseitige Begehren... Man kennst sich schon so lange, man entdeckt keine großen Geheimnisse mehr bei dem anderen, alles scheint erobert und dann kommt die Phase, in der man sich auf den anderen verlässt, auf ihn baut und genau in dieser Zeit, wenn die Verliebtheit der Liebe oder Wertschätzung weicht, verblasst die Leidenschaft. Und schon sieht man sich eines Tages mit der Wahrheit konfrontiert: Die Liebe ist vielleicht noch da, aber die Bereitschaft alles zu geben [vielleicht auch ohnehin nur in der Verliebtheitsphase von Bedeutung] ist weg und man driftet auseinander...
Wie seht ihr das? Kann man eine Liebe nochmal entfachen, wenn auf beiden Seiten der Rückzug begonnen hat? Muss ich Schluss machen, auch wenn es mir schwer fällt?

02.05.2013 14:18 • #1


Jeanne


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war dazwischen denn mal ne Pause in eurer beziehung?
also... war schonmal schluss und ihr seid wieder zusammen gekommen?

02.05.2013 14:46 • #2


Tamriel


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Die ersten 2-3 Jahre nenne ich immer die Verliebtheits-Phase. Danach geht es nur um die Liebe und natürlich muß man immer an seine Liebe arbeiten.

Zitat:
alles scheint erobert


Genau, das ist nur ein schein....man kann das eroberte, auch schnell wieder verlieren.

Bei der Leidenschaft muß man auch dran arbeiten bzw. nach neuen Feldern des gemeinsamen Erlebens suchen. Sonst wirds langweilig.

Zitat:
aber die Bereitschaft alles zu geben [vielleicht auch ohnehin nur in der Verliebtheitsphase von Bedeutung] ist weg und man driftet auseinander...
Wie seht ihr das? Kann man eine Liebe nochmal entfachen, wenn auf beiden Seiten der Rückzug begonnen hat? Muss ich Schluss machen, auch wenn es mir schwer fällt?


Wenn man aufhört an seiner Liebe zu Arbeiten, ist das Ende nur eine Frage der Zeit. Viele denken, man muß nichts mehr tun...aber das ist ein Trugschluss.

Wenn auf beiden Seiten der Rückzug begonnen hat, aber noch Liebe da ist, sollte man schleunigs sich zusammen setzen und bereden, wie man wieder Feuer in die Beziehung bringt und wieder an den anderen arbeitet.

Sonst ist das Ende bald sowieso gekommen....beim nächsten Partner kann einem aber dann das selbe passieren....3 Jahre sind schnell rum.

02.05.2013 14:48 • #3


trinidad


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Zitat von Jeanne:
war dazwischen denn mal ne Pause in eurer beziehung?
also... war schonmal schluss und ihr seid wieder zusammen gekommen?


Danke für deine Antwort

Ich habe im Februar "versucht", das ganze zu beenden, denn im Januar hatte er einen Abstand eingeläutet, um unsere Beziehung zu retten, er sagte damals, dass wir uns in den Monaten zuvor zu oft in Endlosdiskussionen verfangen hätten, und um die Trennung zu vermeiden, wollte er ein bisschen Abstand.

Ich hab dann angefangen, mich in einen seltsamen Liebeskummer zu verschanzen, so als ob die Trennung doch schon da sei. Zwei Wochen nach dem Einläuten des Abstands sind wir ein Wochenende zu zweit weggefahren, alles schien eigentlich ganz gut, aber eine richtige Nähe war doch nicht zwischen uns, ich hab mir danach das Hirn zermartet und dann plötzlich Schluss gemacht, gesagt, dass ich mit den Veränderungen (Abstand, nicht mehr täglich voneinander hören, nicht mehr so oft sehen) nicht umgehen kann. Er hat erst nichts unternommen, um das Ganze nochmal herumzureißen [was ich insgeheim aber wollte] und gesagt, das müsste er dann akzeptieren, auch wenn es traurig sei, kurzum: nach ca. einer Woche gingen doch die SMSe von seiner Seite los und wir kamen nochmal zusammen. Ich kriege aber die Kurve nicht mehr, ich geh immer mehr auf Abstand und er reißt sich auch kein Bein mehr aus um mich ...

02.05.2013 15:10 • #4


trinidad


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Zitat von Tamriel:
Genau, das ist nur ein schein....man kann das eroberte, auch schnell wieder verlieren.

Bei der Leidenschaft muß man auch dran arbeiten bzw. nach neuen Feldern des gemeinsamen Erlebens suchen. Sonst wirds langweilig.

Zitat:
aber die Bereitschaft alles zu geben [vielleicht auch ohnehin nur in der Verliebtheitsphase von Bedeutung] ist weg und man driftet auseinander...
Wie seht ihr das? Kann man eine Liebe nochmal entfachen, wenn auf beiden Seiten der Rückzug begonnen hat? Muss ich Schluss machen, auch wenn es mir schwer fällt?


Wenn man aufhört an seiner Liebe zu Arbeiten, ist das Ende nur eine Frage der Zeit. Viele denken, man muß nichts mehr tun...aber das ist ein Trugschluss.

Wenn auf beiden Seiten der Rückzug begonnen hat, aber noch Liebe da ist, sollte man schleunigs sich zusammen setzen und bereden, wie man wieder Feuer in die Beziehung bringt und wieder an den anderen arbeitet.

Sonst ist das Ende bald sowieso gekommen....beim nächsten Partner kann einem aber dann das selbe passieren....3 Jahre sind schnell rum.


danke auf für deine schnelle Antwort

Ich ticke wohl auch ein bisschen komisch, denn ich kann [wenn ich den Eindruck habe, der andere zieht sich zurück] kaum Initiative aufbringen, das Ruder umzureißen. Es ist fast so, als wollte ich, dass ein Ende kommt, da ich es eh nicht aufhalten kann und die Beziehung eher wie Abreißzettel funktioniert, als dass eine Entwicklung nach vorne [verbunden mit Nähe und Innigkeit] nochmal stattfinden kann.

Ist es denn nicht so, dass wenn der eine Partner, der am meisten reingebuttert hat in die Beziehung und der dann aufhört damit [also er] sich so mir nichts dir nicht "entliebt" hat? Wie kann ich auf so jemanden bauen, wenn er die ganze Sache in eine langsam verebbende Routinebeziehung abdriften lässt...

PS: mit "reinbuttern" meinte ich lediglich: voll seine Gefühle gezeigt zu haben und sogar dem anderen das Gefühl gegeben zu haben, dass er nicht so viel Einsatz zeigt

02.05.2013 15:16 • #5


trinidad


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der weise Spruch von Jeanne gefällt mir:

Manchmal musst du einfach aufstehen und gehen, damit die Person auf der anderen Seite der Wippe merkt, wie du sie getragen hast.

das klingt zunächst seltsam, da er doch derjenige war, der am Anfang so viel emotional "reingebuttert" hatte, und ich eigentlich merken müsste, wie sehr er mich dadurch getragen hat, aber ist es nicht eher so, dass ich die Stetere war? Meine Gefühle haben sich nicht geändert, seine einst überbordenden Gefühle aber sehr wohl, man könnte fast meinen, er wäre jetzt gleichgültig..

Frage: Sind Menschen, die alles am Anfang geben, nicht doch heimlich die Egoisten in der Beziehgung? Da sie doch etwas dafür zurückverlangen. Und wenn das in dem Maße nicht kommt, wie der andere das heimlich gern wollte, und diese Menschen sich dann zurückziehen und einfach kaum mehr was pushendes machen in der Beziehung, sind diese Menschen dann nicht eher fragwürdig in ihrer Stetigkeit in der Liebe?

02.05.2013 15:19 • #6


Jeanne


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Zitat von trinidad:
der weise Spruch von Jeanne gefällt mir:

Manchmal musst du einfach aufstehen und gehen, damit die Person auf der anderen Seite der Wippe merkt, wie du sie getragen hast.

das klingt zunächst seltsam, da er doch derjenige war, der am Anfang so viel emotional "reingebuttert" hatte, und ich eigentlich merken müsste, wie sehr er mich dadurch getragen hat, aber ist es nicht eher so, dass ich die Stetere war? Meine Gefühle haben sich nicht geändert, seine einst überbordenden Gefühle aber sehr wohl, man könnte fast meinen, er wäre jetzt gleichgültig..

Frage: Sind Menschen, die alles am Anfang geben, nicht doch heimlich die Egoisten in der Beziehgung? Da sie doch etwas dafür zurückverlangen. Und wenn das in dem Maße nicht kommt, wie der andere das heimlich gern wollte, und diese Menschen sich dann zurückziehen und einfach kaum mehr was pushendes machen in der Beziehung, sind diese Menschen dann nicht eher fragwürdig in ihrer Stetigkeit in der Liebe?


Ich habe mich an den Spruch gehalten und bin gegangen. Damit er merkt, was er verliert wenn ich weg bin. Und siehe da: er kommt zurück. Er muss nur noch mit der anderen schluss machen, aber er hat gesagt, er kommt zurück.

02.05.2013 15:36 • #7


trinidad


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Zitat von Jeanne:
Zitat von trinidad:
Ich habe mich an den Spruch gehalten und bin gegangen. Damit er merkt, was er verliert wenn ich weg bin. Und siehe da: er kommt zurück. Er muss nur noch mit der anderen schluss machen, aber er hat gesagt, er kommt zurück.


Du meinst, es könnte sein, dass mein Freund auch eine andere hat?

Und wenn das kein Scherz ist, was du geschrieben hast, wie kannst du das ertragen, mit der anderen?

02.05.2013 15:46 • #8


Jeanne


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Das ist bei mir etwas komplizierter...
Ich bin eigentlich "die andere" aber mal davon ab... du musst ihn fragen. frag ihn ganz direkt.
nur so bekommst du antworten. Und vielleicht merkt er ja auch erst, was er an dir hatte, wenn ihr mal abstand voneinander habt?

02.05.2013 15:50 • #9


trinidad


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Zitat von Jeanne:
Das ist bei mir etwas komplizierter...
Ich bin eigentlich "die andere" aber mal davon ab... du musst ihn fragen. frag ihn ganz direkt.
nur so bekommst du antworten. Und vielleicht merkt er ja auch erst, was er an dir hatte, wenn ihr mal abstand voneinander habt?


du meinst einen längeren Abstand als die zwei Wochen im Januar und als den Abstand, den wir grade "pflegen" [nicht mehr täglich voneinander hören, weniger sehen] ?

02.05.2013 15:52 • #10


trinidad


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Zitat von Jeanne:
Das ist bei mir etwas komplizierter...
Ich bin eigentlich "die andere" aber mal davon ab... du musst ihn fragen. frag ihn ganz direkt.
nur so bekommst du antworten. Und vielleicht merkt er ja auch erst, was er an dir hatte, wenn ihr mal abstand voneinander habt?


hab ihn tatsächlich, aufgrund meiner Zweifel, bereits mehrmals auf den Zahn gefühlt, ob jemand anderes im Spiel ist, da ich mir diesen Wunsch nach Abstand nicht erklären kann. Er meinte dann immer, ich würde mir da was einbilden. Es wäre lediglich darum gegangen, unsere Beziehung zu retten, die in seinen Augen unweigerlich ins Aus gedriftet wäre, hätte er nicht eine Veränderung einläuten wollen. Und zudem fing er auch an, bei den letzten Malen, bei denen ich Zweifel angemeldet hatte und wieder unterstellt habe, er hätte vielleicht jemand anderes in Aussicht, mir Kontrollsucht zu unterstellen. Und das, nachdem er mir jahrelang hinterher telefoniert hat und mich übergossen hat, mit seiner Suche nach mehr Liebe meinerseits. Mir. immer unterstellt hat, ich würde ihn nicht richtig lieben und nie käme was von mir. Das stimmt aber nicht, das weiß ich ganz genau, er hat einfach zu viel gewollt immer...

Frage: Wenn die eine danach verlangt, wieder mehr Nähe und Innigkeit zu erreichen, und der andere Abstand einläutet, ist da nicht etwas faul?

02.05.2013 15:55 • #11


Jeanne


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Ihr wart so lange zusammen, wenn er sagt er hat keine neue, vertrau ihm.
Es sei denn du hast Fakten, die das Gegenteil beweisen. Solange das nicht der Fall ist vertrau ihm. Es bringt nichts sich darüber den Kopf zu zerbrechen.

Wenn du nicht mehr 24 Stunden am tag für ihm auf abruf bereit stehst, wird er schon merken, was er da verloren hat. Er wird dich vermissen.
Eine lange Beziehung schmeißt man nicht mal eben so weg, selbst Männer nicht (möchte hier niemandem zu nahe treten)
Diese Erfahrung musste ich leider auch machen...

Meine Geschichte in kurzform:
Er war 3 Jahre lang mit einer Frau zusammen.
Aber er hatte nicht mehr genung gefühle für sie und trennte sich von ihr.
Dann waren wir ein halbes jahr lang ein paar.
Nach einem halben Jahr meinte er, er müsse immer wieder an seine Ex denken und trennte sich von mir.
Nun ist er schon ein halbes Jahr mit ihr zusammen. Und trennt sich von ihr (so wie er sagte) weil er mich vermisst.

Meistens ist es so, dass der Mensch das haben will, was er nicht haben kann. Dass er das vermisst, was er doch verlassen hat.
Nutze das aus!

03.05.2013 15:35 • #12




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