Carol81
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Auch ich stehe gerade vor diesem riesigen Scherbenhaufen meines Lebens und weiß nicht wohin mit diesen ganzen Emotionen in mir.
Ich lernte meinen Partner vor fast nun 14 Jahren kennen und lieben. Nach gut zwei Jahren kam es zu einer Affäre seinerseits. Ich war damals verzweifelt und blind vor Liebe und leidete wie ein Hund. Was soll ich sagen, nach zweiwöchiger Trennung kam er reumütig zurück. Trotz aller Warnungen von außen wollte ich ihm glauben, hab mir eingeredet dass jeder Mensch Fehler macht und eine Chance verdient hat. Wir kamen wieder zusammen. Und es lief, auch wenn das Vertrauen ab diesem Zeitpunkt bereits miserabel gestört war. Ich war bereit zu kämpfen für uns und dieses Laster auf mich zu nehmen.
Nach ein paar Jahren bekamen wir einen wunderbaren Sohn, der nun neun Jahre alt ist und bauten uns ein gemeinsames Leben auf. Die folgenden Jahre waren schön, wir hatten Pläne und Ziele und waren auf Augenhöhe.
Vor etwa einem halben Jahr verschlechterte sich die Situation drastisch. Mein Ex wurde immer aufbrausender, unternahm viele Dinge alleine, wollte keine familiären Aktivitäten erleben. Wenn ich ihn aufforderte was zu dritt zu unternehmen, verdarb er uns mit seiner Laune diese Tage, ließ mich spüren wie wenig Lust er dazu hatte. Das verletzte und erschreckte mich unheimlich. Wenn ich mit ihm darüber sprechen wollte wurde er einfach laut, sodass ich nichts mehr sagte, weil ich nicht wollte dass unser Sohn leidet wenn wir uns anschreien. Ich wurde zunehmend ängstlicher was die Stimmung anging wenn er nach der Arbeit nach Hause kam. Wurde still, zog mich auch von Freunden und meinen Eltern zurück. Vermutlich um hier schon zu verhindern dass jemand merkt wie es mir ging.
Im Dezember nun suchte er von sich aus das Gespräch. Erklärte mir dass sein Leben an erster Stelle stehe, dann seine Arbeit und seine Familie komme dann dahinter. Ein schlechtes Gewissen so zu denken habe er nicht. Ich wäre nicht seine Mutter und er könne kommen und gehen wie er wolle. Er wolle es so nicht mehr.
An diesem Abend war mir nur noch schlecht und ich glaub ich schielte nur noch. Letztendlich entschieden wir uns an uns zu arbeiten und die ganzen Jahre nicht einfach wegzuwerfen.
Weil er hierzu nun bereit war redete ich mir seitdem ein dass er ne fette Midlifecrisis habe und sich irgendwie beruhigen würde. In meinem Umfeld schrillten wieder die Alarmglocken, und ich dumme Kuh glaubte weiterhin an das Gute. Trotzdem versuchte ich mich gedanklich auf die baldige Trennung vorzubereiten (was naeürlich nicht richtig funktionierte).
Ab diesem Tag im Dezember sah das Miteinander an sich arbeiten so aus, dass er unter der Woche erst nach 20 Uhr (statt etwa 17) nach Hause kam, er wäre alleine auf der Arbeit und müsse daher länger bleiben. An den Wochenenden immer was anderes, meistens Arbeitskollegen besuchen. Ansonsten unfassbar schlechte Laune. Ich hatte im Nachhinein betrachtet nicht den Funken an Chance. Als er erkältet war ging er bis spät abends arbeiten und kam dann mit einem Sack an Medikamenten nach Hause, die alle die Frau eines Kollegen ihn besorgt habe (?).
Nun kam es wie es kommen musste. Letztes Wochenende kam er spät nach Hause, platze zu mir und meinte er bleibe das Wochenende weg (Rumverkostung mit Kollegen). Nun sagte ich dass das alles so nicht in Ordnung sei. Daraufhin wurde er laut, beendete die Beziehung damit dass er mich nicht um Erlaubnis fragen werde und hier nicht seine Lebenszeit verschwenden möchte. Er beendete die Beziehung.
Ich sagte dahingehend gar nichts mehr. Der Punkt war nun da zu akzeptieren dass ich keine Rolle mehr spiele. Ich redete an diesem Tag noch mit unseren Sohn und musste ihm sein kleines Herz brechen. Dieses Bild meines Kindes bekomme ich nie nie mehr los.
Und nun sitze ich hier und bin überfordert mit meinen Gedanken. Es ist alles vorhanden. Trauer, Wut, Unglaube. Auch Wut auf mich selbst dass ich an ihn geglaubt habe.
Ich muss nun eine Wohnung suchen. Der Immobilienmarkt ist furchtbar, es geht dahinten nicht vorwärts. Weiß nicht wie ich finanziell das alles wuppen werde. Ob ich ein Netzwerk aufbauen kann. Wie ich das demnächst mit meiner Arbeit alleine schaffen soll. Ich weiß gar nichts mehr. Ich bin vollkommen leer