EngelohneFlügel.
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hier mal meine Geschichte für alle die es gern etwas kompliziert und ausführlich haben wollen. Entschuldigt den langen Text aber ich versuche alle Fakten soweit möglich euch zu zeigen. Momentan weiß ich einfach nicht so recht was tun und vielleicht sieht jemand Parallelen und kann mir bei Unklarheiten/Fragen bisschen an die Hand nehmen.
Ich blick momentan auf jeden Fall nicht ganz durch bei uns. Wir sind seit 21 Jahren zusammen (sie war 16, ich 19), sind seit 2010 jetzt 9 Jahren verheiratet und haben zwei wundervolle Kinder 6 und 3 Jahre. Haus gebaut und das berufliche Leben auch gefunden. Sie ist Selbstständig mit eigener, aufgebauten Firma, ich leitender Angestellter in einem Handwerksbetrieb. Keine finanziellen Probleme oder sonstiges mit was sich Menschen rumplagen müssen.
Man sollte meinen das bei so jemand alles in bester Ordnung sei und dennoch kam vor 4 Wochen der schlimme Tag X. Als ich nach Hause kam offerierte sie mir unter Tränen das ich mich verändert hätte die letzten Jahre und sie in mir momentan nur eine Leere und keine Gefühle mehr sieht. In mir brach eine Welt zusammen, viele Tränen beiderseits. Ich bin eher ein ruhiger Mensch, nicht der "Haudraufwienix", sie eher der stur köpfige Macher.
Sie sagte mir, das sie Zeit für sich bräuchte und auch nicht wisse ob Ihre Gefühle zu mir wieder kommen würden momentan. Ich verstand das alles nicht da zwar durch die Kinder wie bei jedem die Zeit für das Miteinander gelitten hat, aber wir hatten dennoch aus meiner Sicht eine vertretbare Situation in der es auch Zeit zu Zweit gab, wir zwar seltener aber dennoch auch beidseitig befriedigenden GV hatten und die Tendenz zu mehr Zweisamkeit durch das größer werden der Kinder nun auch merkbar war.Wir sind durch viele Krisen mit Eltern und Firma gemeinsam gegangen, wir haben uns gefetzt und geliebt und nu soll Schluss sein?
Ich konnte es nicht begreifen und fiel in ein tiefes Loch der Trauer. Ich war nach zwei Tagen so weit unten das ich mich hilfeflehend an die Depressionshilfe gewand habe und begann mit meinem besten Freund und Trauzeugen zu sprechen.
Das half mir sehr um wieder die Fassung zu finden und mich zu analysieren.
Durch die Gespräche mit ihm und was mir meine Frau selbst sagte zeigte sich dann bei mir die Erkenntnis, das ich wirklich die letzten Jahre mich negativ verändert habe. Ich hatte wohl eine depressive Phase, eine innere Unzufriedenheit die ich selber absolut nicht mitbekam.
Dafür aber mein Umfeld, die es aber nicht ansprachen. Nur meine Frau hat versucht mich daraus zu befreien, aber ich habe es schlichtweg ignoriert/abgewehrt. Ich kann jetzt sagen, nachdem ich an meiner "Selbstliebe" das arbeiten begonnen habe, mein Gott war ich ein Ar. , das bist doch nicht du. Doch, ich habe es ja selber durch gemacht. Erschreckend wie sowas einen Menschen total verändern kann. Blind, Taub, verbittert, keine Zärtlichkeit zeigen, abweisend. schlimm.
Naja seis drum, ich habe dies erkannt und habe es tatsächlich geschafft, aus dieser Sinnkrise aufzustehen und wieder los zu laufen, mein Ich zu finden. Aber es ist auch noch ein hartes Stück Arbeit vor mir, das weiß ich auch.
Gemeinsam haben wir dann wieder ein, zwei Tage später einen Weg gefunden, wie diese Trennung nun momentan aussehen soll. Ich schlafe im Gästezimmer, das restliche Haus nutzen wir gemeinsam da wir die Kinder damit nicht belasten wollen und wir ja nichts desto trotz Eltern sind. Wir streiten nicht vor den Kindern, da es ja nichts zu streiten gibt, unterhalten uns über das Elterliche ganz normal im Haus vor den Kindern, ja man könnte sagen wir haben es wirklich geschafft das Model Eltern-WG im eigenen Haus um zu setzten.
Sie hat auch nicht gesagt ich müsse gehen, das wollte sie den Kindern und mir (habe ein inniges Verhältnis mit den Kids) nicht antun. Und sie habe kein Problem damit das ich im Haus bin, ich hätte ihr ja eigentlich nichts getan und sei ein wundervoller Papa.
Wir leben zwar partnerschaftlich getrennt, aber als Eltern gemeinsam mit den Kindern zusammen wie als wenn alles in Ordnung wäre. Außer das ich und meine Frau für sich jeder tun kann (Freiraum) was er will.
Ich habe dann auch auf Rat meines Trauzeugen den eigentlich geplanten gemeinsamen Sommerurlaub allein mit den Kindern gemacht zwei Wochen nach dem Tag X. Diese 10 Tage meinte er, wären doch eigentlich ideal um ihr Abstand zu gönnen. Sie hatte damit kein Problem, die Kinder mit Papa allein auch nicht und so konnten wir beide uns mal kurzfristig aus dem Weg gehen. Klappte Prima was mich selber erstaunte.
Sie hat in dieser Zeit viele Sachen für sich selber gemacht, auch solche wo man sagen würde sie wolle was nachholen. Hat angefangen wandern zu gehen, hat begonnen extrem viel Laufsport zu betreiben (hat sie vorher schon aber nicht so exzessiv), ging in Thermen und hat sich mit Freundinnen getroffen und gefeiert, Party usw.
Auch spielt der alte Klassiker einer Affäre beidseitig momentan keine Rolle, was ja auch oft der Grund für so eine Ehekrise sein kann. Sie sagt, sie habe daran momentan keinerlei Interesse und sie ist mir Treu. Ich glaube es ihr auch soweit weil ich mittlerweile mit diversen, gemeinsamen Vertrauten ins Gespräch kam und sie mir dies ebenfalls bestätigten, es gibt da momentan niemanden und es gab auch bisher keinen.
Deshalb habe ich für mich beschlossen das ich für diese Ehe kämpfen will, ich schmeiße das nicht einfach so weg. Sie sagt ja selber sie wisse noch nicht wo das alles hinführen wird.
Ich gebe ihr Freiraum und respektiere diesen auch. Obwohl es mir sehr schwer fällt lasse ich sie machen und bedränge sie nicht. Ich habe ja auch mit meiner Entwicklung noch zu tun. Und wir reden regelmäßig miteinander was der Stand ist. Ich glaube es ist wichtig die Kommunikation diesbezüglich trotzdem zu halten, auch wenn es schwer fällt. Solange es von ihr aus geht. Belästigen damit, wenn sie es nicht will, tue ich nicht. Bringt auch nix. Das treibt eher auseinander denke ich. Auch wenn es für mich natürlich emotional sehr, sehr schwer ist. Auch für sie ist es schwer wie sie es mir gestern sagte und sie verstehe es auch nicht, woher diese innere Distanz zu mir her rührt.
In unseren Gesprächen zeigt sie mir nach und nach die Puzzleteile, die aus ihrer Sicht von mir falsch gemacht wurden. Ich kann mittlerweile erkennen, ja das war tatsächlich doof oder falsch was ich da tat, weiß aber auch, ich konnte dafür nichts. Ich war irgendwo in meiner Krise gefangen. Das habe ich ihr auch oft und genauesten erklärt und zumindest hat sie gesagt sie glaubt mir das mittlerweile. Aufgewacht bin ich, aber ich muß noch einiges tun an mir und uns. Sie selber sagt, es gehe ihr seit dem Tag X körperlich besser, sie hat keine Kopfschmerzen mehr wie die letzte Zeit, sie kann nach der anfänglichen Trauer mittlerweile wieder gut schlafen. Mein Trauzeuge sagt, das ist eine Sache durch die sie jetzt selber durch muß und ich kann da eigentlich gar nix machen. Ich muß warten wie sie sich entscheidet. Und das wird seiner Meinung nach erst dann kommen wenn sie keinen Bock mehr auf diese ewige Partymacherei hat. Sie will sich jetzt erstmal ausleben und Dinge für sich tun und erst dann wird bei ihr das denken einsetzten. Er vergleicht ihr handeln sogar schon mit einem Amoklauf
Ich selber wie gesagt versuche nun erstmal das selber stehen wieder zu lernen, auf eigenen Beinen zu stehen und das Leben positiv zu sehen. Zaghaft beginne ich auch wieder Sachen nur für mich zu unternehmen, aber das stottert noch ein wenig. So weit bin ich noch nicht ganz. Ich habe noch genügend innerliche Baustellen. Mal gehts mir relativ gut und gefasst und dann wieder Schei.
Was werden wird weiß ich nicht, weiß keiner denke ich. Aber eventuell sieht einer hier doch manche Ähnlichkeiten zu sich und kann mich bisle Aufklären oder mir Tipps geben was ich für mich tun kann. Oder mich vor Dummheiten bewahren wenn ich auf eine Situation mit ihr nicht weiter weiß. .
Grüße
