tristundgrau
Gast
was ich gerade durchmache ist echt die Hölle.
Mein Freund meldet sich plötzlich nicht mehr bei mir.
Ich weiß gar nicht, wo ich hier anfangen soll... Ich wills einfach mal loswerden, was mich seit Tagen beinahe in den Wahnsinn treibt.
Wir sind so "eng" miteinander, verbringen fast jeden Tag zusammen. Sobald er Feierabend hat, kommt er her, ich warte auf ihn, voller Sehnsucht nach ihm und der Vorfreude auf den gemeinsamen Abend,
Einer von uns kocht und wir machen es uns meist gemütlich - stets Händchenhaltend. Es ist soooo schön mit uns.
Sind wir mal gemeinsam draussen (ich kann aus gesundhtl. Gründen nur selten raus), lassen wir einander kaum los. Fast wie Magneten...
Schläft er mal nicht hier, fehlt mir seine Wärme, seine Umarmung - es ist Horror.
Im Oktober hat er eine Wohnung für uns gekauft, nur leider einen echt dummen "Fehler" mir gegenüber gemacht, der mir deutlich zeigte, daß er noch immer seiner Ehe hinterherhängt.
Nach dieser niederschmetternden Erkenntnis für mich machte ich einen Rückzieher in Punkto zusammenziehen. Die einzig logische Konsequenz für mich - und auch für ihn, wie er mich in meinem Denken bestätigte. Eigentlich hätt ich lieber GLEICH Schlussmachen sollen, hab auch mit dem Gedanken gespielt.
Sein Verhalten mir gegenüber ist nicht immer leicht zu ertragen, dennoch; er beschimpft mich nicht, er droht mir nicht, ist vollkommen korrekt, nur manchmal so schrecklich verbockt. Etwas kompliziert der Gute... Er selbst sagt über sich, er stünde sich selbst im Weg, sei in gewissen Dingen "unterentwickelt" und würde diese durch mich erst kennenlernen. Z.B. über die Beziehung, oder sonstiges persönliches zu reden.
Ich versuch mir immer wieder, dies vor Augen zu halten, es zu berücksichtigen, allerdings fange ich auch an zu zweifeln. Er ist berufsmäßig ständig mit Menschen konfrontiert, oft Härtefälle - da muß er doch auch reden und Einfühlsamkeit zeigen - und er KANN das sehr gut, so hab ich ihn ja kennengelernt. Nun privates und berufliches Verhalten kann vllt. auch unterschiedlich sein. Vllt. mach ich mir da aber auch nur was vor ?
Jedenfalls war es bisher so, daß ICH diejenige war, die nach einem Disput - ob klein oder groß - immer wieder den ersten Schritt zu einem Gespräch unternahm. Er hats mir dann auch leicht gemacht indem er sofort herkam und stets einsichtig war. Er baut leider immer wieder Bockmist, der mich extrem verletzt.
Ach ja... Noch ist er leider verheiratet aber:
die Scheidung soll schon morgen sein und kaum jemand kann sich vorstellen, wie sehnsüchtig ich auf diesen Tag gewartet hab. Ich bin übrigens nicht Grund der Trennung, er war schon vorher getrennt lebend.
Die Wohnung wird er voraussichtlich im Februar/ März beziehen. Ich würd im Prinzip sehr gern sofort mitgehen, hab nur Bedenken, weil er sich eben manchmal so "dusselig" benimmt und tja...
seine Noch-Frau anscheinend doch noch liebt.
Er sagt er liebt mich, er bewundere mein Selbstbewußtsein und meine Stärke. Wobei ich eigentlich sehr schwach bin und vieles nur Fassade gegenüber Ämtern oder Ärzten z.B. ist. Ich bin allerdings schon stolz auf die kleinen Dinge, die ich allein geschafft habe.
Ich spür diese Liebe nur nicht. Er selbst sagt in letzter Zeit, er würde mir gern häufiger zeigen, daß er mich über Alles liebt.
Tja, was soll ich sagen....
Ich wußte von Anfang an, worauf ich mich einlasse. Ein getrennt lebender Mann, den seine Frau nicht mehr will (dann kurz bevor wir zusammenkamen plötzlich doch wieder wollte....) und der über seine 25 Jahre Ehe einfach nicht hinwegkommt. Dennoch hat er die Konsequenzen gezogen und will standhaft bleiben. Ein Neustart in dieser Ehe hätte wohl keine Change, so seine Worte.
Ich wollte ihm Zeit geben, er ist auch kein Mensch, der leichtfertig eine Beziehung einginge mit einer verletzlichen Frau wie mir - und er wußte genau, WIE angeschlagen ich damals auch war.
Meine Liebe zu ihm gab mir irgendwie die Kraft (*lächel* fragt mich nicht woher...), ihm hier bei mir, wo wir uns meistens aufhalten, so etwas wie ein neues Heim und Geborgenheit zu geben.
Mein ganzes Bestreben lag darin, ihn glücklich zu machen, ihm zu zeigen, wie andere Frauen (sprich ich) ihn lieben, wie schön eine Beziehung sein kann. Er wußte, daß seine Frau ihm zu viel verweigert hat (u.A Sex), er weiß, daß er gewisse "Rechte" im Leben hat.
Mit Freude und Glück hab ich jede positive Regung und Veränderung von ihm aufgenommen. Er schien die Ehe immer mehr abzuhaken. Mir war dabei immer klar, daß seine Familie immer eine Rolle spielen würde. Er ist sehr verantwortungsbewußt und besucht seine Frau gelegentlich..
Ein schöner, anständiger Zug von ihm, der mir allerdings bisweilen einen Schlag ins Gesicht verpaßt. Dämpfer zu Weihnachten, Ostern, Geburtstagen..... Dabei sind seine Kinder bereits erwachsen....Eine der Töchter (bereits über 20 Jahre alt) lebt noch dort.
Nach einer Lappalie am Telefon letzten Montag, die mir mal wieder leise aufzeigte, daß er mal wieder nicht merkte, daß er grad mal wieder etwas respektlos mit mir umgeht und seinem knappen Abschlußsatz: Ich ruf Dich morgen an, O.K. ?
Da meinte ich dann nur ziemlich verärgert: "na, wenn Du meinst...."
Vorausgegangen waren eine hier eingeschleppte Erkältung von ihm. ER steckt das leicht weg im Gegensatz zu mir. Ich bin eh schon dauernd am Pillen schlucken und krank. Jetzt hab ich seinetwegen sozusagen gleich wieder wochenlang husten (Bronchitis), eine Mittelohrentzündung, muß aufpassen, daß mein Blutdruck nicht total absackt etc.... kurz: es geht mir miserabel. Bin wackelig auf den Beinen bis zum es geht nicht mehr....
Dabei waren wir durchaus vorsichtig, nur hat das anscheinend nicht ausgereicht....
Ich hatte wiederholt deutlich einen kleinen Wunsch nach einer kleinen Besorgung geäußert und gehofft, er würde mir auch diesmal helfen. Er hat da sonst stets sehr liebevoll an mich gedacht, ist manchmal sogar extra für mich losgestiefelt. (Btw. wohnen wir noch dicht beieinander und auch beruflich ist er ständig in meiner Gegend)
Jetzt plötzlich muckte er rum, von wegen: Was schon wieder, hab ich Dir ja erst kurz vor Weihnachten gekauft. Ich kann Dir ja das Rezept noch einlösen. Aber DAS brauchte ich an dem Tag grad nicht, ich hatte ganz andere Sorgen. Das hab ich auch gesagt - besser mit krächzender Stimme geflüstert.
Weder er noch ich können was dafür, daß man mal erkältet ist, dennoch kann man vll. verstehen, daß ich echt sauer war, mir schon wieder eine solch fette Erkältung von ihm eingefangen zu haben. Letztes Jahr lag ich deshalb bereits insgesamt 8 Wochen lang flach - nur deshalb. Die Umstände bei einer der Erkältungen waren schier unmöglich. Ich mußte aufrecht im mit Kartons vollgepackten Bett sitzen, weil hier dummerweise tagelang termingerecht renoviert werden mußte. Mit offenen Fenstern etc. Die ganze Wohnung auf einmal - es war Chaos pur und ich nur noch fertig mit den Nerven. Konnt nicht richtig schlafen, kochen,duschen - überall nur Folie, Farbeimer und Kartons...
Irgendwann wars mir egal und ich versuchte einfach zu schlafen obwohl wildfremde Männer in meiner Wohnung waren. Horror pur.
Wenn man das mal berücksichtigt kann man vll. verstehen, daß mir der Kragen platzt, wenn der Herr dann plötzlich so doof am Telefon rumzickt. Ihm geht es ja auch schlecht, aber die Tochter besuchen, ja DAS kann er dann doch und sogar stundenlang Autofahren.... Toll !
Dienstag, Mittwoch und Donnerstag hab ich fast 24/7 geschlafen. Mir wars echt egal so mies gings mir.
Ich kann nicht sagen, ob er angerufen hat. Gehört hab ich nix, allerdings ist mein Tel. auch recht leise und ich war dank Dröhnschädel im Tiefschlaf.
Tja, und bis heute kein einziges Lebenszeichen von ihm. Ich bin echt fertig mit den Nerven. Wie kann er mir das nur antun ? Macht er sich denn nicht mal Sorgen um mich ?
Wollt mit ihm so gern die Stunden nach der Scheidung verbringen, ihn aufbauen und ablenken. Ihm mal wieder die schönen Seiten des Lebens zeigen. Pustekuchen !
Statt dessen heul ich jetz mir hier seit Tagen die Augen aus. Hab Migräne und Schmerzen ohne Ende... Nicht zum erstem Mal - same procedure as evertime sozusagen...
Endlich wäre er endgültig frei und dann solls plötzlich mit uns aus sein ?!
Ich kann mir das gar nicht vorstellen ohne ihn...
Ich hab nur keinen Nerv mehr, ihm schon wieder hinterherzurennen - er "darf" auch gern mal den ersten Schritt machen, auch wenn jetzt vllt. jemand meint, daß die Schuld bei mir selbst liegt.
Schuld ?
Gibts die denn überhaupt ? Ich finde er ist auch mal an der Reihe auf mich zuzukommen und mir damit mal wirklich zu zeigen, daß er mich liebt.
Oder was denkt Ihr ?
Lg
tristundgrau