Stress im Job und weg aus der Stadt und von mir?!

bluesunkat

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Ich habe vor Mitte März einen tollen Mann kennengelernt. Er ist aus einer anderen Stadt in meine gezogen und hat mich vor seinem Umzug schon im Januar auf einer Datingseite kontaktiert. Ich hatte gerade null Interesse an Männern und wollte mich auf meinen neuen Job konzentrieren, den ich ab April begann. Er startete ebenfalls in seinem neuen Job am 01.04. Kurz zu mir: Ich werde dieses Jahr 30 bin seit 4 Jahren Single und hatte in der Zeit nur Pleiten Pech und Pannen erlebt. Der aktuelle Mann ist 38, in den letzten Jahren mehrfach jobbedingt umgezogen und in keiner wirklichen festen Beziehung gewesen.

Er war sehr interessiert an mir, hat sich täglich gemeldet, auch als ich im Urlaub war, hat mich oft sehen wollen, er hat mir gesagt, dass er mich mag, mich beim 3. Date geküsst, mich verliebt angesehen. Er hat meine Freunde kennengelernt und ich seine. Er hat einen Jubiliäumstag festgelegt und mich am 02.05. bei der Schlüsselübergabe seiner neuen Wohnung als seine Freundin vorgestellt. Einen Tag später schrieb er dann „Ich möchte heute meinen Freundin treffen….also dich“. Es war also offiziell. Ich war anfangs und bis kurz vor diesem Tag sehr vorsichtig, rational, kein Treffen kam von mir aus, ich meldete mich kaum von mir aus, ich fasste ihn immer erst nach und nach von mir aus an. Er hingegen redete mittlerweile über gemeinsame Urlaube im Oktober, Besuche meiner Eltern im Juli, er sagte, dass er nicht wüsste, ob ich die Richtige bin, aber bei mir sucht er (nicht wie bei den anderen) nach negativen Punkten. Er könne bei mir so sein wie er ist. Er erzählte seiner Mutter von mir und komischerweise fragte sie nicht nach (wer ich bin etc.). Er liebte es verrückt in meiner Gegenwart zu sein, mich zum Lachen zu bringen und an mir zu riechen (mein Parfüm). Er nahm von sich aus immer meine Hand, wenn wir spazieren waren. Er fragte am Ende eines Dates immer, wann wir uns wiedersehen würden. Er bekam Anfang April ein Angebot einer Kölner Agentur und lehnte es ab, weil er langfristig in München leben wolle, weil er dort weniger verdiene und weniger erreichen würde als in München UND „dich hab ich in meine Entscheidung auch mit eingeschlossen. Ich will hierbleiben und dich kennenlernen“.

All das gab mir die Zuversicht und Sicherheit, dass ich mich endlich mal wieder fallenlassen könne. Ich hab die Zeit mit ihm sehr genossen und trotzdem auch mein Ding gemacht. Ich sagte öfter „wir haben alle Zeit der Welt“ und „mal abwarten“. Ich meine, ich hatte eine gute Balance zwischen „ihm Vertrautheit geben, wenn wir zusammen Zeit verbrachten“ und „Distanz waren, selbstbewusst sein und mein eigenes Leben leben, wenn wir uns nicht sehen“.
Am 26.04. bekam ich eine kleine Panikattacke, weil er mir kurzfristig absagte. Kleiner Tick von mir. Er rief an, es ginge ihm nicht gut, er müsse den Abend bei sich verbringen. Ich legte relativ wütend auf. Er fragte nach, was passiert sei und am 30.04. erzählte ich ihm von meinem „Problem“. Ich sah es locker und unbeschwingt und meinte „Das wird schon, wenn wir uns besser kennen und ich mehr Vertrauen zu dir aufbaue“. Er war sehr positiv gestimmt und dankte mir für meine Ehrlichkeit. Ab Mai hätte er eine neue Wohnung und dann würde alles besser laufen, was die gemeinsame Zeit angeht und sein Chef meinte, der Stress auf Arbeit würde weniger werden. Danach lief alles super weiter nur der Stress in der Arbeit nahm jedoch sehr stark zu bei ihm.

Am 04.05. zog er in seine neue Wohnung und wollte, dass ich abends zu ihm käme. Gesagt getan. Wir redeten darüber, dass es wirklich besser sei, wenn wir uns öfter sehen könnten (Resume des Gesprächs über die Panikattacke), dass wir mehr zusammenwachsen. Wir machten aus, dass wir uns in derselben Woche noch am Donnerstag sehen wollten. An dem Abend des 04.05. schliefen wir das 1. Mal miteinander und waren beide total nervös aber glücklich. Die Woche hatte er sehr viel Stress und musste mir den Donnerstag wieder kurzfristig absagen (d.h. erst schrieb er, dass er abends von zu Hause aus arbeiten müsse, sich aber freuen würde, wenn ich trotzdem vorbeikäme, weil er meine Nähe und meinen Rückhalt bräuchte, ich fragte, ob ich denn wirklich vorbeikommen solle, ich würde ihn nur ablenken.

Darauf telefonierten wir und er meinte „ok bleib doch lieber zu Hause“) und kündigte an, auch am Samstag arbeiten zu müssen. Die Folge war wieder eine Panikattacke und ein „na dann schönes Wochenende“. Ich war enttäuscht, verunsichert und verstand nicht, warum er nicht gleich ehrlich war und ich doch zu Hause bleiben sollte. Er schrieb mir, ich solle Zuversicht haben, er wolle „die Beziehung mit mir von ganzem Herzen“, etc. Ich schrieb nur, dass ich Zeit bräuchte. Er schrieb mir, ob wir uns Samstag nach der Arbeit sehen wollten und ich rief ihn an. Er ruderte zurück. Dass er mir ungerne absage, aber den Samstagabend lieber für sich alleine hätte, um die Akkus wieder aufzuladen nach der stressigen Woche. Ich hatte komplettes Verständnis und wir sahen die Panikattacke als abgehakt an. Wir verabredeten uns für Sonntag zum Brunch. Ich blieb letztendlich den ganzen Sonntag und fuhr erst 21Uhr nach Hause. Ich sagte, ich solle mich „rausschmeißen“ wenn er Ruhe haben will, aber er genoss die Zeit mit mir. Wir redeten über Gott und die Welt, dass ich seine Wohnung haben könnte, wenn er geschäftlich unterwegs wäre, dass er mir einen Bademantel rausgehangen hat, dass wenn ich mal bei ihm bin, nicht frieren muss….auch darüber, dass der Job ihm sehr viel Kraft kostet, er mich aber am Donnerstag gut ausblenden konnte, um sich auf die Arbeit zu konzentrieren, wir lachten trotzdem viel, kuschelten, sahen uns verliebt in die Augen, küssten uns voller Gefühl, er inhalierte meinen Duft am Hals. Alles war perfekt. Abends verabredeten wir uns, für Dienstag- und Mittwochabend und den Donnerstag (Feiertag wollten wir ebenfalls zusammen verbringen). Wir wollten ja mehr Zeit zusammen verbringen.

Dienstag fuhr ich nach der Arbeit zu ihm und brachte ihm eine Kleinigkeit für die Wohnung mit. Er war total verändert. Ruhig, nachdenklich. Ich versuchte ihn mit meiner Anwesenheit und lockeren Art aufzulockern, aber es funktionierte nicht. Sein Job ging ihm an die Nerven und wurde immer taffer, er könne nachts nicht mehr schlafen und hätte Angst, krank zu werden. Ich sagte, dass ich ihm gern helfen würde, indem wir uns weniger sehen. Er sagte nur „noch weniger?“. Wir könnten uns weiter auf die Wochenenden beschränken, solang der Stress so hoch ist, aber wir würden dann nicht zeitnah zusammenwachsen. Er bemängelte meine Panikattacken und dass die gerade nicht förderlich wären. Ich hatte allerdings schon einen Termin beim Psychologen gemacht. Mehr konnte ich nicht tun. Er war sehr durcheinander und ich verstand nicht, was er sagen wolle. Ich sagte, er solle das mit uns nicht aufgeben, wegen dem Job. Dass er „blöd“ wäre, wenn er eine Frau wie mich in die Wüste schickt. Er stimmte zu und wollte das Thema beenden und wieder fing er an…ich musste weinen und ging in ein anderes Zimmer. Er kam hinterher, entschuldigte sich und redete weiter und weiter und ich verstand immer wenige. Er fragte, wo ich uns sehe. Ich sagte „ich bin glücklich mit dir, will dir eine Bereicherung sein, arbeite an meinen Panikattacken und will die Beziehung mit dir“ Er sagte „ich beginne mich in dich zu verlieben. Du tust mir gut und ich komm runter, wenn ich Zeit mit dir verbringe. Ich will dich öfter sehen“….ABER Der Job. Er kann ihn nicht steuern und verliert sich in dem Stress gerade selbst. „Ich muss doch mit mir im reinen sein, wenn ich eine Beziehung führen will“. Recht hat er.

Ich ging, er hielt mich nicht auf. Ich gab ihm Zeit, über sich und uns nachzudenken. Ich schrieb ihm am nächsten Morgen eine Nachricht, um sich noch mal mit mir und unserer kurzen aber gemeinsamen Vergangenheit auseinander zu setzen. Sodass er emotional denken sollte. Er meldete sich erst ein paar Tage später (letzten Sonntag). Sein Kopf wäre so voll und er will fühlen, fühlt aber nur Taubheit. Vielleicht wäre das auch eine Erkenntnis (!). Er hätte wieder den ganzen Tag gearbeitet. Es täte ihm alles Leid. Kein Ende, immerhin…
Ich habe darauf nicht reagiert. Stattdessen versuchte ich an uns zu glauben und ihm Zeit zu geben. Ich wollt die Strategie fahren „Willst du gelten, mach dich selten“. Trotzdem war ich enttäuscht, geschockt, zornig. Ich denke sehr viel an ihn, vermisste ihn und frage mich „von heute auf morgen alles weg?“, er blendet mich aus, ich kann das nicht, er besitzt die ganze Zeit so viel Respekt vor mir und dann schreibt er mir eine billige Nachricht? Er zog seine Arbeit mir vor und setzt das mit uns für den Job aufs Spiel, dabei hatte er uns schon in einer Beziehung, in einer langfristigen Beziehung gesehen. Auf der einen Seite möchte ich gern abschließen. Auf der anderen Seite hatte ich das Gefühl, dass es sich lohnt, zu kämpfen, zu warten.
Ich ließ ihm 2 Wochen Zeit. Dann schrieb ich ihm unverbindlich eine Nachricht. Er schrieb einen Tag später zurück. Ob ich seinen Brief denn nicht bekommen hätte. Er hat vor einer Woche seinen neuen Job gekündigt, reist jetzt erst mal um die Welt und denkt über sein Verhalten nach. Dann wird er am 01.09. seinen neuen Job in Köln beginnen. Bei der Agentur, die sich ja schon bei ihm gemeldet hatte.

Ich war schockiert. Und bin seitdem am Boden zerstört. Ich versteh das alles nicht und wollte um uns kämpfen, indem wir wieder unbeschwert und langsam an eine mögliche Beziehung gehen. Stattdessen bricht er alles ab. Wie hat er sich auf München gefreut, wollte langfristig bleiben und all diese Gefühle für mich… Seinen Brief habe ich noch erhalten. Darauf habe ich ihm einen Brief mit all meinen Gedanken und Gefühlen zurückgeschrieben. Seitdem herrscht Funkstille.

Gibt es denn irgendwas was ich noch machen kann? Ich hab in meiner Verzweiflung die naive Hoffnung, dass er irgendwann zu mir zurückfindet. 

11.06.2015 10:01 • #1


Gedankengut


Ich denke, dass das mit euch tatsächlich wenig Sinn hat. Ihr wart so kurz zusammen, kanntet euch auch kaum. Dann schon solche Probleme? Gerade am Anfang hat man die rosarote Brille auf, will sich Tag und Nacht sehen.
Ihr verabredet euch für Treffen? Warum nicht spontan?
Warum fährst du immer nach Hause, schläfst nie bei ihm?
Deine Panikattacken? Völlig überzogen. Aber du arbeitest daran, das ist gut!

Wenigstens hat er die Reißleine bei sich gezogen und gemerkt, dass der Job ihn nur aushungert. Das was er gerade tut ist gut für ihn, eine Selbstfindung. Merken, dass man nicht lebt um zu arbeiten, sondern arbeitet um zu leben.

Durch ein paar Zeilen in einem Forum eine Prognose zu wagen ist natürlich immer schwierig, aber ich sehe da nicht wirklich noch Potential. Zumal er ja erstmal 3 Monate weg ist (was schon länger ist als eure Beziehung) und danach ein paar hundert Kilometer entfernt wohnt.

Tut mir leid für dich dass du schon wieder enttäuscht wurdest. Aber ich kann dir einen Tipp geben: Lass dich auf jeden neuen Mann, nach anfänglicher Vorsicht, einfach ein. Ohne Panikattacken. Ohne Zweifel. Ohne diese ganzen unnötigen Gedanken. Genieß einfach die Gegenwart und schalte deinen Kopf ab. Selbst wenn du wieder enttäuscht wirst, dann ist das nun einmal so. Dafür hattest du dann immerhin tolle Momente, in denen du nicht dauernd nachdenkst und sowieso nur drauf wartest, wieder enttäuscht zu werden. Denn gerade dann kommt die Enttäuschung, weil du sie unterbewusst heranziehst und ihn dazu drängst.

11.06.2015 18:27 • #2


Emma14

Emma14


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Er war noch nie in einer festen Beziehung und offensichtlich wird er es mit dir auch nicht sein.
Und leider bist du wieder an den falschen geraten. Schade, ich kann mir vorstellen, wie es in dir aussieht.
Gib ihn auf und mach eventuell eine lockere Bekanntschaft/Freundschaft draus.

11.06.2015 19:15 • #3


bluesunkat.


Hey, ich bin einfach ungern spontan und er hat nach einem Date immer gleich gefragt, wann wir uns wiedersehen. Fand das eher gut als schlecht. Warum muss man sich spontan treffen? Übernachtet haben wir auch beieinander. Nur anfangs ging das nur bei mit weil er per Airbnb untergekommen ist. Ja vielleicht hat das wenig Sinn, zu hoffen, dass das noch mal was wird. Aber ich geb ungern kampflos auf und brauch irgend einen Lichtblick in dem Ganzen. Ich sehe nicht mal, dass es tatsächlich PROBLEME gab. Es lief alles super. Ok der Job war sehr stressig und sie Panikattacke hat ihn überfordert aber er meinte am letzten Abend noch "ich bin dabei mich in dich zu verlieben". Ich glaub, letztendlich ist er geflüchtet. Nach nur ein paar Monaten in der Stadt. Wahrscheinlich haut er immer ab, wenn eine Frau ihm zu nahe kommt. Aber ER hat das ja alles herbeigeführt. Komplett widersprüchlich.

Ich weiß noch nicht, ob ich mich mal wieder bei ihm melde. Noch bin ich nich drüber hinweg und hoffe, dass er meinen Brief gelesen und verinnerlicht hat.

17.06.2015 10:45 • #4




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