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Selbstliebe oder brauchen wir doch andere?

Worrior
Ich erinnere mich daran dass es sogar Studien gibt welche Aussagen dass liebevoll romantische Beziehungen
gesundheitsfördernd sind.

Natürlich sind damit funktionale, gesunde Beziehungen ohne destruktive Muster gemeint.
Doch ganz ehrlich, ich glaube diese sind rar geworden.
Viele Andere, wie auch ich, würden das alleine sein einer negativen Beziehung allemal vorziehen.
Denn solche dysfunktionalen Beziehungen wirken sich mit Sicherheit nicht positiv auf die körperliche und psychische Gesundheit aus.
Damit alleine sein nicht zur Einsamkeit wird ist eben diese Selbstliebe erforderlich um mit sich selbst in guter Gesellschaft zu sein, keinen Mangel zu empfinden.

Ich kenne Menschen die sehr wahrscheinlich krank werden würden wenn sie nicht ständig jemanden um sich hätten.
Sie haben nie gelernt die Verantwortung vollumfänglich für sich selbst und ihr Leben zu übernehmen.
Ihren Alltag selbstbestimmt zu organisieren und diesen zu gestalten, trotzdem oder gerade deshalb ein Leben in Fülle zu führen.

Die Gesellschaft sieht ein langes Singledasein als etwas Negatives.
Der Mensch der alleine lebt soll unvollständig sein, vielleicht beziehungsunfähig, vielleicht hat er negative Characktereigenschaften, irgend etwas das er inne hat was eine fruchtende Beziehung vereitelt.
Womöglich ist er verbittert, depremiert, desillusioniert oder traurig?
Die Zeiten haben sich geändert und trotzdem werden solche Irrtümer noch verbreitet.
Gerade Menschen die ein beanspruchendes Leben geführt haben, ständig in der Verantwortung für Andere standen, genießen es mitunter nun für sich selbst da zu sein.
Ein Leben wo sie die Dinge genießen die ihnen Freude machen, ohne Rechenschaft darüber abzulegen, sich erklären zu müssen oder den Zeitplan von Anderen zu berücksichtigen.

Heutzutage gibt es auch andere Beziehungsformen außer sich tagtäglich zu sehen und zusamnen zu wohnen.
Diese Beziehungen beinhalten keinesfalls weniger Qualität.
Ich empfinde es sogar als positiv die Partnerin auch mal zu vermissen, sich nach ihr zu sehnen.
Der Andere ist keine Selbstverständlichkeit.
Ich persönlich ziehe das auf jeden Fall mehr vor anstatt Bequemlichkeit, Gewohnheit oder gar Abhängigkeit.

• x 2 #16


FoolishHeart
Zitat von Worrior:
Viele Andere, wie auch ich, würden das alleine sein einer negativen Beziehung allemal vorziehen.

🎯

• x 3 #17


A


Selbstliebe oder brauchen wir doch andere?

x 3


St_Jappi
Hallo @Arnika, na, dann bin ich ja beruhigt. 😉 Ich hatte schon kurz überlegt, wo ich meine Eremitenhütte aufstelle.

• x 1 #18


St_Jappi
@Blindfisch Danke für deine ausführliche Antwort. Da sind einige Gedanken dabei, über die ich tatsächlich noch einmal nachdenken muss. Besonders die Frage, ob aus „Ich brauche keinen Partner“ irgendwann unbewusst „Ich lasse niemanden mehr wirklich an mich heran“ werden kann, finde ich interessant. Vielleicht kann Selbstständigkeit tatsächlich auch zu einem Schutzmechanismus werden.

Ich glaube trotzdem, dass der Wunsch nach einem Menschen und die Fähigkeit, alleine zurechtzukommen, sich nicht ausschließen müssen. Vielleicht ist genau dieses Gleichgewicht die eigentliche Herausforderung.

• x 2 #19


GreenTara
@St_Jappi
Zitat von St_Jappi:
„Ich brauche keinen Partner“ irgendwann unbewusst „Ich lasse niemanden mehr wirklich an mich heran“ werden kann, finde ich interessant.

Das denke ich nicht. Die Kompromissbereitschaft verringert sich wohl, wenn man selbstzufrieden allein lebt. "Ich lasse nur eine Person mit den passenden Werten an mich ran" trifft es wohl eher. Hier im Forum geht es ja leider oft darum, dass etwas passend gemacht werden soll, oder sich jemand selbst passend machen möchte=sich selbst aufgibt. Und dann beginnt das Leid.

• #20


M
Zitat von St_Jappi:
Selbstliebe – oder brauchen wir doch die Liebe eines anderen Menschen? Vor einiger Zeit bin ich über einen Text gestolpert, der den Titel trug: „Die große Lüge von der Selbstliebe“. Damals hat mich dieser Text ziemlich getroffen. Nicht, weil ich Selbstliebe für etwas Schlechtes halte. Im Gegenteil. Aber weil ...

Ich denke das Konzept der Selbstliebe in diesem Kontext gerade bei Trennung soll einen eher ermutigen, sich selbst so zu lieben, dass man lieber Single ist als sich dauerhaft in einer missbräuchlichen und/oder ungesunden und/oder unehrlichen Beziehung (und das sind sehr viele!) aufzuhalten.
Es bedeutet mM nach nicht, dass nicht Community (welcher Form auch immer) ein legitimes Bedürfnis von Menschen ist, sondern sich durch dieses Bedürfnis nicht korrumpieren zu lassen dahingehend, jemandem die VIP Position im eigenen Leben zuzugestehen, der einem im Zweifel sogar schadet, nicht wirklich ein Teamplayer ist oder an mir als Mensch interessiert sondern einen als Ressource und somit als zu benutzende Sache sieht. Und das verhindert das Konzept der Selbstliebe recht gut, finde ich.
Wer einem guttut darf und soll selbstverständlich bleiben. Dann muss ich mich nämlich NICHT zwischen Selbstliebe und Liebe zu jemand anderem entscheiden, sondern es deckt sich sogar! Heisst nicht dass es perfekt ist, aber ich denke Du weisst was ich meine...

Auch denke ich persönlich sowohl Selbstliebe als auch Liebe zu anderen ist kein Gefühl. Es ist primär eine Haltung und drückt sich in Verhalten aus...(also wie lasse ich mit mir umgehen und wie gehe ich mit jemandem um. Habe ich Selbstrespekt und Respekt für den anderen?!?).
In dem Kontext schliessen sich Liebe und Selbstliebe absolut nicht aus. Ich behandle andere gut und lasse aber auch nicht zu, selbst kontinuierlich nicht gut behandelt zu werden. Da gibts keine Konkurrenz. Und die Zeiten in denen man Single ist ermöglichen einem meiner Meinung nach gut zu reflektieren wie man denn lieben möchte und geliebt werden möchte. Und seine Werte dahingehend auf wasserdichte Füße zu stellen.
Weil wenn ich immer im aussen auf der Suche nach emotionalem "Futter" bin, ist es etwas schwerer innerlich reich zu werden und sich mal ehrlich zu reflektieren mit seinen Stärken und Schwächen. Und die Gefahr jemand zu benutzen einfach weil er oder sie da ist (was keine Liebe ist!) ist auch höher, wenn ich mich so orientiere. Weil im Kern bin ich dann nicht liebend sondern brauche einfach transaktional was von irgendwem.

• x 1 #21


PapaEmeritus
Eine ordentliche Selbstliebe ermöglicht es einem zum Beispiel auch schneller, sich aus bestimmten dynamiken zu befreien. Man könnte es auch Selbsterhaltungstrieb nennen.

• #22


Blind-Meg
Zitat von Blindfisch:
Ich frage mich, was Selbstliebe ist. Was soll das sein? Ich kann meine Kinder lieben. Ich kann meine Frau lieben. Ich liebe eine Sportart, ich liebe das Lesen.....Wie aber drückt sich Selbstliebe aus?

Jemanden lieben bedeutet, dass es einem wichtig ist, dass es dieser Person gut geht. Ihre Bedürfnisse genauso wichtig zu nehmen wie die eigenen. Insofern kann man einen Sport oder ein Hobby nicht lieben. Lieben ist nicht die Steigerungsform von Mögen.

Zitat von Blindfisch:
Und bevor eine gewisse Tiefe erreicht werden kann, zieht man sich zurück. Weil alte Verletzungen nicht verarbeitet wurden. Das Hirn wurde durch schlechte Erfahrungen so programmiert, sich selbst zu schützen. Dazu ist es nötig, ein gewisses Misstrauen gegenüber anderen aufzubauen und tiefe Nähe zu anderen Menschen nicht mehr zuzulassen. Man ist nicht mehr in der Lage 100% zu vertrauen und sich fallen zu lassen.

Empfinde ich in meinem Fall genau andersrum. Meinen Partner und mich verbindet nichts außer unserer Liebe und Zuneigung. Jeder könnte jederzeit gehen, man müsste einfach nur aufhören sich zu treffen. Und genau diese Tatsache lässt mich ihm total verbunden fühlen, weil wir eben jederzeit wissen, dass wir 100% freiwillig miteinander sind. Einfach nur weil wir das wollen. Einen anderen Grund kann es nicht geben.
Und unsere emotionale Nähe ist trotz 80km Entfernung extrem stark. Näher als ich jemals mit jemandem war, mit dem ich eine Wohnung geteilt habe. Es gibt einen enormen Unterschied zwischen räumlicher und emotionaler Nähe, und das eine geht ohne das andere. Habe ich in beide Richtungen erlebt.

Zitat von GreenTara:
Die Kompromissbereitschaft verringert sich wohl, wenn man selbstzufrieden allein lebt. "Ich lasse nur eine Person mit den passenden Werten an mich ran" trifft es wohl eher.

Genau, eher so. Nach einrr Trennung weiß man besser, was man braucht und möchte und wo die Grenzen sind. Und man wählt sorgfältiger aus. Und das ist gut so.

• #23


Violettsloth
Alles, was eine Frau braucht, ist eine süße, vierbeinige Fellnase Herzen

• x 2 #24


Ouabain
Zitat von Violettsloth:
Alles, was eine Frau braucht, ist eine süße, vierbeinige Fellnase Herzen
Scheint auf jeden Fall vielen gut gegen Einsamkeit zu helfen. Gilt aber vermutlich auch für Männer Zwinkerndes Gesicht

• #25


Violettsloth
Zitat von Ouabain:
Gilt aber vermutlich auch für Männer

Da bin ich mir auch sicher Lustiges Gesicht

• #26


Lebensfreude
für mich ist Selbstliebe Selbstakzeptanz

• #27


A


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