Ashratt
Mitglied
- Beiträge:
- 7
- Themen:
- 1
- Mitglied seit:
Wir waren ~5 Jahre zusammen und haben uns im Studium kennengelernt. Die ist 29 Jahre und ich bin 28. Sie war immer relativ passiv und jammernd und ich ziemlich aktiv. Ich habe mir immer gewünscht, dass in sämtlichen Situationen mehr input von ihr kommt (Ich hatte viel viel mehr im Haushalt gemacht, Aktivitäten organisiert, Sex initiiert usw usw) und damit hat sich langsam Frustration aufgebaut. Dadurch hab ich sie nicht mehr in dem Maße wertgeschätzt wie es nötig gewesen wäre, wir haben öfter gestritten und der Teufelskreis hat begonnen.
Sie hatte in den letzten Monaten unserer 5 jährigen Beziehung heimlich mit einem Mann geschrieben, den sie bei einer Feier einer Freundin kennengelernt hatte aber ich bin mir sicher, das war platonisch und es ging höchstens um unsere Beziehung und allgemein philosophische Sachen.
Es kam wie es kommen musste, ich hatte über Monate Zweifel an der Beziehung geäußert und sie hat es beendet. Ich bin daraufhin ausgezogen in eine Wohngemeinschaft und sie ist in der Wohnung geblieben. Nach ~ 3 Monaten schrieb sie mir wieder und wollte sich mit mir treffen. Sie erzählte mir direkt, dass sie sich kurz nach der Trennung (paar Tage -1 Woche) mit diesem Mann getroffen hatte und Sex hatte und das dann über 2 Monate so ging.
Sie versuchte es so zu erklären, dass sie mit der Trauer alleine nicht zurecht gekommen wäre und sich deshalb wahrscheinlich in soetwas geflüchtet hat sie aber immer mich geliebt hat und mich wollte. Nur unabhängig davon hatte sie keine Zukunft mehr bei uns gesehen, weil das so eingefahren bei uns war.
Mein Problem ist die Entäuschung über mich, dass es ich es so weit hab kommen lassen und über sie, dass sie das wirklich so gemacht hat und das ihre Art war mit der Trauer umzugehen. Ich weiß auch nicht warum ich so ein riesiges Problem mit der Intimität habe. Wahrscheinlich ist das auch wieder so ein "Selbstwertding" aber irgendwie konnte ich mir nicht vorstellen, dass Sie Lust und Verlangen bei einem anderen haben kann und dann auch noch so kurz nach der Trennung. (Wobei sie sagt, dass das passiert ist gerade weil sie so sehr an mir hängt und nicht mit der Situation klar gekommen ist, deswegen die Beziehung mehr oder weniger weiterführen wollte und mich da rein projeziert hat)
Stand jetzt:
Ich habe oft gezweifelt und wollte alles hinschmeissen, da ich so enttäuscht war über das was vorgefallen ist. Dann gab es wieder Momente in denen ich versuche mich auf das wesentliche zu beschränken, dass sie jetzt bei mir ist und bei niemand anderen. Aber es ist immernoch sehr sehr schwer, ich habe oft Kopfkino und steigere mich in das Unverständnis rein wie sie direkt mit jemandem schlafen konnte.
Ich glaube ihr tatsächlich, dass sie mich sehr liebt. Wir haben viel über die Probleme geredet und wie es dazu kommen konnte, alles schön und gut.
Ich merke nur ich verfalle immer wieder in die "Opferrolle" und weiß nicht wie ich es verarbeiten kann, dass sie einen anderen Mann sowohl körperlich als auch emotional hatte. Vorallem das Sexuelle, was sie schon nach einer paar Tage hatte beschäftigt mich total.
Jemand eine ähnliche Situation gehabt? Tipps wie man damit umgehen kann?
Tief im innern fühlt es sich wie Betrug an und ich kann ihr es noch nicht verzeihen.
Das alles ist jetzt fast 1 Jahr her und wir gehen seit ~6 Monaten zu einer Therapie.
Vielen Dank und viele Grüße