Solenn
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Zitat von Bones:Gibt es da eine gesetzliche Betreuung?]
Für mich stellt sich da auch zunächst die Frage nach dem gesetzlichen Betreuer. Deine Mutter ist nicht mehr einwilligungsfähig, sodass es einen Betreuer geben muss. ( Du kannst die Betreuung auch selbst übernehmen)
Ich entnehme Deinem Text, dass Deine Mutter nicht sterbend ist, aber die Hirnfunktionen derart eingeschränkt sind, dass von einer terminalen Erkankung gesprochen werden kann(?)
Eine PEG-Sonde ist dann medizinisch und ethisch gerechtfertigt, wenn sie nicht nur die Lebenserwartung erhöht, sondern das Wohlbinden und eine erhöhte Lebensqualität sichert. Beides sehe ich nach Deiner Beschreibung bei Deiner Mutter nicht.
Das möchte ich Dir als Pflegefachkraft ans Herz legen: Lass jetzt einfach mal die Beweggründe Deines Vaters und sein etwaiges Liebesleben außer Acht. Es geht um Deine Mutter und ihre Lebensqualität. Und um Dich: muss sie evtl. sogar "sanft" fixiert werden, damit sie sich die Sonde nicht zieht? Was würde sie ohne Sonde zu sich nehmen? Was siehst Du, wenn Du ihr in die Augen siehst? Was tun ihre Hände? Lass das alles mal auf Dich wirken, ohne Druck.
Vor mehreren Jahren hatte ich die gesetzliche Betreuung für meinen Vater im künstlichen Koma übernommen, aus dem er nie wirklich erwachte und lange an der Beatmung und Dialyse hing. Irgendwann kam die entscheidende Frage... Es ist eine ganz harte Sache zu sagen "Abstellen/ runterfahren". Glücklicherweise gab es einen einfühlsamen Chefarzt. Einen solchen Arzt gibt es in Deinem Fall offenbar nicht, deshalb sieh Deine Mutter an und triff in Ruhe die Entscheidung, die Sonde ggf. entfernen zu lassen. Du wirst schon das richtige fühlen.
Viel Kraft
