DSchulz
Gast
zu 100% wurde dieses Thema hier schon des Öfteren behandelt. Nur ist die Situation für mich noch immer schwer zu handhaben, weshalb ich mich entschieden habe, hier diesen Beitrag zu öffnen. Sollte jemanden ähnliches widerfahren sein, würde ich mich über seine/ihre Erfahrungen freuen.
Anfang September haben meine Freundin und ich uns uns "einvernehmlich" nach fast 5 Jahren Beziehung getrennt. Wenn ich jedoch ehrlich bin, ging der Wunsch eher von ihr aus. Nur kam das alles für mich sehr plötzlich. Aufgrund der beruflichen und wohnlichen Situation führten wir seit Dezember 2022 eher eine Wochenendbeziehung (Entfernung ca. 1 1/2 Stunden). Wir haben jeden Abend lange telefoniert (was auch von ihr stark ausging) und an den Wochenenden kam sie mich immer besuchen. In all der Zeit gab es nie einen einzigen Hinweis darauf, dass die Beziehung enden würde. Auch eine Woche vor unserer Trennung deutete nichts darauf hin. Als wir uns das "letzte" Wochenende zuvor gesehen haben, strahlte sie über beide Ohren, hat direkt die Nähe gesucht, gekuschelt, Intimitäten ausgetauscht und wirkte glücklich, wieder Zeit mit mir zu verbringen. Es gab keinen Streit o.ä. Alles war so so wie immer. Im Laufe der nächsten Woche jedoch ändert sich alles.
Ab dem Mittwoch gingen unsere Gespräche plötzlich in eine ganz andere Richung. Es war die Rede von fehlender Perspektive und das sie nun gerne mehr Freiraum für sich haben möchte, um sich selbst zu finden und zu entwickeln. Ich hatte hierfür natürlich vollstes Verständnis und wollte ihr auch die nötige Zeit geben, nur schien es, dass sie doch mehr wollte. Nach einem letzten sehr tränenreichen Telefonat (vor allem tränenreich von mir) am Donnerstag Abend, bat sie mich das Wochenende zu ihr zu kommen, damit wir darüber reden konnten. Am Freitag Abend saßen wir dann zusammen und sie sagte zu mir, dass sie sich ihrer Gefühle nicht mehr sicher ist. Auch hat sie mir glaubhaft versichert, dass sie niemand Neuen hat. Um uns beiden Zeit einzuräumen um mit der Situation klar zu kommen, einigten wir uns auf eine "Beziehungspause". Nach ihrer Aussage, zog ihr dieses Ende den Boden unter den Füßen weg, was auch dazu führte, dass ich die Nacht über bei ihr geblieben bin. In dieser Nacht konnte ich kein Auge zu machen, weil mir tausend Gedanken durch den Kopf geschossen sind. Als wir uns am Samstag voneinander verabschiedet hatten, konnte ich nicht ahnen, dass dies das letzte Mal sein würde, an dem wir uns sehen.
In den Wochen danach hatten wir nur noch zweimal telefoniert. Wir hatten zwar noch täglich via WhatsApp geschrieben, allerdings wurden die Antwortzeiten immer länger und länger. Außerdem begann sie in diesen Nachrichten mehr und mehr zu schreiben, dass sie nun gerne wissen möchte, wie sie auf andere Männer wirkt und ob da nicht der ein oder andere Kollege ist, der Interesse an ihr hat. Um die Situation zu entschärfen, bin ich darauf eingegangen, habe ihr Ratschläge und Tipps gegeben. Ich war ja weiterhin daran interessiert, wieder mit ihr zusammen zu kommen um eine noch bessere Beziehung zu führen. Nach gut drei Monaten in denen wir uns nicht mehr gesehen haben, teilte sie mir nun vor ein paar Tagen mit (auf meine Nachricht, dass ich sie liebe und vermisse), ich müsse nun endlich loslassen. Sie hat sich weiterentwickelt und kann nichts dafür, in welche Richtung ihre Gefühle gehen. Für sie kam das gar nicht so plötzlich sondern war schon länger da. Sie möchte weiterhin mit mir befreundet sein aber erst, wenn wir den nötigen emotionalen Abstand zueinander gefunden haben und mich das nicht belastet.
Wir haben uns beieinander für die letzten 5 Jahre bedankt, dem anderen viel Glück und Erfolg gewünscht und uns verabschiedet, bis wir uns wiedersehen. Seitdem Funkstille. Ich habe sämtliche Bilder und Nachrichten gelöscht um den nötigen Abstand zu gewinnen. Trotzalledem schmerzt meine Brust noch immer wenn ich daran denke. Der Gedanke, dass sie schon bald mit jemanden anderen zusammen sein könnte, raubt mir den Schlaf.
Vielleicht noch ein paar Worte zu meiner Ex-Freundin (tut weh das zu schreiben): Sie war eher das Mauerblümchen. War sehr zurückhaltend und schüchtern (leicht introvertiert), hatte keinen großen Freundes- und Familenkreis. Sie suchte immer eher das Negative um die Ablehnung durch Andere zu rechtfertigen und/oder schob dies auf auf ihr Äußerliches (ihre Aussage war stets, dass sie auf Männer wirkt wie eine gebrauchte Zahnbürste, was aber defintiv nicht der Wahrheit entsprach). Mit ihrem Jobwechsel blühte sie auf und erkannte, dass die Welt das draußen doch nicht nur schwarz/weiß ist.
Daher hatte ich auch vollstes Verständnis, dass sie diese Welt nun gerne erkunden möchte. Dachte allerdings nicht, dass dies neue Beziehungen mit einschließt. Hinzu kam, dass sie vor ein paar Monaten die Pille abgesetzt hat, was nach ihrer Ansicht auch zu ihrer Wesensveränderung beigetragen hat.
Bitte entschuldigt die Ausführlichkeit meines Schreibens. Nur ist es für mich das erste Mal, dass ich solch einen Trennungsschmerz verarbeiten muss. Die letzten 3 Monate waren alles andere als leicht für mich. Vielleicht hat jemand von euch Ähnliches erfahren und kann berichten wie es ihm/ihr ergangen ist.
Vielen Dank & VG
Dustin