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Plötzliches Aus nach Hochzeit

L

Lenie
Mitglied

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8
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1
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Mitglied seit:
Ich war fast neun Jahre mit meinem Mann in einer Beziehung, wir haben vor kurzer Zeit geheiratet. Ich habe die Beziehung bis zuletzt als verbindlich, liebevoll und zukunftsorientiert erlebt. Für mich gab es vor der Trennung keine klaren Hinweise darauf, dass mein Mann die Beziehung grundsätzlich infrage stellt.

Zeit vor der Trennung
In den letzten zwei Jahren war ich beruflich stark belastet und hatte Schlafprobleme. Trotz dieser Belastung habe ich die Beziehung als stabil erlebt.
Nach außen trat er weiterhin engagiert und zugewandt auf. Insbesondere während unserer Hochzeit im Sommer letztes Jahr wirkte er präsent, glücklich und voll in der Beziehung. Er hatte mir auch ca ein Jahr zuvor den Antrag gemacht. Nach der Hochzeit war er ganz stolz und stellte mich in unserem Urlaub als seine Frau vor.

Zusammenbruch und Beginn der Therapie
Nach dem Urlaub war ich stark belastet durch Krankheit in der Familie und er war im Job stark gestresst, da er versucht hatte eine Beförderung durchzubekommen was sich über Monate hinzog. Dann kam es bei meinem Mann zu einem inneren Zusammenbruch. In diesem Zusammenhang begann er eine Einzeltherapie. Eine gemeinsame Paartherapie lehnte er ab.

Im Zuge seiner Therapie teilte er mir später mit, dass ihm dort eine ungleiche Dynamik zwischen uns bewusst geworden sei. Diese habe er rückblickend als problematisch erlebt und für sich als nicht lösbar eingestuft. Außerdem hat er mich plötzlich mit massiven Vorwürfen überrollt was in den letzten Jahren alles falsch zwischen uns gelaufen sei und womit ich ihn zu stark belastet hätte. Er hatte aber all die Jahre nie etwas darüber erwähnt… daraufhin bin ich zusammengebrochen und konnte kaum noch einen klaren Gedanken fassen. Später sagte er zu mir er hätte sich ja erhofft mit mir auf Meta Ebene zu sprechen, damit wir die beziehungsdynamik gemeinsam reflektieren könnten?

Bewertung der Beziehung durch meinen Mann
Mein Mann erklärte mir, dass er durch die Therapie zu der Einschätzung gekommen sei, dass unsere Charaktere nicht kompatibel seien.
Er stellte diese ungleiche Dynamik als zentralen Grund für die Trennung dar und äußerte, dass er keine Kraft mehr sehe, an der Beziehung zu arbeiten oder einen erneuten Versuch zu unternehmen.
Diese Einschätzungen teilte er mir erst im Zusammenhang mit der Trennung mit, nicht während der Monate zuvor.

Trennung
Die Trennung erfolgte einseitig durch meinen Mann. In den Trennungsgesprächen sagte er, er habe sich verloren und sehe keine gemeinsame Zukunft mehr.
Erst in einer Nachricht nach der Trennung teilte er mir zusätzlich mit, dass er sich über mehrere Monate emotional von mir und der Beziehung entfernt habe. Diese Information war mir zuvor nicht bekannt.

Fremdgehen
Dass mein Mann mich betrogen hat, wurde mir nicht offen und ehrlich von ihm selbst mitgeteilt.
Ich habe davon über eine gemeinsame Freundin erfahren. Erst im Nachhinein bestätigte sich, dass es eine andere Person gab. Das hatte nach der Therapie und während der Krisenzeit stattgefunden…

Reaktionen des sozialen Umfelds
Freunde und Familienangehörige auf beiden Seiten zeigten sich über das Verhalten meines Mannes deutlich erschüttert. Niemand aus unserem Umfeld hätte ihm ein solches Vorgehen zugetraut. Er kommt aus einem durchaus wohlhabenden und gebildeten Elternhaus.
Wir wurden von außen durchweg als sehr harmonisches und stabiles Paar wahrgenommen und häufig als „Traumpaar“ bezeichnet.
Auch für mich persönlich war und ist diese Entwicklung schwer nachvollziehbar.

Eigene Haltung zur Beziehung
Ich kann für mich klar sagen, dass ich meinen Mann unendlich geliebt habe.
Ich hätte ihn niemals im Leben verlassen und war fest entschlossen, an der Beziehung zu arbeiten und gemeinsame Lösungen zu finden.
Eine Trennung war für mich zu keinem Zeitpunkt eine Option.

Kommunikation nach der Trennung
Nach der Trennung zog mein Mann sich stark zurück. Die Kommunikation wurde sehr sachlich, distanziert und teilweise formell.
Er ist insbesondere für mich nicht wieder zu erkennen. Auch Angehörige sagten sie kennen ihn nicht mehr.

Wohnungssituation
Wir stehen gemeinsam im Mietvertrag unserer Wohnung. Ich bat meinen Mann, zeitnah auszuziehen, da das Zusammenleben für mich emotional nicht mehr tragbar ist. Zu allem Übel dreht er das ganze nun so dass er sagt wir hätten beide Schuld an der Dynamik und der Trennung . Daher haben beide gleiche Schuld und gleiches Recht auf die Wohnung …!

Aktuelle Situation
Ich erlebe die Trennung als abrupt und schwer nachvollziehbar, insbesondere da mir wesentliche Informationen (monatelanger emotionaler Rückzug, Fremdgehen, seine Bewertung der Beziehungsdynamik) erst nach der Trennung bzw. über Dritte bekannt wurden.

Wie seht ihr das was hier passiert ist? Ich frage mich die ganze Zeit ob er psychisch krank ist?!

x 8 #1


Winza
@Lenie
Erstmal tut es mir sehr leid, was dir passiert ist.
Vor Allem kurz nach einer Hochzeit.

Zitat von Lenie:
Dann kam es bei meinem Mann zu einem inneren Zusammenbruch. In diesem Zusammenhang begann er eine Einzeltherapie.

Wie hat sich der Zusammenbruch gezeigt?

Zitat von Lenie:
Erst im Nachhinein bestätigte sich, dass es eine andere Person gab. Das hatte nach der Therapie und während der Krisenzeit stattgefunden…

Das ist nur mies.

x 4 #2


A


Plötzliches Aus nach Hochzeit

x 3


T
Hi meine liebe Leni,

unglaublich, aber unsere Geschichten ähneln sich SEHR. Vielleicht les nur mal meinen ersten Beitrag in meinem Thema, wo ich meine Lage schildere. Ich kann deine Schmerz total verstehen, so wie den kompletten Schock, in dem du dich vielleicht auch noch befindest.

Habe ich das richtig verstanden? Dein Mann hat dich nicht betrogen, sondern die andere Person kam nach einer Trennung?

Was weißt du denn sonst so zur psychischen Gesundheit deines Mannes? Gab es schon mal Auffälligkeiten?

x 2 #3


L
@Winza
Er ist nicht körperlich zusammengebrochen, aber irgendwie innerlich. Er sagte bei ihm im Kopf wäre was kaputt gegangen und er war total verwirrt, konzentrationsprobleme etc. Er wolle aber nicht mit mir darüber sprechen sondern nur den Therapeuten aufsuchen der Ordnung in sein Chaos bringt. Und dann hatte er auf einmal angefangen die ganze Beziehung abzuwerten…

x 3 #4


L
@Tatiana doch das mit der anderen Person war in der Endphase als schon alles sch. war.. aber da waren wir noch nicht getrennt Traurig
Bisher war mir nichts bekannt bzgl seiner psychischen Gesundheit, aber das war ein kompletter Charakterbruch bei ihm Traurig

#5


Razor_cgn
Das Problem ist, das in der Einzeltherapie und auch hier im Text immer nur eine Seite der Medaille präsentiert wird. Einen Punkt den ich sehe:
Nach dem Urlaub war ich stark belastet durch Krankheit in der Familie und er war im Job stark gestresst, da er versucht hatte eine Beförderung durchzubekommen was sich über Monate hinzog. Dann kam es bei meinem Mann zu einem inneren Zusammenbruch. In diesem Zusammenhang begann er eine Einzeltherapie. Eine gemeinsame Paartherapie lehnte er ab. Das war das Ereignis, das das Fass zum überlaufen brachte.

Etwas weiter gefasst, er hat wahrscheinlich über die Jahre vieles in sich hineingefressen haben, was ihm nicht passt, weil ja das Bild von dem perfekten Paar aufrecht gehalten werden musste und das hat sich jetzt entladen. Daher auch die Ablehnung der Paartherapie, weil dann würden ja seine Missstände sichtbar. Das passt perfekt ins Muster, der Sohn aus guten Hause, der mit seiner Frau das perfekte Paar gibt. Das er fremdgeht passt auch genau in der Schema.

Er dir und allen anderen was vorgemacht, weil er aus welchen Gründen auch immer, nicht das Rückgrad hatte, Probleme an zu sprechen. Wäre jetzt so mein Take zu der Sache.

x 3 #6


tesa
Zitat von Lenie:
Wie seht ihr das was hier passiert ist? Ich frage mich die ganze Zeit ob er psychisch krank ist?!

Er hat sich in eine andere verliebt und Dich betrogen. Fertig. Mehr ist es nicht.

Aber um das vor sich selbst und vor Dir und seinem kompletten Umfeld irgendwie rechtfertigen zu können, braucht er eine Entschuldigung für sich. Eure Dynamik zu seinen Ungunsten ist vorgeschoben, damit er die Schuld am Scheitern von sich wegschieben kann. Er ist sicher immer noch der Mensch, den Du jahrelang geliebt hast. Genau deshalb fällt es ihm so schwer, zu sagen: „Ich habe mich in eine andere verliebt. Es ist meine Schuld, dass unsere Beziehung gescheitert ist.“

Er hat sich das schön zurecht gelegt. So schön, dass er es selbst glaubt. Weswegen er auch glaubt, er hätte das Recht in der Wohnung zu bleiben.

Wie ist der aktuelle Stand? Ist er ausgezogen? Läuft die Scheidung?

Lass Dir nichts umhängen! Es ist seine alleinige Verantwortung.

x 19 #7


GreenTara
Liebe @Lenie, es tut mir echt leid, dass deine Welt gerade so erschüttert ist. Jetzt soll alles ganz anders gewesen sein, als du fühltest. Aber ihm selbst ist es erst in der Therapie klar geworden, und dich für deine angeblichen Fehler verantwortlich, von denen er doch garnicht bemerkt hat.
Zitat von Lenie:
Außerdem hat er mich plötzlich mit massiven Vorwürfen überrollt was in den letzten Jahren alles falsch zwischen uns gelaufen sei und womit ich ihn zu stark belastet hätte.

Und eine Paartherapie lehnt er ab, denoch verlangt er klares erkennen deinerseits
Zitat von Lenie:
Später sagte er zu mir er hätte sich ja erhofft mit mir auf Meta Ebene zu sprechen, damit wir die beziehungsdynamik gemeinsam reflektieren könnten

Wenn er sagen würde: "Ich habe für mich herausgefunden, ..... Und muss daraus Konsequenzen ziehen", wäre es zwar trotzdem schlimm. Es wäre aber in seiner Verantwortung, und er würde den Anspruch auf die Wohnung nicht äußern.

Du schreibst von einem Zusammenbruch. War dies im Zusammenhang mir seiner beruflichen Karriere? Ist er stecken geblieben? Oder weitergekommen, und dann überfordert?
Wir stark hat er sich generell über seinen Beruf definiert?
Wenn sein Selbstbild aus irgendeinem Grund zerstört ist, hat er automatisch eine andere Sicht auf dich. Wenn er unzufrieden ist, kann er keine zufriedene Ehe führen. Da ist es naheliegend, dass du als Grund vorgeschoben wirst.
Es tut mir echt leid, es liest sich schlimm.

x 3 #8


L
@GreenTara er ist im beruf für eine gewisse Zeit stecken geblieben… er hat aber weiterhin seinen Alltag normal gelebt. Später warf er mir auch vor dass ich ihn alleine gelassen hätte und er Existenzängste bzgl Job gehabt hätte und er mir das gegenüber auch erwähnt hätte … aber ich kann mich nicht daran erinnern… oder er hatte es nicht so dramatisch formuliert 😥

x 1 #9


GreenTara
@Lenie
Er hat es nicht drastisch ausgedrückt, es ist ihm doch selbst erst später aufgegangen. Mir Komitees vor, als sei er ein Mensch, der seine Probleme vor sich selbst verborgen hat. Und er achtet sehr darauf, dass niemand davon erfährt. Auch du nicht, und deshalb geht er auf Distanz.

x 3 #10


L
@GreenTara ja… aber da kann ihm doch dann auch gar niemand helfen 😞 ich finde es so schrecklich wie er jetzt alles abwertet. Er war davor das komplette Gegenteil und hat alles glorifiziert

#11


GreenTara
@Lenie
Zitat von Lenie:
Er war davor das komplette Gegenteil und hat alles glorifiziert

Eben. Alles hatte zu glänzen. Das ist er sich und seiner Herkunft schuldig. Und dann musstexer beruflich kämpfen, und dabei wurden ihm seine Grenzen bewusst. Und tut sich schwer damit. Siehst ja, du darfst von der Therapie nichts wissen.
Für mich liest es sich, dass er sich finden muss, jenseits der gesellschaftlichen Erwartung an einen Mann aus gutem Haus, dem selbstverständlich alles gelingt.

x 3 #12


Stella31
Zitat von Lenie:
Er war davor das komplette Gegenteil und hat alles glorifiziert

Offensichtlich ist er sehr vermeidend und hat solange sich selbst etwas vorgemacht und geschwiegen, bis er eine Grenze überschritten hat und dann ist alles komplett herausgeplatzt.

Das ist sehr ungerecht dir gegenüber!

Dir plötzlich so viele Vorwürfe zu machen und seinen eigenen Anteil schön von sich zu schieben, ist echt frech.

Er kommt mit sich selbst nicht klar, geht dann fremd und du bist Schuld. Super Schuldumkehr!

Lass dich nicht so behandeln. Er hat entschieden, diese Beziehung zu torpedieren, dann soll er sich schnellstmöglich was suchen, wo er unterkommen kann, damit du nicht noch mehr belastet wirst

x 6 #13


Sonnenschein85
Das tut mir sehr Leid. Lass dich vorsichtig in den Arm nehmen, falls du magst.

Gerade nach einer glücklichen Zeit, zumindest hast du es so empfunden und einer Hochzeit rechnet man doch gar nicht mit so etwas.

Ich denke in der Einzeltherapie wurde natürlich nur sein Blickwinkel dargestellt. So etwas birgt immer die Gefahr nicht den gesamten Kontext zu beleuchten oder wenn nur sehr subjektiv.

Ich denke jedoch auch unabhängig von der Therapie hätte er sich getrennt. Er hatte zu große Zweifel und ist fremd gegangen.

Sehr unschön das er nicht vor der Hochzeit bereits die Zweifel geäußert hat. Und ob sie ihm wirklich zu dem Zeitpunkt nicht klar waren ist natürlich jetzt unklar.

Du kannst es leider nur hin nehmen, loslassen und versuchen zu akzeptieren. Auch wenn das sehr schwer ist in deiner Situation. Lass dich von deinen liebste nicht Menschen trösten. Lass deine Gefühle alle zu. Es ist ganz natürlich das du traurig und ja- auch wütend bist. Vielleicht hilft es die auch alles aufzuschreiben oder eine Art Audio Tagebuch um Gefühle ungefiltert raus zu lassen. Mir hat das nach der Trennung sehr geholfen. Es war wie ein Ventil. Und manchmal höre ich auch noch einmal rein um meine Entwicklung zu sehen.

x 3 #14


Heike1307
Zitat von tesa:
braucht er eine Entschuldigung für sich. Eure Dynamik zu seinen Ungunsten ist vorgeschoben, damit er die Schuld am Scheitern von sich wegschieben kann.

Genauso ist es. So ist es immer. Von wegen psychische Probleme, da ist immer eine andere Person im Hintergrund. Wenn ich das schon lese: "unsere Charaktere passen nicht mehr zusammen blablabla. Nachtigall ick hör dir trapsen.

x 5 #15


A


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