Zitat von Tim997: Ich würde alles für sie tun.
Ist das Deine Definition von Liebe, bzw. der Maßstab, an dem Du sie mißt?
Zitat von Tim997: Ich respektiere, dass sie ihren Glauben hat,
Im alltäglichen Leben sollte dieser Respekt selbstverständlich sein. Also der Respekt von Atheisten gegenüber Religiösen,
und umgekehrt. Oder müssen wir da ernsthaft ins Grundgesetz einsteigen?
Hier geht es aber nicht ums öffentliche, sondern um Dein
Privatleben. Nicht nur das: um die Beziehung zwischen Mann und Frau, die Ihr anzustreben versucht. Das ist ein völlig anderer Kaffee. Zwar muß man auch da Respekt vor anderen Menschen haben. Aber wenn einer von beiden oder beide sich dafür verbiegen müssen, dann kann Respekt auch so aussehen, daß man sich in Würde trennt und den anderen ziehen lässt.
Leider begehren wir oft das am meisten, was wir täglich sehen, ohne es "haben" zu können. Daher fühlt sich dieser Verzicht an wie "die Liebe meines Lebens aufgeben müssen". In Wahrheit ist es Dein Hormonhaushalt, der die ersten beiden Jahre nach dem Kennenlernen verrückt spielt. Da kommen auch Emotionen hoch, die sich wie Liebe anfühlen. Deshalb wirkt das real, ist aber trotzdem "nur" Verliebtheit.
So schwer es fallen mag: Versuch im Kopf und Dir selbst gegenüber ganz ehrlich zu bleiben: Ist es der Islam, der Dich interessiert, oder ist er nur ein Vehikel, um diese Frau für Dich erobern zu können?
Zitat von Tim997: Ich habe schon oft überlegt, sie einfach zu fragen, ob ihr der islamische Glaube wirklich wichtiger ist als der Glaube an mich,
Natürlich ist er das. Hat sie Dir doch deutlich rübergebracht. Finde ich übrigens sehr beeindruckend, wie diese Frau zu sich und ihrer Überzeugung steht, statt sich von einer Liebelei davon abbringen zu lassen.
Wenn Du sie wirklich respektierst, dann stell ihr diese Frage bitte nicht. Sie identifiziert sich mit dem Islam. Sie sowas zu fragen würde bedeuten, ihr Wertesystem, ihre Art zu leben und somit letztlich sie selbst in Frage zu stellen. Kein Mensch mit Selbstrespekt wird sich darauf einlassen.
Schlimmer noch: täte sie das wirklich, würdest Du das Machtspielchen zwar vordergründig für Dich entscheiden. Doch zugleich käme Dir auch der Respekt vor ihr abhanden. Sie wäre dann nicht nur verfügbar, sondern würde Dir gegenüber damit eine emotionale Abhängigkeit offenbaren, die eine Beziehung auf Augenhöhe nicht länger zulässt.
Zitat von Unterwegs: Bleib dir selbst treu. Wenn du nicht vom Islam, als auch von Religion überzeugt bist, dann solltest du auf keinen Fall konvertieren.
Volle Zustimmung.
So einen halben Kram haben weder der TE, noch seine Freundin, noch der Islam verdient.
Zitat von Arnika: Also lies nicht nur den Koran, sondern beschäftige dich auch mit der Kultur, in die du einheiraten willst. Und nicht zuletzt der Familie, denn die heiratest du mit und wirst du viel öfter sehen, als deine eigene.
Klasse Hinweis. Es ist immer hilfreich, Entscheidungen konsequent zuende zu denken...
Zitat von ElGatoRojo: Eine klare Regelung. Friss oder stirb. Könnte man aber auch als Erpressung bezeichnen.
Ich sehe es nicht als Erpressung an - die Frau kann halt nicht aus ihrer Haut, also steht sie zu sich, ihrem Glauben und allem, was dazugehört.
Ich kannte früher noch eine Menge Christen, die waren da ganz genauso. Deshalb verkehrten die auch ganz gezielt möglichst nur untereinander, damit Kontakte zu Andersgläubigen auf das Nötigste beschränkt blieben und solche Beziehungen gar nicht erst entstanden.