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Neue Kontake, Austausch

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Aloy
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Guten Abend ihr Lieben 🙂

Ich bin nun seit etwa 10 Jahren stille Mitleserin und konnte über die Zeit sehr viel Trost, Ansichten und Denkanstöße finden, da ich mich in den vergangenen Jahren oft in diversen Themen hier wieder gefunden habe. Hier sind so viele liebe Menschen unterwegs und auch starke Persönlichkeiten und ich bewundere es, wie stark hier der Zusammenhalt sein kann.

Ich selbst stecke momentan in einer „schwierigen“ Situation, es gab sehr viele Veränderungen in meinem Leben, Stadtwechsel, neue Arbeit, also auch sehr viel positives, aber auch Dinge mit denen ich mich nie auseinandersetzen musste zb alles rund ums Eigenheim, versteckte Mängel, finanzielles. und vieles mehr, sodass meine Welt sehr ins Wanken kam… und ich unter dem ganzen Berg sehr überfordert bin, nicht mehr priorisieren kann, nicht sehr viel von mir halte, Versagens/Verlustangst habe, alles aufrecht halten will, ich kann nicht so gut Hilfe annehmen… und habe dazu eine Reihe körperlicher Symptome entwickelt wie Tinnitus, Schlafstörungen, Esse zu viel oder gar nichts, bin dauerhaft müde, ich gehe keinen Hobbys mehr nach, bin unruhig und rastlos. mein Hausarzt hat mir dringend empfohlen, eine Therapie zu starten, evtl. Richtung Tagesklinik. Es ist viel zu viel alles zu erzählen, es ist insgesamt einfach der Wahnsinn und ich weis gar nicht mehr wo mir der Kopf steht. Ich wünsche mir so sehr Ruhe und Gelassenheit, einen ruhigen Kopf und Gedanken. Ich breche unter all der Last langsam weg.

Zudem ist mein Freundeskreis super klein, ich habe kaum jemanden zum Austausch, abgesehen von meinen Eltern. Das Verhältnis zu meiner Familie ist wirklich wunderbar.

Ich weis nicht genau warum ich mich ausgerechnet jetzt hier nach so vielen Jahren angemeldet habe, verrückt oder? Ich versuche herauszufinden was mir fehlt, Austausch, vielleicht neue Kontakte finden, aufmunternde Worte.

Ich lasse euch allen einen lieben Gruß da und wünsche euch einen schönen Abend

x 3 #1


HappyMike
@Aloy

Servus! Herzlich willkommen!

10 Jahre - das sind ja nicht nichts, jedenfalls mehr als ich habe Zwinkerndes Gesicht. Vielleicht ist einfach genau jetzt der Punkt gekommen, an dem Du nicht mehr alles nur mit Dir selbst ausmachen möchtest. Und allein das finde ich schon einen wichtigen Schritt.

Wenn ich lese, was in letzter Zeit alles bei Dir zusammengekommen ist, dann kann das schon herausfordernd sein. Dennoch ist es aber auch etwas, was bewältigbar ist. Und deswegen bist ja hier, um Dir Tipps zu holen,

Besonders hängen geblieben ist bei mir Dein Satz, dass Du nicht gut Hilfe annehmen kannst. Vielleicht liegt genau darin gerade eine Deiner schwierigsten Aufgaben: nicht noch stärker zu werden, sondern zuzulassen, dass jemand ein Stück mitträgt. Ich würde den Rat Deines Hausarztes bezüglich Therapie bzw. Tagesklinik zumindest offen prüfen. Nicht als Zeichen des Scheiterns, sondern weil Du gerade sehr deutlich beschreibst, wie sehr Deine Reserven aufgebraucht sind.

Dass du ein wunderbares Verhältnis zu deinen Eltern hast, finde ich übrigens unglaublich wertvoll. Vielleicht dürfen auch sie momentan ein bisschen mehr für Dich da sein, selbst wenn Hilfe anzunehmen schwerfällt.

Vielleicht war Deine Anmeldung hier gar nicht so verrückt. Vielleicht war sie einfach genau richtig. 🙂

Ein paar Fragen fürs bessere Verständnis habe ich (sehr kurz formuliert, kämpfe gerade gegen das Einschlafen Lachendes Gesicht ):
1) Eigenheim => d.h. neu errichten lassen, sanieren? Mit einem Partner (von dem man nichts liest)? Warum keine Wohnung?
2) Warum ein kleiner Freundeskreis? Kein Interesse von Dir, Zeitmangel ...?
3) Warum ein Stadtwechsel?
4) Körperliche Symptome: Neu oder auch schon früher gewesen? Wenn ja, in welchen Situationen?
5) Warum keine Hobbys mehr? Welche hattest Du?

Ich wünsche Dir sehr, dass aus diesem riesigen Berg bald wieder viele kleine, überschaubare Hügel werden. Du musst nicht alle gleichzeitig besteigen.

Alles Gute!

#2


A


Neue Kontake, Austausch

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S
Willkommen im Forum Aloy.

Du hast bereits einen wichtigen Schritt unternommen und eingesehen, dass du Hilfe brauchst. Das ist oftmals der schwerste Schritt für Betroffene.
Der Weg zum Ziel kann steinig und lang werden, aber wenn das Ziel erreicht ist, werden auch die gesundheitlichen Probleme, die auf eine Depression/BurnOut hindeuten könnten, wieder gehen.

Was ist denn momentan deine größte Sorge bzw. deine größte Angst?

Ich wünsche dir viel Kraft und bin gerne dazu bereit, dich bei deinem Weg zu unterstützen.

x 1 #3


GreenTara
Hi @Aloy, da ist ja ganz schön viel los bei dir. Verständlich, dass du dich überfordert fühlst. Oft hilft es ja schon, mit anderen zusammen herauszufinden, was der nächste sinnvolle Schritt ist, eine Strategie zu überlegen.
Ich kann gut nachvollziehen, dass du andere nicht so gerne aktiv um Hilfe bitten magst. Ich selbst mache das auch ungerne. Wenn ich mich dann überwinde, und es passt nicht gleich, denke ich noch: Hättest du bloß nicht gefragt. Und dann stelle ich fest, dass die anderen sehr wohl aktiv geworden sind, sich erkundigen, überlegen, und netzwerken. Man ist garnicht so allein. Für viele Menschen ist Hilfsbereitschaft ein Weg, mit anderen in Kontakt zu treten. Versuche es, und am Ende sitzt du mit den anderen zusammen mit Kaffee und Kuchen, und alle freuen sich über eine gemeinsame Leistung. Und dass der Berg wieder etwas kleiner geworden ist.

x 2 #4


Arnika
10 Jahre stille Mitleserin, ohne seinen Senf dazugeben zu müssen - das finde ich schon wieder beeindruckend 🙂
Willkommen bei uns!

Bist du schon mal die körperlichen Symptome angegangen? Indem du zumindest mal was Sanftes/Natürliches gegen Stresssymptome probiert wie Ashwagandha, Melisse, Passionsblume oä?

An den äußeren Umständen kann man ja meist nicht schnell etwas ändern - aber so vielleicht ruhiger werden und sich körperlich etwas besser fühlen, bevor mal zu härteren Mitteln greift.

#5


A
Guten Morgen zusammen 🙂

Ich muss mich erstmal zurecht finden, gestern Abend ist meine Antwort einfach verschwunden.
Also wir wollten schon immer rauf aufs Land, weg von der Stadt. Aber nicht jetzt, sondern in ein paar Jahren. Dann haben wir aber in ca 200km von unserer Heimatstadt entfernt diesen wunderschönen Altbau gefunden und wir wollten es unbedingt. Was wir aber nicht unbedingt wollten waren die versteckten Mängel, die am Ende so groß waren das es Existenzbedrohend ist. Das war letzten Sommer. Mittlerweile arbeiten wir uns da raus, gemeinsam mit meinen Eltern die unglaublich helfen und hier und da mal durch gute Kontakte meines Mannes. Er kann zum Glück auch vieles selbst machen.
Dagegen angehen konnten wir nicht weil es Schäden aus Unwissenheit und Vernachlässigung waren. Wir hatten 2 Gutachter vor dem Kauf, selbst die haben es nicht erkannt. Aktuell haben wir aufgrund der Schäden keine Gebäudeversicherung weil wir gekündigt wurden und wir müssen bis zum Winter einiges schaffen. Wir machen immer weiter, nun schon über 1 Jahr und es wird echt immer besser, aber wir haben keine Kraft mehr und der Ausgleich fehlt komplett weil wir jede Minute und jeden Cent in unser Zuhause stecken.

Zusätzlich hat mein Mann aufgrund von Afghanistan PTBS, dazu ADHS mit Autismusanteilen. Er hat vorübergehend eine Pegestufe weil er nicht selbst einkaufen gehen kann, das übernehme ich und seine Pflege auch. Es ist nicht immer einfach und neben dem Haus ist einfach an allen Ecken und enden so viel los…

Meine Oma ist an Altersdemenz erkrankt, meine Eltern sind für sie da, helfen dennoch jedes Wochenende und fahren die Strecke zu uns.. Ich habe so ein schlechtes Gewissen..

Und verbindet das Motorrad fahren aber selbst dafür ist momentan kaum Raum.

Er studiert nebenbei, ich arbeite mich bei der neuen Arbeit ein, mein Mann gibt mir die meiste Sicherheit aber aufgrund der Umstände und das ich mich selbst aufrauche und nicht gut auf mich aufpassen kann werde ich schnell unsicher, habe mittlerweile die ganzen Symptome entwickelt.. irgendwann fing es an das es bergab ging, dazu mache ich mir große Sorgen um die Gesundheit meines Mannes..

Und das ist längst nicht alles…
Meine Vergangenheit war nicht einfach, darauf möchte ich erstmal nicht näher eingehen.. mein Mann hat mir viel geholfen als ich ihn kennenlernte.. vieles brach auf, das trage ich mit mir.. das Haus, die Baustelle, finanzielle Sorgen zwischendurch, meine Gesundheit, seine Gesundheit, der Haushalt, meine neue Arbeit, neues Umfeld, Sorge über meine Oma, Freundschaften von meiner Seite aus die kaum noch da sind, kraftlos für Hobbys, die Sache mit der Versicherung, wir warten noch auf die neue Heizung, ich schlage mich mit meiner Ex Vermieterin rum deswegen habe ich nun einen Vollstreckungsbescheid, darin geht’s um Nebenkosten.. zwischenzeitlich hat mich mein ehemaliger Stalker aus der damaligen Berufsschule gemeldet der mich per Mail kontaktiert hat weil er mich „vermisst“ (!)
Mein ganzes Leben, ich dachte das gibts nur im Fernsehen… und noch einiges mehr..
Sorge um meine Eltern, mein Papa ist in 1,5 Jahren in Rente und sollte seine Zeit anders verbringen als bei uns auf der Baustelle.. und dann gibts auch mal beziehungsstress aus Überforderung oder Kommunikation die fehlt weil ich das nicht immer so gut kann wie mein Mann es braucht… und dann kommen meine ganzen Symptome hinzu… es ist einfach alles Wahnsinn und wir haben hier schon alle gemeinsam unmenschliches vollbracht für das Haus…

Und trotz allem lieben wir uns, haben unsere Familien die helfen und wir gehen gemeinsam durch die Zeit… wir sind immer noch hier und halten zusammen…

#6


Liv225
Liebe @Aloy
Willkommen im Forum.

Du weißt ja schon, was es hier alles so zu lesen gibt.
Vielleicht magst Du nun ja ein wenig mitschreiben.

Es liest sich „viel“ bei Dir.
Ich hoffe, Du schaffst es, Deine Sorgen anzugehen und wieder mehr bei Dir zu sein.

Alles Liebe.

#7


ruhe
Hallo @Aloy ,

willkommen hier. Das liest sich insgesamt nach sehr viel, was du schon getragen hast und derzeit zu tragen hast. Da wundert es mich nicht, dass dein Körper sich meldet. Eine Therapie kann natürlich helfen, realistisch gesehen wird die aber nicht in Kürze starten können und das privat zu bezahlen sehe ich in deiner/eurer Situation gerade nicht. Daher ist es gut, dass du dich schon mal hier an das Forum gewandt hast. Oft hilft es ja schon ein wenig, es einfach mal rauszulassen. Vielleicht gibt es noch andere, zusätzliche Stellen, bei denen du Gehör findest und die dir eine emotionale Stütze sein können, Caritas und Diakonie sind da wohl immer gute Anlaufstellen, werden zumindest häufiger mal genannt.

Zitat von Aloy:
Wir machen immer weiter, nun schon über 1 Jahr und es wird echt immer besser, aber wir haben keine Kraft mehr und der Ausgleich fehlt komplett weil wir jede Minute und jeden Cent in unser Zuhause stecken.

Es ist auf jeden Fall gut, dass es voran geht, aber ich verstehe es total, dass ihr kraftlos und erschöpft seid.

Zitat von Aloy:
Er hat vorübergehend eine Pegestufe weil er nicht selbst einkaufen gehen kann, das übernehme ich und seine Pflege auch.

Kannst du z.B. hier ansetzen? Kann jemand (Nachbarschaftshilfe/Pflegedienst/Haushaltshilfe) das Einkaufen und die Pflege bzw. einen Teil davon übernehmen? Ich denke, alles, was ihr abgeben bzw. auslagern könnt, wird euch helfen und die Situation ein bißchen entzerren.

#8