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Schlußstrich oder nachhaken und quälen?

FloNotperfect


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Hallo,

angesichts mancher anderer Postings hier hantiere ich bestimmt mit einem Luxusproblem, dass mich aber sehr beschäftigt....

Vorgeschichte:
Meine Frau und ich sind seit 13 Jahren verheiratet. Vor fünf Jahren wurde unser erstes Kind ( nach zwei Fehlgeburten ein absolutes Wunschkind ) geboren . Danach geriet unsere Ehe in eine Krise . Meine Frau - selbständig - hat nach dem Mutterschutz sofort wieder in Vollzeit zu arbeiten angefangen, ich - in leitender Position - habe ebenfalls in Vollzeit gearbeitet und zwei halbe Tage in der Woche Home Office gemacht , um meiner Frau ihre Berufsausübung zu erleichtern. Ich fühlte mich damit als "modernster Mann der Welt" , war aber ansonsten ein absoluter Egoist und habe meine Frau die übrige Zeit mit dem Kind, dem Haushalt und ihrem Job weitgehend allein gelassen . Da wir irgendwie verlernt hatten, uns die Meinung zu sagen - maulte meine Frau mich bald nach der Geburt des Kindes nur noch an . Ich wusste nicht, was sie eigentlich von mir möchte und tat das Ganze als nerviges "Gezicke" ab - und stürzte mich in eine Affäre. Das "Gezicke" und die Affäre führten dazu, dass meine Frau mir körperlich nicht mehr attraktiv erschien ( obwohl sie eine ziemliche Anziehung auf Männer ausübt ) , mit dem Ergebnis, dass auch sie in eine Affäre schlidderte.
Unsere Affären endeten beinahe zeitnahe in 2010 und unsere Ehe plätscherte vor sich hin ( das sie gehalten hat, ist mir heute ein absolutes Rätsel ), bis wir beide es 2012 nicht mehr aushielten und uns an einigen Abenden über die letzten drei Jahre aussprachen, uns unsere Affären beichteten ( und "Schwamm drüber" sagten ) und in einen neuen Frühling stürzten . Das Ergebnis war unser zweites Kind, dass 2013 geboren wurde. Auch nach diesem Kind hat meine Frau sofort wieder in Vollzeit angefangen zu arbeiten und ich habe mein Home Office wieder ausgeweitet

Aktuelles Problem
Meine Frau und ich gehen mit unseren Smartphones , Computern etc. sehr offen um. Im Prinzip hat jeder auf alles Zugriff - und wir klickern gegenseitig auch schon mal auf eine WhatsApp - Nachricht, wenn etwas von einem gemeinsamen Freund kommt oder ein Spaßbild eintrudelt.
Nach einem tollen Familienwochenende mit Kurzurlaub ploppte an einem Sonntag Abend tatsächlich ein Spaßbild auf - der Absender sagte mir nicht viel ; wusste bis dato nur, dass das ein "Arbeitskontakt" auf Facebook war . Der Inhalt des Chats war dann gar nicht spaßig . Der Absender war die Affäre von 2009 von ihr, der in Erinnerungen schwelgte und fragte, ob man das Ganze nicht wiederholen wolle. Meine Frau schwelgte fröhlich in Erinnerungen mit und blieb bei der Frage nach der Wiederholung im Vagen . Sie sprang nicht unmittelbar darauf an, sagte aber auch nicht klipp und klar nein . Ich war absolut wütend und enttäuscht. Zum einen , weil sie in den Erinnerungen schwelgte, während wir gerade mit den Kindern beim Einchecken waren , zum anderen weil die geschwelgten Erinnerungen doch etwas von dem Abwichen, was sie mir 2012 erzählt hatte .
Ich habe dann weiter recherchiert, was angesichts unserer offenen Datenpolitik nicht sehr schwer war und mir auch kein ganz so großes schlechtes Gewissen bereitet hat ( trotzdem habe ich mich hinterher fürs Schnüffeln entschuldigt ).
Im Ergebnis wurde die Affäre mit ihm ( ebenfalls verheiratet und zwei Kinder ) Ende 2009 zwar beendet, aber über Facebook immer wieder mit viel Abstand dazwischen ( mal war 10 Monate Funkstille, dann mal wieder sechs Monate etc. ) der Kontakt gehalten, wobei die Initiative mal von ihm und mal von meiner Frau ausging . Es wurden absolute Belanglosigkeiten ausgetauscht, mal zum Geburtstag gratuliert, zur Geburt der Kinder etc. Es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, dass es zu treffen gekommen ist - glaube ich auch nicht .
Ich weiß aber, dass Details der Affäre deutlich anders waren . Zum Beispiel habe es sich laut meiner Frau immer durch Zufall ergeben, dass es zum S. gekommen sei - und dieser habe auch nur im "Handbetrieb" ihrerseits bestanden . Nach den Inhalt der Nachrichten hat man sich aber gezielt verabredet und es war z.B. auch der Mund mit ihm Spiel ( miteinander geschlafen hatte man aber nicht ).
Die Affäre an sich ärgerte mich gar nicht so - dazu habe ich aufgrund meiner parallelen Affäre auch kein Recht.
Mich ärgerte, dass sie mir damals nicht die ganze Wahrheit gesagt hat, dass sie die Affäre sich "platonisch" als Facebookfreund bewahrt hat ( und ihm eigentlich auf jede Frage von ihm sofort und bereitwillig ihre Handynummer herausgerückt hat oder ihn als Kontakt bei allen möglichen Netzwerken bestätigt hat ) und dass sie auf seine eindeutigen Avancen nicht eindeutig ablehnend reagiert hat.

Ich habe sie dann am nächsten Abend mit allem konfrontiert . Ihr hat es verbal leid getan, dass sie auf den Chat zunächst angesprungen ist , blieb aber bei ihrer Version der Ereignisse in 2009. Im weiteren Verlauf des Chats habe sie ihn aber nur hochnehmen wollen ( was man - wenn man das weiß - tatsächlich dann so lesen kann ). Ihm eine Nachricht hinterher zu schicken würde sie aber sinnlos finden , da er das jetzt nicht mehr verstehen würde. Sie möchte das einfach aussitzen ( und hatte auch am Sonntag , das muss man dazu sagen , gar nicht mehr auf letzte Nachrichten reagiert ) ..

Wir haben dann aber auch noch einmal unsere Beziehung rekapituliert und festgestellt, dass wir nach der Geburt unseres zweiten Kindes wieder in den Alltagsstrudel von früher gerissen worden sind und dass wir 2012 unsere Probleme doch nicht zu 100 % aufgearbeitet haben . Wir haben an dem Abend einen kompletten Neuanfang beschlossen - mit dem Wissen der Fehler von damals und dem Wunsch, diese nicht zu wiederholen. Wir haben einen Schlussstrich gezogen, beide unsere Arbeit verändert , um mehr Zeit für uns zu haben , ein neues Haus gesucht und uns symbolisch neue Eheringe gekauft.

Vor knapp fünf Wochen meldete der Typ ( sechs Wochen nach der ersten neuen Annäherung ) sich wieder . Ich hatte davon nichts mitbekommen, sie hätte also hinter meinem Rücken etwas mauscheln können . Sie zeigte mir aber die Nachricht und die sehr , sehr deutliche Abfuhr, die sie im erteilt hat ( da stand auch drin, dass ihr Leben ein anderes wäre, sie mich liebt und glücklich ist und für eine Affäre nicht zur Verfügung steht ).
Auf meine Bitte hat sie auch sofort den Kontakt in allen Netzwerken mit ihm abgebrochen und seine Kontaktdaten vom Smartphone gelöscht .

Jetzt - nach hundert Jahren Vorgeschichte - kommt mein Problem. Als ich dann zu ihr meinte, dass die Krönung des Ganzen nun wäre, wenn sie mir einmal erzählen würde, was denn damals tatsächlich passiert wäre und welche "Bedeutung" der Typ für sie gehabt hätte, dass man trotz Ende der Affäre weiter wie gute Schulfreunde in Verbindung gestanden habe , wurde sie etwas sauer.
Er habe Schwachsinn im Chat geredet ( was ich nachdem , was ich insgesamt gelesen habe, nicht bestätigen kann ) - sie müsse doch wissen , was passiert sei und warum ich ihm mehr glauben würde. Und er habe gar keine Bedeutung für sie - weder bei der Affäre ( das war nur S., den ich ihr verweigert habe ) noch danach noch in der Zukunft. Was könne sie dafür, wenn er immer wieder angedackelt käme ( was so ganz nun auch nicht stimmt. Allerdings hat sie berichtet, dass auch er 2009 in einer Ehekrise war und im aktuellen Chat mitteilte, dass seine Frau ihn aktuell nicht "ran lasse" - nettes Kerlchen ). Sie hätte ihn beruflich bis ca. 2011 als Kontakt evtl. gebrauchen können. Das wäre alles
Wir hätten doch nun einen Schlussstrich gezogen und nun müsse auch mal gut sein...

Ich glaube, dass es ihr peinlich ist, von damals zu erzählen . Und ich glaube aber auch, dass der Typ für meine Frau so etwas wie die "stille Reserve" auf der Bank war, auf die man theoretisch im Bedarfsfalls hätte zurückgreifen können , wenn es sich wieder bei uns richtig doof entwickelt hätte. Wenn wir nicht wirklich unser Leben und unsere Ehe umgekrempelt hätten, wäre sie evtl. sogar auf ein Angebot von ihm zurückgekommen ( ist meine Vermutung ) ...

Mein Problem ist nun, dass ich - obwohl unsere Ehe sich zu einem wirklichen Traum entwickelt und ich auch von Freunden zum Beispiel darauf angesprochen werde, warum meine Frau auf einmal wieder strahlend und blühend aussieht - zwiegespalten bin .

Das Herz sagt : Schlussstrich und gut. Die Affäre an sich ist lange her und ich war auch nicht besser. Der Typ hat eine Abfuhr bekommen . ich habe keine Zweifel an unserer Liebe und an unserer Ehe und glaube auch nicht, dass sie ihm wie auch immer nachtrauert ...

Der Kopf sagt: Um ein Ausrufezeichen hinter den Strich setzen zu können , möchte ich einmal tatsächlich aus ihrem Mund die "Wahrheit" über damals hören. Brücken habe ich genug gebaut . Wobei ich meiner Schwester, mit der ich auch über das Thema gesprochen habe , die Frage "Wofür das wichtig ist?" nicht anders beantworten konnte als "Für mich" . So merke ich zum Beispiel immer noch eine latente Nervosität in mir, wenn sie intensiv im Handy herumtippt und versuche zu erfahren, wem sie denn nun geschrieben hat. Das legt sich bestimmt - vielleicht legt es sich aber schneller , wenn ich das Gefühl hätte, sie ginge voll und ganz ehrlich mit der Vergangenheit um ...

Gibt es Meinungen , was "richtiger" wäre ? Und sorry für den angesichts des Problems unangemessen langen Text ....

19.11.2014 16:24 • x 1 #1


Jelto


Weiß denn ihre Frau alles über ihre Affäre und die Einzelheiten?

Es ist schon eine blöde Sache mit Whatsapp und Facebook, solange man keinen Zugang beim Partner hat fragt man sich Löcher in den Bauch und sobald man alles liest möchte man am liebsten das gelesene vergessen, weil man es kaum erträgt.

Sie sind jetzt schon misstrauisch und glauben nicht alles was Ihnen gesagt wird. Und wenn Sie das immer wieder auftauen, wird auch ihre Frau keinen echten Schlussstrich ziehen können.

Ich denke hier haben beide Seiten Fehler gemacht und beide Seiten haben trotz alle dem sich zu einen Neuanfang entschieden.

Ihr "Kontrahent" hat eine klare Abfuhr bekommen und ihre Frau steht nun voll zu Ihnen.

Gruß
Jelto

20.11.2014 02:07 • x 1 #2


Hey

Hey


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Hallo FloNotperfect,

ich würde annehmen, dass es deiner Frau, jetzt, wo sie dich wieder liebt (weil du endlich wieder liebenswert und nicht mehr so egoistisch und untreu bist^^) echt unangenehm ist, sich an den Anderen und was da gelaufen war, zu erinnern. Was immer es war - lass es ruhen! Das, was sie dir erzählt, ist das, wie sie es zumindest sehen möchte. Sie würde es sich wohl wünschen, dass es so war; und vielleicht war es auch so.

Warum sollt ihr euch jetzt noch gegenseitig mit intimen Details quälen? Ihr habt ja mehr oder weniger BEIDE damals "Fremdressourcen" angezapft, um über die Runden zu kommen; es variiert die jeweilige (temporäre!) Bedeutung der Affärenpartner. Die Affären sind sowieso wohl mehr aus der Not geboren worden ... also lass das doch jetzt ruhen!

Ich glaub dein Ego möchte bissl wieder auferstehen und den "Traum einer Ehe" sabotieren, hm?

20.11.2014 06:26 • x 1 #3


FloNotperfect


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Danke für die Antworten ...

Meine Frau kennt die Details meiner Affäre nicht . Allerdings nur deshalb nicht, weil sie mein Angebot, ihr alles zu erzählen was sie möchte , mit dem klaren "Ich will keine Details wissen" abgelehnt hat ...

Ihr habt aber Recht : im Grunde bringt es mich nicht weiter, da nachzubohren und reißt eher etwas auf. Manchmal muss Vergangenes auch einfach Vergangenheit bleiben ....

21.11.2014 13:55 • #4


FloNotperfect


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So einfach ist ein echter Schlußstrich eigentlich nicht ...

Eigentlich ist alles perfekt. Wir lieben uns und unsere Ehe läuft super. Das erste Mal seit gefühlten hundert Jahren ( oder überhaupt das erste Mal in 17 Jahren ) haben wir uns gegenseitig einen Adventskalender gebastelt. Jeder hatte unabhängig vom anderen die selbe Idee ...

Und doch ist da bei mir noch was im tiefen Innern ...

Ich bin ein Mensch , der durchaus zu starken Gefühlen fähig ist - der aber auch sehr rational gesteuert ist. Und ich denke viel und gerne nach. Wenn ich eine Situation rational erklären kann, ist für mich alles gut. Wenn etwas nicht logisch ist oder sonstwie nicht "passt" , werde ich unsicher und etwas nagt ...

Deswegen - und weil ich wie gesagt ja nicht besser war - habe ich auch gar kein Problem mit der Affäre meiner Frau in 2009 . Dass sie im Arm bzw. bei dem anderen Mann weiter unten am Körper gelandet ist, kann ich verstehen , nachvollziehen , tolerieren und vor allem auch verzeihen / abhaken.
Was ich nicht einsortieren kann , ist das lose Kontakthalten danach ....

Sie meinte , er wäre ein "primitiver , prolliger Idiot" , irgendwie aber auch nett und es hätte damals halt alles gepasst. Sie hätte das abgehakt , will nichts von ihm und wollte auch nie etwas außer S. . Warum aber dann das weitere Kontakthalten und das "Anheizen" und "Warmhalten" beim Chat ?

Andererseits sagte sie auf meine Frage, ob sie sich evtl. hätte vorstellen können, auf sein Angebot einzugehen, wenn ich den Chat nicht entdeckt hätte und wir in unserer Ehe nicht die Kurve gekriegt : "Möglicherweise ja ... Wenn es wieder so schlimm wäre wie 2009 sogar bestimmt" So "primitiv, prollig , idiotisch" ist er dann wohl doch nicht ...

Ich weiß: sie hat den Kontakt abgebrochen, hat ihn aus allen Medien verbannt , sich zu 110 % zu mir und unserer Ehe bekannt und alles ist toll. Aber trotzdem nagt ab und an das Gefühl in mir, dass der Typ irgendwie wie Jack in the box im Hintergrund lauert - bereit, falls unsere Ehe doch einmal wieder aus dem Ruder laufen sollte.
Glücklicherweise nagt es nur noch ab und an - wie ein "Anfall" ...
Aber ich werde an dem Schlußstrich festhalten - auch wenn es mir wie eingangs gesagt an manchen Tagen nicht leicht fällt ...

30.11.2014 14:01 • #5


einwurf


sowie deine frau bis jetzt verbal agiert, besser gesagt laviert, wirst du die ganze wahrheit über die affäre nie erfahren. es scheint, sie will es einfach nicht. welche motivation dahinter steckt, ist eher zweitrangig. finde dich damit ab.

30.11.2014 15:00 • #6


FloNotperfect


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Tja, wenn das mit dem sich Abfinden so einfach wäre ...

Das ist halt der Grat .... Man will wissen, woran man bei dem Typen ist . Auf der anderen Seite will man es auch nicht wissen - es würden neue , andere Fragen auftauchen und man rutscht in eine Endlosschleife . Und irgendwie finde ich es in meiner speziellen Situation - auch wenn mich die Grübelattacken , wenn sie mich heimsuchen, fast in den Wahnsinn treiben - sogar ein wenig unfair meiner Frau gegenüber: schließlich hat sie wirklich alles getan, um den Typen endgültig aus unserem Leben zu verbannen . Da kann mein Beitrag zur wieder aufgelebten Ehe ja nicht primär darin bestehen , dauernd die Folterinstrumente heraus zu holen und sie mit Fragen zu nerven ...

Es ist schwierig ....

01.12.2014 11:50 • #7


piccard


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Danke für den Hinweis auf deinen Thread. Aus meinem Munde bzw durch meine Finger Ratschläge oder eine Meinung zu hören ist komisch, ich versuchs aber trotzdem:

-> Wir haben wieder mit dem checken der Nachrichten aufgehört. Am Anfang war das auch alles offen. Aber jetzt nicht mehr. Ich vertraue ihr nicht, aber was soll ich machen. Ich weiss schon, dass ich auch alle gelöschten Nachrichten wieder herstellen kann, aber ... Und wenn man nachschaut findet man immer was, immer. Zumindest man findet was, was man falsch auslegen kann. Aber auch ich bin da mitten drinnen. Und ich habe sehr große Angst, dass es wieder eine Kommunikation geben könnte.

-> Ich hatte keine Affäre, aber sonst bist du mein Zwillingsbruder. Wir haben alles probiert um Kinder zu bekommen, inkl. IVF. Haben dann ganz natürlich Kids bekommen. Ich war viel zuhause auf Home Office. Meine Frau wieder voll im Job. Geredet haben wir über belangloses. Irgendwann waren die großen direkten Ziele weg. Und sie war woanders. Sch...

-> Ich wollte und will teilweise jetzt noch alles wissen. Aber was zieht mich runter? Genau das was ich weiss. Das ist nämlich echt. Das andere ist nur Vorstellung. Und bei Vorstellungen rede ich mir ein, dass es so ja eh gar nicht stimmt und viel weniger war.

01.12.2014 12:23 • x 2 #8


FloNotperfect


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Ja, je länger ich grübele , desto mehr ringt sich die Erkenntnis durch, dass ich mehr Details eigentlich gar nicht wissen möchte. Es ist ja beileibe nicht so, dass man danach keinerlei Fragen mehr hätte. Diese sind nur andere - und ob das dann besser ist, weil man dann wirklich mit Tatsachen konfrontiert ist . Und die können mehr schmerzen als die Vorstellungen, die man so hat ...

01.12.2014 17:53 • x 1 #9


piccard


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Ich verstehe einfach nicht, warum "Betrüger" sich zu wenig Gedanken machen, was sie aktiv sagen sollen.
Man ist doch so empfänglich für Quantität. Man kann doch Dinge einfach schöner erzählen. So erzählt man nix bzw nur das was der andere rausgefunden hat. Ganz schlechte Krisen PR. Aber wie geschrieben, im Grunde ist wenig am besten.

01.12.2014 18:56 • #10


FloNotperfect


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Mal ein kleines Update ...

Das Gechatte meiner Frau hat sich trotz aller rosaroten Wolken doch tiefer in mir eingebrannt als gedacht ...

Zur Erinnerung: wir hatten beide 2009 eine Affäre. Bei mir war es reiner S. und Schluss danach. Bei ihr war es S. - mit anschließender Verbrüderung auf Facebook, Kontakt halten ( ohne Treffen ) und dann fröhliches Wiedererobern, während ich mit den Kindern daneben stand ...

Dieses Gefühl, als unwichtiger Idiot neben ihr zu stehen und es ihr augenscheinlich egal ist, dass ich mal kurz frage "Mit wem schreibste da eigentlich - zeig doch mal" war/ist ganz abscheulich . Das wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht - vor allem, wenn man sich nach der gegenseitigen Affärenbeichte 2012 geschworen hatte, immer offen und ehrlich miteinander zu sein.

Nun kam sie neulich in mein Homeoffice. Es war vier Uhr in der früh und ich konnte nicht schlafen . Sie fragte, was denn schon wieder mit mir los sei. Am Abend hatte sie mich zuvor geküsst, in den Arm genommen und fröhlich verkündet , dass sie so verliebt in mich wäre , sie gar nicht wisse warum und ich das ja auch gar nicht verdient habe. Noch davor hatte Manfred Krug im Tatort ein paar verfängliche Zeilen aus "Kann denn Liebe Sünde sein" geträllert. Diese Kombination war zuviel.
Ich bin ausgerastet und habe in einem zehnminütigen Wutanfall alles, was mich seit dem September 2014 noch innerlich bewegt, ausgekotzt. Ich habe meine Frau noch nie so verschreckt schauen gesehen ...

Was soll ich sagen : seitdem geht es mir so etwas von gut .... Und das erste Mal seit dem Geschatte hat meine Frau sich wirklich hingesetzt, sich für diesen Chat und meine Verletzungen dadurch entschuldigt und offenbart, was damals nun wirklich passiert ist . Glücklicherweise war das weit harmloser als die FSK 18 - Version meines Kopfkinos . Und um die Affäre an sich ging es mir ja auch nie - nur um das Kontakt halten und nicht mit der Wahrheit herausrücken ...

Das man immer erst richtig schimpfen muss ...

19.12.2014 22:10 • #11


hh84


Ich möchte dir wirklich nicht zu nahe treten aber mache lieber bei deinem 2. Kind einen Vaterschaftstest. Es sei denn es sieht dir in irgendeiner Art und Weise ähnlich...
ich würde ihr nicht alles Glauben...

19.12.2014 22:50 • #12


FloNotperfect


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Er ist mir wie aus dem Gesicht geschnitten. Aber lies mal den Eingangsthread. ich hatte das mit einem zweiten Frühling umschrieben: in der Zeit , in der unser 2. Kind gezeugt wurde, haben wir über mehrere Monate außer zur Arbeit kaum das Bett ( oder andere Orte ) verlassen ... Und mit dem Typen war in der Zeit Funkstille. Das habe ich rekonstruiert ... Also in diese Richtung habe ich so gar keine Sorgen ...

20.12.2014 00:07 • #13


hh84


Dann ist ja gut.

20.12.2014 00:20 • #14


Hey

Hey


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Ich finde das eigentlich schade, dass du sie so angeschrien hast Jetzt hat halt dein Ego wieder gesiegt, aber für ihr Ego hat sie jetzt nichts mehr und ist zudem noch geschockt von dir. Um die Ängste vor deinem Ego in Schach zu halten, benutzte sie ja vielleicht gerade diesen "gedanklichen Joker"

Sie hat ja direkt gesagt, dass sie eigentlich befürchtet, du würdest wieder so schlimm werden, wie 2009, wo du sie mit dem Kind wohl am ausgestreckten Arm verhungern lassen hast und so egoistisch wurdest, wie du selbst sagst. Und dass sie nur REAKTIV, also wegen deinem Verhalten mit dieser Affäre begann - ein Proll, der genau dafür geeignet war, aber für mehr nicht.

Und nun hattet ihr eure Ehe soweit, dass du sogar von "traumhaft" sprachst, und du kannst das nicht verknusen und machst dir Kopfkino

Ich glaube du solltest dich dafür entschuldigen. Deine Frau ist jetzt vielleicht wieder nachhaltiger erschüttert, als du dir vorstellen kannst. So ein Zornesausbruch wirkt bei uns Frauen noch laange nach! Du sagtest ja, du hättest sie noch nie so erschrocken gesehen. Aber woraus du jetzt möglicherweise die "Alleinherrschaft" über ihre Gefühle ableitest, und dich deshalb sauwohl fühlst, ist vielleicht wieder ein Schritt in Richtung Ungleichgewicht. Und aus diesem hatte sich ja damals erst der Frust entwickelt bei ihr. Ist doch ganz bitter, dass du sie auf einmal nicht mehr attraktiv gefunden hast und lt. deinen Aussagen zum Egoisten mutiert bist.

Eine Entschuldigung wäre mE angebracht, und ihr zu signalisieren, dass und was du von ihrer Gefühlslage verstehst.

Ich vermute nämlich, dass sie eher spielerisch über den Gedanken an den "Proll" nur ihre Ängste in Schach hielt, um sich in der Beziehung stärker und sicherer zu fühlen, um die es in ihrem HERZEN geht: Eure Ehe! Ich finde sie ziemlich tapfer, dass sie dir gegenüber hinsichtlich der Zweifel, wie du sie plötzlich so unattraktiv finden und links liegen lassen konntest, keine Dramen schiebt. Diese Zweifel müssten nämlich sehr wohl entstanden sein. Und du scheinst Glück zu haben, bzw. sie war bisher sehr gut aufgestellt, denn andere Frauen kommen nicht so schnell über die "Entthronung" und die Zweifel hinweg, und machen deshalb später doch Drama - so wie du jetzt mit deinem Kopfkino und dem Wutausbruch.

Und überhaupt - DASS sie so schnell den "Schwamm-drüber-Blues" anwenden konnte, liegt bestimmt darin begründet, dass sie nur an ihre Gefühle für den Proll denken muss und dann genau weiß, wie unbedeutend die Affäre war - und das dann auch bei dir vermutet!

Bring das mal lieber schnell in Ordnung

20.12.2014 08:03 • x 1 #15




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