Zitat von Kepler:Für mich stellt das Haus auch meine Wurzeln dar. Die Kinder haben seit ihrer Geburt hier gelebt. Wenn ich die Zelte hier abbrechen würde, dann würde ich mich entwurzelt fühlen. Es gab viele gute Zeiten, auch ein paar schwere... aber es war unser Zuhause und damit auch meins.
Und ich möchte nach wie vor heimkommen.
Dann würde ich mich für die Lösung mit Deiner Tochter entscheiden. So bleibt das Haus in der Familie und auch für sie weiterhin eine Wurzel. Zudem kein ganz endgültiger Abschied auch für Dich, denn Du kannst sie ja darin besuchen - auch wenn Deine Tochter im Zuge der eh anstehenden Renvovierungen vermutlich einiges ändern wird. So kannst Du Dich deutlich weicher von der Immobilie lösen, als wenn Du sie einem Fremden oder auch nur Deiner Ex-Frau verkaufen solltest.
Behalten würde ich das Haus hingegen nicht, und zwar aus folgenden Gründen:
a)
Solltest Du nochmal jemand kennenlernen, wäre es für die Next nicht gerade optimal, in ausgerechnet das Haus einziehen zu sollen, worin Du mit einer anderen jahrelang (Familie) gelebt hast. Da startet man lieber mit einem komplett neuen Projekt gemeinsam durch, und sei es nur eine ETW.
b)
Auch wenn Du Dich jetzt noch wohlfühlst dort: Mit zunehmendem Alter wird so ein Haus zur Belastung. Das meint nicht nur den bald anstehenden Sanierungs-, sondern auch den allgemeinen Pflegeaufwand, der irgendwann immer schwerer fällt. Natürlich läßt der sich an Putzfrau, Gärtner, etc. delegieren - aber will man als Rentner neben den reinen Betriebskosten auch noch dauerhaft diesen Aufwand leisten müssen? So schön es ist, viel Raum zu haben - letztlich kannst Du Dich immer nur in einem Zimmer gleichzeitig aufhalten. Eine grosszügige Wohnung erscheint da schlicht effizienter.
c)
In nochmal 20, 30 Jahren wirst Du vielleicht gebrechlich sein. Wäre es nicht sinnvoller, Du verkaufst und richtest Dir stattdessen schon jetzt eine Wohnung her, die barrierefrei und so altersgerecht wie möglich ausgestattet ist, daß Du dann nicht mehr umziehen mußt deswegen? Jetzt hast Du noch die Kraft, das alles in Ruhe zu planen, nach Deinen Wünschen zu gestalten und dabei auch Kostenoptimierung im Auge zu behalten. Ich will den Teufel nicht an die Wand malen, aber wenn Du mal von heute auf morgen einen Schlaganfall hast, wird alles ganz fix gehen müssen...
d)
Eines hoffentlich noch ganz fernen Tages wirst Du vielleicht sogar in ein Pflegeheim übersiedeln müssen. Meines Erachtens wird Dir das leichter fallen, wenn Du bis dahin schon mal einen ähnlichen Schnitt gezogen und überstanden hast. Du wirst nur wenig mitnehmen können dorthin; insofern wird Besitz allmählich zu einer zunehmenden, latenten Belastung.
Der Besitz, von dem Du Dich jetzt bereits zugunsten einer Wohnung löst, wird Dich in so einer Situation schon mal
nicht mehr belasten. Und wer weiß: Vielleicht verkaufst Du irgendwann in 20 oder 30 Jahren auch noch die ETW zugunsten einer kleineren Mietwohnung, um diesen Effekt noch weiter zu verstärken?
Was mir beim Lesen Deines Beitrags sehr angenehm auffällt ist, wie sehr Du auf das Gefühl achtest, mit dem Du dieses Haus abends betrittst - aber auch, daß Du Dir schon jetzt Gedanken darüber machst, was in 5 oder 10 Jahren sein könnte und wie Du am besten damit umgehen kannst. Wie auch immer Du Dich entscheiden solltest: In Deinem Fall bin ich mir ziemlich sicher, daß es eine Wahl sein wird, mit der Du auch nachträglich zufrieden bist. Treffen kannst Du sie aber natürlich nur selbst.
