AG0900
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ich brauche gerade unvoreingenommenen und ehrlichen Rat zu meiner Beziehung.
Mein Partner und ich sind seit September 2019 zusammen. Damals war er 16, ich 18 – heute sind wir 21 und 24 Jahre alt. Anfangs führten wir eine harmonische, ausgeglichene Beziehung. Doch mit dem Beginn von COVID-19 änderte sich vieles. Ich verlor meinen Job und er war aufgrund des Lockdowns ständig zu Hause. Ab dem ersten Lockdown verbrachten wir plötzlich jeden Tag miteinander, ohne wirkliche Pausen voneinander. Mal war ich bei ihm, mal er bei mir.
In dieser Zeit begannen auch die ersten Streitereien. Wie jeder weiß, lernt man den anderen erst richtig kennen, wenn man so viel Zeit miteinander verbringt. Er ist jemand, der Fehler nur schwer eingestehen kann – anfangs schob ich das auf den Altersunterschied. Doch diese Eigenschaft blieb bestehen, und wie ich später erfuhr, ist das wohl in seiner Familie üblich.
Ich springe jetzt ins Jahr 2022. Anfang Mai bemerkte ich eine Veränderung an ihm. Er war abends häufiger unterwegs oder kam erst spät, wenn wir uns bei mir zum Übernachten verabredet hatten. Diese Veränderung machte mich stutzig.
Wenige Wochen später, Ende Mai, belauschte ich ein Gespräch zwischen ihm und einem Familienmitglied. Es ging darum, sich von mir zu trennen, mich aber trotzdem an sich zu binden, um wieder „die Oberhand zu gewinnen“. Anfangs konnte ich damit nicht viel anfangen, aber ich ahnte, dass etwas auf mich zukommen würde.
Eines Nachmittags, als wir bei ihm auf dem Sofa saßen, eröffnete er mir, dass er sich trennen möchte. Obwohl ich es irgendwie erwartet hatte, traf es mich wie ein Schlag ins Gesicht. Nach etwa 20 Minuten packte ich meine Sachen und ging.
Etwa vier bis fünf Tage später meldete er sich wieder bei mir und bat um ein Treffen. Ich stimmte zu. Wir redeten und, wie es viele vermutlich kennen, landeten wir wieder im Bett miteinander. Gefühle von Hoffnung und Verwirrung überkamen mich.
Als ich mich schließlich anzog und ihn fragte, was er an diesem Tag noch vorhatte, sagte er, er würde sich mit einem Freund namens „M“ treffen. Ein Freund, von dem ich zuvor nie etwas gehört hatte. Das machte mich misstrauisch, und meine Sorge war nicht unbegründet.
In den folgenden Wochen trafen die beiden sich immer häufiger. Ich sah auch Nachrichten zwischen ihnen, in denen sie Herzen austauschten. Für mich war klar, dass diese „Freundschaft“ schon länger andauerte und dass er vermutlich eine Affäre mit dieser Person hatte. Meine Vermutung ist, dass diese Affäre zu entgleisen drohte und er mich verlassen hatte, um wieder die Kontrolle zurückzugewinnen.
Was danach passierte, kann ich mir bis heute nur damit erklären, dass ich emotional abhängig von ihm war. Im Oktober 2022 kamen wir wieder zusammen. Ich habe ihm mehr oder weniger verziehen, auch weil ich selbst in unserer Trennungsphase kein Unschuldslamm war.
Seit einigen Wochen kommen all die vergangenen Ereignisse in mir wieder hoch. Vielleicht liegt es daran, dass ich gerade allgemein an einem Punkt bin, an dem ich vieles in meinem Leben verändern möchte. Ich sehne mich danach, allein zu sein, ohne mich einsam zu fühlen. Doch seine Gesellschaft stresst mich – ich bin gereizt, fahre ihn oft an und spiele seit Wochen mit dem Gedanken, mich zu trennen.
Ich bringe es aber nicht über mich, weil ich A) Angst habe, dass er abrutscht und B) die Sicherheit verliere, die diese Beziehung mir gibt.
Ist das nur eine Phase oder habe ich das Ende dieses Kapitels bereits erreicht?