Sternkind1
Mitglied
- Beiträge:
- 45
- Themen:
- 2
- Danke erhalten:
- 82
- Mitglied seit:
während des 2. Lockdowns habe ich doch tatsächlich die Liebe gefunden. das klingt nun sehr pathetisch, aber an sich kannten mein Freund und ich uns bereits seit 7Jahren flüchtig. Wir sprachen verstärkt nach dem 1. Lockdown miteinander, trafen uns aber immer nur im Beisein unserer gemeinsamen Freunde. Dass er mich sympathisch fand, konnte ich schon bemerken. Jedoch war mir nie richtig klar, ob er an mir Interesse als Frau oder nur als Kumpel hatte. doch als dann der 2. Lockdown kam, änderte sich das.
Er half mir bei Umbauten in meiner Wohnung und dabei war er jeden Samstag bei mir. Ich bewirtete ihn mit Kuchen und wir redeten jedes Mal stundenlang. Dabei entdeckten wir sehr viele Gemeinsamkeiten.
Allerdings verhielten wir uns irgendwie wie die Kinder und kamen nie weiter. bis auf eine WhatsApp Nachricht von ihm. in der er offenbarte, wie er wirklich fühlt und ich ihm dann meine Gefühle eröffnete.
Für uns beide war das einfach nur wundervoll und die gesamten Feiertage sahen wir uns, oftmals zwar nur bis zur Ausgangssperre, aber wir nutzten die Zeit sehr gut.
Jetzt wird sich allerdings so manches ändern. er ist Schreiner und wird ab Donnerstag wieder Vollzeit arbeiten, das heißt, täglich bis 19 Uhr. Aufgrund der Ausgangssperre werden wir uns somit unter der Woche nicht sehen können, obwohl wir nur im Nachbarort wohnen.
Samstags muss er meist bis mittags arbeiten, ergo, auch hier wird es nur ein stundenweises Sehen geben. Ich bin keine Frau, die wie eine Glucke ist, arbeite als Lehrerin, habe noch einige Hobbies, doch ab der kommenden Woche werden wir nur Fernunterricht machen und meine Hobbies sind nur schwer realisierbar im Lockdown.
Natürlich würde ich ihn gerne mehr sehen, aber heute trafen wir uns und als ich bei der Verabschiedung fragte, ob er evtl. Morgen Zeit hätte, immerhin ist Feiertag, meinte er, er müsste schon einiges für die Arbeit vorbereiten.
Das ist ok, wir hängen auch nicht aufeinander, sehen uns meist zweimal pro Woche, aber ich dachte, man könnte ja noch die Zeit etwas nutzen, ehe der Alltag wieder vollkommen da ist.
Er(52) war 7 Jahre lang Single, ich (44) 4 Jahre lang. Ich sehne mich nach einem Partner, der mit mir schon auch wieder mehr Zeit verbringt. Er hängt noch stark in seinem Single Dasein fest, deshalb lasse ich ihm auch seine Freiheit und enge ihn nicht ein. Ich sage ihm auch nicht, dass es mich traurig macht, wenn wir uns so selten sehen.
Für ihn ist der Lockdown nicht schlimm, er arbeitet normal weiter, macht seinen Sport daheim, geht wandern, schaut gern fern und als Sahnehäubchen bin ich nun noch da.
Ich hingegen bin sonst viel unterwegs, gehe gerne weg, in Theater, Musicals, mache Reisen. das fällt nun alles weg. Natürlich kann ich mich beschäftigen, doch richtig erfüllt ist mein Leben so nicht, aber so geht es sehr vielen. daher bin ich ja dankbar, dass ich ihn nun habe.
Ich sehe nur gerade ein wenig die Gefahr, dass ich vor allem ab der kommenden Woche ziemlich einsam bin und dass ich ihn aber natürlich nicht bedrängen will oder Zeit von ihm einfordern möchte.
Bisher fragte er mich stets nach einem Treffen. Heute habe ich es das erste Mal gewagt und fuhr sozusagen schon ab damit.
Wie soll das weitergehen? Wenn er mich angeblich nicht sehen kann oder will. sehen wir uns dann wochenlang nicht?
Klar, bin ich wohl gerade ziemlich emotional, es war alles wunderbar, aber jetzt kommen einige Ängste in mir hoch und da ich schon sehr verletzt wurde in Beziehungen, habe ich Angst, dass ich wieder verletzt werde.
Wie sehr ihr das? Bin ich zu paranoid? An sich heißt es doch, dass jeder Partner ehrlich zum anderen sein sollte, aber wenn ich das Thema Treffen anspreche, schaltet er auf Durchzug. Manchmal dachte ich, er möchte mich nicht sehen, dann kam aus heiterem Himmel eine Einladung. Dann hört man mal einen ganzen Tag lang nicht groß etwas von ihm und ich bin total unglücklich deswegen und frage mich, ob ich was falsch gemacht habe.
Er ist etwas wankelmütig und vergräbt sich oft in seine Arbeit, dabei betont er aber, wie sehr er mich liebt und wie froh er ist, mich zu haben.
Ich hatte früher schon den Fehler gemacht, mich für Partner zu verbiegen. mich abhängig zu machen. Davor habe ich gerade Angst. Ich liebe ihn und würde gerne wissen, wann wir uns Wiedersehen. So hänge ich aber meist in der Luft und weiß nie, wann und wie lange es dauert, bis wir uns wieder treffen.
Auch heute hätte er ja im Vorfeld sagen können, dass ich bei ihm bleiben könnte. Aber das sagte er erst, als ich vor der Ausgangssperre dann nach Hause fuhr. Da meinte er, ich hätte ja auch übernachten können. toll, ohne Planung, Sachen zum Mitnehmen und wenn ich schon im Auto sitze.
Wie schätzt ihr die Lage ein? Wir sind jetzt seit einem knappen Monat zusammen, das ist noch nichts, ich weiß. Aber ich merke, wie ich wieder in alte Verhaltensmuster zurückfalle, oft gelingt es mir, cool zu bleiben, aber eben nicht immer.
Als es mir neulich so schlecht ging, war er permanent für mich da und kümmerte sich rührend.
Fordere ich Zuviel? Ich möchte doch nur mehr Sicherheit und etwas Planung. da ich mich ja dann auch mit Freunden treffen könnte etc.
Liebe Grüße