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Teufelskreis durchbrechen, aber wie?

Lampenschirm

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Hallo an alle,

wie soll ich den Beginnen?
Ich bin ein unsicherer Mensch und habe viel an mir gearbeitet, um mein Selbstbewusstsein, mein Selbstvertrauen, meine Selbstsicherheit und mein Selbstvertrauen überhaupt aufzubauen und es zu steigern. Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich das so gut mache. Doch ich habe es wieder zugelassen, dass man mein Selbstwertgefühl, mein Selbstbewusstsein, mein Selbstvertrauen und meine Selbstsicherheit auf eine Null zurück setzt.

Ich fühlte mich sehr respektlos behandelt, gedemütigt und ich habe mich sehr negativ verändert, aus meiner Sicht. Ich bin extrem eifersüchtig, was ich so nicht kenne, ich vertraue ihm keinen Meter und ich verspüre tagtäglich das Gefühl ihn kontrollieren zu müssen. Das ist nicht meine Natur. Ich habe bisher meinen Ex-Freunden immer vertraut, ich war „normal“ eifersüchtig und den Partner zu kontrollieren kam mir noch nie in den Sinn. Er gibt mir das Gefühl ihn kontrollieren zu müssen, da er um alles ein Geheimnis macht, mir Sachen verheimlicht, usw. Ich wehre mich sehr stark gegen das Bedürfnis, aber es gelingt mir nicht immer und das ist auch so schwer.

Ich habe am Anfang versucht mit Respekt und Verständnis zu reagieren und mit ihm das Gespräch zu suchen und ihm zu erklären, wie ich mich dabei fühle und warum mich das verletzt, aber ich kam damit nur sehr langsam weiter, es gab und gibt Erfolgserlebnisse, nur ging ich doch unbewusst dazu über mich zu wehren und auch respektlos zu sein und ihn auch zu verletzen. Dieses manipulative Verhalten wirkt bis zu einem gewissen Grad und es hat sich schon viel geändert, allerdings ist dieses Verhalten für mich keine Basis für eine Beziehung. Nur leider habe ich das Gefühl den Absprung nicht zu schaffen. Ich habe das erkannt und wieder daran gearbeitet. Ich steigere es stetig und bin auf einem super Weg.

Was mir auffällt, ich verharre in selben Mustern und Verhaltensweisen und ich möchte gerne lernen diese Muster und Verhaltensweisen zu überwinden, loszulassen und sie zu durchbrechen. Ich komme immer wieder an einen Punkt, an dem ich sehe ich muss etwas verändern, aber ich weis nicht was. Und dazu erhoffe ich mir hier Hilfe.

Könnt Ihr mir Tipps geben, wie man Teufelskreise durchbricht und eine neue Verhaltensweise an den Tag legt?

Vielen Dank für Eure Hilfe.

19.09.2014 10:08 • #1


calt100


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Was genau findest du an deinem Partner oder ist es eine nicht greifbare emotionale Abhängigkeit, die dich nicht los lässt?
Und was genau führt dazu, dass du misstrauisch bist? Sind es stichhaltige Dinge oder einfach nur ein Gefühl

19.09.2014 10:11 • #2


Lampenschirm


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Er ist sehr lustig, liebevoll, fürsoglich, usw. er hat gute Charaktereigenschaften. Emotionale Abhängigkeit, denke ich ist in jeder Beziehung vorhanden ,denn wir lieben uns. Ich verbinge gerne Zeit mit ihm, ich möchte ihn gerne noch mehr kennen lernen und mit ihm auf gleicher Augehöhe ein gemeinsames Leben aufbauen. Aus meiner Sicht ist das Problem, was er auch schon erkannt hat, ich bin bereit eine Beziehung zu führen, beste Freunde zu werden, sein eigenes Leben zu führen und gleichzeitig eine gemeinsames Leben zu führen, gemiensame Hobbies auszuüben und so weiter und er ist absolut nicht bereit dazu. Er wehr sich mit Händen und Füßen dagegen, schon von Anfang an. Er gibt es endlich zu und ist damit auch überfordert, genau wie ich. Ich kann ihn loslassen, nur passiert mir diese Situation immer wieder und ich möchte gerne einen andern Weg finden, um mit dieser Situation umzugehen. Verstehst du was ich meine?

Er hat schon einiges geändert, aber die Erfahrugen lassen mich nicht wirklich los. Er hat mir ständig gezeigt, dass andere Frauen sehr viel anziehender, s.ier und sehenswürdiger sind als ich, z. B. wenn wir in einem Cafe saßen, dann hat er mir nicht in die Augen geschaut beim reden sondern lieber anderen Frauen anchgeschaut, jede Frau, egal wie oft sie an uns vorbei lief. Mich würdigte er keines Blickes. Natürlich habe ich das angesprochen und ihm erklärt warum mich das stört, jetzt geht es besser.

Auch Aussagan wie: "Wen ich nicht will, dass du weist was ich mache oder wo ich bin, dann sage ich es dir nicht!" haben ihren Teil dazu beigetragen. Er verheimlicht mir viel. Es ist im Grunde beides, es sind bereits passierte Ereignisse und auch ein Gefühl.

Ich vertraue meinen Gefühlen, aber manchmal fühlt man etwas was man nicht greifen kann und interpretiert es falsch.

19.09.2014 10:38 • #3


Alena-52


Zitat von Lampenschirm:
Er gibt mir das Gefühl ihn kontrollieren zu müssen, da er um alles ein Geheimnis macht, mir Sachen verheimlicht, usw. Ich wehre mich sehr stark gegen das Bedürfnis, aber es gelingt mir nicht immer und das ist auch so schwer.

Was mir auffällt, ich verharre in selben Mustern und Verhaltensweisen und ich möchte gerne lernen diese Muster und Verhaltensweisen zu überwinden, loszulassen und sie zu durchbrechen.

Ich komme immer wieder an einen Punkt, an dem ich sehe ich muss etwas verändern, aber ich weis nicht was. Und dazu erhoffe ich mir hier Hilfe.
jeder mensch ist anders und deshalb kann jeder uns anders antriggern.

wenn du glaubst den anderen kontrollieren zu müssen, fehlt es dir selbst an vertrauen - darauf kannst du schauen.
wie sehr kannst du dir selbst vertrauen ?
wann kommt es abhanden bei dir ?
was kannst du tun um wieder mehr zu vertrauen ?
was könnte schlimmstenfalls passieren wenn du vertraust und enttäuscht wirst ?

ent-täuschung bedeutet, das eine täuschung ein ende nimmt.
das kann doch gar nicht so schlimm sein der realität näher zu kommen - oder ?

um muster zu durchbrechen musst du innere widerstände aufgeben können - irgendeine alte illusion, die du aufrechterhalten versuchst.

19.09.2014 10:39 • x 1 #4


calt100


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Es klingt irgendwie danach, als ob er sich nicht sicher wäre. In welcher Form auch immer. Aber wenn er sich nicht sicher ist, ob er Dich will, mit Dir etwas aufbauen will, dann hat das langfristig keinen Sinn. Du bist eher Option als Wahl. Und dieses Geglotze sollte eigentlich gerade am Anfang nicht sein. Wenn man den Partner will, will man sonst niemanden und hat auch keinerlei Interesse an anderen. Das ist ein innerer Schutz, man will sich vollkommen auf den anderen einlassen und da hat anderer keinen Platz. Wie alt seid ihr denn.

19.09.2014 10:48 • #5


Lampenschirm


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@calt100:
Er ist sich nicht sicher, das haben wir bereits geschafft, dass er das erkennt. Er möchte mich nicht verlieren, weil er sich eine Frau wie ich immer gewünscht hat, das hört sich immer so komisch an, aber ich konnte ihm ein anderes Leben zeigen, wonach er sich schon immer gesehnt hat.
Ich bin Ende 20 und er Ende 30. Sein Leben bestand bisher aus Lügen, Betrügen, Egoismus und das zu ändern ist natürlich schwer.

@Alena-52:
Danke das sind die richtigen Ansätze und Fragen.

19.09.2014 11:04 • #6


calt100


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Ich verstehe, was Du meinst. Aber den Altersunterschied habe ich eher umgekehrt erwartet. In Deinem Alter wäre es eher verzeihlich, wenn man noch nicht orientiert genug ist, um eine Beziehung zu führen, aber in seinem Alter sollte man angekommen sein. Wobei ich auch genügend Beispiele kenne, die nie ankommen.

Es klingt, als ob Du für ihn eine Art Ruhependel bist. Aber man sollte nie vergessen, dass ein bissiger Hund immer irgendwo bissig bleibt, auch wenn er einen Maulkorb an hat.

Im Kern wird es schwierig sein, ein solches Leben aufzulockern, er befindet sich nicht mehr in der Pubertät. Alte Muster werden immer ein Stück weit bleiben.

Andererseits musst du dir im Klaren sein, ob du diese Arbeit auf dich nehmen willst. Ich kenne das all zu gut, meine Erfahrung ist, dass das verdammt anstrengend werden kann, auch wenn es klingt, als sei dein Freund reflektiert und zumindest schon einmal in der Lage die Situation zu erkennen.

19.09.2014 11:18 • #7


Lampenschirm


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Du hast vollkommen Recht calt100!

Wir kennen uns erst seit 8 Monaten und ich muss gestehen, er hat mir jegliche Energie geraubt! Ich war super drauf, voller positiver Energie und war so zufrieden mit meinem Leben. Vor zwei Monaten habe ich dann erstmal die Notbremse gezogen und seit dem geht es mir besser. Ich komme wieder zu Kräften und sammele wieder Energie.

Wie es mit uns weiter geht möchte ich jetzt noch nicht wirklich entscheiden. Ganz klar ist, das was wir hatten ist Geschichte und wird auch Geschichte bleiben, ich stelle mir ein Zusammenleben anders vor.

Das ich ein Ruhependel für ihn bin, ist gewiss.
Und die Veranschaulichung von einem bissigen Hund ist sehr deutlich! Allerdings weis ich, dass ein bissiger Hund durchaus in der Lage ist sich zu ändern sofern man ihm ein anderes Verhalten zeigt und ihm Sicherheit gibt. Nur da ist die Frage: Kann und will ich das? Immer ihm Sicherheit geben?
Warum können wir uns nicht gegenseitig Sicherheit geben? Warum muss immer einer stärker sein als der Andere? Und warum muss ich die Starke sein?

Mein Freund reflektiert nur, weil ich ihn dazu brige es zu tun und weil ich diejenige bin, die ihn dazu bringe die Situation aus einer anderen Sicht zu sehen. So kommt es mir vor.

20.09.2014 09:41 • x 1 #8


calt100


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Zitat von Lampenschirm:
Du hast vollkommen Recht calt100!

Wir kennen uns erst seit 8 Monaten und ich muss gestehen, er hat mir jegliche Energie geraubt! Ich war super drauf, voller positiver Energie und war so zufrieden mit meinem Leben. Vor zwei Monaten habe ich dann erstmal die Notbremse gezogen und seit dem geht es mir besser. Ich komme wieder zu Kräften und sammele wieder Energie.



Das ist sehr gut. Klingt als hättest du genauestens reflektiert, dass er dir die Luft nimmt. Er kann dadurch besser atmen, zieht dir aber den Sauerstoff aus der Flasche und du gehst gnadenlos unter, er atmet auf deine Kosten weiter. Das darf nicht sein, definitiv nicht.

Zitat:

Wie es mit uns weiter geht möchte ich jetzt noch nicht wirklich entscheiden. Ganz klar ist, das was wir hatten ist Geschichte und wird auch Geschichte bleiben, ich stelle mir ein Zusammenleben anders vor.

Das ich ein Ruhependel für ihn bin, ist gewiss.
Und die Veranschaulichung von einem bissigen Hund ist sehr deutlich! Allerdings weis ich, dass ein bissiger Hund durchaus in der Lage ist sich zu ändern sofern man ihm ein anderes Verhalten zeigt und ihm Sicherheit gibt. Nur da ist die Frage: Kann und will ich das? Immer ihm Sicherheit geben?
Warum können wir uns nicht gegenseitig Sicherheit geben? Warum muss immer einer stärker sein als der Andere? Und warum muss ich die Starke sein?

Mein Freund reflektiert nur, weil ich ihn dazu brige es zu tun und weil ich diejenige bin, die ihn dazu bringe die Situation aus einer anderen Sicht zu sehen. So kommt es mir vor.


Sehr klug. Du solltest genau das auch beherzigen. Denn bedenke, er ist nicht dein Kind, sondern dein Partner und es wird definitiv Situationen geben, da wirst du schwach oder schwächer sein, willst du dich dann auf ihn verlassen? Wenn du mal krank bist, wenn es dir mal schlecht geht, du mal eine starke Schulter brauchst, dann wird er dich vielleicht noch schräg ansehen, weil du ihn nicht warm bettest. SO klappt Zusammenleben nicht. Partnerschaft bedeutet: Gleiche Augenhöhe und gute und schlechte Zeiten etc. Das funktioniert so nicht.

Aber gut ist, dass du genau das selbst schon siehst. Ich denke, es gibt wenig Möglichkeiten. Eine harte Trennung, wenn du damit garnicht zurecht kommst oder du lässt ihn an der langen Leine laufen - um mal den Vergleich mit dem Hund bei zu behalten. Nur die Lange Leine kann auch dazu führen, dass er sich anderweitig irgendwo Ärger einholt, du bist dann eben nicht in Reichweite, er muss selbst sehen, wie er dann klar kommt. Aber sofern du merkst, dass du dich auch dann wieder verpflichtet fühlen würdest, für ihn die Kohlen aus dem Feuer zu holen - Finger weg.

Wenn du es emotionslos oder halbwegs ohne Emotionen weiter laufen lassen kannst, spricht nichts gegen. Aber ich denke das wird schwer für dich, da du eben Zukunft suchst und keine lockere Geschichte (so wie viele andere).

20.09.2014 12:55 • x 1 #9


Lampenschirm


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Sehr deutlich, vielen Dank calt100! Und genau auf den Punkt gebracht.

Zum Glück war ich auch schon sehr deutlich zu ihm und er hat schon viel verstanden. Solange ich mich damit noch halbswegs wohl fühle und ich nicht alles versucht habe werde ich bestimmt noch weiterhin Ziet, Geduld, Mühe und Liebe investieren, allerdings ist das Maß schon fast voll.

20.09.2014 13:46 • #10


Lampenschirm


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Deine Antwort hat mich stark zum nachdenken gebracht und mich dazu bewegt mich wieder vestärkt auf die Stärkung meines Selbstvertrauens zu konzentrieren.

Zitat von Alena-52:
jeder mensch ist anders und deshalb kann jeder uns anders antriggern.

Das stimmt und er schafft das so gut und mit Leichtigkeit!

Zitat von Alena-52:
wenn du glaubst den anderen kontrollieren zu müssen, fehlt es dir selbst an vertrauen - darauf kannst du schauen.
wann kommt es abhanden bei dir ?

Mein Vertrauen an mich kam abhanden, da er mir jegliche positive Energie geraubt hat, natürlich habe ich es zugelassen! Und weil er mir sehr deutlich gezeigt hat, dass er lieber mit anderen Spaß hat als mit mir, dass er andere Frauen noch sehr viel interessanten, anschauenswert hält als mich und das andere Frauen ihm genauso nahe sein dürfen wie ich. Er hat mir sehr klar und sehr anschaulich gemacht, wie Minderwertig ich in dieser Beziehung bin. Und dadurch, dass ich sehr sensibel bin und solche Signale deutlich sehen kann lagen und liegen sie noch schwer.

Zitat von Alena-52:
was könnte schlimmstenfalls passieren wenn du vertraust und enttäuscht wirst ?
ent-täuschung bedeutet, das eine täuschung ein ende nimmt.
das kann doch gar nicht so schlimm sein der realität näher zu kommen - oder ?

Dieser Rat hat mir sehr geholfen.

Zitat von Alena-52:
um muster zu durchbrechen musst du innere widerstände aufgeben können - irgendeine alte illusion, die du aufrechterhalten versuchst.

Kannst du diese Erklärung noch mehr ausdehnen?

22.09.2014 10:36 • #11




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