Lenie
Mitglied
- Beiträge:
- 8
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 16
- Mitglied seit:
Zeit vor der Trennung
In den letzten zwei Jahren war ich beruflich stark belastet und hatte Schlafprobleme. Trotz dieser Belastung habe ich die Beziehung als stabil erlebt.
Nach außen trat er weiterhin engagiert und zugewandt auf. Insbesondere während unserer Hochzeit im Sommer letztes Jahr wirkte er präsent, glücklich und voll in der Beziehung. Er hatte mir auch ca ein Jahr zuvor den Antrag gemacht. Nach der Hochzeit war er ganz stolz und stellte mich in unserem Urlaub als seine Frau vor.
Zusammenbruch und Beginn der Therapie
Nach dem Urlaub war ich stark belastet durch Krankheit in der Familie und er war im Job stark gestresst, da er versucht hatte eine Beförderung durchzubekommen was sich über Monate hinzog. Dann kam es bei meinem Mann zu einem inneren Zusammenbruch. In diesem Zusammenhang begann er eine Einzeltherapie. Eine gemeinsame Paartherapie lehnte er ab.
Im Zuge seiner Therapie teilte er mir später mit, dass ihm dort eine ungleiche Dynamik zwischen uns bewusst geworden sei. Diese habe er rückblickend als problematisch erlebt und für sich als nicht lösbar eingestuft. Außerdem hat er mich plötzlich mit massiven Vorwürfen überrollt was in den letzten Jahren alles falsch zwischen uns gelaufen sei und womit ich ihn zu stark belastet hätte. Er hatte aber all die Jahre nie etwas darüber erwähnt… daraufhin bin ich zusammengebrochen und konnte kaum noch einen klaren Gedanken fassen. Später sagte er zu mir er hätte sich ja erhofft mit mir auf Meta Ebene zu sprechen, damit wir die beziehungsdynamik gemeinsam reflektieren könnten?
Bewertung der Beziehung durch meinen Mann
Mein Mann erklärte mir, dass er durch die Therapie zu der Einschätzung gekommen sei, dass unsere Charaktere nicht kompatibel seien.
Er stellte diese ungleiche Dynamik als zentralen Grund für die Trennung dar und äußerte, dass er keine Kraft mehr sehe, an der Beziehung zu arbeiten oder einen erneuten Versuch zu unternehmen.
Diese Einschätzungen teilte er mir erst im Zusammenhang mit der Trennung mit, nicht während der Monate zuvor.
Trennung
Die Trennung erfolgte einseitig durch meinen Mann. In den Trennungsgesprächen sagte er, er habe sich verloren und sehe keine gemeinsame Zukunft mehr.
Erst in einer Nachricht nach der Trennung teilte er mir zusätzlich mit, dass er sich über mehrere Monate emotional von mir und der Beziehung entfernt habe. Diese Information war mir zuvor nicht bekannt.
Fremdgehen
Dass mein Mann mich betrogen hat, wurde mir nicht offen und ehrlich von ihm selbst mitgeteilt.
Ich habe davon über eine gemeinsame Freundin erfahren. Erst im Nachhinein bestätigte sich, dass es eine andere Person gab. Das hatte nach der Therapie und während der Krisenzeit stattgefunden…
Reaktionen des sozialen Umfelds
Freunde und Familienangehörige auf beiden Seiten zeigten sich über das Verhalten meines Mannes deutlich erschüttert. Niemand aus unserem Umfeld hätte ihm ein solches Vorgehen zugetraut. Er kommt aus einem durchaus wohlhabenden und gebildeten Elternhaus.
Wir wurden von außen durchweg als sehr harmonisches und stabiles Paar wahrgenommen und häufig als „Traumpaar“ bezeichnet.
Auch für mich persönlich war und ist diese Entwicklung schwer nachvollziehbar.
Eigene Haltung zur Beziehung
Ich kann für mich klar sagen, dass ich meinen Mann unendlich geliebt habe.
Ich hätte ihn niemals im Leben verlassen und war fest entschlossen, an der Beziehung zu arbeiten und gemeinsame Lösungen zu finden.
Eine Trennung war für mich zu keinem Zeitpunkt eine Option.
Kommunikation nach der Trennung
Nach der Trennung zog mein Mann sich stark zurück. Die Kommunikation wurde sehr sachlich, distanziert und teilweise formell.
Er ist insbesondere für mich nicht wieder zu erkennen. Auch Angehörige sagten sie kennen ihn nicht mehr.
Wohnungssituation
Wir stehen gemeinsam im Mietvertrag unserer Wohnung. Ich bat meinen Mann, zeitnah auszuziehen, da das Zusammenleben für mich emotional nicht mehr tragbar ist. Zu allem Übel dreht er das ganze nun so dass er sagt wir hätten beide Schuld an der Dynamik und der Trennung . Daher haben beide gleiche Schuld und gleiches Recht auf die Wohnung …!
Aktuelle Situation
Ich erlebe die Trennung als abrupt und schwer nachvollziehbar, insbesondere da mir wesentliche Informationen (monatelanger emotionaler Rückzug, Fremdgehen, seine Bewertung der Beziehungsdynamik) erst nach der Trennung bzw. über Dritte bekannt wurden.
Wie seht ihr das was hier passiert ist? Ich frage mich die ganze Zeit ob er psychisch krank ist?!