Zitat von LittleOwl:Ist jetzt auch nicht der einfachste Zeitgenosse?
Ist nicht 100% vergleichbar, aber ich hatte in der Beziehung mit meinem Ex extreme Probleme mit seinen Eltern und er hat nie Position für mich bezogen. Das ist zermürbend, frustrierend und ich konnte das "naja, man weiß ja nie, wie lange man die Eltern noch hat" nicht mehr hören. Es war ein Dauerstreitpunkt.
Meinen Standpunkt, dass die Eltern nicht dran sterben werden, wenn er mal gesunde Grenzen ziehen würde, wurde geflissentlich ignoriert. (Sie kannten keine Grenzen, sie "meinten es ja immer nur gut")
Selbst wenn seine Eltern mich in seinem Beisein angegriffen haben, hat er nie was gesagt. Hat so getan, als ob nichts wäre. Ich habe mich komplett allein gelassen gefühlt und seine Eltern haben durch sein Nichtstun ja quasi eine Bestätigung bekommen, dass alles so okay ist, was sie sich leisten.
Ich merke gerade wie ich wieder Beklemmungen bekomme, wenn ich das nur hier niederschreibe. Und ich bin ganz sicher keine schwierige Zeitgenossin! Ich denke zurückblickend eher, dass ich viel eher die Reißleine hätte ziehen und den Kontakt zu den Eltern hätte abbrechen sollen. Ich habe immer ihm zuliebe die Füße still gehalten und versucht alles wegzulächeln.
Und ich denke genau dieser Punkt ist jetzt bei ihm erreicht. Er kann und er will einfach nicht mehr. Es war ja auch keine Änderung der Situation absehbar. Und das Thema kam ja scheinbar regelmäßig zur Sprache. Und wir reden hier von 3,5 Jahren, die er das alles mitgemacht hat.
Ja, hier handelt es sich um ein Kind. Ist aber eigentlich kein großer Unterschied: jeder Mensch sollte lernen, dass es Grenzen gibt. Dass sich nicht alles um einen selbst dreht. Dass man Kompromisse eingehen muss. Je früher desto besser.
Ansonsten gibt es wieder neue Prinzen und Prinzessinnen die grandios im Leben scheitern werden, wenn sie dann nämlich auf Menschen treffen werden, die sich nicht auf der Nase herumtanzen lassen.
Die Tochter hat nun erfolgreich den Mann aus dem Haus vertrieben, das wird beim nächsten Partner also wieder ausgetestet. Ich unterstelle hier auch gar keine Boshaftigkeit, aber das Ergebnis bleibt gleich. Im Endeffekt wieder eine Mutter, die sich komplett für das Kind aufopfert und dann allein dasteht, wenn das Kind flügge wird und seine eigene Familie gründet...
Ich habe im Übrigen einige Beispiele in meinem Bekanntenkreis, bei denen Patchwork gut klappt. Aber eben nur mit klaren Absprachen und Kompromissen und Akzeptanz auf allen Seiten!