Zitat von theblood:Von mir selbst möchte ich, das ich in Zukunft mit meinem Mann oder max. Meiner besten Freundin über diese Problematik spreche. Ich möchte mich selbst wieder leiden können.
Also erst mal schließe ich mich dem Statement von @paulaner an: Gerade noch so die Kurve gekriegt. Soweit also ein positiver Ersteindruck. Habe mich gefreut zu lesen, daß Du Deinen Mann noch liebst und Dir das auch bewußt verinnerlichst, mit Erinnerungen an frühere Zeiten, etc.
In der Tat hat der Ausgang Deiner Affaire den Makel, daß Dein Mann nun mit einer Frau lebt, die er für treu
hält, obwohl sie es nicht geblieben
ist. Sein
Bild von
Dir entspricht also nicht länger der Realität. Ob er sich auch entscheiden würde, noch mit
Dir eine Familie zu gründen, wenn er die volle Wahrheit über
Dich wüßte? Vielleicht - vielleicht aber auch eben nicht. Womöglich macht er auch eine 180°-Kehrtwende und entscheidet, sich von
Dir zu trennen und lieber eine andere Frau die Mutter seiner Kinder werden zu lassen. Wir alle hier kennen Deinen Mann nicht. Und auch Du wirst es nicht mit 100%iger Sicherheit einschätzen können, denn letztlich ist und bleibt jeder Mensch ein Abgrund.
Die Frage ist also:
Muß er es unbedingt erfahren? Wenn ja,
warum und
wozu?
Ein Hauptgrund ist, daß Dein Schweigen ihm die Möglichkeit nimmt, sich in vollem Wissen über den Status Quo für oder gegen eine Fortsetzung Eurer Ehe zu entscheiden. Schlimmer noch: Es drängt ihn in eine Familiengründung, von der er sonst jetzt womöglich doch lieber Abstand genommen hätte.
Ein Nebengrund ist, daß in Deinem Fall nicht 100%ig sicher ist, ob die Sache nicht doch noch rauskommt. Du schreibst, daß Du Dich bei Freundinnen "aussprechen" kannst. Hast Du etwa mit denen über Deine Affaire geredet? Und selbst wenn nicht - ist denn sichergestellt, daß auch Deine Ex-Affaire mit niemand darüber redet? Hat er die Kontaktsperre einwandfrei akzeptiert soweit?
Wenn zuviele Mitwisser existieren, sollte Dein Mann es besser
jetzt - noch vor Eurer Familiengründung -
von Dir erfahren als später von irgendjemand sonst. Wenn hingegen mit 100%iger Sicherheit ausgeschlossen werden kann, daß er jemals davon erfährt, dann stellt sich natürlich die Frage, ob Du Deine Ehe dahingehend riskieren willst, daß Du ihn dennoch darüber informierst.
Was würdest Du damit erreichen wollen? Klarheit - oder bloß eine Entlastung Deines Gewissens - indem Du ihn zum Mitwisser machst und ihm so ein Stück weit die Verantwortung für den Umgang damit zuschiebst?
Klarheit - sie würde auch bedeuten, daß Du Deine Ehe ggfs. im Wissen fortführen kannst, daß Dein Mann
Dich wirklich 100%ig so liebt, wie
Du bist - also inklusive Affairenvergangenheit. Läßt Du ihn hingegen im Ungewissen, so wirst Du Dich mit dem Gedanken abfinden müssen mit einem Mann zu leben, der
Dich nicht wirklich kennt und
Eure Ehe womöglich lieber beendet hätte, hätte er das Wissen und die Wahl dazu gehabt.
Es gibt eine Menge Ehen, die auf so einer Basis geführt werden, bis daß der Tod sie scheidet. Danach wird es dann eh egal: Der Zweck heiligt in diesem Fall die Mittel nachträglich. Es gibt aber auch eine Menge Ehen, wo Affairen nachträglich noch aufgeflogen sind. Je später und je mehr dies über Dritte geschah, desto unverträglicher für ihre gemeinsame Aufarbeitung.
Ich kann Dir die Entscheidung nicht abnehmen, tendiere aber dazu Dir anzuraten, sowohl das real existierende Diskretionslevel, als auch Deine eigenen Motive nochmal gründlich abzuwägen, ehe Du sie triffst.