Zitat von tina1955: In Beitrag #53 hat der TE bereits mitgeteilt, dass er zeitnah eine Entscheidung treffen möchte und har sich seit dem nicht mehr an seinem Thema beteiligt.
Kein Wunder, hier ging es ja auch drunter und drüber und es wurde einfach alles in einen Topf geschmissen, auch mit Vorurteilen, die in meinen Augen auch schon nichts mehr mit dem Thema zu tun hatten. Leider war es abzusehen.
Zitat von DonaAmiga: bis herauskam, dass er ganz streng neuapostolisch war und seine Familie überhaupt lieber ein Mädchen aus seiner Gemeinde als Freundin für ihn wollte.
Mein Expartner, bzw. eher seine Eltern und die älteren Familienmitglieder, waren auch in der Neuapostolischen Kirche. Jedoch nicht streng, so wie in deinem Fall. Als wir uns kennenlernten hat er mir erzählt, dass er da so reingerutscht ist durch seine Eltern, aber immer seltener mitgeht zur Kirche und sich auch nicht an die Regeln hält. Bei seinen Eltern war es ähnlich. Sie gingen zwar regelmäßiger zum Gottesdienst, aber die Regeln wurden seit Jahren nicht mehr so ernstgenommen. Eine Wendung war wohl, als die Mutter irgendwann die Hausbesuche der Kirche unterbunden hatte...Nach den Regeln der Gemeinde hätten wir wohl mal lieber getrennt schlafen sollen und mein Ex hätte auch nicht zum Fußball ins Stadion gehen dürfen usw. ...
Ich hatte natürlich durch seine Erzählungen und auch durch meine Recherche erstmal ein komisches Gefühl. Für mich stellte sich dann schnell die Frage, wo meine Schmerzgrenze wäre. Alle paar Monate mal mit zum Gottesdienst gehen, hätte ich mir noch vorstellen können, da hörte es dann aber auch auf. Dazu kam es aber nicht, weil er es selbst nicht mehr wollte und lieber die Zeit mit mir verbrachte. Er sagte zwar anfangs oft, er habe ein schlechtes Gewissen deshalb, aber das legte sich offenbar mit der Zeit. Hätte er von mir erwartet, dass ich konvertiere/mich an die ganzen Regeln halte, so wie hier im Falle des TE, dann wäre für mich die Sache erledigt gewesen. Ich bin und war nie gläubig, als Nichtdeutsche (gefühlt bin ich es jedoch, da ich seit 31 Jahren hier lebe) mag ich in Deutschland die Vielfalt der Kulturen und finde viele religiöse Bräuche und Rituale wirklich spannend und bereichernd. Jeder soll an das glauben, was er möchte. Aber dann soll er mir umgekehrt ebenso nichts überstülpen, wenn ich eben nicht glaube. Jeder soll auch lieben dürfen, wen er möchte. Wenn dann eine Liebe daran scheitern soll, weil Menschen nicht dem gleichen Glauben angehören, dann verstehe ich das einfach nicht. Für mich hätte so eine Unterscheidung zur Folge, dass ich mir denken würde, dass meine Bedürfnisse und Eigenheiten weniger wert sind.
Aber das gilt ganz genauso für Nichtreligiöse und ist auf alle Situationen anwendbar, in denen von mir erwartet wird, dass ich etwas Grundlegendes ändere an mir, damit die Partnerschaft funktioniert.
Vielleicht ein Beispiel das etwas hinkt, aber mir fallen da zwei Expartner ein, die rauchten. Ich bin Nichtraucherin und mag diesen Qualm wirklich überhaupt nicht. Ich mochte aber den Menschen so sehr, dass ich bereit war darüber wegzusehen. Niemals hätte ich mir das Recht herausgenommen, sie zum Aufhören zu bewegen. Sie wussten aber, dass es für mich unangenehm ist und haben ganz von sich aus reagiert, den Konsum stark reduziert, nur noch draußen geraucht... das kommt exemplarisch dem, wie ich mir Partnerschaft mit
gegenseitiger Wertschätzung vorstelle, schon sehr nahe.