×

Lieber Forenbesucher,

wer bei uns Unterstützung sucht, soll sie finden, und wer helfen möchte, ist hier herzlich willkommen. Moderatoren und Mentoren begleiten das Forum und achten darauf, dass Beiträge respektvoll bleiben. Sachliche, tröstende, wohlwollende und empathische Beiträge sind ausdrücklich erwünscht, damit sich alle Mitglieder wohl fühlen. Abwertende oder verurteilende Inhalte haben hier keinen Platz.

11

Trennen ja oder nein?

M

Monica2
Gast

Ich bin mit meinem Mann seit fünfzehn Jahren verheiratet und wir haben zwei gemeinsame Töchter (11 und 14). Kennengelernt haben wir uns in seinem Heimatland, einem autoritären Staat. Wir lebten siebeneinhalb gemeinsam dort und auch die Kinder kamen dort zur Welt. Er war damals der Regierung und gewissen Gegebenheiten im Land gegenüber moderat kritisch eingestellt, was ich gut annehmen konnte. Beruflich arbeiteten wir beide im Bildungswesen, was uns Anknüpfungspunkte gab. Seit wir aber nicht mehr in seinem Land leben, leben wir uns zunehmend auseinander. Er sieht die autoritäre Regierung und alles im Land durch eine so rosarote Brille, dass es regelmässig zu heftigem Streit kam. Ich versuche jetzt diese Themen möglichst zu vermeiden, was mir schwerfällt, weil ich beruflich damit zu tun habe. Was die Erziehung anbelangt haben wir auch zunehmend Differenzen und die gemeinsamen Gesprächsthemen und Interessen sind uns abhanden gekommen. Wir leben zusammen ohne wirkliche Gefühle und organisieren einfach unseren Alltag. Dazu kommen gelegentliche, aber meist heftige Ausenandersetzungen. Wenn alle zusammen am Tisch sitzen, getraue ich mich häufig nicht auszusprechen, was ich denke. Ich denke mir immer wieder, dass ich mich irgendwann von meinem Mann trennen möchte, wenn die Kinder etwas grösser und unabhängiger sind. Seit einer gewissen Zeit aber äussert die ältere Tochter zunehmend ihr Unverständnis darüber, dass wir ein Paar sind. Es sei schrecklich, mit uns beiden zusammen zu leben. Ich bin mir bewusst, dass sie als Teenagerin zur Übertreibung neigt, aber Aussagen in diese Richtung kamen schon vermehrt. Auf meine Frage, ob sie es besser fände, wenn wir uns trennen würden, äusserte sie sich nicht klar. Ich frage mich deshalb, ob es den Kindern mehr schadet, wenn wir zusammen leben und den Kindern punkto Beziehung ein schlechtes Vorbild sind oder wenn wir uns trennen. Dazu muss ich noch sagen, dass ich nicht sicher bin, ob körperliche Beschwerden meiner jüngeren Tochter durch eine längere Abwesenheit meines Mannes verursacht wurden. Dazu kommt, dass bei ihr bald ein Schulwechsel mit Aufnahmeprüfung und einer Probezeit ansteht. Ich mache mir Sorgen, dass sie sensibel auf die neue Situation reagiert und gestresst würde. Gleichzeitig frage ich mich, wie belastend die aktuelle Situation ist. War oder ist jemand in einer vergleichbaren Situation? Wie haben die Jugendlichen auf die Trennung reagiert? Was waren bzw. sind die grössten Herausforderungen nach der Trennung? (Übrigens, finanziell bin ich unabhängig. Ich würde die meisten Kosten der Kinder tragen und mein Mann kann mittlerweile finanziell selbst für sich sorgen.)

#1


Sonnenschein85
Wenn du dich so unwohl fühlst und Angst hast Dinge anzusprechen und ohnehin planst ihn zu verlassen, wenn die Kinder älter sind, gehe ich davon aus das es besser wäre sich zu auch schon früher zu trennen. Wegen der Kinder unglücklich zusammen zu bleiben, davon halte ich nichts. Zudem diese auch selbst schon unbehagen über die Situation geäußert haben.

Wie sieht es denn mit deinen Gefühlen aus?

Letztendlich musst du allein auf dein Gefühl hören.

x 2 #2


A


Trennen ja oder nein?

x 3


S
Zitat von Monica2:
Ich bin mit meinem Mann seit fünfzehn Jahren verheiratet und wir haben zwei gemeinsame Töchter (11 und 14). Kennengelernt haben wir uns in seinem Heimatland, einem autoritären Staat. Wir lebten siebeneinhalb gemeinsam dort und auch die Kinder kamen dort zur Welt. Er war damals der Regierung und gewissen ...

Nein, deine Teenagerin neigt nicht zu übertreiben. Sie hat ein feines Gepür für Stimmungen und Veränderungen 👍

Aber bitte hör auf, ihr Fragen nach Trennung etc. zu stellen . Das gehört da nicht hin !

Du selbst stehst doch schon ein ganz Stück weit weg von eurer ehemaligen Beziehung.
Man muss nicht unglücklich zusammen bleiben

x 3 #3


M
Danke für die Antworten. Ja, ich weiss, dass ich selbst für mich entscheiden muss. Die Frage an die Tochter war auch nicht so direkt formuliert. Ein Punkt ist halt, dass ich mich gegenüber meinem Mann verpflichtet fühle. Er kam meinetwegen nach Europa und würde jetzt in seiner Heimat u.a. altersbedingt keine Arbeit mehr finden. Obwohl er finanziell für sich sorgen könnte, habe ich ihm gegenüber ein schlechtes Gefühl. Versuchen meinerseits, extern Unterstützung zu holen, widersetzt er sich, weshalb ich die Beziehung für nicht besonders aussichtssreich halte.

x 1 #4


aequum
Zitat von Monica2:
Ein Punkt ist halt, dass ich mich gegenüber meinem Mann verpflichtet fühle. Er kam meinetwegen nach Europa und würde jetzt in seiner Heimat u.a. altersbedingt keine Arbeit mehr finden. Obwohl er finanziell für sich sorgen könnte

Du musst dich keineswegs ihm gegenüber verpflichtet fühlen. Mittlerweile sollte er auch hier zurechtkommen oder er geht halt zurück in sein Heimatland. Das wäre im Falle einer Trennung einzig sein Problem, bzw. seine Entscheidung.

#5


nameegal
@Monica2 als wir uns getrennt haben waren meine Jungs 10 und 15. Wir haben es hinbekommen uns ohne großen Knall zu trennen, ich habe sogar ihre Wohnung mit eingerichtet und im Mietvertrag mit unterschrieben - obwohl sie schon ein Jahr einen heimlichen Liebhaber hatte und Therapie abgelehnt hat.

Die Kinder haben in beiden Wohnungen ihr Zimmer, kommen von beiden gut zur Schule.

Ich habe unter diesen positiven Rahmenbedingungen die Rückmeldung von meinen Kindern, das sie froh sind unsere latente Konfliktsituation mit kurzer Zündschnur in der Ehe nicht mehr ertragen zu müssen.

Ich möchte Dir trotzdem raten, vorher nochmal mit offenem Gespräch beim Therapeuten zu versuchen, die Beziehung zu reaktivieren. Denn jede und jeder verändert sich im Laufe des Lebens, besonders wenn man in eine andere Kultur kommt. Ich persönlich bin im Gegensatz zu meiner Ex der Ansicht, das man da auch Phasen geringer Anziehung durchlaufen darf.

#6


Löwenzeh
Zitat von Monica2:
Gleichzeitig frage ich mich, wie belastend die aktuelle Situation ist.

Frage sie, beide. Sprich mit ihnen.
Selbstverständlich belastet so eine Situation Zuhause.
Und Schweigen macht dann den Deckel auf den Sarg.
In zehn Jahren kämpfen sie mit den gleichen Problemen wie du, weil der Mensch nachmacht, was er kennt.

Zeige ihnen heute, dass man gehen muss, wenn man nicht mehr glücklich ist.
Ein Partner, bei dem ich nicht sagen kann, was ich denke, ist kein Partner.

x 2 #7


Löwenzeh
Ob du gehst oder bleibst, deinen Kindern hilft nur der direkte Umgang damit und nicht dieses unterschwellige Gefühlschaos, dass sie in der heimischen Wohnung täglich inhalieren und nicht einordnen können.

x 1 #8


M
Danke für alle Beiträge. @Löwenzeh: Ich werde mit den Kindern reden. @nameegal: Eigentlich möchte ich wie du auch nicht zu schnell aufgeben. Aber ich denke nicht, dass eine Therapie etwas bringt, wenn er sie ablehnt und mich für diese Bemühungen sogar auslacht. Ich habe das schon vor längerer Zeit versucht.

#9


nameegal

B
Zitat von Monica2:
Danke für alle Beiträge. @Löwenzeh: Ich werde mit den Kindern reden. @nameegal: Eigentlich möchte ich wie du auch nicht zu schnell aufgeben. Aber ich denke nicht, dass eine Therapie etwas bringt, wenn er sie ablehnt und mich für diese Bemühungen sogar auslacht. Ich habe das schon vor längerer Zeit versucht. ...

Zitat von Monica2:
Auf meine Frage, ob sie es besser fände, wenn wir uns trennen würden, äusserte sie sich nicht klar.

Ansprechpartner für oder gegen eine Trennung ist allein dein Mann. Nicht eure Kinder, denen du eine unfassbare Bürde auferlegst, Entscheidungen zu treffen, für die du den Mut nicht hast. Lass bitte die Teenager aus eurem Ehekrieg raus. Wenn du dich trennen willst, informiere dich über die juristischen Konsequenzen, besprich mit deinem Mann, die Modalitäten, dann könnt ihr bestenfalls gemeinsam mit euren Mädels reden, was geplant ist und welche Konsequenzen das für sie hat. Du bist 42, richtungsändernde Entscheidungen solltest du schon selbst treffen und nicht auf die Schwächsten im Gl. abwälzen. Können die Teenager im Falle einer Trennung im Wechselmodell bei beiden Eltern leben?

x 2 #11


M
Zitat:
Ansprechpartner für oder gegen eine Trennung ist allein dein Mann. Nicht eure Kinder, denen du eine unfassbare Bürde auferlegst, Entscheidungen zu treffen, für die du den Mut nicht hast.

@Brightness: Ich habe oben schon geschrieben, dass ich die Frage nicht direkt so formuliert habe. Es ging mehr darum, Befindlichkeit der Tochter in der Familie herauszufinden. Es ist völlig klar, dass nicht die Kinder diese Entscheidungen treffen müssen.

#12


A


x 4