Blanca
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Na da war ja mal ein spannendes 2024:
Zitat von Paul8474:Ende September stand die kirchliche Hochzeit an
Zitat von Paul8474:Anfang Oktober (4 Tage nach der kirchlichen Hochzeit) auf dem Weg in den Hochzeitsurlaub im Flugzeug habe ich herausgefunden dass sie mich mit der Bekanntschaft betrügt
Zitat von Paul8474:Anfang November habe ich dann eine Frau (35, 2 Kinder) kennengelernt auf einer Plattform für „unverbindliche“ Kontakte
Zitat von Paul8474:Nun kam vorgestern von ihr die Frage wie es nun weitergeht und sie gerne eine feste Beziehung möchte.
Klar konntest Du Dir das nicht komplett selbst so aussuchen. Aber sag mal: Willst Du jetzt etwa im Monatstakt dermaßen fundamentale Lebensveränderungen vornehmen? Wie wäre es stattdessen mit etwas mehr Ruhe, damit Du das alles angemessen verarbeiten kannst und in Deiner Mitte bleibst?
Zitat von Paul8474:Sie selbst ist seit dem Sommer alleinlebend nach 16 Jahren Beziehung/Ehe.
Dann ist sie also selbst ebenfalls noch mitten im Verarbeitungsprozess - und ihre Kinder ebenso.
Bei ihr ebenso wie bei Dir frage ich mich, wieso Ihr Euch quasi unmittelbar nach Eurer jeweiligen Trennung gleich wieder ins Datinggetümmel gestürzt habt, statt erst mal den Gang rauszunehmen und bei Euch selbst zu bleiben? Kann es sein, daß Ihr es nicht gut mit Euch allein aushalten könnt? Braucht Ihr es, ständig irgendwas am Laufen zu haben?
Ihr habt Euch ja nicht zufällig beim Einkaufen kennengelernt, sondern gezielt über eine Plattform nach jemand gesucht.
Zitat von Paul8474:Ich denke der neuen geht es nur darum die „Sicherheit“ zu haben.
Irgendwie finde ich es ja auch fein, daß es bisher so gut läuft bei Euch. Aber mal ehrlich - es war eine Datingplattform für unverbindliche Begegnungen und Ihr seid jetzt gerade mal zwei Monate am am daten. Worum geht es ihr denn da nun wirklich?
Frag sie doch mal, ob es Exklusivität ist, auf die sie hinaus möchte. Sofern Du nicht promisk veranlagt bist, fände ich das jetzt nicht zuviel verlangt. Das könntest Du ihr also ggfs. durchaus zusichern und Dich dann natürlich auch daran halten.
Darüber hinaus könntest Du sie fragen, was sie sonst noch unter "Sicherheit" verstehe. Vielleicht meint sie damit, daß Ihr beide zumindest offen für eine Festbeziehung sein solltet, falls Euer Ding sich die kommenden zwei Jahre so gut entwickelt wie bisher. Wenn ich Dich recht verstehe, steht dem aus Deiner Sicht aktuell nichts entgegen - allerdings ist das gegenseitige Kennenlernen noch nicht ausgereift und bedarf einer weiteren Vertiefung, die noch einiges an Zeit und Erfahrung beanspruchen wird - u.a. auch (aber sicher nicht nur) mit Blick auf die Kinder.
Zitat von Paul8474:Mich beschäftigen insbesondere die äußeren Umstände.
Ich finde es prima, daß Du Dir schon jetzt ernsthaft Gedanken darüber machst. Denn in der Tat ist ein Leben mit Kindern wirklich nicht ohne. Grundsätzlich scheinst Du offen dafür zu sein. Allerdings kann ich Dir nur darin zustimmen, hier erst mal zu prüfen wie es sich anfühlt, ehe Du Dich fest auf so ein Konstrukt einläßt.
Zitat von Paul8474:Also sie macht nicht direkt Druck, würde aber wohl gerne wissen was wir nun sind und dann bspw auch den Kindern sagen das es jemanden gibt, einfach weil sie ehrlich sein möchte.
Ihr seid zwei Menschen mitten in der Kennenlernphase, die noch viel zu prüfen haben, ehe sich sich fest aneinander binden können und sollten. Allerdings habt Ihr beide die ehrliche Absicht Euren Kontakt dauerhaft zu vertiefen, sofern er sich weiter so gut entwickelt wie bisher; also ihn ggfs. mit der Zeit sanft in ein Festbeziehung übergehen zu lassen, die dann vielleicht auch weitere Optionen beinhalten könnte, wie beispielsweise gemeinsames Wohnen oder auch Ehe und neuerliche Familiengründung.
Ihren Kindern kann sie sagen, sie habe einen neuen Freund und fühle sich derzeit sehr wohl mit ihm, aber der Rest müsse und werde sich erst noch finden.
Ich fände es am besten wenn Ihr beide Euch mal hinsetzt und offen die Karten auf den Tisch legt, wie es aus Eurer jeweiligen Sicht laufen sollte, wenn alles sich weiterhin so gut entwickelt wie bisher. Unterbrecht einander nicht darin, sondern lasst den anderen in Ruhe aussprechen, wo er sich / Euch in zwei, fünf, oder auch zwanzig Jahren sieht, falls dem so sein sollte.
Jeder Mensch hat eigene Vorstellungen davon, welchen Sinn und Inhalt er seinem Leben geben und worauf er zurückblicken möchte, wenn er mal alt und grau auf dem Sterbebett liegt. Gesteht einander zu, Euch gegenseitig offen mitzuteilen, wo die Reise hingehen soll und einigt Euch dann auf eine Herangehensweise, mit der Ihr beide gut leben könnt.
Ich sehe dieses Gespräch übrigens als ersten Lackmustest für Euren Kontakt, denn offene und fürsorgliche Kommunikation auf Augenhöhe ist bekanntlich das Hauptfundament für jede Partnerschaft, die diese Bezeichnung verdient.
Was Ihr nicht tun solltet: Mit Vorstellungen oder Bedürfnissen aus Verlustangst heraus hinter dem Berg halten und / oder um den heißen Brei herumreden. Seid ehrlich und direkt, aber behaltet auch im Hinterkopf, daß jeder Mensch seine ganz eigenen Wünsche, Bedürfnisse, Ziele und Vorstellungen vom Leben hat. Akzeptiert diese und versucht Euch auf einen gemeinsamen Nenner zu einigen, bei dem keiner zu kurz kommt, auch wenn Ihr Euch dabei etwas aufeinander zubewegen müßt.
Ziel des Gesprächs sollte eine Win-Win-Lösung sein, mit der Ihr beide zufrieden seid - selbst wenn Ihr zum Ergebnis kommen solltet, daß es womöglich doch nicht so passt, weil sie jetzt unbedingt eine "offizielle" Festbeziehung und einen klaren Fahrplan inklusive Terminachse will, wohingegen Du (berechtigterweise!) erst mal noch die Schmetterlingsphase auskosten und eine liebe lange Weile weiter prüfen willst, ehe Du Dich nachhaltig an sie bindest.
Ich drücke Dir die Daumen für ein gutes Gespräch und daß Ihr Euch auf etwas einigen werdet, womit Ihr Euch beide erst mal weiter wohlfühlen könnt. 👍