Tuga
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Ich denke das wird jetzt ein etwas längerer
Text und hoffe das die/der ein(e) oder andere doch bis zum Ende liest.
Vllt. ist das hier auch nicht der richtige Ort, oder die richtige Seite im Netz dafür da es eine Art seelische Abfallentleerung gepaart mit einer kurzen Lebensgeschichte ist.
Sollte das so sein kann mein Beitrag auch gerne kommentarlos gelöscht werden.
Ab jetzt würde ich auch das Gendern lassen da es mühsam ist beim Schreiben.
Here we go:
Ich bin 42 und seit 12 Jahren mit meiner 7 Jahre jüngeren Frau zusammen und seit 7 Jahren verheiratet.
Wir haben einen sehr lebendigen und fordernden kleinen Sohn zusammen der
entweder hochsensibel oder in die Beschreibung eines "High need" Kindes fällt.
Vllt. können manche ja damit etwas anfangen.
Ich selbst bin in sehr strengen Familienverhältnissen aufgewachsen zusammen mit einem jüngeren Bruder.
Schon seit meiner frühesten Kindheit hatte ich das Gefühl anders als alle anderen zu sein und habe mich viel mehr mit mir selbst und meinen inneren Gefühlen beschäftigt als wahrscheinlich gut ist. Ich war immer sehr sehr ruhig und introvertiert. Schüchternheit ist gar kein Ausdruck. Ich denke ich bin (laut Test ist es angeblich so) auch mehr oder weniger hochsensibel.
In meiner Jugend in der ich aus dem "strengen" Griff meines Vaters ausbrechen wollte kam es ständig zu extremsten Eskalationen mit ihm. Bis ich angefangen hatte meinen Körper zu pushen um ihm entgegentreten zu können und dann mit 15/16 erreicht hatte dass er mich nicht mehr schlägt.
Ich war dennoch bis ca. 18 oder 19 sehr depressiv und oft kurz davor den Freitod zu wählen. Ich begann irgendwann mich zu verändern und wurde für das weibliche Geschlecht interessant. Ich fing an durch ständige Verhältnisse und das gleichzeitige eingehen mehrere Beziehungen (es war meine Sturm und Drang Phase) mein Ego aufzupolieren und tat alles dafür an Oberflächlichkeit zu gewinnen um mich nicht mehr mit mir selbst und meinen vielen tiefsinnigen Gedanken und selbstwertabsprechenden Themen zu beschäftigen.
Gleichzeitig war ich dennoch auf der Suche nach einer Frau die in meinen Augen tiefgründig genug ist mir das Gefühl zu geben mich zu verstehen und in mich reinsehen zu können. Trotz mehrerr Beziehungsversuche, bei denen auch echt feinfühlige und liebe Partnerinnen dabei waren, schaffte ich nie
ein Gefühl was dem von Liebe nahe kommt, zu empfinden.
Zu dieser Zeit arbeitete ich stets daran nach außen hin einen starken, lebenslustigen, energiereichen Menschen vorzugaukeln. Das beherrschte ich irgendwann nahezu in Perfektion und glaubte wohl fast schon selbst daran so zu sein.
Als ich dann irgendwann eine neue Arbeitskollegin kennenlernte die ich sehr hübsch und interessant fand, versuchte ich Ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. Anfangs evtl. eher aus sexuellem Interesse. Ich fing ich an ihr einen Mann vorzuspielen der viele Interessen hatte und Ansichten vertrat welche Sie auch hatte. Ich merkte allerdings auch dass sie sehr sensibel und tiefgründig ist was dazu führte dass ich ihr die perfekte Mischung zwischen einfühlsam und tiefsinnig (was ich in echt ja war) sowie selbstbewusst und stark vorspielte.
Nach langem Baggern schaffte ich es dann auch sie zu meiner Freundin zu machen.
In der Beziehung ließ ich dann immer mehr meiner Maske fallen und zeigte ihr meine verwundete Seele. Wir waren irgendwann auf einem Level und ich konnte mich bei ihr fallen lassen und gab ihr nahezu alles Preis. Sie mir ebenfalls. Wir heirateten nach 5 Jahren und 3 Jahre später kam dann unser Sohn zur Welt. Wir hatten eine wahnsinnig schöne Beziehung und sehr viel Spaß miteinander sowie viele gemeinsame Interessen.
Es kam, ich denke vor allem für sie, dann eine sehr harte Zeit da der Kleine als Schreikind bezeichnet werden könnte und meine Frau fast 2 Jahre extremen Schlafmangel durchmachen musste. Ich versuchte natürlich auch viel zu helfen, aber meine Arbeit ließ das tagsüber natürlich nicht oft zu. Dennoch versuchte ich in jeder freien Minute sie zu entlasten.
Mit 3 Jahren wurde dann vieles in Bezug auf das Schlafen einfacher und sie kam wieder dazu richtig durchzuschlafen. Nichts desto trotz trieb er uns mit seiner wirklich sehr fordernden Art (er rastet aus heiterem Himmel wegen den kleinsten Dingen aus, er brauch für alles vor allem Mama und aber auch Papa, und ist dazu unfassbar agil und ruhelos. Alles in Allem benötigt und beansprucht er vom Aufstehen bis ins Bett gehen nahezu unsere ganze Aufmerksamkeit) bis ans Limit. Er ist vor allem auf Mama fixiert und bis vor kurzem konnte sie ihn keine Minute alleine lassen ohne dass wir ein Drama erlebten. Somit scheiterte auch zweimal die Eingewöhnung im Kindergarten, sowie bei einer Tagesmutter. Er schläft immer noch mit meiner Frau im Ehebett und jede Weiterentwicklung in Bezug auf das Lösen seines emotionalen Klammerns geht nur sehr sehr langsam von statten.
Kurzum, es ist weiterhin anstrengend. In dem jahr als er geboren wurde war zusätzlich eine intensive Zeit da wir ein Haus gekauft hatten und dann im selben Jahr auch noch plötzlich mein Chef verstarb und ich aus dem Nichts seine Nachfolge antrat. Nach außen hin also eine perfekte kleine Familie und ein mit Glück gesegnetes Leben. Meine Frau kam dann irgendwann (ich springe wieder zum Zeitpunkt als er drei wurde) mit dem Begriff Kita-frei. Nach vielen Diskussionen, in denen ich die Auffassung vertrat dass ein Kind in den KiGa gehört, fing ich an mich damit zu beschäftigen und las auch vieles im Internet was mir meine Meinung änderte und ich stand dann auch hinter dem Vorhaben.
Sie fand also über Facebook eine Gruppe gleichgesinnter die sich ein Mal in der Woche treffen und im Freien die Kinder miteinander spielen lassen bzw. selbst mit ihnen spielen. Langsam fing meine Frau eine spirituelle und alternative Lebenseinstellung zu entwickeln. Am Anfang noch totales Corona leugnen, dann Impfverweigerung. In Telegrammgruppen war sie mit Gleichgesinnten verknüpft und in der Kitafrei Gruppe, die sich mittlerweile zwei Mal die Woche traf, lernte sie auch einige Menschen kennen die ähnlich denken. Wir hatten ständig Streit da ich viel hinterfragt hatte und immer der Meinung war nicht einfach irgendwas glauben zu können, sondern stets das Bedürfnis hatte mich zu informieren und alle Seiten beleuchten zu wollen. Aah, ich vergesse - angefangen hatte alles damit dass sie ihn nicht impfen lassen wollte. Da liefen unsere Diskussionen sehr emotional ab. Aber, ich war immer dazu bereit mich mit den Themen zu beschäftigen und nicht steif auf gesellschaftlichen Überlieferungen und typischen "das gehört sich so" Konventionen zu beharren ohne mich wirklich damit auseinander zu setzen.
Und in vielen Dingen kam ich dann zur gleichen Überzeugung, einer ähnlichen Meinung, oder konnte ihre tolerieren. Dann kam das Thema "bedürfnissorientierte Erziehung" auf, in welches ich mich auch grob einlas (im Sinne von lesen) und ich fand viele gute und interessante Aspekte die ich mit meiner eigenen Intuition und meinem Weg, kombinierte. Im Laufe des letzten Jahres fing sie dann mit Selbstcoachings an und auch Workshops. Sie versuchte ihre schwierige Vergangenheit aufzuarbeiten und sich selbst und den Menschen die sie verletzt hatten zu verzeihen, sich zu finden, Glaubenssätze abzulegen und sich innerlich weiterzuentwickeln. Da ich ja der noble Finanzier des ganzen war/bin gab es auch hier immer Streit. Aber auch da versuchte ich zu verstehen und mich zu informieren sodass ich mich mit allem abfinden konnte, ja sogar vieles sehr interessant und erstrebenswert fand. In der Zeit liefen die Tage so ab dass mein Sohn mich morgens schon stark forderte da er bespaßt und immer mit mir spielen wollte. Ich ging danach zur Arbeit und abends falls die Beiden nicht schon im Bett waren durfte ich nochmal ran. Ansonsten saß ich direkt vor dem TV bis auch ich ins Bett ging. Es war allgemein seit "seiner" Geburt eine einsame Zeit da meine Frau sich immer mit ihm hinlegen musste (und meist auch einschlief dabei) und ich daher sehr viel alleine war. Sex gab es nur äußerst selten und wenn dann ging es von mir aus und sie musste erst über ihren Schatten dafür springen. Spaß hatte sie nur selten dabei (wenn sie schaffte richtig abzuschalten und sich gehen zu lassen) - ich dadurch auch nicht wirklich. ich empfand es irgendwie einfach nur als eine Befriedigung primitiver Instinkte mit anschließendem Bereuen und schlecht fühlen weil sie meistens kaum Spaß dabei hatte, und ich sie dazu überredet hatte.
Natürlich kamen bei mir auch extreme Selbstzweifel auf und ich dachte wenn ich im Bett keine Flasche wäre dann hätte sie auch Spaß daran.
Somit würde sie bestimmt irgendwann einen anderen suchen bei dem sie auch Spaß am Sex hatte.
Sie fing an mir bei gewissen Reaktionen und Aussagen meinerseits ihre lehrbuchartigen dogmatischen Weisheiten zu predigen und fand sich immer mehr in der Position dass nur so ein (ich nenne es mal so) spiritueller Weg der richtige ist.
Tja, letzte Woche eröffnete sie mir dann dass sie keine Gefühle mehr für mich hat und sie sich sehr stark mit sich und allen gelernten Methoden damit beschäftigt hat und das eine unumstößliche Tatsache ist.
Sie hat außerdem Gefühle für einen Anderen. Dieser ist als Einziger Mann bei diesen Treffen dabei und lebt offenbar auch in Trennung von seiner Frau. Dies war wohl der Grund dass er auch an sich gearbeitet hat und sein Leben komplett neu gestaltet und ein extrem positiver energetischer Mensch ist. Er hat wohl auch sehr viel mit meiner Frau gesprochen und tiefsinnige Gespräche geführt (ich denke er stand von Anfang an auf sie). Und sie haben festgestellt dass sie an sich gegenseitig bis dato ungeahnte Energien und positive, ich sag mal "Vibes", verspüren. Na ja, sie hat sich in ihn verliebt. Sie haben sich bisher zwar noch nicht geküsst aber das wird sie wie ich es jetzt verstehe alles schnell nachholen. Sie sagt (das hat sie immer so gesagt) bei ihr könne so lange sie für mich Gefühle hat, kein anderer irgendetwas bewirken und dass sie Erkenntniss, dass da plötzlich Gefühle / Anziehung ist, darauf gestoßen hat dass sich zwischen uns etwas verändert hat. Also von Ihrer Seite die Gefühle weg sind.
Der Typ hat seinen Job wohl, wie er selbst sagt, auf ein Minimum reduziert und arbeitet in der Woche max. 4 Stunden freiberuflich was ihm wohl reicht um gut leben zu können (Ich dagegen stecke natürlich in meinem beruflichen Hamsterrad – wie die allermeisten anderen Menschen auch - von 50-60 Stunden die Woche fest).
Ich stehe jetzt vor einem Scherbenhaufen. Sie wird ausziehen und da unser Sohn nicht in den Kindergarten geht wird wohl nichts anderes übrigbleiben als dass ich für Beide zahlen darf. Sie will ihn mir nicht entziehen und sagt ich bin und bleibe sein Vater und er könne mich immer sehen wann er wolle, aber für mich ist der Gedanke dass mein Sohn teilweise an der Seite eines anderen Mannes aufwachsen soll vollkommen inakzeptabel. Auch werden wir, vor allem durch unseren Sohn, immer verbunden bleiben und ich unter Anderem dadurch immer ein Teil in Ihrem Herzen (freundschaftlich) bleibe.
Ich bin total am Ende und kann das alles irgendwie nicht wirklich begreifen und in meinem Kopf dreht sich alles. Ich rede mit ihr und versuche ihr zu zeigen dass das doch alles nicht so stimmt wie sie es sieht und ich zwar nicht sofort, aber doch fast immer mit den Dingen die sie für richtig hielt, leben konnte, ja sogar vieles dann auch als richtig erachtet habe. Das ist ihr wohl nie aufgefallen und die ganzen Beispiele die ich genannt habe seien zwar jetzt im Nachhinein vllt. doch erkennbar aber das ändert nichts an ihrer Weiterentwicklung. Sie sieht Ihr Leben jetzt als das, was sie daraus macht, in Sebstliebe und als eine Verkettung von Ereignissen die genau so eintreffen sollten um sie in Ihrer persönlichen Entwicklung weiterzubringen. Da ist also keinerlei Zugriff auf Logik, Emotionen durch das Ansprechen gemeinsamer schöner Zeiten oder sonstigen Dinge mehr möglich die bei ihr etwas bewirken könnten. Und sie freut sich jetzt, trotz der immens harten Zeit die für uns beide (finanziell und emotional wohl doch nur für mich) zukommt, sehr darauf ihn jetzt richtig kennenlernen zu dürfen und zu können.
Ich übrigens habe, was ich noch nicht erwähnt habe, in den letzten 12 Jahren meinen Freundeskreis komplett verloren. Diese waren ohnehin zumeist Überbleibsel aus meiner wilden Zeit. Mir reichte es nur noch Zeit mit ihr und später noch unserem Sohn zu verbringen, so dass ich mittlerweile keine sozialen Kontakte mehr außer ein zwei guten Kollegen (deren Chef ich allerdings bin) habe. Zwar wusste ich immer ich sollte versuchen neue Freundschaften zu bekommen, aber a) bin ich ja in echt sehr schüchtern kann nicht auf Andere zugehen und b) ist es für einen Mann in meinem Alter sehr schwer so etwas frisch aufzubauen.
Es gibt einige Menschen denen ich erzählt habe was gerade passiert und diese bieten mir an dass ich mich jederzeit melden könne wenn ich reden möchte. Die eine ist meine Schwiegermutter (nicht die leibliche Mutter meiner Frau) die sich auch mit energetischer Arbeit etc. befasst. Diese ist auch geschockt und erkennt meine Frau nicht mehr. Sie ist auch der Meinung dass diese sich zu sehr in ihre neuen Lebens- und Weltanschauungen sowie persönlichkeitsentwickelnden Schemata verliert. Sie will bald (wohnt weiter weg) vorbeikommen, aber wir haben wenig bis gar keine Hoffnung dass sie es schafft irgendetwas zu bewirken.
Der andere ist ein Kollege, dessen Chef ich ja bin und da kann ich mich deswegen nicht so öffnen.
Ich liebe sie noch sehr, ehrlich gesagt liebe ich sie trotz aller Probleme im Laufe der Jahre mehr und mehr, ich glaube als ich sie geheiratet habe war es noch lange keine Liebe. Jetzt ist es eine für mich nie vorstellbare Liebe.
Gleichzeitig rasen die Gedanken zwischen - es muss doch irgendwie möglich sein sie zurückzubekommen - und der Erkenntnis dass dem eben nicht so ist und ich ein sehr einsames Leben führen werde. Ich erwische mich wie ich in meine frühere Gedankenwelt und Selbstwahrnehmung falle und mich nicht für wert erachte auf dieser Welt zu existieren. Dann versuche ich Ratschläge aus dem web umzusetzen und mich selbst weiterzuentwickeln, emotionale Stärke aufzubauen und positiv an alles ran zu gehen. Um im nächsten Moment zu denken ich möchte ihr weh tun und per Anwalt alles zu tun dass ich das alleinige Sorgerecht bekomme. Egal wie weit ich dafür unter die Gürtellinie gehen muss. Ich weiß das an sich nichts davon richtig ist, aber ich weiß einfach nicht wie ich ohne sie in dieser Welt zurechtkommen kann da ich mich komplett in ihre Hände begeben hatte und sie meist alles im Privaten für uns geregelt und gemanagt hat. Ich will auch nicht dass der Kleine zu sehr darunter leidet, zudem er ja ohnehin psychisch/emotional aus der Reihe tanzt und ihn das doppelt und dreifach treffen kann im Vergleich zu den ohnehin empfindsamen Kinderseelen.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen einen Sohn zu haben der teils an der Seite eines anderen Mannes aufwächst, zumal dieser noch eigene Kinder hat und der Stellenwert immer ein anderer sein wird. Ich kann es einfach so nicht akzeptieren und der einzige wirkliche Weg der dazu führt meine Schmerzen und meine Liebe zu lindern ist in ein böses und gemeines ich zu wechseln und versuchen dass sie auch vor einem Scherbenhaufen steht.
Das klingt alles sehr extrem aber wie gesagt ich schwanke zwischen so vielen Gedanken ohne jegliche Vernunft und Klarheit. Wie ich wieder arbeiten gehen soll und die Verantwortung für die dortigen Menschen übernehmen soll -keine Ahnung.
Ich erwarte auch von niemandem hier irgendwelche Aufmunterung oder sonstige Emotionale Unterstützung.
Ich wollte mir das alles einfach nur von der Seele schreiben und mich, wenn auch im anonymen, der Welt etwas öffnen.
Danke an die "Verrückten" die bis zum Ende hier durchgehalten haben.