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Trennen von psychisch krankem Partner?

Elli77

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Hallo, ich bin neu hier im Forum und würde gerne mal eure Meinung hören. Ich bin mit meinen Kräften und Nerven am Ende. Hier meine Geschichte: Meinen Mann lernte ich mit 19 kennen, er war 18. Mit 21 heirateten wir, mit 22 kam das erste Kind und mit 25 das zweite und wir bauten ein Haus. Nun sind wir seit 22 Jahren zusammen. Seit 11 Jahren hat er eine psychosomatische Erkrankung und daraus resultierend eine mittelschwere Depression, die manchmal über Monate hinweg anhält. Er arbeitet nur noch 3 Stunden am Tag, die restliche Zeit liegt er auf dem Sofa, schläft viel oder sitzt am Computer. Ich gehe 30 Stunden arbeiten, mein Tag ist sehr ausgeschöpft mit Terminen mit den Jungs, dem arbeiten und meinen eigenen Terminen. Unternehmen tun wir nur ganz selten was zusammen und dann auch nur von mir aus gesteuert. Ich erhalte seit Jahren keine Wertschätzung mehr, bin ausschließlich nur da, um sauber zu machen, Wäsche zu waschen, einkaufen zu gehen. Die Männer aus unserem Freundeskreis haben sich bereits von ihm distanziert, da er ausschließlich nur auf seine Krankheit fokussiert ist. Daher habe ich meine eigenen sozialen Kontakte, die ich pflege, allerdings immer mit einem schlechten Gewissen, weil mein Mann dann ja allein zu Hause hockt. Er selber hat aber mittlerweile niemanden mehr. Ich bekomme manchmal von ihm zu hören, das ich mich ja glücklich schätzen könnte, dass ich gesund bin und ich ja wohl ein Luxusproblem hätte, wenn ich unglücklich bin. Seit Jahren versuche ich alles mögliche, um ihm zu helfen. Ich gucke im Internet nach Behandlungsmöglichkeiten, begleite ihn zu verschiedenen Ärzten. Er selbst war vor einigen Jahren drei Monate in einer Klinik und der Aufenthalt dort hatte fast unsere Ehe kaputt gemacht. Er lernte dort eine Patientin kennen und verliebte sich in sie. Und meinte, sie wäre nicht so dominant wie ich. Ich bin kein dominanter Typ, habe aber zu dem Zeitpunkt nahezu alles alleine gemanagt, da er gesundheitlich nicht in der Lage war. Ich gestand ihm zu, dass er sich mit ihr trifft, um zu erkennen, was er wirklich will, machte aber auch klar, dass ich ihn nicht zurück nehmen würde, wenn er mit ihr schläft. Nach zwei Wochen war das Thema auch durch und er kehrte zu mir zurück. Seitdem riss er sich einige Zeit zusammen und ich lernte, auch wieder "typisch männliche" Dinge abzugeben. So lief es einige Jahre ganz gut. Allerdings wird es jetzt wieder immer schlimmer. Und wenn ich mir bewusst mache, die nächsten 20 Jahre so zu leben, dann kann ich das einfach nicht. Ich gehe gesundheitlich auch zugrunde. Mittlerweile wache ich nachts auf, kriege kaum Luft und muss schnell raus rennen. Mir laufen ständig Tränen. Aber ich habe Angst, ihn zu verlassen. Schmeißt man wirklich 22 Jahre einfach weg? Werden die Kinder mich dafür hassen, dass ich Papa im Stich gelassen habe? Wird er mich hassen? Ich möchte ihn nicht im Stich lassen er bedeutet mir unglaublich viel, aber ich kann nicht mehr als Ehefrau mit ihm durchs Leben gehen. Ich habe solche Angst vor dem Moment, in dem ich ihm das sagen muss. Ich habe bereits mit ihm gesprochen und gesagt, dass ich nicht weiter weiß und fragte ihn, wie er sich die nächsten Jahre vorstellt. Darauf hatte er keine Antwort, versuchte dann aber, mir mehr Aufgaben abzunehmen, Gespräche zu beginnen und mir etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Allerdings ging das nur über einen kurzen Zeitraum, dann wurde alles wieder wie immer. Therapien hat er schon durch, er nimmt jetzt nur noch Medikamente. Was soll ich tun? Verlassen oder weiter versuchen? Wie soll ich mit der Situation umgehen?

27.05.2018 15:42 • x 2 #1


hahawi


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Hallo und willkommen hier.
Wenn ich richtig gerechnet habe sind Deine Kinder 20 und 16. Also schon in einem Alter, wo sie sich mit Situationen kritisch und reflektiert auseinandersetzen können.
Deine Situation kommt mir massiv bekannt vor, als auch bei meinen Eltern es so war, dass meine Mutter der stärkere Part in der Beziehung war und mein Vater ähnlich destruktiv und apathisch sein Leben gelebt hat.
Auch sie hat ihn dann nach 22 Jahren Ehe verlassen.
Zuvor begann meine Mutter schon länger, sich einen von ihrer Ehe entfernten Freundeskreis aufzubauen, distanzierte sich immer mehr und zog schließlich aus.
Eines soll und muss Dir klar sein. Deine erste Sorge hat Dir selbst zu gelten, es ist Dein Leben, Deine Gesundheit.
Natürlich hast Du auch Verantwortung Deinen Kindern gegenüber, und ein Stück weit auch für Deinen Mann.
Aber niemand in Deiner Familie kann und darf erwarten, dass ihr heiles Familienbild an Deinem Unglück hängen kann.
Du solltest mit einem sehr sensiblen und vorsichtigen Loslösungsprozess beginnen.
Ein neues Hobby (meine Mutter begann Brigde zu spielen) wäre da ein Ansatz.
Rede mit Deinen Kindern, sei offen, wie es Dir geht, vermeide aber, ihren Vater die Schuld dafür zu geben.
Sie sollten die Achtung vor ihm nicht verlieren (so wie es bei mir leider war)

27.05.2018 16:20 • x 5 #2



Trennen von psychisch krankem Partner?

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Sabine

Sabine


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Hallo Liebes und herzlich Willkommen bei uns

Du solltest nicht die volle Verantwortung für ihn übernehmen und ihm abnehmen. Dann braucht und muss er in sich nichts bewegen.
Vor allem kannst du keinem Helfen, wenn du nicht auch an dich denkst und dich wieder auf die Rehe bekommst. Dir fehlt die Distanz zwischen euch.

Nimm dir eine Auszeit und das regelmäßig. Bald wirst du dann für dich erkennen können, was du noch leben möchtest. Verheiratet zu sein, heißt nicht, sich bis zum eigenen Ende aufzuopfern.

Ich bin selbst sehr schwer krank. Und ich verlange da weder meinen Kindern noch meinem Mann etwas ab! Sie haben ebenso das Recht glücklich zu sein und müssen nicht den Tag nach mir ausrichten.

Vielleicht ist es möglich, dass du allein mal auf Urlaub fährst. Du kannst es nicht, ist eine Ausrede. Es gilt immer Wege zu suchen, wie etwas geht und NICHT, wie etwas nicht geht.

Deine Kinder könnten sich zeitweise um das nötigste kümmern und ansonsten darf er auch lernen, wieder etwas Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Ihm alles abzunehmen, ist da der falscheste Weg.

Ich dachte vielleicht auch einmal wie dein Mann. Aber irgendwann fand ich heraus, dass dabei alle unglücklich sind. Ich tu, was ich tun kann. Manches geht schnell, manches geht langsamer. Aber ich ruhe mich nicht auf meiner Familie aus.

Dir alles Liebe

Sabine

27.05.2018 16:20 • x 1 #3


Amilia


Zitat von Elli77:
Allerdings ging das nur über einen kurzen Zeitraum, dann wurde alles wieder wie immer. Therapien hat er schon durch, er nimmt jetzt nur noch Medikamente. Was soll ich tun? Verlassen oder weiter versuchen? Wie soll ich mit der Situation umgehen?

Zuerst einmal unbedingt an dich denken und gut für dich sorgen.

Die Medikamente können ihn lahmlegen weil sie über den Hirnstoffwechsel auf sämtliche Körperfunktionen Einfluss nehmen können.
Die Therapien haben bei ihm nicht angeschlagen, möglicherweise weil sie nicht da ansetzen konnten wo die Ursachen zu finden wären.

Es ist leider oft so, falls überhaupt nur kurzfristige Erfolge zu verbuchen sind, so lernte ich es mal im damaligen eigenen Klinikalltag kennen, Patienten wurden immer wieder eingewiesen, mit den selben Symptomen und den selben Therapien und Medikamenten, die oft nicht mal helfen, manchmal sogar das Gegenteil bewirkten.
Manche ruhten sie sich auch auf ihrer Erkrankung aus, die Familie hat sich für sie aufgerieben und wurden irgendwann selbst behandlungsbedürftig.

Lasse es nicht soweit kommen, achte gut auf dich, dein Leben ist zu kurz um es unglücklich zu verbringen. Schaffe dir Freiräume, deine Kids sind meiner Rechnung nach alt genug um selbst einen Teil ihres Lebens zu organisieren.
Vielleicht hilft dir eine Gesprächstherapie klarer zu werden ?

27.05.2018 16:41 • x 1 #4


unregistriert

unregistriert


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Depressionen können auch Vorteile haben. Man ist krank, darf jammern, wird versorgt, kann sich hängen lassen. Unter Umständen hat es da wenig Vorteile, gesund zu werden. 8h Arbeit, Familienstress...

27.05.2018 16:52 • x 4 #5


sappy

sappy


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Möglicherweise sind Depressionen "ein Weg", sich vor Anstrengung zu schützen, jedoch @unregistriert- entzieht sich die Krankheit der Willenskraft der Betroffenen, was ihre Schwere ausmacht! Liebe TE, du bist tief in den Sumpf des Leides deines Partners mithineingewatet.... vielleicht schafft ihr es gemeinsam heraus, möglicherweise aber auch nur ohneeinander.Vor allem solltest du dich ihm mitteilen und ihn wissen lassen, wie es deinerseits um die Beziehung steht. Zeigt er keine Bereitschaft, für dich an sich zu arbeiten, helft der Gang zum Paar- oder Familientherapeuten eher wenig. Die Wahrscheinlichkeit, das in eurer Beziehung Mechanismen wirken, die seine Depressionen fördern, ist relativ groß...vielleicht braucht er den großen Sturz, um sich wieder zu fangen? Du bist jedenfalls für dich selbst verantwortlich und musst (auch dem Nachwuchs zuliebe) schauen, dass es dir gut geht- auch wenn das bedeutet, deinen Weg alleine weiter zu gehen.Viel Kraft&Alles Gute.

27.05.2018 17:03 • x 1 #6


unregistriert

unregistriert


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Hey @sappy Ich war dieses Jahr acht Wochen in der Klinik wegen Depressionen, was ich geschrieben habe stammt vom Therapeuten.

27.05.2018 17:15 • x 4 #7


Amilia


Zitat von sappy:
Die Wahrscheinlichkeit, das in eurer Beziehung Mechanismen wirken, die seine Depressionen fördern, ist relativ groß...vielleicht braucht er den großen Sturz, um sich wieder zu fangen?

Sehe ich auch so - Elli77 macht für ihn - Er versuchte wahrscheinlich ausserhalb der Ehe das zu bekommen, was sie selbst auch vermisst, Wertschätzung, Anerkennung für das, was er/sie einbringt, o.a.

@Elli77
möglicherweise hat dein Mann ein Mutterthema, er sieht dich als dominant, fühlt sich dir unterlegen,
auch wenn seine Symtomatik erst während eurer Ehe sichtbar wurde muss es nicht bedeuten, dass da die Ursache liegt.
Und natürlich hilft in dieser Situation gerade deine Dynamik, dass euer Alltag weiterlaufen kann, mit der Konsequenz, dass du dich damit selbst überforderst weil du nichts so deligieren kannst wie du es brauchst und es dir wünscht.

27.05.2018 17:29 • x 2 #8


perche


Depressionen sind heilbar.

Es kommt auf die richtige Medikation, den richtigen Therapeuten, die richtige psychosomatische KUR (= REHA)-Klinik an (KEINE "normale" Psychaitrie/ Klinik).
Wer genug goggelt, inklusive der Reha- und Ärztebewertungen WIRD fündig !

Was einige Abtworter hier schreiben, dass sich der Mann auf der Depression "ausruht" finde ich anmaßend, da ihn keiner kennt, außer die TE.

Wenn der Mann nun eine rein körperliche Krankheit hätte, stände dann die Frage des Verlassens auch im Raum ?!

Ist Depression immer noch ein Tabu-Thema heutzutage ?!? Traurig !

27.05.2018 19:52 • x 4 #9


unregistriert

unregistriert


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Zitat von perche:
Ist Depression immer noch ein Tabu-Thema heutzutage ?!? Traurig !


Lies doch erstmal was ich schreibe. Ich bin selbst betroffen, und nicht seit gestern. Es gibt AUCH Depressive, die sich so mit ihrer Krankheit arrangieren.

27.05.2018 20:18 • x 4 #10


Sabine

Sabine


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Ich hatte auch Depris bevor ich in dieses Forum kam. Ehrlich, das Forum hat mich wahrlich kuriert Ich habe 8 Therapeuten verbraucht, zwei Suiz und zwei Reha. Keiner konnte das besser bewerkstelligen, als die Leute hier und mein Biss.

Das ich hier nicht eher aufgeschlagen bin, war das meine Not noch nicht groß genug war.

27.05.2018 21:38 • x 4 #11


Memyself

Memyself


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Zitat von perche:
Depressionen sind heilbar.

Es kommt auf die richtige Medikation, den richtigen Therapeuten, die richtige psychosomatische KUR (= REHA)-Klinik an (KEINE "normale" Psychaitrie/ Klinik).


Nein, nicht alle sind heilbar, sie sind oft Ausdruck anderer, weit gravierenderer psychischer Probleme. Und VOR allen, von dir genannten Hilfmöglichkeiten, müssen EIGENINITIATIVE und der Wunsch gesund zu werden vorhanden sein, sonst geht jede Therapie ins LEERE.

Ich finde an dem Wunsch der TE dem Elend nicht weiter zusehen zu wollen, und durch das ausgelaugt werden, selbst nicht in eine Depression zu fallen nichts Verwerfliches.

Merke: Wenn die TE am Ende ist, macht die ganze Familie die Grätsche.
Und zum Ehemann, Depressionen lassen einen ja nicht verblöden, der sieht schon wie seine Frau sich abackert, es ist ihm allerdings völlig egal.

27.05.2018 23:11 • x 5 #12


Amilia


Zitat von perche:
Was einige Abtworter hier schreiben, dass sich der Mann auf der Depression "ausruht" finde ich anmaßend, da ihn keiner kennt, außer die TE.

Steht hier auch nirgends geschrieben. Das hast du so herausgelesen und als Gast mal eben so rausgehauen, auf die TE bist du gar nicht eingegangen ?

Zitat von Elli77:
Ich erhalte seit Jahren keine Wertschätzung mehr, bin ausschließlich nur da, um sauber zu machen, Wäsche zu waschen, einkaufen zu gehen.

Die Männer aus unserem Freundeskreis haben sich bereits von ihm distanziert, da er ausschließlich nur auf seine Krankheit fokussiert ist.

Er arbeitet nur noch 3 Stunden am Tag, die restliche Zeit liegt er auf dem Sofa, schläft viel oder sitzt am Computer.

@Elli77
solange dein Mann noch die Konzentration und Kraft für seinen Computer aufbringen kann, kann er auch mal einkaufen gehen, die Wäsche in die Maschine tun und den Müll rausbringen, sich um ein gesundes Essen kümmern und für euch vorbereiten und dich damit entlasten.

Ausgewogene Ernährung und Bewegung, Entspannungs- oder Atemübungen, sind wichtige Faktoren um die Depressionen in Schach zu halten und abzumildern, dazu muss er aber an seiner Heilung mitwirken wollen.

Wie sieht es mit einer Paartherapie aus ?

27.05.2018 23:42 • x 2 #13


Elli77


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Vielen Dank für die vielen Beiträge. Also, es ist so, dass er eine psychosomatische Erkrankung und eine generalisierte Angststörung hat. Er hat diverse körperliche Beschwerden, aber keine organischen Ursachen. Daraus entwickelte sich dann die Depression, da er einfach keine Hoffnung mehr hat, wieder gesund zu werden. Er war bereits einmal für drei Monate stationär in einer psychosomatischen Klinik, hat zwei Langzeit-Therapien durch und alle, aber auch wirklich alle Medikamente. Der Neurologe meinte, er könne sich mittlerweile aussuchen, was er nehmen möchte, er kennt die Medikamente und deren Wirkung ja fast schon besser als er. Außerdem haben wir mittlerweile über 10.000 Euro investiert in alternative Behandlungen (von Hypnose über Akkupunktur bis hin zum Chiropraktiker und alle möglichen Heilpraktiker). Ich zwinge ihn schon, was Neues auszuprobieren, da er von allein keine Ambitionen hat. Es ist nicht so, dass er nur und ausschließlich rum liegt. Diverse Aufgaben übernimmt er schon. Dinge, die ich nicht regeln kann. Das Handwerkliche zum Beispiel. Ich habe auch weniger das Problem mit dem Haushalt. Mittlerweile denke ich dann bleibt´s halt liegen. Ich habe ja auch nur zwei Hände. Mein Problem ist eher das Zwischenmenschliche. Er ist ausschließlich nur auf sich fokussiert. Gespräche über das Alltägliche blockt er ab, da er selber sagt, das ist alles so unwichtig im Vergleich zu seinem Leiden. Ich kriege keine Umarmung, keine netten Worte, kein Lob, keine ich liebe dich. Ich spüre einfach die Liebe nicht mehr, die uns einmal verband. Ich spüre nur die Anspannung, die in der Luft hängt, wenn ich nach Hause komme. Die eine Therapeutin meinte zum Schluss zu ihm, dass er sich überlegen sollte, welche Vorteile er aus seiner Erkrankung zieht, da es ihr doch so vor kommt, als wenn er sich eher gegen ein Gesundwerden sperren würde. Manchmal spielt auch die Genetik eine Rolle. Seine Mutter (bereits verstorben) und auch sein Bruder sind depressiv. Er hatte ewig lange Angst, genauso früh zu sterben, wie sein Vater (mit 37). Ich weiß nur nicht, wie er es aufnimmt, wenn ich mich trenne. Könnte ihm dadurch die Möglichkeit gegeben werden, sich aufzuraffen? Oder könnte er in ein noch tieferes Loch fallen. Es fällt mir so schwer, an mich zu denken, da ich für ihn nur das Beste will und ihn nicht noch weiter destabilisieren möchte. Ich kann für mich sagen, dass ich ihn zwar immer noch liebe, aber nicht weiß, ob es von seiner Seite aus auch noch so ist. Oder ob er mich lediglich braucht. Und ich weiß nicht, ob die Liebe, die ich für ihn empfinde, reicht für eine Ehe oder ob es eher eine Verbundenheit ist, die ich auch fernab einer Beziehung zu ihm spüre. Eine Paartherapie kommt für ihn nicht in Frage, da er der Meinung ist, ich bin gesund, also ist alles in Butter. Er kann sich mit sowas nicht beschäftigen in seinem Zustand.

28.05.2018 08:11 • x 1 #14


Amilia


Zitat von Elli77:
Die eine Therapeutin meinte zum Schluss zu ihm, dass er sich überlegen sollte, welche Vorteile er aus seiner Erkrankung zieht, da es ihr doch so vor kommt, als wenn er sich eher gegen ein Gesundwerden sperren würde.

Manchmal spielt auch die Genetik eine Rolle. Seine Mutter (bereits verstorben) und auch sein Bruder sind depressiv. Er hatte ewig lange Angst, genauso früh zu sterben, wie sein Vater (mit 37).

Da spielen sicher mehrere Faktoren eine Rolle, dennoch hat er die Verantwortung für sich und muss alles tun, damit sich etwas ändern kann und dazu gehört, dass er gewillt ist an sich zu arbeiten.

Die Therapeutin wird mit ihrer Einschätzung recht haben und das kommt gar nicht so selten vor das Menschen lieber in ihren Ängsten stecken bleiben als aktiv etwas dagegen zu tun und die Familienangehörigen opfern sich für den Kranken auf, der sich nicht bewegen will.

Ein körperliches Problem ist meistens einfacher zu heilen als ein psychosomatisches, denn ehe der Körper spricht muss die Psyche schon einiges ausgehalten haben und wahrscheinlich begleiten seine Ängste ihn fast sein ganzes Leben.

Zitat von Elli77:
Ich weiß nur nicht, wie er es aufnimmt, wenn ich mich trenne.
Könnte ihm dadurch die Möglichkeit gegeben werden, sich aufzuraffen?
Oder könnte er in ein noch tieferes Loch fallen. Es fällt mir so schwer, an mich zu denken, da ich für ihn nur das Beste will und ihn nicht noch weiter destabilisieren möchte.

Wenn du weiter in dieser lieblosen Beziehung bleibst bist du bald die Nächste, die an einer psychosomatischen Erkrankung leidet, es geht auch um dich und deine Gesundheit.
Dein Mann weiss wo er Hilfe bekommen kann, wenn er allein nicht klarkommt gibt es das Betreute Wohnen vom psychosozialen Dienst und andere Möglichkeiten wie z.B. eine Tagesklinik.
Seine Weigerung eine Paartherapie mitzumachen zeigt wie wenig Interesse er daran hat wie ihr als Paar euren Alltag besser meistern könnt.

Wenn du so weiter mitmachst bist du bald mit deinen Kräften am Limit, dann wird es noch schwieriger für dich. Die Abwärtsspirale ist vorprogrammiert sofern du nichts änderst an deiner Situation.

28.05.2018 09:04 • #15



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