Hallo susa3,
ich bin der Meinung dass man Umstände allenfalls für eine begrenzte Zeit passend machen kann, irgendwann werden die der Liebe angepassten Umstände für mindestens einen der Beteiligten unpassend ...
der Traum vom Prinzen auf dem weißen Pferd der die Dornenhecke zerschlägt wird ein Traum bleiben ... sollte diese, aus welchem Grund auch immer, nachwachsen, ist nicht sichergestellt dass dem Prinzen das was dahinter liegt eine zweite Rodung wert ist

... der Gleichberechtigung wegen könnte man jetzt auch den Prinzen hinter die Hecke legen und der Prinzessin das Schwert in die Hand drücken ... das Ergebnis ist in beiden Fällen dasselbe ...
romantische Liebe ist eine schöne Sache, aber sie alleine, als einzige Verbindung zwischen zwei Menschen, wird dem Leben nicht standhalten können, denn das Leben besteht nicht nur aus Liebe, es gibt auch noch den Alltag mit all seinen kleinen Winzigkeiten der sich zwischen diese Liebe drängt und sie auf die Probe stellt ...
Thilde schrieb in einem anderen Thread mal so schön 'man müsse in dieselbe Richtung schauen' ... ich bin der Meinung dass ein Sonnenuntergang am Meer dafür nicht ausreicht ...
wenn die erste Verliebtheit vorüber ist und Liebe UND Alltag gelebt werden müssen, dann müsste dieses 'in die selbe Richtung schauen' einsetzen ... die Lebensziele vor dem Hintergrund kultureller, familiärer, sozialer und sonstiger Gegebenheiten die sich nicht so einfach aus einem Leben löschen lassen ... nur wenige schaffen es aus ihrer eigenen Welt zu fliehen und noch weniger schaffen die Flucht vor sich selbst ... die Umstände passend machen bedeutet sich anzupassen ... wer passt sich wem an? ... wer passt sich mehr an? ... wem passt das dann irgendwann nicht mehr? ... und wer passt am Ende nicht mehr zu sich selbst? ...
stimmt die gemeinsame Richtung sind beide Partner zu Kompromissen bereit ... weisen die Umstände in verschiedene Richtungen wird einer seine Richtung ändern müssen um dem anderen zu folgen ...
bin ich völlig frei von Verantwortung außer der für mich selbst, kann ich Liebe um der Liebe willen leben ... ich kann mein Studium abbrechen, meine Familie und meine Heimat verlassen und mit ihm/ihr ins mexikanische Hochland auswandern ... solange die Liebe hält wird auch das gemeinsame Leben dort halten ... danach kann ich zurückkehren und mir sagen: das wars wert ... wobei ich davon ausgehe dass ich diese Aussage erst nach Jahren machen werde, nämlich dann wenn es mir gelungen ist im hiesigen Leben wieder Fuss zu fassen und ich in Ruhe auf mein Abenteuer zurückblicken kann (im Rückblick wird das was damals Zukunft bedeutete möglicherweise anders definiert

) ...
sobald ich aber für einen anderen Menschen die Verantwortung mittrage sollte der Verstand einsetzen, der ja durchaus da ist indem er die Situation als nicht passend einschätzt

... es ist nicht mehr nur mein Leben, sondern auch das Leben anderer welches ich durch mein Verhalten verändere, vor allem,wenn ich mich in Lebensumstände bringe die, bei logischer Betrachtung, zeitlich begrenzt sind ...
ich denke dabei besonders an Kinder und schweife somit von Susa3s Thema ganz leicht ab, werde allgemein und ziehe eine Schleife in eine andere Richtung ... ein klein wenig hin zu Siron, der sehr treffend beschrieben hat an welchen Umständen Liebe scheitern kann, bzw. nicht mehr ausreicht ...
mehr aber noch zu denen, die an den Veränderungen nach einer Trennung, bzw. an den folgenden neuen Verbindungen die sich daraus ergeben, schwer zu tragen haben, weil manch einer mehr an sich selbst denkt als an die weitere Verantwortung die er eigentlich noch hat ... nämlich für die kids die zurückbleiben und die man im immer wieder neue Situationen drängt und einpasst um des eigenen (vermeintlichen? vorübergehenden?) Glücks willen ...
hat mit dir Susa3 jetzt womöglich gar nichts zu tun, wobei ich ja nicht weiß was du konkret vor hast

...
ich wollte insgesamt und allgemein einfach nur mal festhalten: ich kann nicht immer nur an mich selbst und die Erfüllung meiner Bedürfnisse denken!
Gruß von lilac