Zitat von YsaTyto:Und in gewisser Weise mag ich das auch bei Männern. Also klare Positionen, eine gewisse Strenge
Haltung ist für mich auch sehr wichtig. Natürlich mag ich niemanden, der mir irgendwas erzählt, was auf ihn gar nicht zutrifft, nur um mich zu überzeugen. Bringt auf lange Sicht ja auch nichts.
Aber ich denke schon, dass es Themen gibt, die nicht so relevant für einen sein können und andere sind sehr wichtig. Ich achte bspw. darauf, ob jemand Nähe mag (fängt einer an darüber zu sprechen wie wichtig ihm Freiräume sind ist das kein gutes Zeichen), überhaupt Zeit hat für eine Beziehung, dem Monogamie/Treue wichtig ist, kinder- und tierlieb ist und so eine grundlegend positive Lebenseinstellung hat, keine Dro. nimmt.
Vieles andere ist mir tatsächlich wurst. Generell Hobbies, die politische Einstellung (solange sie nicht radikal ist), ob er gläubig oder Atheist ist etc, Ernährung, Rauchverhalten.
Ich brauche niemanden, der genau so ist wie ich, finde es gerade interessant wenn man in bestimmten Punkten verschieden tickt, aber das braucht halt Offenheit. Ich habe schon oft erlebt, dass ich mich mit Leuten super verstanden habe, die politisch anders dachten als ich oder von Religion nicht viel hielten, aber man konnte sich super austauschen, diskutieren und die unterschiedlichen Meinungen akzeptieren.
Was ich einfach nicht mag, wenn Menschen von ihrer Überzeugung so extrem eingenommen sind, dass sie sich nur noch mit ihresgleichen beschäftigen und all das, was davon abweicht grundlegend ablehnen. Das ist mir zu fanatisch.
Zitat von YsaTyto:Ich möchte beidseitig, dass der andere etwas in seinem Wesen hat, von dem man sagen kann- genau danach habe ich mich gesehnt (inkl. Schattenseiten, die natürlich auch dabei sind), statt: ich mag eigtl nichts an Dir, fühle mich aber dennoch wohl mit dir und vielleicht entwickelt sich ja was. Hilfe! Da bin ich weg wie der Blitz. Das ist mir zu dröhmelig, bzw es wirkt eher so, als müsse eine Partnerlücke gefüllt werden und sei`s mit irgend jemandem
Klar ist das so. Es braucht irgendeine Faszination, um sich in jemanden zu verlieben. Aber ich habe erlebt, dass diese Faszination nicht immer sofort da ist, sondern manchmal langsam um die Ecke kommt. Auf den ersten Eindruck gebe ich zB gar nichts. Das finde ich überschätzt wie nur was. Selbst Psychopathen sind am Anfang nett, um es krass auszudrücken.
Trotzdem spüre ich schon beim ersten Treffen so ne Grundschwingung. Da überlege ich mir danach genau, was es war. Was dein Instinkt dir sagt. Aber ich lasse mir schon gerne Zeit, um ein gutes Bild von jemandem zu bekommen.
Dein Post hat mich interessanterweise überlegen lassen, wen meiner Partner ich menschlich so richtig top fand. Da ist mir nur einer eingefallen. Ganz schön mieser Schnitt.
Ich habe mir auch schon oft überlegt, weshalb die meisten Männer, die ich so richtig super fand, mich nicht als Partnerin in Erwägung zogen. Das ist ganz schön bitter. Zumal ich ja nicht auf so Schönheiten stehe.
Da stellt man sich schon die Frage, was an einem so furchtbar oder wenig anziehend ist. Ob man menschlich zu wenig zu bieten hat oder ähnliches, da bin ich früher ganz hart mit mir ins Gericht gegangen. Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass ich vergleichsweise harmlos bin. Gerade bei Leuten, wo ich dachte, die sind total super, straight und vertrauenswürdig und dann Sachen rauskamen, wo ich dachte "hoppla, hätte ich nun nicht gedacht".
Gemocht, geliebt und akzeptiert zu werden hat so oft nur wenig damit zu tun, wie jemand tatsächlich drauf ist, sondern mit Selbstmarketing. Oder auch der Art zu kommunizieren.
Da gibt es so viele Beispiele in den Medien. ZB Sahra Wagenknecht versus Claudia Roth. Die haben von der Meinung her viele Überschneidungen, die eine wird vergleichsweise gemocht, die andere eher verlacht.
Oder Jan Fleischhauer versus Dieter Nuhr. Da ist ersterer zB wesentlich konservativer als zweiterer. Trotzdem wird ihm wesentlich mehr verziehen und er kommt eher als Sympathieträger rüber.
Und ganz krass Gloria von Thun und Taxis. Die haut ja radikale Positionen raus, dass es nur so knattert, trotzdem sitzt die bei Sandra Maischberger und alle grinsen und finden sie amüsant. Weil sie es super charmant und tendenziell wohlwollend rüberbringt.
Ok, mal wieder sehr abgeschweift.
Klar sind Leute abstoßend, die unbedingt und immer einen Partner brauchen und sich mit diesem Ziel verbiegen, dass es wehtut.
Aber aktuell geht mir das Single sein dermaßen auf den Zeiger, dass ich wesentlich aktiver auf der Suche bin als die letzten zwei Jahre.
Ich denke unterm Strich gebe ich mich lieber der vermeintlichen Mittelmäßigkeit hin als dauerhaft alleine zu sein. Dafür bin ich einfach nicht gemacht.