Lutz_87
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ich lese schon seit einigen Jahren immer mal wieder die Beiträge hier mit und da ich heute wieder einen besonders schlechten Tag habe, möchte ich mich ein mal aktiv mitteilen:
Mittlerweile bin ich 30. Vor sechs Jahren hatte ich eine (für mich zumindest) traumatische Trennung zu überstehen. Mit der Frau war fünf Jahre zusammen, davon haben wir 4,5 Jahre fast jeden Tag miteinander verbracht. Wenn ich sage, dass sie ein Teil von mir geworden ist/war, so ist das keine Untertreibung. Mitte im Studium (drittes Semester) macht sie Schluss, wenige Wochen später ist sie mit einem meiner ehemals besten Kollegen zusammen gekommen. Unsere gemeinsame Wohnung musste natürlich ebenfalls aufgelöst werden. Und mein damaliger Freundeskreis, den ich in die Beziehung reingebracht hatte, lässt mich für sie hängen. Ich war komplett alleine, verstoßen, in einer Studenten-Stadt die ich gehasst habe, in einem Studium, in dem ich keine Freunde gefunden habe. Das Studium liegt jetzt zwei Jahre her und ich vermisse weder die Zeit noch die Stadt.
Am Rande habe ich ihre Entwicklung immer mal mit verfolgt. Nach ca. einem Jahr war mit dem ehemaligen Kumpel auch Schluss, dann hat sie sich wohl "ausprobiert", ist vor ca. zwei Jahren wieder mit ihm zusammengekommen und hat jetzt ein Kind mit ihm. Ob das "wahre" Liebe oder eher aus der Not heraus war, kann ich nicht beurteilen (sie kommt aus einer ziemlich kaputten Familie und ich schätze mal, sie sucht Vertrauen und Halt, aber sei es ihr gegönnt. )
Ich bin seitdem psychisch gebrochen. VOR meiner Ex hatte ich immer einen guten Draht zu Frauen. Ich hatte Erfolge, hab mich bemüht (daten, Zeit investieren, Komplimente machen - das volle Programm). NACH ihr bzw. seit dem ist mir alles egal. Ich sehe gut aus, bekomme es auch immer wieder zu hören bzw. erhalte Komplimente. Aber ich kann es nicht annehmen. Ab und zu habe ich Phase, da betrinke ich mich, gehe feiern und schlafe mit iwelchen Frauen, mit denen es sich eben anbietet. Befriedigung gibt mir das nicht, aber im Alk. Zustand reduziert es sich eben auf Triebe. Wobei ich auch schon eine Phase hatte, da hatte ich 1,5 Jahre keinen Sex, weil es sich schlicht weg nicht ergeben hatte und ich arbeitsbedingt mächtig viel um die Ohren hatte.
Was soll ich sagen? Ich bin unfassbar unglücklich wegen den Frauen. Einerseits sehne ich mich so sehr nach Liebe, Nähe, Geborgenheit, Sex, Inimität, Familie. Andererseits bin ich derartig traumatisiert von meine Beziehungen die ich bis dato hatte, dass ich schlichtweg komplett "dicht" gemacht habe. Mehr als einen One-Night-Stand lasse ich nicht zu. Ich ziehe mich oft komplett vom sozialen Leben zurück, hadere mit meinem Schicksal. Im Studium hatte ich es nochmals mit einer Frau versucht, aber auch hier das gleiche Spiel: nach ca. einem Jahr hat sie mich betrogen (ich weiß es), jetzt ist sie mit dem Typen glücklich zusammen.
Ich sehe nicht mehr viel Sinn in meinem Leben. Die Arbeit und der Sport gibt mir Sinn - und meine Familie. Auf Freunde und Frauen kann ich mich seit damals nicht mehr verlassen. Das Vertrauen ist dahin, meine Gefühle liegen tot begraben irgendwo "da drinnen". Ich war auch bei einer Therapeutin, aber gebracht hat es mir herzlich wenig. Und sechs Jahre sind eine verdammt lange Zeit und doch träume ich noch immer von ihr (nicht oft, aber ab und zu).
Mir ist bewusst, dass ich meine "Macken und Launen" haben, nobody is perfect. Aber dieses Lügen, Betrügen und Enttäuschen könnte ich nicht, dazu bin ich zu aufrichtig und gutherzig in meinem Charakter. Nur das Leben, dass ich aktuell lebe, gibt mir Nichts mehr, es fehlt der Sinn, die Liebe. Ich kann doch nicht nur arbeiten und mich alle paar WE's betrinken?! Das ist so kleinmütig und stumpfsinnig.
Hat jemand etwas ähnliches erlebt? Und falls ja: wie ist er da wieder herausgekommen?
Mir fehlt mittlerweile die Perspektive. Ich bin für jeden Rat dankbar!
