Lion89
Gast
ich kann nicht mehr schlafen, nicht mehr essen, nicht mehr arbeiten und hab andauernd Heulkrämpfe. Ich kann auch nicht mehr richtig klar denken. Wie hört sich diese Situation für euch Außenstehende an? Was kann ich tun?
Ich bin 30(m) und sie 23(w). Wir haben seit über 1 Jahr ein Verhältnis. Wir sind sehr eng miteinander, erzählen viel, freuen uns aufeinander und sehen uns fast jeden Tag - und wenn nicht, schreiben wir uns meistens, dass wir uns vermissen. Wir verbringen viele Nächte miteinander und haben schönen Sex. Weil wir viel Intimes, Hoffnungen, Sorgen usw. teilen, was sonst keiner vom anderen weiß, fühlt es sich für mich sehr nach einer sehr engen und tiefen Beziehung an. Ich sage ihr auch, dass ich gerne fest mit ihr zusammen sein möchte, mit Treue, Plänen für die Zukunft und allem was dazu gehört.
Das will sie aber nicht, zumindest nicht im Moment. Sie möchte sich ausdrücklich die Möglichkeit offenhalten, auch andere kennenzulernen und evt. auch mit anderen zu schlafen. Gleichzeitig sagt sie unter Tränen, wie gern sie mich hat und dass sie sich nicht vorstellen könnte, mich zu verlieren. Gleichzeitig sagt sie, dass sie nicht weiß, ob es funktionieren wird und mir nichts versprechen kann. Im Winter will sie 3 Monate weit weg fahren, allein. Um dort zu jobben.
Mir geht diese Situation seit geraumer Zeit schon heftig an die Nieren. Auf der einen Seite ist da ganz viel Bedeutendes, Exklusives, Enges, auf der anderen Seite dieses "Vielleicht, Vielleicht nicht, Vielleicht auch mal ein anderer". Ich nehme das als unbegreiflich widersprüchlich wahr und es erzeugt eine richtige Gefühlsachterbahn in mir. Ein ständiges Hoch und Runter. Dauerstress. Am Anfang meinte sie mal, sie hat Blndungsangst, kann Nähe nicht richtig zulassen. Aus heiterem Himmel ist sie auch manchmal dann ganz plötzlich distanziert, und das macht mich wahnsinnig. Ein Beispiel: Sie sagt, sie fährt 2-3 Tage weg, um jemanden zu besuchen, bleibt aber 1 Woche und meldet sich 3 Tage gar nicht mehr. Obwohl sie sonst alle 2 Stunden schreibt. Auf meine Nachricht antwortet sie ewig nicht. Vor dem Hintergrund, dass sie auch andere kennenlernen könnte, verfalle ich in heftigstes Dauergrübeln. Ich bin manchmal so wütend auf sie und enttäuscht, dass sie keinen einzigen Schritt auf mich zugehen möchte.
Ich versuche ihr das auch so zu sagen, dass die Situation für mich immer schwieriger wird. Die Stimmung zwischen uns wird immer angespannter. Ich erkläre ihr, warum ich wütend bin und grübele. Und dass mich das Hoch und Runter fertig macht. Wir streiten immer mehr und bereit was zu ändern ist sie nicht. Im Gegenteil, sie findet, ich setze sie mit meinem beschwerenden Verhalten unter Druck und fordere damit quasi eine feste Beziehung von ihr ein, die aber in Ruhe wachsen und nicht erzwungen werden sollte. Damit hat sie ja auch recht, und es ist auch ganz bestimmt nicht förderlich, wenn ich immer wütender reagiere. Nur verstehe ich ihre Distanz nicht bei soviel gleichzeitiger guter Nähe, es kann doch nichts in Ruhe wachsen wenn man es so grundlegend torpediert und einem Dauerstresstest unterzieht.
Der letzte Streit war heftig und hat dazu geführt, dass sie eine Woche Pause wollte um nachzudenken. Die Woche endet morgen, so war es ausgemacht. Wir hatten keinen Kontakt außer einem zufälligen kurzen Treffen. Witzigerweise hatte sie das mit der Woche vergessen und wollte sich irgendwann später melden. Während ich hier sitze und mir über nichts anderes als diesen Tag Gedanken mache. Vielleicht ist es noch wichtig zu erwähnen, dass sie ein Dro. hat, sie raucht bis zu 8 Joints täglich und sagt selbst, sie hätte ein Suchtproblem. Ich denke, sie wird dadurch immer gleichgültiger und dass ich keine richtige Rolle in ihrem Leben spiele.
Sie meinte, sie weiß nicht, was sie will. Sie weiß nicht, ob sie mich noch sehen möchte, weil wir so viel gestritten haben. Beim Gedanken mich ganz zu verlieren hat sie aber sehr geweint und meinte, da sind noch starke Gefühle für mich.
Ich gehe davon aus, dass sie morgen vorschlägt, die Pause zu verlängern, vielleicht bis nächstes Jahr. Für mich heißt das Monate voller Ungewissheit, grübeln, nicht schlafen, nicht loslassen können. Kann es doch sinnvoll sein, ihr nochmal diese Zeit zu geben, die sie will, wenn sie sagt, sie fühlt sich von mit unter Druck gesetzt? Oder ist das nur Hinhalten, das man sich auf keinen Fall länger gefallen lassen dürfte? Wie hört sich das an?