lilalotta
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ich stehe im Moment in meiner Beziehung vor einem Konflikt, bei dem ich nicht weiß, wie und ob ich ihn überhaupt noch lösen soll bzw. kann.
Mein Freund und ich (beide 22) sind mittlerweile seit vier Jahren zusammen. Grundsätzlich passen wir glaube ich gut zusammen, was uns auch immer wieder von unterschiedlichen Leuten gesagt wird. Wir harmonieren gut. Trotzdem hatten wir in unsere Beziehung schon einige Probleme, was auch schon zu einer Trennung zwischendurch geführt hat. Seitdem wir wieder zusammen sind (seit Anfang dieses Jahres) hat sich aber so einiges geändert. Wir haben zwar immer noch ab und an Probleme, lösen sie aber viel besser und wir können viel besser miteinander reden und auf den anderen eingehen.
Nun ist es aber so, dass ich seit ein paar Monaten mehr und mehr gemerkt habe, dass sich mein Freund sehr hängen lässt und das eigentlich schon seit wir zusammen sind. Damit meine ich, dass er praktisch keine Hobbies hat, nichts aus sich macht, sich vor Herausforderungen drückt und sich somit seit wir zusammen sind kaum weiterentwickelt hat. Ich merke außerdem, dass er selbst nicht wirklich mit sich glücklich ist. Man könnte vielleicht sagen, dass mich das nichts angeht und ich mich da raushalten sollte. Aber ich muss einfach ehrlich sagen, dass ich mir so eine langfristige Zukunft mit ihm immer schwer vorstellen kann. Ich möchte irgendwann einen erwachsenen Mann und ich kann es nur schwer mit anschauen, wie sehr er unter seinem Potenzial lebt.
Mittlerweile hatte ich mich schon fast damit abgefunden, dass diese Art zu Leben auf seinen Charakter zurückzuführen ist. Für mich habe ich aber entschieden, dass ich abwarte, ob sich vielleicht noch etwas ändert. Grund zur Hoffnung hat er mir zum Beispiel damit gegeben, dass er nach langer Zeit mit dem Rauchen aufgehört hat. Mir gibt das zumindest das Gefühl, dass sich etwas tut.
Letzte Woche hat er mir jedoch eher zufällig gestanden, dass er seit wir zusammen sind, sehr viel *beep*, was wiederum mit seinen persönlichen Problemen zusammenhängt. Ich wusste zwar immer, dass er *beep*, er hat mich aber diesbezüglich oft angelogen, er rauche nur "hin und wieder". In einem anderen Gespräch hat er mir mal gesagt, dass er das *beep* nie ganz aufhören wird.
Jedenfalls hat dieses Geständnis für mich einiges verändert:
1. ist mir jetzt klar, dass sein Lebensstil und einige Probleme in der Beziehung nicht mit seinem Charakter zusammenhängen, sonder mit der Dro..
2. bin ich wirklich jemand, der für eine Beziehung kämpft und dabei auch Kompromisse eingeht, aber wenn er meint, er könnte mit dem Rauchen nie aufhören, dann wird sich wahrscheinlich auch seine Lebenseinstellung nicht mehr groß ändern...
3. wird einem immer gesagt, man muss einen Menschen akzeptieren, wie er ist. Das heißt, ich müsste akzeptieren, dass er seine ganzen Probleme immer "wegkifft" und sich selbst dadurch kaputt macht.
Stattdessen würde ich ihm lieber helfen mit den Problemen die er eigentlich hat und hoffen, dass es ihm so irgendwann auch ohne zu *beep* wieder gut geht.
Den inneren Konflikt den ich jetzt habe ist, dass ich ihm eigentlich gerne helfen würde. Ich liebe ihn sehr und möchte ihn nicht aufgeben, vor allem, weil ich von seinen anderen Problemen weiß und wir uns eigentlich sehr nahe stehen. Trotzdem habe ich das Gefühl, ihm die Bedingung stellen zu müssen, dass er mit dem *beep* aufhört, weil ich es sonst einfach nicht mehr aushalte. Zählt das dann schon zu "einen Menschen nicht akzeptieren wie er ist"? Wie kann ich ihm eine gute Freundin sein und trotzdem meine eigenen Bedürfnisse und Wünsche nicht über Bord werfen?
Ich hoffe ihr habt alles verstanden und ich bin sehr gespannt, was ihr darüber denkt!
Liebe Grüße
