@Pat37
Eine Trennung dieser Art ist immer grausam und schmerzvoll. Zumindest fällt man in ein Loch und hat das Gefühl, man kommt nie wieder da raus. Das dachte ich auch am Anfang mit dem Unterschied, das meine Ex keinen neuen Lover hat oder einen vermißt. Nach jetzt einem Jahr der Trennung ist die Vermutung bestätigt.
Zum Glück hatte ich Therapien vor der Trennung gehabt und das machte mich ein wenig stabiler und half mir auch bei den dunkelsten Gedanken, das Leben geht nicht weiter (Keine Dro, Alk oder Sui.zid). Im Gegenteil, versuche den Kopf bei Klarheit zu halten.
Dann kommt der Keim der Hoffnung auf, wird das noch was mit der Beziehung, renkt sich das wieder ein usw. Nach einer Reflektion und ein Pro und Contra sagte ich mir, NEIN die Ex hat entschieden und sollte sich dessen Tun bewußt sein. Hört sich kalt und abweisend an, nein es hatte mir sehr geholfen.
Nachdem ich meinen Job wegen einer Insolvenz verloren hatte kam der Spruch von der Ex: So, du bist jetzt zu alt (62) und bekommst keinen Job mehr. By by.....
So eine Ansage hatte ich bis Dato nie gehabt, aber es wurde mir so eiskalt ins Gesicht gesagt. Nun denn, innerlich stieg bei mir unbewußt eine Kraft an, der ich bis heute dankbar bin.
Alter Zustand: Arbeitslos, das Alter und eine neue Wohnung in der Wohnungsnot suchen. Zum Glück hatte ich finanziell für mein Alter gut vorgesorgt, nicht verheiratet und single. Das Problem war die Wohnung, weil ich wollte einfach raus um mich voll entfalten zu können, Ruhe und dazu die Kraft zu finden, neue Entscheidungen zu treffen.
Also Eigentumswohnungen usw. angeschaut, gesehen nachgedacht alles nur Schrott. Dann hatte ich beschlossen, vernünftig zu entscheiden und kein Eigentum mehr anzueignen. Heute bin ich froh so entschieden zu haben, kein Verlust oder böse Überraschungen.
Dann hatte ich mich hier im Forum belesen, viele gute Tipps und Hilfe erhalten, das hatte mir sehr geholfen. Mit diesen neuen Informationen machte ich mir einen Plan, was ist eigentlich das wichtigste, natürlich meine Kinder! Warum, ich bin ohne Vater aufgewachsen, meine Mutter hatte es geschafft, den Kontakt immer zu vereiteln und leider ist er gestorben. Die Quittung ist, ich habe den Kontakt zu ihr abgebrochen und diese Entscheidung war richtig.
Meinen Kindern das gleiche Schicksal erteilen, niemals.
Bankauskunft eingeholt, das ich finanziell die Miete bis zur Rente zahlen kann
Intensivst auf Stellen beworben
Wohnungen zum Verkauf angeschaut...
Keine Sekunde an die Ex gedacht, kein Nachfragen von mir, nichts null und nada...
ABER ich war immer höflich und korrekt, weil die Kinder kriegen das ja mit und sehen mich ja auch, wie ich mich verhalte.
Den Kindern hatte ich immer versucht das Gefühl zu geben, egal was ist ich bin immer für euch da. Irgendwie hatte ich auch das Gefühl, es kommt einfach ehrlich und gut an.
So, dann kam auch Glück ins Spiel: Ich hatte die Auswahl von 2 Jobs, einer 2 Jahre befristet oder eine Vollzeitstelle, mehr Geld und unbefristet, wo ich heute noch bin. Da war das Tor für die neue Wohnung offen.
Mit meinen Kindern hatte ich auch viel unternommen, was auch im immer gut war.
Dann mit dem neuen Arbeitsvertrag an die Vermieter ran und hatte einen Privatanbieter gefunden, 50qm 2 Zimmer und 1200Euro warm

dann 42km weiter weg, kein privater Vermieter, 2 Zimmer Wohnung 68qm und 669Euro warm. Bingo die Wohnung bekam ich. Das war Mega und eine Erleichterung endlich aus dem Kreis der Ex wegzukommen.
Ich konnte endlich mich neu sortieren und was das Größte ist Freiheit, selber zu entscheiden.
Die Möbel und das andere Geraffel wollte ich nicht und richtete mich nach meinem Geschmack neu ein. Ich wohne auch nahe an der polnischen Grenze und hatte das auch so kalkuliert, wegen den Spritkosten, es paßte perfekt.
Bedenke, die Unterhaltskosten sind nicht wenig und zahle den KU voll, was mir einen Titel verhindert. Das war auch in meiner Planung.
Aber es ist nicht unmöglich, eine Trennung zu vollziehen, meine Kinder sind das wichtigste und die kommen gerne zu mir. Besser geht es nicht.
Das was mich in den ersten Monaten so runtergezogen hat war, das ich nicht mehr meine Kinder um mich rumhabe. Das war grausam und es brauchte Zeit, mich daran zu gewöhnen. Selbst heute kommt das schlimme Geühl des vermissens der Kinder aber es legt sich auch wieder sehr schnell, da der Umgang sehr genau von mir eingehalten wird.
Fazit: Die Wohnung ist gut eingerichtet und meine Kinder haben ihre Ecken und ich habe neue selbstgemalte Bilder von meinen Kids an der Wand im Rahmen.
Jede hat ihren Stammplatz und seitdem ich eine eigene schöne Küche eingebaut habe, koche ich viel selber und frisch.
Meine Kinder sind die Nummer 1, habe einen guten Job, zahle den KU pünktlichst, und vor allen dingen die Freiheit.
Falls Du das Gefühl hast, die Ex ist es noch wert darum zu kämpfen, dann mach es.
Solltest Du Dich anders entscheiden, dann plane Dein Leben mit den Kindern neu.
Glaube mir, Zeit heilt Wunden.