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Psychische Krankheit - Sorgerechtsentzug?!

Fanny_79

Fanny_79
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Ihr Lieben,

ich versuche wieder einmal mich kurz zu fassen (und es wird wieder lang werden. aber ich probier's wirklich. )

Also: Eckdaten diesmal:
Mein Mann und ich haben uns vor ziemlich genau 1.5 Jahren "in gegenseitigem Einvernehmen" getrennt.
Wir haben zwei Kinder (die Große ist 12, der Kleine ist 9). Alles lief gut soweit, er lebt weiterhin nicht weit weg von uns. Die Kinder sehen ihn jedes zweite Wochenende von Samstagabend bis Sonntagabend und wenn es ihm möglich ist auch einen Nachmittag ab 17.00 Uhr unter der Woche. Die restliche Zeit verbringen die Kinder bei mir. Ich arbeite weiter Teilzeit, er zahlt Unterhalt lt. Düsseldorfer Tabelle für die Kinder. Alles gut geregelt soweit bisher.

Im Januar fing es dann an, schwieriger zu werden - denn, wir haben beide ziemlich zur selben Zeit neue Partner kennen- und lieben gelernt. Eine schwierige Situation für die Kinder, die es bisher gewohnt waren den Papa immer mal wieder auch "außer der Reihe" zu sehen, wir haben Weihnachten zusammen gefeiert und die Kindergeburtstage. Nun läuft alles ein bisschen "planmäßiger", wir waren uns aber einig, die Kinder langsam und behutsam auf die veränderte Situation hinzuführen.

Das funktionierte auch gut. Doch vor ein paar Wochen teilte mir mein Ex-Mann mit er sei jetzt nicht mehr "ständig" erreichbar. Er brauche Zeit für sich und seine Freundin. Auf mein Plädieren hin, wenigstens eine Notfallnummer zu haben, wo ich ihn - wenn nicht sofort, dann doch im Zeitraum von einem Tag erreichen kann, fand er lächerlich. Gut, sei's drum. Es folgten noch so ein paar Schoten und dann. kam der große Krach. Leider ist mir der Kragen geplatzt, leider haben die Kinder dabei zugesehen, leider hat der Kleine schwer geheult.

Das wiederum führte dazu, dass mein Ex nun darauf besteht, die Kinder psychologisch "begutachten" zu lassen, um auf Basis des Gutachtens "weitere Schritte" einzuleiten. In Kürze: er will auf das alleinige Sorgerecht bestehen. Das nicht auf Grund dieses Streits, klar, das wäre ja völliger Blödsinn. Nein, ich habe eine diagnostizierte Krankheit (emotional instabile Persönlichkeitsstörung, landläufig bekannt als "Borderlinepersönlichkeitsstörung"), diese aber therapiert und medikamentös eingestellt.

Nein, falls jemand fragt, ich ritze mir nicht die Hangelenke auf, ich habe einen Job, ich schmeiße mittlerweile zwei Haushalte (meinen mit den Kindern und den meiner Eltern, 76 und 82 Jahre, und immer weniger fit). Und alles läuft, mei, wie das halt in Corona-Zeiten läuft, mit Homeschooling tralalala, muss ich nicht erläutern, kennen wir alle. Passt.

Dennoch, und dafür könnte ich mich wirklich ohrfeigen, kam es zu diesem sehr lauten, sehr emotionalen Streit.
Die Kinder haben in den letzten Jahren drei dieser "Ausbrüche" erlebt. Ansonsten habe ich die Persönlichkeitsstörung durch entsprechende - abgeschlossene - Verhaltens- und tiefenpsychologische Therapien und die Medis wirklich im Griff. So mien Eindruck und auch der meines Umfelds.

Nichtsdestotrotz: Das ist für meinen Ex jetzt der Grund, mit Sorgerechtsentzug "drohen" und ein psychologisches Gutachen zu fordern. Er - Zitat - geht davon aus, die Kinder hätten einen "Schaden" von mir. Er war zwar bisher noch nicht bei Gericht vorstellig oder beim Jugendamt, so sagt er, aber ich möchte mich nicht darauf verlassen.

Ich will an dieser Stelle nicht vermuten, dass dieser Sinneswandel von "wir leben das gemeinsame Sorgerecht und die Erziehung zwar getrennt, aber einvernehmlich" zu "ich setz die unter Druck" von seiner neuen Partnerin kommt. Zeitlich würde es passen, aber ich kenne die Dame nicht und möchte mir auch kein Urteil anmaßen.

Ich gehe eigentlich auch davon aus, dass das ganze nur "Psychodruck" sein soll, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass er die Kinder "ganz" bei sich haben will. Siehe oben: ich brauch Zeit allein mit der Parnterin. Nur verstehe ich auch nicht, worauf dies abzielen sollte, denn ich habe bisher weder finanzielle Ansprüche (Zugewinn etc., abgesehen vom Unterhalt) noch sonstwas geltend gemacht, was ihn einschränken würde und habe das auch nicht vor. Also: große Fragezeichen überall. Ich verstehe den Mann, mit dem ich 12 Jahre verheiratet war nicht. Eigentlich traurig.

Jedenfalls, ich hab ein bisschen recherchiert, was Sorgerechtsentzug betrifft und kann alle Punkte ausschließen nur eben die psychische Krankheit steht im Raum.

So, jetzt endlich (Kurzfassen klappt nicht bei mir. Augen rollen ), die konkrete Frage:

Kennt sich jemand mit diesem speziellen Fall des Sorgerechtsstreits aus? Wie läuft so ein psychologisches Gutachten denn ab? Ich hab auch keine Ahnung, wie das Jugendamt in solchen Fällen reagiert - bzw. wie das Prozedere ist, wenn mein Ex mir dieses (also das Jugenamt) "auf den Hals hetzt". Wie läuft sowas? Stehen die plötzlich vor der Tür? Melden die sich telefonisch, postalisch? In wieweit wird das persönliche Umfeld mit in die Beurteilung einbezogen (Freunde, Großeltern, Bekannte, Lehrer. )


Ich weiß, eine Menge unwissender Fragen, aber bisher habe ich mich nie damit auseinandersetzen müssen und hatte bis vor Kurzem wirklich gehofft, die Scheidung nur formaljuristisch "über die Bühne" zu bringen. durcheinander

Ganz liebe Grüße
Steffi

#1


P
Liebe @Fanny_79

Ich bin selber psychisch krank, habe aber geteiltes Sorgerecht.

Sorgerecht wird dir nur entzogen, wenn du die Kinder misshandelst oder sie vewahrlosen lässt.

Bitte keine Angst!
Und hol dir ein ärztliches Attest deines Psychiaters, der bestätigt, dass du für deine Kinder vernünftig sorgen kannst.

L G Pinkstar

P.S. Wer hat das Aufenthaltsbestimmungsrecht?

#2


A


Psychische Krankheit - Sorgerechtsentzug?!

x 3


S
Hi Fanny,

ich bn mir ziemlich sicher, dass eine Diagnose allein nicht ausreichen wird, um diesen mächtigen Schritt Sorgerechtentzug durchdrücken zu können. Problematisch sind allerdings die Fälle, die trotz Diagnose sämtliche Hilfen (Therapien, ect.) verweigern. Das gilt übrigens nicht nur für Borderline, sondern für sämtliche Krankheiten, die den Umgang mit den eigenen Kindern erschweren.
Das sehe ich bei dir aber nicht. Bist du nach wie vor in Therapie? Du könntest das Problem dort ansprechen.

x 2 #3


I
Bei drei Ausbrüchen / Ehestreit what ever, hätte das JA aber viel zu tun.
Klar solltest du dich in Griff haben, aber das sagt sich auch ohne psychischen Befund so einfach,
Gerade in dieser elend langen Pandemie Zeit.
Da kommen erstmal andere Familien dran, bei denen wirklich Kindeswohl Gefährdung vorliegt.

Und was hat er dann davon ?
500 Euro weniger Unterhalt und dafür Vollzeit Vater? Und die Freundin macht das auch so mit?
Denn eigentlich will er ja seine Zeit jetzt geniessen, will nicht mal telefonisch belästigt werden, wenn es um SEINE Kinder geht.

Entspann dich mal, so schnell schiessen die Preussen nicht.
Einer Mutter das Sorgerecht zu entziehen, ist ein Riesenakt, da müsste schon mehr an Verfehlungen sein.

Kopf hoch, der will nur Druck erzeugen...

Aber vielleicht solltest du echt etwas kürzer treten , gerade als Alleinerziehende mit Job, gibts keine Entlastung für dich hinsichtlich deiner Eltern?

x 1 #4


Snipes
Willkommen @Fanny_79 und zu deiner Beruhigung: Eine diagnostizierte und zudem noch behandelte BPS ist kein Grund für einen Sorgerechtsentzug. Ein Streit zwischen getrennten Eltern sowieso nicht, obwohl es natürlich sehr ungünstig ist, dass die Kids diesen mitbekommen haben. Das kommt aber in den besten Familien vor, was es natürlich nicht besser macht.

Solange eure Kinder nicht unter dir massiv leiden wird dir nichts passieren. Wenn dein Ex das JA einschaltet, dann wird dieses eine Beistandschaft für die Kids übernehmen und mit dir Kontakt aufnehmen. Unangemeldet vor der Tür wird sicherlich niemand stehen, aber sicherlich wird ein Mitarbeiter des JA einen Termin mit dir vereinbaren und sich vor Ort ein Bild machen wollen. Alles aber nichts wildes, solange sich bei dir keine groben Auffälligkeiten zeigen oder die Kids von massiven Übergriffen / Beeinträchtigungen berichten. Ein psychologisches Gutachten kann dein Ex zwar beantragen, aber der Weg bis zu diesem ist sehr lang und steinig. Ohne konkrete Anhaltspunkte, die zudem bewiesen werden müssen, wird es nie ein Gutachten geben.

Da Du dich sehr aufgeräumt liest, würde ich mir daher keine großen Gedanken machen und schon gar keine Angst haben oder unüberlegt handeln.

#5


B
Wie wäre es,wenn DU den Schritt gehst und externe Hilfe ins Boot holst,weil sich die Kommunikation mit deinem Ex so erschwert hat.Da nimmst du ihm den Wind aus den Segeln,weil er keine Druckmittel mehr hat.

x 3 #6


EngelohneFlügel
Zitat von Fanny_79:
Doch vor ein paar Wochen teilte mir mein Ex-Mann mit er sei jetzt nicht mehr "ständig" erreichbar. Er brauche Zeit für sich und seine Freundin.


Wer sowas gerade mit gemeinsamen Kindern dem Ex-Partner als Auflage macht hat doch einen Dachschaden. Ich meine, Liebelei und neue Partner hin- oder her......Zeit für die eigenen Kinder sollte immer vorhanden sein.
Das dir da der Kragen geplatzt ist, kann ich verstehen. Auch wenn Zeit/Ort im Beisein der Kinder natürlich schlecht war wie du selber sagst. Aber verstehen kann ich das.

x 1 #7


O
Zitat von Snipes:
Willkommen @Fanny_79 und zu deiner Beruhigung: Eine diagnostizierte und zudem noch behandelte BPS ist kein Grund für einen Sorgerechtsentzug. Ein Streit zwischen getrennten Eltern sowieso nicht, obwohl es natürlich sehr ungünstig ist, dass die Kids diesen mitbekommen haben.

Es gibt mir bekannte Fälle, wo andauernde Konflikte der Eltern zB für einen Sorgerechtsentzug ausreichten.
Alles steht und fällt mit dem Kindeswohl und der jeweiligen Interpretation dessen.
Die Fragen der TE kann man pauschal unmöglich beantworten.
Es kommt sehr auf die zuständigen Personen und Ämter an.
Mal abwarten und immer kooperieren, TE.
Keine "Ausbrüche" vor Zeugen.
Das wird sehr schwer werden.

x 2 #8


Snipes
Zitat von Offspring78:
Es gibt mir bekannte Fälle, wo andauernde Konflikte der Eltern zB für einen Sorgerechtsentzug ausreichten.


Von "andauernden Konflikten" kann ich nichts lesen und hast Du irgendwelche Belege für die dir bekannten Fälle?

x 2 #9


Fanny_79
Ganz vielen lieben Dank für Eure süßen Antworten!

Vielleicht läuft bei meinem Ex einfach grade das Testosteron über zunge raus strecken ?

Spaß bei Seite, schlaflose Nächte bereitet mir das ganze grade... aber ich muss das jetzt erstmal richtig sortieren und bin dankbar für jeden Input! grinsen

#10


Fanny_79
Zitat von Offspring78:
Es gibt mir bekannte Fälle, wo andauernde Konflikte der Eltern zB für einen Sorgerechtsentzug ausreichten. Alles steht und fällt mit dem Kindeswohl und der jeweiligen Interpretation dessen. Die Fragen der TE kann man pauschal unmöglich beantworten. Es kommt sehr auf die zuständigen Personen ...


Ich hab nicht vor, nicht zu kooperieren, wo es nötig ist. Ich bin auch die letzte, die nicht gesprächsbereit ist auch gegenüber Amtspersonen. Wenn mir allerdings unterschwellig gedroht wird, muss ich sehr an mich halten, auf "Sachebene" zu diskutieren..., das stimmt auch...

x 1 #11


O
Zitat von Fanny_79:
Ich hab nicht vor, nicht zu kooperieren, wo es nötig ist. Ich bin auch die letzte, die nicht gesprächsbereit ist auch gegenüber Amtspersonen. Wenn mir allerdings unterschwellig gedroht wird, muss ich sehr an mich halten, auf "Sachebene" zu diskutieren..., das stimmt auch...

Dir werden von Amtspersonen evtl für dich haarsträubende Vorwürfe oder Unterstellungen gemacht werden. Auch bisweilen um dich zu testen.
Es wäre gut, wenn du dann "ruhig" bleiben würdest.

x 3 #12


E
Zitat von Fanny_79:
Kennt sich jemand mit diesem speziellen Fall des Sorgerechtsstreits aus? Wie läuft so ein psychologisches Gutachten denn ab? Ich hab auch keine Ahnung, wie das Jugendamt in solchen Fällen reagiert - bzw. wie das Prozedere ist, wenn mein Ex mir dieses (also das Jugenamt) "auf den Hals hetzt". Wie läuft sowas? Stehen die plötzlich vor der Tür? Melden die sich telefonisch, postalisch? In wieweit wird das persönliche Umfeld mit in die Beurteilung einbezogen (Freunde, Großeltern, Bekannte, Lehrer. )


Eine psychische Krankheit die behandelt wird ist auf keinen Fall ein Grund das Sorgerecht zu entziehen.

#13


O
Zitat von easyornot:
Eine psychische Krankheit die behandelt wird ist auf keinen Fall ein Grund das Sorgerecht zu entziehen.

Wenn die Behandlung nicht gut genug wirkt, damit die Kids vor "Ausbrüchen" (ja, ich kenne BL typische Ausbrüche vom Sehen) sicher sind, dann schon. Es steht und fällt alles mit dem Kindeswohl.

Hat dein Ex denn in irgend einer Form Beweise?

#14


Fanny_79
Zitat von Offspring78:
Es wäre gut, wenn du dann "ruhig" bleiben würdest.


Zur Not zwei Tavor einwerfen... nein, Scherz, das klappt bei "Unbeteiligten" eigentlich immer ganz gut. Muss man sich eigentlich einer solchen "Befragung" alleine stellen oder kann man eine "Begleitperson" mitbringen. Die zwar den Schnabel hält, aber ggf. hilft, Ruhe zu bewahren... schon wieder so eine dumme Frage durcheinander

#15


A


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