Zitat von ulmo:Guten Morgen, habe eine Frage an euch. Wie lange wirkt eine psych. Reha nach ? Ich habe das Gefühl ,dass einige Menschen dort regelrecht " übertankt " werden und danach erstmal sehr extrem und egoistisch sind. Verstärkt auch nach der Reha durch Kontakte zu Leidgenossen, die sicherlich auch eine Hilfreiche Seite haben. Aber sind es nicht auch Menschen, die selber Depressionen haben und häufig nicht im Leben klar kommen? Ist der Austausch bzw. die Beratung dann wirklich hilfreich, oder versuchen sich Blinde das Sehen beizubringen ? Kommen da nicht zu den eigenen Problemen, die der Anderen dazu ? Letztendlich eine Zweckgemeinschafft im Rausch der Reha unter dem Motto " Die verstehen mich besser als meine Familie" ? Oder das ist jetzt meine neue Familie? Jeder muss doch auch irgendwann wieder in den Alltag.
Hallo Ulmo,
Willkommen im Forum.
Gibt es einen bestimmten Hintergrund für Deine Frage?
Im Allgemeinen gilt, was Du beschreibst ist das Prinzip von Selbsthilfegruppen. Der Kontakt zu anderen Betroffenen und Austausch mit diesen hilft bekanntermaßen einigen Menschen sehr. Insbesondere dann, wenn man zum ersten Mal eine bestimmte Ebene der Verständigung erfährt (also mal nicht von Anfang erklären muß) und vor allem zum ersten Mal auch sieht, daß man nicht allein ist. Isolation ist immer großes Thema in Krisen.
Zu wissen, daß es anderen auch nicht gut geht oder eben genauso geht, wie einem selbst, kann erst einmal diese auch aufbrechen. Das ist für viele Betroffene eine sehr große Erfahrung.
Und nein, niemand MUSS wieder in den Alltag. Das ist Wahl und Entscheidung.
Früher oder später stellt sich natürlich auch ein Alltag wieder ein, aber Sinn und Zweck ist es schon die Betroffenen dabei zu unterstützen, einen Alltag (aka Leben) für sich selbst zu bauen, mit welchem sie besser und anders klar kommen.
Zurück zur Eingangsfrage, gibt es einen Hintergrund vor dem Du diese Frage stellst?
Liebe Grüße