NoeL
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Heute ist leider mal wieder eine dieser schlaflosen Nächte und ich dachte, ich melde mich mal hier an, um meine Gedanken loszuwerden. Achtung, es wird ein sehr langer Text
Ich bin 27 Jahre alt und bin seit etwas über 3 Wochen von meiner 25 jährigen Ex-Freundin getrennt. Wir waren insgesamt etwas über 6 Jahre zusammen und hatten grundsätzlich eine wirklich schöne, enge Zeit zusammen. Wir haben seit 4 Jahren zusammen im Haus gewohnt (gehört meiner Mutter, ist auch schon älter) und hatten auch einen kleinen Garten, sie hatte seit 1,5 Jahren sogar einen großen Kaninchenstall von ihrem Vater gebaut bekommen, das war schon länger ihr Traum.
Wir waren oft zusammen im Urlaub, waren sehr vertraut, gegenseitig waren wir die mit Abstand wichtigsten Personen in unserem Leben. Haben uns immer alles erzählt und hatten keine Geheimnisse voreinander.
Leider hatten wir schon immer mal wieder Probleme bzgl. unterschiedlicher Zukunftsvorstellungen, weil ich immer mal damit geliebäugelt habe, nach Mallorca auszuwandern, was sie sich irgendwann auch mal vorstellen konnte, es hat ihr am Ende aber große Angst gemacht.
Sie hatte während der Beziehung oft depressive Phasen, der genaue Grund dafür war schwer auszumachen, aber ich habe sie dabei immer sehr unterstützt und war für sie da. Ich habe sie öfters mal gefragt, ob es an mir liegen könnte, aber das hat sie immer vehement abgestritten. Für mich war das schwer zu verstehen und es waren auch immer schwierige Zeiten für mich, aber ich stand zu ihr, weil ich sie wirklich sehr geliebt habe.
Am Ende unserer Beziehung ging es mir nicht gut, ich war fertig mit dem Studium, im Job aber überfordert und ich war Anfang des Jahres in einer schlechten Verfassung, habe nur noch vor mir hergelebt und teilweise hatte ich Fluchtgedanken bzgl Auswanderung, um einfach vor den Problemen zu flüchten. Ich hätte das nie gemacht, aber in dem Moment haben mir die Gedanken leider geholfen. Ihr hat das große Angst gemacht.
Sie hat im Februar ihr Referendariat an der Schule begonnen, zusammen mit zwei weiteren Kollegen, die sie schon von ihrem Lehrauftrag seit Monaten etwas kannte. Ihr hat es wirklich gut gefallen und wir trafen uns auch öfters mit einem ihrer Kollegen und seiner Verlobten, hatten gemeinsam einen Urlaub gebucht.
Tja, besagter Kollege hat sich 2 Wochen später aus heiterem Himmel von seiner Verlobten getrennt, er habe sie nie geliebt und sie hätte so viele Dinge, an denen sie arbeiten müsste, aber es nicht tut…
Bei meiner Ex-Partnerin begannen dann auch die Gedanken, sie war sich plötzlich sicher, dass wir auch keine gemeinsame Zukunft haben können wegen des möglichen auswanderns. Wir haben nach Lösungen gesucht, aber keine gefunden, meine Lösungsansätze hat sie immer abgelehnt. Ihr Kollege hat ihr immer viel von seiner Trennung erzählt und sie ihm am Ende auch ganz viel von unserer Trennung. Er hat sich auch mit verschiedenen Dingen bei ihr eingeschleimt, was sie aber nicht so bewusst gemerkt hat.
Naja, die negativen Gedanken von ihr wurden immer größer, zusätzlich kamen am Ende unter anderem folgende Vorwürfe:
. ihre depressiven Phasen wurden durch meine Unsicherheit und Unzufriedenheit bzgl der Arbeit und Auswandern ausgelöst
- Sie hat sich für mich verstellt und war nicht mehr sie selber
- Sie fühlte sich nicht mehr frei und dürfe bei ihrem Job in der Schule nicht glücklich sein (was ich bis heute nicht verstehe)
Ich wollte sie innerlich eigentlich nicht gehenlassen und die 6 Jahre einfach so wegwerfen, aber ich hatte das Gefühl, dass es aussichtslos war, weil sie schon sehr kühl war und alles als schlecht dargestellt hat. Wir haben dann nach 3 Tagen räumlicher und kontraktlicher Trennung beschlossen, dass wir uns trennen. 5 Tage später ist sie ausgezogen, der Kaninchenstall (nicht gerade klein + ca. 15 m Zaun) wurde sofort abgebaut. Sie hat sich jeden Tag mit besagtem Arbeitskollegen getroffen, wenn auch in der Gruppe (wenn das wirklich immer stimmte…). Ich habe sie nicht mehr wieder erkannt. Ich hatte vorher schon ein schlechtes Bild über ihn und am Ende umso mehr, aber dachte, ich übertreibe.
Nach dem Auszug haben wir noch ab und zu organisatorisches geklärt, bis sie mir dann 1,5 Wochen später schrieb, dass sie Gefühle für ihn hat und dass mehr zwischen beiden ist. Nach 6 Jahren ein Schlag ins Gesicht für mich, sie hat mich also vorher mindestens mental betrogen, wobei sie Betrug immer verabscheut hat. Er wohnt auch noch direkt um die Ecke von mir.
Er ist nach außen hin ein sehr netter, aber offensichtlich schlechter Mensch und Betrüger (hat seine Masterarbeit fast ausschließlich mit ChatGPT geschrieben, wechselt monatlich die Krankenkasse, um seine Krankheitsgeschichte zu vertuschen und verbeamtet zu werden und bestellt zig Bücher, scannt sie ein und schickt sie dann wieder zurück und und und…), zudem habe ich von seiner Ex-Verlobten erfahren, dass er sie am Ende ganz schlimm behandelt hat.
Ich frage mich einfach, was da mit meiner Ex-Partnerin passiert ist. Sie scheint sich in den letzten Monaten komplett geändert zu haben und ihre Werte, die ihr immer sehr wichtig waren, verloren zu haben. Sie war für mich der mit Abstand wichtigste Mensch und es tut mir alles sehr weh, die Art und Weise geht meiner Meinung nach auch gar nicht. Alle in meinem Umfeld sagen, das hätten sie niemals von ihr gedacht…
Ich war mir sicher, dass sie die Frau des Lebens für mich ist und dass wir bald eine gemeinsame Familie gründen würden.
Vielleicht hat von euch ja jemand ähnliches erlebt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es bei ihnen lange hält, denn in meinen Augen passt es zwischen den beiden beziehungstechnisch in keinster Weise…
Liebe Grüße