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KAT66
Gast
Hallo alle Zusammen! Nun habe ich mich doch durchgerungen, einmal im Internet zu suchen, ob es Menschen gibt, denen es wie mir geht. Zu mir: Ich bin frisch 50, 15jährige Tochter, 2x geschieden, mehrere langjährige Beziehungen, letzte Trennung Anfang dieses Jahres. Diese Trennung hat mir wahrscheinlich den Rest gegeben. Meine erste Reaktion war die Angst vor dem Alleinsein. So registrierte ich mich bei Datingplattformen, füllte Profile aus, gab Geld aus. Ich habe dort in den letzten Monaten viele Erfahrungen gemacht, mich auch mit ein paar Männern getroffen. Diese meinten es gut mit mir und es waren schöne Begegnungen. Ich bekam aber sofort Angst. Angst davor, mich wieder anpassen zu müssen, oder zu wollen. Mein Problem ist, dass ich ein Helfersyndrom habe. Hauptsache, den anderen geht es gut. Ich stehe hintenan. Daran sind wohl auch meine Beziehungen gescheitert, ich habe es den Kerlen zu einfach gemacht bzw. bin immer an solche geraten, die meine Schwäche ausgenutzt haben. Ich habe mir jetzt gesagt, lieber allein und glücklich, als wieder diese Unruhe in meinem Leben, wo letztendlich wieder ich hinten an stehen muss oder werde. Ich bin so und das wird sich auch nicht ändern, obwohl ich mir bei meiner letzten Beziehung diesbezüglich sehr große Mühe gegeben habe. Mir geht es gut, sehr gut sogar, ich merke, wie Ruhe einzieht und doch frage ich mich, ob ich nicht einen Knacks habe. Ich bin mit einem Mann bekannt, den ich seit 25 Jahren kenne, mit dem ich auch schon einmal zusammen war und der immer wieder in mein Leben trat, wenn ich gerade wieder auf einem Schutthaufen saß. Er ist mittlerweile verheiratet und hat ein Kind. Wir hatten wieder einmal Jahre keinen Kontakt und letzten Herbst bekam ich eine Botschaft von ihm, die mich total umgehauen hat. Er meinte, er liebt mich, er hat nie aufgehört, mich zu lieben und er möchte mehr. Ich habe das abgelehnt, weil ich zu dieser Zeit in einer glücklichen Beziehung war. Jetzt, wo ich allein bin, könnte ich mich darauf einlassen. Probleme kriegt ja höchstens er. Er will das aber. Ich schaffe aber selbst das nicht. Das wäre eigentich der Idealfall für mich, aber ich kriege es nicht hin und deswegen haben wir uns kürzlich sehr gestritten und mittlerweile bereue ich es auch. Ich kann es mir aber nicht erklären, warum ich immer wieder Angst kriege, mich zu treffen, mich innerlich zu binden. Es könnte ja jemand was von mir wollen, was ich nicht will. Ich bin ziemlich ratlos und frage mich manchmal, ob ich nicht zum Psychiater gehöre, weil das ja eigentlich kein Zustand ist. Vielleicht denke ich aber auch nur zuviel nach. Kann mir hier jemand einen Rat geben - ohne mich zu verurteilen oder überhaupt über mich zu urteilen? Danke!


