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Selbstreflexion / Selbstreflektion, aber wie?

Sabine72

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Hallo
es wird ja nun sehr oft von Selbstreflektion gesprochen, aber wie geht das überhaupt? Bei mir herrscht absolutes Gefühlschaos. Leide ich unter Verlustangst, ist es noch Liebe? Warum lösen bestimmte Gedanken Heulkrämpf,Angst oder Beklemmung aus?
Wie geht man vor um der Ursache auf den Grund zu gehen?
Ich hab das Gefühl, erst wenn ich überaupt weiß warum ich so reagiere kann ich etwas dagegen unternehmen?
Kennt sich jemand damit aus? Gibt es eine Anleitung?

28.07.2019 15:06 • #1


Käsestulle

Käsestulle


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Das ist auch alles recht frisch bei dir. Da ist es doch normal, dass die Gefühle Achterbahn fahren. Wenn du sie reflektieren möchtest, beobachte sie doch erst einmal. Welche Bilder/Erinnerungen/Gedanken lösen welche Gefühle bei dir aus? Wenn du das weißt, kannst du schauen warum.
Außerdem kannst du überlegen, was du an der Beziehung gut fandest und was nicht. Schreib es dir auf, wenn du magst. So erfährst du über dich, wie du dir eine Beziehung vorstellst und wie nicht und kannst rückblickend urteilen, ob die Beziehung "gut" war.
Du kannst auch versuchen, zu erforschen, wovor du Angst hast. Ist es das Alleinsein? Sind es bestimmte alltägliche Situationen? Hast du Angst, etwas nicht hinzubekommen, was er sonst erledigt hat? Stell dich diesen Ängsten, probier es aus. Das meiste kann man auch allein bewältigen.
Und ansonsten? Lass es zu. Die Wut, die Trauer, die Angst. Aktiv unterdrücken kann und sollte man sowas nicht. Aber man kann in seinem Tag Raum für diese Gefühle einräumen, sie ausleben. Und danach geht der Alltag weiter...

Ansonsten besteht immer auch die Möglichkeit, sich Unterstützung zu holen bei diesem Prozess. Mit fachmännischer Hilfe geht es vielleicht "reflektierter" und schneller.

28.07.2019 15:19 • x 2 #2



Hallo Sabine72,

Selbstreflexion / Selbstreflektion, aber wie?

x 3#3


NurBen


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Zitat von Sabine72:
Gibt es eine Anleitung?

Das wäre ungefähr so, als wenn du deinen KFZ-Mechaniker fragst:"Mein Auto ist kaputt, woran liegts?"

Zitat von Sabine72:
Leide ich unter Verlustangst, ist es noch Liebe?

Wenn man sich die Frage schon stellt, ist es meist Ersteres.

Zitat von Sabine72:
Wie geht man vor um der Ursache auf den Grund zu gehen?

Die erste Frage die ich mir stellen würde ist:
Habe ich Angst, dass er mich nicht mehr liebt? Habe ich Angst, verlassen zu werden? Oder habe ich Angst alleine zu sein?

Zitat von Sabine72:
Warum lösen bestimmte Gedanken Heulkrämpf,Angst oder Beklemmung aus?

Weil sie einen an "etwas" erinnern, bspw eine Situation, eine Gefühlslage.

28.07.2019 15:21 • x 2 #3


Sabine72


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Ich liebe das Forum und die unterschiedlichen Arten der Hilfestellungen! Egal wie die Antworten ausfallen - mir helfen sie!

Ich meinte mit Anleitung eher - welche Frage muss ich mir stellen. Wie überprüfe ich deren Richtigkeit....

28.07.2019 15:33 • #4


JoeBlack


Ich hab mir in einem Moment der Wahrheit selbst einen Brief geschrieben und mir ordentlich diese um die Ohren gehauen. Für den Fall, dass ich mir alles wieder schön rede.

28.07.2019 15:43 • #5


Sabine72


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Zitat von JoeBlack:
Ich hab mir in einem Moment der Wahrheit selbst einen Brief geschrieben und mir ordentlich diese um die Ohren gehauen. Für den Fall, dass ich mir alles wieder schön rede.

Ähnliches habe ich nach 1 Monat nach dem Geständnis der Affaire gemacht. Darin stand, dass ich Ehrlichkeit u Sicherheit will! Es kam zur Trennung-und es hat mir das Zweifeln an der Richtigkeit genommen, da ich es schwarz auf weiß hatte!

28.07.2019 15:59 • #6


_Konstantin

_Konstantin


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Hi Sabine,

Zitat von Sabine72:
Ich meinte mit Anleitung eher - welche Frage muss ich mir stellen. Wie überprüfe ich deren Richtigkeit....

Lächelt - ja, wie geht man an so etwas ran? Es ist immer so - auf die einfachsten Fragen gibt es meist schwierige oder mitunter sehr komplexe Antworten.

Auf deine Frage bezogen geht es für Dich offensichtlich darum, wie Du dich und deine Persönlichkeit einschätzt in Verbindung mit deinem Können und deinen Fähigkeiten.

Der Versuch eine Ordnung in dein Gefühlschaos zu bringen könnte damit beginnen, dass Du dir selbst ganz offen, ehrlich und unverblümt die Antworten auf deine Fragen gibst, die Dich so intensiv bewegen. Die Antworten kennst nur Du, niemandem musst Du Rechenschaft darüber geben - aber Du erlebst dadurch einen Erkenntnisprozess, der Dich in deinem weiteren Umgang mit deinen Gefühlen selbstsicherer werden lässt. Die Prüfung der Richtigkeit wird Dir die Erfahrung zeigen.

Versuch´ es mal.

28.07.2019 16:01 • x 2 #7


FireWoman

FireWoman


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@Sabine72 wie geht es Dir inzwischen mit dem Thema "Selbstreflexion" - konntest Du ein bisschen weiter kommen? Es ist ja schon ein paar Monate her...

01.03.2020 18:01 • x 1 #8


Sabine72


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Oh ja. Man lernt ja einiges dazu.... Ich musste vor allem lernen nur auf MICH zu schauen, nur meine Wünsche und Bedrüfnisse zu sehen und von anderen unabhängig zu bewerten. Ich hatte dabei auch Hilfe.
Ich habe einiges über mein Verhalten gelernt.

02.03.2020 07:41 • x 1 #9


FireWoman

FireWoman


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Das klingt doch sehr gut und freut mich sehr Ein bissl haben wir ja ein ähnliches Thema..-

Ich wollte Dir noch kurz was zu dem Thema Reflexion sagen...
Um eben bei diesem Thema zu bleiben: Der Betrug. Ich bin keinesfalls jemand der sagt "naja, war ich ja selbst schuld dran, dass ich betrogen wurde" - also das bitte schon mal nicht falsch verstehen. Ich denke aber, und das ist für mich die Selbstreflexion, dass uns alles aus einem Grund passiert/wir es nicht einfach mal so, zufällig, anziehen. Da man mir nicht treu war, stellte ich mir auch folgende Fragen:

- Wo war/bin ich mir selbst nicht treu?
- Worin/Womit belüge ich mich selbst?
- In wie fern war/bin ich auch zu anderen unehrlich, wenn auch in anderer oder gar selber Form (und habe es vielleicht weg geschoben)?
- Wo habe ich mir was vor gemacht (mich und auch meinen Partner betreffend)?

...also ich will sagen, ich stelle mir solche Fragen immer, um für mich selbst zu reflektieren und zu verstehen, was ich daraus lernen kann und soll. Hat nichts damit zu tun, dass ich die Verantwortung vom Gegenüber auf mich nehme, sondern damit, dass ich meine Verantwortung dazu einfach sehe und aus der Opfer-Täter-Dynamik aussteige, die mich nicht weiter bringt.

Alles Liebe Dir!

02.03.2020 07:49 • x 1 #10


Sabine13

Sabine13


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Selbstreflektion ist ein Prozess. Das dauert eine Weile.
Oft neigt man dazu die Dinge mit dem Verstand anzugehen und alles logisch ergründen zu wollen. Aber der Verstand spielt oft Spielchen mit uns.
Mir hat Stille geholfen. Vor allem in der Natur. Gehen und nur auf den Moment konzentrieren. Wa höre, rieche, sehe ich?

Und fühlen. Einfach fühlen. Wo im Körper sitzt das Gefühl? Wie fühlt es sich an?

Später habe ich auch überlegt, warum ich so fühle wie ich fühle. Was steckt wirklich dahinter?

Heute ist mir das klar. Und ich akzeptiere es. Die Gefühle sind nicht weg. Aber ich lasse mich nicht mehr von ihnen beherrschen.

02.03.2020 08:21 • x 2 #11


FireWoman

FireWoman


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Akzeptanz ist auch etwas Wichtiges ja - sich mit den Gefühlen annehmen.
Ich sehe es auch so, dass es oft Zeit braucht. Ich denke die reflektierenden Fragen sind wichtig, um sich selbst auch mal zu hinterfragen.

Ja, Stille und Natur - etwas, das der Mensch oft schon ganz vergessen hat und doch so effektiv und wertvoll ist...

02.03.2020 08:36 • x 1 #12


Bumich

Bumich


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Zitat von Sabine72:
Ich liebe das Forum und die unterschiedlichen Arten der Hilfestellungen! Egal wie die Antworten ausfallen - mir helfen sie!

Ich meinte mit Anleitung eher - welche Frage muss ich mir stellen. Wie überprüfe ich deren Richtigkeit....


keine fragen brauchen gestellt werden. wenn, dann nur für einen schubs in die richtige richtung. wie du das überprüfst?
wenn du richtig liegst, merkst du es einfach. und es gibt viele techniken. für jeden typ mensch mindestens eine. such dir deine passende technik aus und mach einfach. der rest wirst du dann schon sehen. das wichtigste ist immer, sich zu beobachten. viel mehr muss man gar nicht tun. nur beobachten. dann offenbart sich dir alles auf natürliche weise.

02.03.2020 20:55 • #13


Sabine72


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Hi Bumich,

Danke für Deine Antwort. Mein Beitrag war aus dem Juli 2019 - meiner schwärzesten und verzweifelsten Zeit. In der Zeit hätte ich es nicht geschafft alleine einen Weg zu finden! Das ist anders, wenn man alle Sinne zusammen hat! Ich habe in der Zwischenzeit viel über mich gelernt.

03.03.2020 08:27 • #14


Ben67

Ben67


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Zitat von Sabine72:
Ich meinte mit Anleitung eher - welche Frage muss ich mir stellen. Wie überprüfe ich deren Richtigkeit....

Ich würde es mal mit professioneller Hilfe (muss ja kein Psychotherapeut sein) versuchen. Die Frage ist ja nicht, welche Fragen Du Dir stellen musst z.B. wegen der Verlustangst, sondern, was ist die Ursache der Verlustangst etc.

03.03.2020 15:59 • #15




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