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Schleichende Trennung?

Belle2026

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Ich weiß gerade ehrlich gesagt gar nicht so richtig, ob ich hier richtig bin. Ich glaube, ich möchte mich einfach mal anonym mit anderen austauschen, weil ich selbst gerade ziemlich in meinen Gedanken festhänge.

Ich bin seit vielen Jahren mit meinem Mann zusammen, wir haben ein gemeinsames Kind und haben uns über die Jahre ein komplettes gemeinsames Leben aufgebaut. Haus, Familie, alles was eben dazugehört.
Und trotzdem bin ich gerade an einem Punkt angekommen, an dem ich darüber nachdenke, mich zu trennen.
Das Verrückte daran ist, dass ich selbst manchmal denke: „Wie kann ich nach so vielen Jahren überhaupt über Trennung nachdenken?“ Und gleichzeitig weiß ich eigentlich ziemlich genau, warum ich an diesem Punkt bin.
Unsere Probleme haben nicht erst jetzt angefangen.

Ein großer Einschnitt war schon vor vielen Jahren, als unser Kind noch klein war. Mein Mann hat mir damals gebeichtet, dass er mich betrogen hatte. Der Betrug selbst lag noch vor unserer Familienplanung, aber er hat es mir erst Jahre später gesagt.
Ich bin geblieben. Wir hatten inzwischen eine Familie und ein gemeinsames Leben aufgebaut. Ich habe versucht, ihm zu verzeihen und mir einzureden, dass ich damit leben kann.
Aber ich habe irgendwann gemerkt, dass Verzeihen und Vergessen nicht dasselbe sind.

Mein Vertrauen war danach einfach nicht mehr zu 100 % da. Und bei späteren Auseinandersetzungen kam der Betrug immer wieder in meinem Kopf hoch, obwohl es teilweise um völlig andere Dinge ging.

Ich kenne dieses Gefühl inzwischen auch aus einer anderen Beziehung in meinem Leben: Manche Menschen können einem sehr weh tun und man kann ihnen irgendwann vielleicht verzeihen, aber man vergisst trotzdem nicht, was passiert ist. Und dadurch verändert sich die Beziehung. Genau das habe ich auch bei meiner Ehe irgendwann gemerkt.

Ich möchte aber ausdrücklich nicht behaupten, dass nur mein Mann Fehler gemacht hat. Ich habe sicherlich auch Fehler gemacht. Ich habe nicht immer richtig reagiert und mich wahrscheinlich selbst irgendwann immer mehr zurückgezogen. Auch ich habe dadurch dazu beigetragen, dass wir uns auseinandergelebt haben.
Aber ich glaube, dass es auch nicht fair wäre, von mir zu erwarten, dass ein Betrug einfach irgendwann komplett aus dem Kopf verschwindet.

Dazu kamen über die Jahre finanzielle Probleme. Wir hatten irgendwann weniger Geld zur Verfügung, haben unseren Lebensstil aber nie richtig entsprechend angepasst. Wir haben Dinge auf Raten gekauft, wollten uns trotzdem etwas leisten und lebten dadurch immer ziemlich am Limit.
Die Finanzen und den ganzen bürokratischen Kram habe größtenteils ich gemacht. Dadurch hatte ich jahrelang ständig diese Sorgen im Kopf: Was muss noch bezahlt werden? Reicht das Geld? Wo stehen wir eigentlich?
Auch bei finanziellen Dingen hatten mein Mann und ich teilweise sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie ernst die Situation ist und wie man damit umgehen sollte.

Und irgendwann wurde auch unsere Beziehung als Paar immer weniger.
Wir haben uns irgendwann nicht mehr geküsst, wenn einer zur Arbeit gegangen ist oder nach Hause gekommen ist. Umarmungen und Berührungen wurden immer weniger. Körperliche Nähe gibt es eigentlich schon seit langer Zeit kaum noch.
Auch Sex ist seit Jahren praktisch kein Bestandteil unserer Beziehung mehr.
Im Bett liegen wir zwar noch nebeneinander, aber eigentlich berühren wir uns kaum.

Ich hatte irgendwann immer häufiger das Gefühl, eher diejenige zu sein, die sich um ihn kümmert, als wirklich seine Frau zu sein. Wenn ich ihn verarzten oder mich um ihn kümmern musste und er dann sagte „Du musst dich um mich kümmern“, hat sich das für mich manchmal wirklich so angefühlt, als wäre ich seine Mutter und nicht seine Partnerin.

Auch unsere Kommunikation hat sich verändert. In Diskussionen gibt es manchmal diesen bestimmten Blick von ihm, bei dem ich das Gefühl bekomme, dass er gerade denkt: „Du hast sie doch nicht mehr alle“ oder „Wie kann man nur so dumm sein?“
Vielleicht interpretiere ich diesen Blick auch falsch. Ich weiß schließlich nicht, was tatsächlich in seinem Kopf passiert. Aber so kommt es bei mir an.

Und irgendwann macht auch das etwas mit einem. Ich möchte mich in einer Beziehung nicht ständig klein oder nicht ernst genommen fühlen.

Und trotzdem haben wir einfach weitergemacht.
Unser Alltag funktioniert. Wir haben unser Kind, unser Zuhause und unser gemeinsames Leben. Nach außen sieht wahrscheinlich vieles völlig normal aus.
Aber innerlich habe ich mich schon lange gefragt, was wir eigentlich noch sind.

Jetzt kommt noch dazu, dass mein Mann psychisch gerade ziemlich angeschlagen ist. Ein großer Punkt dabei ist die Situation mit seinem Vater.
Meinen Mann stört es inzwischen seit über einem Jahr, dass sein Vater ständig bei uns bzw. in unserem Alltag präsent ist. Dabei geht es gar nicht unbedingt darum, dass sein Vater sich ständig in unsere Angelegenheiten einmischt oder uns vorschreibt, was wir zu tun haben. Es geht eher darum, dass er immer wieder kommt und einfach sehr präsent ist.

Für meinen Mann ist das inzwischen extrem belastend.
Das Problem ist, dass mein Mann das Gespräch mit seinem Vater darüber nie wirklich gesucht hat. Eigentlich sagen ihm inzwischen alle, dass er mit seinem Vater sprechen und ihm klar sagen muss, dass ihn diese ständige Präsenz belastet und dass er Grenzen braucht. Aber er hat überhaupt keine Lust auf dieses Gespräch und versucht die Situation eher zu vermeiden. Teilweise flüchtet er regelrecht davor.

Ich habe irgendwann selbst mit seinem Vater darüber gesprochen und ihm gesagt, dass er für meinen Mann inzwischen zu präsent ist und dass ich merke, wie sehr ihn das belastet. Ich habe also versucht, an dieser Stelle etwas zu entschärfen, obwohl es eigentlich gar nicht meine Aufgabe sein sollte, diesen Konflikt zwischen meinem Mann und seinem Vater zu lösen.

Trotzdem hat sich dadurch natürlich nicht wirklich etwas verändert. Mein Mann möchte das Gespräch mit seinem Vater weiterhin nicht führen, obwohl ihn die Situation mittlerweile seit über einem Jahr belastet. Gleichzeitig zieht er sich immer mehr zurück und versucht, seinem Vater aus dem Weg zu gehen.

Ich kann verstehen, dass ihn das psychisch fertig macht. Wenn einen eine Situation so lange belastet und man gleichzeitig keine Lust oder Kraft hat, das eigentliche Gespräch zu führen, steckt man irgendwann wahrscheinlich ziemlich fest.

Aber auch hier merke ich wieder, wie unterschiedlich wir mit Problemen umgehen. Ich versuche irgendwann, Dinge anzusprechen und eine Lösung zu finden, auch wenn das unangenehm ist. Mein Mann zieht sich eher zurück oder versucht, der Situation aus dem Weg zu gehen.

Und genau das macht es für mich gerade so schwierig. Denn ich habe Verständnis dafür, dass es ihm wegen der Situation mit seinem Vater nicht gut geht. Ich kann ihm diesen Konflikt aber nicht abnehmen. Und genauso wenig kann ich für ihn entscheiden, was er eigentlich von seinem Leben und von unserer Ehe möchte. Er hatte bereits erkannt, dass er Hilfe braucht in Form von Psychologie und Arzt, hat auch erwähnt, er würden am Tag X gehen und hätte sogar einen Termin, aber letztlich ist er doch nicht gegangen.

Und jetzt ist die Situation komplett eskaliert, ohne dass es eigentlich eine richtige Eskalation gab: Mein Mann spricht kaum noch mit mir.
Seit inzwischen fast zwei Wochen herrscht eigentlich fast nur Schweigen. Es wird das Nötigste gesagt, ansonsten geht jeder seinen eigenen Weg.

Ich habe ihm bewusst Zeit gelassen, weil ich weiß, dass es ihm psychisch nicht gut geht. Ich wollte ihn nicht zusätzlich unter Druck setzen.
Aber gleichzeitig merke ich, dass mich dieses Schweigen selbst völlig verrückt macht.

Ich weiß nicht, ob er gerade über unsere Ehe nachdenkt. Ich weiß nicht, ob er sich trennen möchte. Ich weiß nicht, ob er einfach nur seine Ruhe möchte. Ich weiß nicht einmal, ob er überhaupt noch weiß, was er möchte.
Und genau diese Ungewissheit macht mir inzwischen mehr zu schaffen als die Frage, ob die Antwort am Ende Trennung heißt.

Ich habe mir deshalb für mich eine Grenze gesetzt. Wenn von ihm nichts kommt, werde ich ihn irgendwann direkt fragen, was das gerade zwischen uns ist und ob er sich Gedanken darüber gemacht hat, wie es mit uns weitergehen soll.

Und wenn er dann sagt „Ich weiß es nicht“ und trotzdem alles so weitergeht wie bisher, glaube ich, dass ich irgendwann sagen muss: Ich weiß es aber.
Ich weiß, dass ich so nicht mehr leben möchte.
Ich möchte nicht vier Wochen, zwei Monate oder ein halbes Jahr in diesem Schwebezustand bleiben und darauf warten, dass er irgendwann entscheidet, was mit unserer Ehe passiert.

Und genau da habe ich wahnsinnige Angst davor, auch wie andere Menschen das sehen werden.
Ich habe Angst, dass unser Umfeld sagt, ich hätte zu schnell aufgegeben. Dass alle nur sehen: Er ist psychisch angeschlagen und sie verlässt ihn jetzt.
Dass die Leute denken, ich würde wegen seiner Erkrankung nicht zu ihm halten.

Dabei fühlt es sich für mich überhaupt nicht so an.
Wenn es zur Trennung kommt, dann nicht wegen dieser letzten Wochen. Diese letzten Wochen sind eigentlich nur der Punkt, an dem ich nicht mehr ignorieren kann, was schon seit Jahren zwischen uns passiert.

Ich habe manchmal Angst, dass ich am Ende als die Böse dastehe und alle Mitleid mit ihm haben.
Und gleichzeitig frage ich mich inzwischen auch: Muss ich wirklich mein ganzes weiteres Leben so führen, nur damit andere Menschen nicht schlecht über mich denken?

Wir haben ein gemeinsames Kind, deshalb ist das Ganze für mich natürlich noch viel schwieriger.
Mein Kind hängt sehr an mir und würde bei einer Trennung mit mir ausziehen. Ich weiß jetzt schon, dass es für ihn sehr schwer werden würde, weil er wahrscheinlich sofort Angst hätte, dass Mama und Papa sich jetzt auch trennen, wie es andere Familien in seinem Umfeld schon erlebt haben.

Genau davor habe ich große Angst.
Ich möchte nicht, dass er das Gefühl bekommt, dass seine Familie kaputtgeht. Aber ich möchte auch nicht, dass er irgendwann denkt, eine Ehe bedeutet, jahrelang nebeneinanderher zu leben, kaum miteinander zu sprechen und keine Nähe mehr zu haben.

Und deshalb stecke ich gerade irgendwie zwischen zwei Gedanken fest:

Der eine sagt: „Ihr habt so viele Jahre zusammen verbracht, ihr habt ein Kind, ein Haus und ein gemeinsames Leben. Gib nicht einfach auf.“

Der andere sagt: „Du hast schon so lange versucht, es irgendwie auszuhalten. Wie lange willst du eigentlich noch warten?“

Ich glaube inzwischen, dass ich nicht wegen eines einzelnen Problems gehen würde.
Nicht wegen des Betrugs allein.
Nicht wegen der finanziellen Probleme allein.
Nicht wegen der fehlenden Nähe allein.
Nicht wegen seines Schweigens allein.
Und auch nicht, weil es ihm gerade psychisch schlecht geht.

Sondern wegen allem zusammen und weil ich das Gefühl habe, dass wir uns über viele Jahre so weit auseinandergelebt haben, dass ich inzwischen gar nicht mehr weiß, wie ich wieder zu ihm zurückfinden soll.

Und vielleicht ist genau das mein größtes Problem gerade: Ich weiß nicht, ob ich wirklich eine Ehe aufgebe oder ob ich endlich akzeptiere, dass die Ehe, die ich eigentlich schon seit Jahren vermisse, längst nicht mehr da ist.

Ich würde deshalb gerne von Menschen hören, die vielleicht etwas Ähnliches erlebt haben.

Wie würdet ihr meine Situation von außen betrachten?

Bin ich wirklich zu schnell dabei, über eine Trennung nachzudenken?
Oder kann man irgendwann auch sagen: Ich habe lange genug gewartet und versucht, und jetzt muss ich auch auf mich selbst schauen?

Und ganz ehrlich: Wie geht man damit um, wenn man weiß, dass andere Menschen einen wahrscheinlich für diejenige halten werden, die „aufgegeben“ hat, obwohl sich das für einen selbst überhaupt nicht so anfühlt?

Sorry für den langen Text

x 7 #1


Dennis1982
Guten Abend Belle,

ich habe deinen Text gelesen und man merkt sehr deutlich, wie viele Jahre du schon versuchst, diese Beziehung irgendwie am Laufen zu halten. Das ist kein spontaner Gedanke an Trennung, sondern das Ergebnis einer langen Geschichte, die dich emotional, mental und körperlich belastet hat.

Was du beschreibst, ist kein „Aufgeben“. Es ist das Erkennen, dass du schon sehr lange alleine kämpfst. Du hast verziehen, obwohl du wusstest, dass du nicht vergessen kannst. Du hast die Verantwortung für Finanzen, Alltag und Kommunikation getragen. Du hast sogar versucht, den Konflikt zwischen deinem Mann und seinem Vater zu entschärfen, obwohl das eigentlich gar nicht deine Aufgabe ist. Und gleichzeitig bist du in dieser Beziehung immer kleiner geworden, immer einsamer.

Dass dein Mann psychisch angeschlagen ist, macht die Situation natürlich schwerer. Aber das erklärt die letzten Wochen – nicht die letzten Jahre. Die fehlende Nähe, das Schweigen, das Auseinanderleben, der Betrug, die finanziellen Sorgen, die fehlende Partnerschaft: Das alles ist nicht erst jetzt entstanden. Du hast sehr lange versucht, es auszuhalten.

Von außen wirkt es nicht so, als würdest du zu schnell über eine Trennung nachdenken. Im Gegenteil: Du hast sehr lange gewartet, gehofft, getragen, geschluckt und funktioniert. Und irgendwann kommt man an einen Punkt, an dem man sich fragen muss, ob man in dieser Beziehung überhaupt noch vorkommt. Ob man noch Partnerin ist oder nur noch Teil eines Alltags.

Was andere Menschen denken, ist leicht gesagt – aber sie sehen immer nur den letzten Meter, nie den ganzen Weg. Du bist nicht die Böse, wenn du eine Grenze ziehst. Du bist eine Frau, die sich fragt, ob sie in dieser Ehe noch lebt oder nur noch existiert. Und du darfst diese Frage stellen.

Ich finde es gut, dass du dir selbst eine Grenze gesetzt hast. Wenn er nicht spricht, musst du es tun. Und wenn er keine Entscheidung trifft, musst du eine treffen. Das ist kein Egoismus, sondern Selbstschutz. Dein Kind braucht eine Mutter, die nicht jahrelang innerlich aufgibt, nur damit niemand von außen urteilt.

Von außen betrachtet wirkt es nicht so, als würdest du eine intakte Ehe beenden. Es wirkt eher so, als würdest du akzeptieren, dass die Ehe, die du dir wünschst, schon lange nicht mehr existiert. Und das ist ein sehr schmerzhafter, aber auch sehr klarer Gedanke.

Du bist nicht zu schnell. Du bist ehrlich zu dir selbst.

Viele Grüße und viel Kraft
Dennis

x 11 #2


A


Schleichende Trennung?

x 3


S
@Belle2026
Danke für deine Ehrlichkeit. Du stehst scheinbar an einer Weggabelung. Du bist sehr reflektiert. Das gibt es nicht so oft. Aber was von diesen vielen Gedanken hast du schon deinem Mann mitgeteilt? Ohne Vorwurf, sondern nur als Beschreibung deines inneren Erlebens.

x 6 #3


Heffalump
Zitat von Belle2026:
Ich habe sicherlich auch Fehler gemacht

Den Betrug nicht aufgearbeitet?

x 2 #4


GreenTara
@Belle2026, es liest sich nach einem traurigen Leben, voller Zweifel und trüben Gedanken. Ohne Nähe, und ohne Miteinander. Unausgesprochene Themen, Du weißt nicht, was dein Mann denkt. Zwei Fremde, denen das Bett nur noch gemeinsames Schlaflager ist.
Dein Mann hat psychische Probleme. Die verschwinden nicht von Selbst. Er leidet sicher auch unter der Entfremdung, auch wenn er nicht darüber spricht. Vielleicht will er nicht einmal die Gedanken darüber zulassen. Weder in seiner Partnerschaft und in seiner Vaterbeziehung möchte er etwas klären. Oder kann es nicht.
Soll diese Nichtgestaltung des Lebens das sein, was euer Kind von euch lernt? Oder wäre es er eine Aufgabe, ihm zu zeigen, dass man auch in schweren Lebenslagen Wege sucht? Dem Leben Sinn und Form zu geben ist kein Kindergeburtstag mit bunten Luftballons. Aber wenn überhaupt nicht mehr gelacht und geliebt wird? Die schweren Gedanken sind nicht nur in deinem Kopf. Sie haben den Raum komplett eingenommen.
Bitte suche einen ehrlichen Weg. Und bitte suche Zuversicht. Und dann sagst du deinem Kind: Wir müssen handeln. Es wird nicht einfach. Aber wir schaffen es.
Es wird ein neuer Weg werden. Jetzt ist nur Stillstand. Worte fehlen, aber dafür sind die Gedanken umso mehr. Ungeteilt.

x 6 #5


T
Was mir auffällt:
Nicht ein Wort über das, was Du für ihn empfindest.

Mit dem Kopf bist Du längst weg.
Ob mit dem Herzen, wirst Du Dir beantworten müssen.
Dann hättest Du auch die Antwort auf die Frage, ob es zu schnell ist, über Trennung nachzudenken.

Wenn Dein Leben und im Speziellen Deine Beziehung davon abhängt, was andere Menschen denken könnten?! Puh.

Versteh mich nicht falsch. Lies die Sätze bitte nicht als Vorwurf. Denn das könnte man. Mir fällt nur keine bessere Formulierung ein.

Liebst Du ihn?

Antworte Dir selbst. Und Du hast Deinen Weg.

x 1 #6


Stella31
@Belle2026
Ich kann deine Gedanken sehr nachempfinden und merke, wie reflektiert du bist.

Du machst es dir wahrlich nicht leicht und wenn du dich entscheidest, die Ehe nicht weiterzuführen, ist das kein Aufgeben. Schon gar nicht ein zu frühes.

Denn dass du gekämpft hast, steht außer Frage.

Allerdings würde ich nicht noch warten auf irgendeinen imaginären Zeitpunkt. Denn ihr schweigt euch bereits seit Wochen an.
Das ist doch so belastend!

Und es geht auch nicht primär darum, ob und wie ER sich das Weitere vorstellt, sondern wie du es dir vorstellst.
Und das darfst und mMn solltest du auch unbedingt ausdrücken!

Überlege dir, wie bzw. ob du überhaupt noch eine Ehe willst und das sag ihm dann.
Nimm dein Leben selbst in die Hand anstatt es Anderen zu überlassen.

Du kannst ihn nicht zu Therapie zwingen und auch sonst zu nichts.
Aber du kannst ihm sagen, welche Konsequenzen es hat, wenn er nichts unternimmt.
Und diese dann für dich durchziehen.
Warten hilft nicht!

x 3 #7


Ouabain
Hallo @Belle2026 ,

Dein Text ist sehr klar und sehr traurig.
Ja, manchmal verlieren Paare einander.

Von alleine wird es nicht besser werden. Du könntest noch einen letzten Versuch unternehmen und ihm eine Paartherapie vorschlagen. Sowas kann durchaus Verkrustungen aufbrechen. Aber gibt natürlich keine Garantie. Und ist auch die Frage, ob Du überhaupt noch einmal Kraft investieren willst.

Angst vor einer Trennung ist ganz normal. Der Weg dahinter ist ungewiss. Und ja - Könnte sein, dass Du in den Augen irgendwelcher Menschen die Böse bist.

Doch Angst ist immer ein schlechter Ratgeber. So auch hier. Wenn Menschen nicht zu Dir stehen, dann ist deren Zeit in Deinem Leben vielleicht einfach vorbei.

Dann wird es neue Kontakte geben. Menschen, die besser zu einem neuen Weg passen.

Nur Mut. Entweder dazu, jetzt nochmal proaktiv eine Änderung der Ehe einzufordern (Therapie), oder dazu, die Reißleine zu ziehen. Gewartet hast Du lange genug

Liebe Grüße

x 4 #8


VictoriaSiempre
Zitat von Belle2026:
Und ganz ehrlich: Wie geht man damit um, wenn man weiß, dass andere Menschen einen wahrscheinlich für diejenige halten werden, die „aufgegeben“ hat, obwohl sich das für einen selbst überhaupt nicht so anfühlt?

Dir können andere Menschen auch nur genauso vor den Kopf gucken wie Du ihnen. Was drinnen ist, wissen andere nicht - es sei denn, Du hast jemand sehr enges in Deinem Familien-Freundeskreis, dem Du Dich total anvertrauen kannst. So wichtig!

Die Außenwirkung ersetzt Dir kein schönes Leben und eine Entscheidung kann Dir niemand abnehmen. Von Liebe zu Deinem Mann lese ich auch nichts - aber gut: Manchmal ist sie weg, manchmal nur verschüttet. Alleine kannst Du ggfs. den Schutt nicht aufräumen.

Guck darauf:
WILL ich das?
Will ICH das?
Will ich DAS?

Letztlich 3 einfache Fragen…

x 3 #9


Arnika
Vielleicht ist dein Mann psychisch angeschlagen, weil er auch in dem unglücklichen WG-Konstrukt feststeckt, schon mal daran gedacht? Nur scheint er jemand zu sein, der sich lieber wegduckt und leidet statt in die Handlung zu kommen.

Eine Familie zerbricht im Übrigen nicht, wenn man nicht zusammen wohnt. Geschwister wohnen ja auch nur sehr selten dauerhaft zusammen. Eine Familie zerbricht, wenn man nicht mehr wohlwollend und zugewandt miteinander redet. Also ist bei euch der Zug ja eigentlich ohnehin schon abgefahren. Und würdest du deinem Kind ernsthaft so ein Liebesleben wünschen, wie du es ihm grad vorlebst? Kinder ahmen nach und orientieren sich damit an den Eltern, oft lebenslang. Ergo: Armes Kind.

Was dein Mann will bzw. sagt, wie er weiterleben will, sollte für dich zweitrangig sein. Es ist dein Leben, also übernimm auch die Verantwortung dafür. Lese vielleicht mal das Buch, was Sterbende am meisten bereuen. So deine Lebenszeit zu verschwenden, das wirst du am Ende ganz sicher bereuen.

Und wieso hast du so dermaßen Angst davor, was andere dazu sagen? Bist du ein people pleaser? In der Realität sieht es doch so aus: Am Anfang mischt sich die Hälfte ein und gibt ihren Senf dazu, je nach eigener Einstellung. Und wenn der Rauch verzogen ist, wird es akzeptiert und interessiert keinen mehr so wirklich, denn die haben alle ihre eigenen Probleme.

Ich würde also vielleicht noch 2 Wochen warten oä warten, um mir selbst klar zu werden, und sagt er dann immer noch nichts, würde ich die Trennung, die ihr ja grad ohnehin bereits lebt, offiziell aussprechen. Und dann siehst du ja, was er dazu sagt. Kann sein, es ist ein Wake-Up-Call, kann sein, er ist erleichtert. Das liest sich nämlich nicht nach Glück, sondern viel eher nach miesem Karma und gelebtem Fegefeuer. Für euch beide bzw. allen dreien.

Wichtiger ist, dir über dich selbst klar zu werden. Und wie lange du auf Liebe, Nähe, Leidenschaft und wahrer Verbundenheit eigentlich verzichten willst bzw. kannst?

x 1 #10


A
Zitat von Belle2026:
Wenn einen eine Situation so lange belastet und man gleichzeitig keine Lust oder Kraft hat, das eigentliche Gespräch zu führen, steckt man irgendwann wahrscheinlich ziemlich fest.

Da seid ihr euch, du und dein Mann, aktuell sehr ähnlich. Es herrscht Stillstand, bei ihm und bei dir.

Wenn du jetzt weitermachst, der Post hier ist ja schon ein Schritt, und dich "bewegst" wird mehr Bewegung bei euch die Folge sein.

Es muss ja nicht in Trennung münden. Vielleicht kann euch ein Erd-Beben aufrütteln und ihr findet euch neu.

Aber die Zeit, still zu halten, sollte doch jetzt vorbei sein.

x 1 #11


Worrior
Zitat von Belle2026:
Manche Menschen können einem sehr weh tun und man kann ihnen irgendwann vielleicht verzeihen, aber man vergisst trotzdem nicht, was passiert ist. Und dadurch verändert sich die Beziehung. Genau das habe ich auch bei meiner Ehe irgendwann gemerkt

👍🎯

x 3 #12


hotte
Liebe @Belle2026 ,

Liebe ist wie ein Gummiband. Egal wer loslässt, dem anderen tut es weh. In dem was du geschrieben hast sind sehr viele gute Ansätze aber auch die Beschreibungen wie du (teils aus Verzweiflung) deinen eigenen guten Grundsätze über Bord wirfst. Das du mit dem Vater gesprochen hast obwohl du selbst einsiehst das du nicht seine Kämpfe austragen sollst kann man bei pingeliger Betrachtung auch als Übergriffig beschreiben.

Im Film "Der Tag an dem die Erde stillstand" (neuverfilmung) gibt es die Szene wo im Dialog gesagt wird das sich Menschen erst ändern kurz bevor es gar nicht mehr anders geht und sie am Abgrund stehen. Wenn du versuchst die Kämpfe deines Mannes zu führen, dann nimmst du ihm diesen Moment und er wird sich nicht weiterentwickeln.

Das Verhalten das er kaum noch mit dir spricht wird heutzutage als toxisch betrachten und fällt in den Bereich des emotionalen Missbrauchs der sogar unter Strafe steht (nur um es mal gesagt zu haben).

Hier geht es jetzt nicht darum die Schuld irgendwo hin zu schieben aber solange ihr eure Kommunikation nicht in den Griff bekommt ist da mal so gar nix zu retten. Das die Nähe und Leidenschaft einschläft kann ich mir vorstellen, ihr seid ja nur noch im Funktionsmodus und habt das Leben vergessen (keine Schuldzuweisung). Ich kenne teile davon von mir selbst, deshalb kann ich das so aussprechen.

Der Betrug ist nochmal ne ganz andere Nummer. Du sagst ja selbst das du es nicht vergessen kannst und auch das du ihm nie wieder zu 100% vertrauen kannst. Die Frage die ihr euch ehrlich stellen dürft ist ob dass dann noch eine solide Basis für eine Beziehung ist.

x 1 #13


Belle2026
Ich danke euch allen. Ich werde mit meinen Mann reden, sobald sich die Gelegenheit auch ergibt, damit unser Sohn dieses Gespräch nicht mitbekommt.

x 4 #14


GreenTara
@Belle2026, das ist die letzte Chance, dass dein Mann den Ernst der Lage erkennt. Aber wenn dein Mann merkt, dass du trotz aller Schwierigkeiten und Probleme bleiben wirst, wird es so bleiben, wie es ist.

x 1 #15


A


x 4