Zitat von isaSchreibt:Die Inhalte die ich gelernt habe konnte ich quasi direkt bei mir selbst anwenden. Aber das alleine war jetzt nicht die Lösung aller Probleme.
Anzumerken ist bei dem ganzen halt, dass es schlicht und einfach nicht möglich ist sich selber zu therapieren. Du kannst immer nur mit dem arbeiten, was dir über dich selber bewusst ist. Der eigene Horizont bleibt auf die eigene Erfahrung und dem Setting, in dem man lebt, weitgehend begrenzt. Den Rest machen psychische Schutzmechanismen, Muster und fehlende Vorstellungskraft für unbekanntes unmöglich. Kennst du keine stabile Beziehung, kann das dann beispielsweise, anhand einer stabilen, therapeutischen Beziehung nachträglich noch gelernt werden.
Ein gutes Beispiel, um das zu verdeutlichen: Ein kleines Mädchen wird das ganze Leben lang geschlagen. Der Psychotherapeut fragt es als junge Frau nach Gewalt im Elternhaus. "Nein, es lief nicht alles glatt, aber Gewalt kam niemals vor." Auf Rückfrage: "Mal eine Ohrfeige?" Frau: "Achso, ja Ohrfeigen schon so ziemlich jeden Tag. Aber ich war auch anstrengend und da rutscht eben mal die Hand aus." Für sie ist das Normalität geworden, Schutzmechanismen erledigen den Rest.
Zitat:Dagegen anzukämpfen ich selbst zu sein. Es war schwer abzuwägen, welches Verhalten von mir nun destruktiv wirkt und welches nicht. Die Leichtigkeit fehlt mir.
Die Frage ist, inwiefern du schon zu dir gefunden hast. (Siehe Beschreibung mit dem Sack) Verhaltensänderungen sind auch kaum dauerhaft umzusetzen, wenn die Hintergründe, die dieses Verhalten auslösen noch nicht bekannt/bewusst sind. Die (zum Teil nicht spürbaren) Emotionen sind zu stark, solange sie nicht ausreichend beachtet (werden können). Werden alte Konflikte gelöst, hat das nichts mit Verstellung oder dagegen anzukämpfen zu tun, mehr mit diese annehmen und dadurch erst den nötigen Handlungsspielraum zu bekommen.