Felix-
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meine Frau hat mich nach 14 Jahren verlassen. Einfach so. Wir sind beide 36 Jahre alt, haben gute Jobs, verdienen gutes Geld, sind gesundheitlich topp und vor 3 Wochen teilte sie mir am Frühstuckstisch mit, dass sie keine gemeinsame Zukunft mehr sieht.
Das tragische ist, dass ich mit ihr ein Haus Kernsaniert habe und das jetzt Anfang Mai fertig geworden wäre. Ich habe unendliche Stunden in diesem Haus verbracht und gearbeitet und jetzt darf ich nicht mal einziehen.
Selbstverständlich war diese Phase hart für uns beide. Die Jobs, die Belastung durch den Alltag, ,mein berufliches Nebenstudium, all das hat uns gezerrt. Wir beide beide stark abgenommen und meine Frau war durch die Arbeit am Ende der Kräfte.
Ich verstehe die Welt nicht mehr. Eigentlich wollten wir jetzt zur Ruhe kommen und eine Familie gründen. Mich hat dieser Gedanke durch die harten Monate gezogen.
An Weihnachten sei die Sache dann für sie unerträglich geworden. Wir sind zuhause bei uns geblieben und ich habe über Weihnachten an meiner Abschlussarbeit gesessen. Zudem waren wir noch im Haus. Aber eigentlich wollte sie zu ihren Eltern fahren. Ich habe gemeint, dass es blöd ist wenn sie fährt aber auch blöd ist wenn sie bleibt.
Sie blieb. Aber seitdem hat sich vieles verändert.
Wir schlafen seit dem 02.01 nicht mehr miteinander. Körperliche Nähe wurde zurückgefahren. Nach Hause kommen mag sie auch immer erst spät. Sie geht mir aus dem Weg und wenn wir miteinander sprechen, fangen wir beide an zu heulen und liegen uns dann tröstend in den Armen, bis sie sich wieder löst. So geht das seit drei Wochen. Ich schlafe kaum noch und essen wenig. Ich werde wohl versuchen nächste Woche irgendwie auszuziehen.
Ich gebe zu, dass ich durch den Druck gerade auch nicht super offen für alles war. Aber ich bin jemand der gerne über Probleme offen und lange redet. Sie hingegen ist verschloss und sagt nie etwas, bis ich anfange nachzufragen. Sie meinte mal, dass sie durch mein Nachfragen erst erkennt, was ihr Problem war. Nur dieses Mal schaffe ich es einfach nicht mehr.
Jedenfalls habe ich alles für sie gemacht und ihr jeden Wunsch erfüllt. Das gibt sie auch zu. Nur ist bei ihr noch eine dunkle chaotische Seite, die sehr sehr oft Streitpunkt war. Ich bin strukturiert und versuche die Sachen geordnet anzugehen. Sie hingegen hat Schwierigkeiten ihr Leben auf die Reihe zu bekommen. Wenn sie wieder was verbockt hat, schaut sie mich an. Ich sage nichts mehr dazu aber sie sieht meinen Blick. Ein Spiegelbild in ihre Seele, da sie selber weiß was sie verbockt hat. Und so wurde ich in unserem Alltag immer der Spiegel ihres Chaos und ihrer Selbstzweifel. Aber ich habe sie mit diesem Chaos geheiratet. Ich meine, man liebt die Schwächen des anderen und ich brauchte oft genug etwas Chaos, damit ich nicht vor lauter Planung eingehe.
Ach so. Ihr Handy hat sie vor ein paar Wochen mit einem neuen Code verschlüsselt. Das war unüblich. Die Handys waren immer frei zugänglich. Ich habe sie gefragt warum sie das gemacht hat. Sie sagte, das habe sie nicht gemacht. Ich habe vor ihren Augen den alten Code eingegeben und das Handy wurde nicht entsperrt. Da sagte sie es immer noch nicht. Erst beim dritten Fragen sagte sie mir, dass sie ihn geändert habe, drehte sich um und hüpfte wie ein schuldiges Kind davon. Sie würde viel mit ihrer Mutter schreiben und das soll ich nicht lesen. Ja, die Eltern habe einen starkenEinfluss auf sie.
Ich bin zurzeit zerstört und mit letzter Kraft bei meinen Eltern angekommen. Wir haben gestern morgen telefoniert und sie hat gleich wieder geheult. Dann habe ich ihr geschrieben dass ich angekommen bin und seitdem ist Stille. Ich glaube sie hat nur noch Mitleid für mich übrig.
Vorlauter Christina in meinem Leben, habe ich meines völlig abgegebenen. Finanziell wird es schwer werden so einfach in eine neue Wohnung hinzuziehen. Sie hat deutlich mehr als ich verdient, was für mich kein Problem war, da ich von der Laufbahn hinter ihr war aber das in ähnlicher Form in ein paar Jahren auch erreicht hätte. Aber durch dieses Ungleichgewicht war ich immer am Limit und sie stellte ständig weitere Forderungen gegen die Langeweile. Und ich zog immer brav mit.
Sie meinte noch, dass ich eine bessere Frau finden würde und ich sagte ich will aber nur sie, mit ihren blonden, wilden Haaren und ihren süßen Ohren. Da haben wir beider wieder geheult. Und ich habe 26 Jahre nicht mehr geheult.
Und jetzt ? Ich hasse es allein zu sein. Ich finde keine Erklärung und der Gedanke, dass jemand anderes mit ihr in diesem Haus wohnen wird, macht mich fertig.