GravDrakula
Gast
ich knabbere noch immer an einer gescheiterten Beziehung, die letztes Jahr in die Brüche ging und etwa 2 Jahre andauerte.
Ich habe vor etwa drei Jahren eine Frau kennengelernt. Sie hatte von Haus aus Geld, einen guten Job mit vielen Privilegien. Ich hingegen bin im Einzelhandel mit ziemlich miesen Arbeitszeiten konfrontiert gewesen und der Verdienst war moderat. Zu Anfang der Beziehung empfand ich das als kein Problem, fand es sogar entspannt, dass ich niemanden aushalten muss und dass das alles gut läuft.
Doch immer wieder gegen "Halbzeit" der Beziehung empfand ich unterschwellige Arroganz. Das fing mit der Reparatur meines Wagens an, als ich mir zum ersten Mal den Spruch gefangen habe, wieso ich mir kein anständiges Auto kaufe. Dass ich keine 20.000 Euro rum liegen habe, war das andere Thema. Wieso ich nicht privat versichert sei, wieso ich dies und das nicht habe.
Und irgendwann merkte ich auch in mir "Neid", der vorher in der Form nicht da war, je mehr unterschwellig ich mit den Differenzen konfrontiert wurde, desto mehr fielen sie mir auf und mir fiel umso mehr auf, was ich hatte und nicht hatte.
Das zog sich dann irgendwann weiter, aber immer nur unterschwellig, wochenlang nichts, dann mal wiederl Wieso dieses und jenes.
Als dann Corona kam spitzte sich das noch mehr zu, bis ich die Beziehung im März noch beendete.
Ich frage mich, ob ich zu empfindlich bin, ob ich mir das einbilde und Äußerungen mir zu nahe gehen oder ich frage mich, ob meine Wut über diese Äußerungen gerechtfertigt sind, denn ich ärgere mich noch heute darüber, und - egal ob gerechtfertigt oder nicht- die Wut ist ja da, sie ist ja real.
Also ich bin auch etwas ratlos, wieso ich überhaupt "Neid" empfinde, denn Außenstehende hätten vermutlich meine Gesamtsituation als entspannter betrachtet als ihre.
Und trotzdem, vielleicht schreibt ja einer ein paar Zeilen dazu. .
