Vielen Dank für Deine sehr aufschlussreiche Antwort.
Hmm.. weshalb ich dachte, es sei Liebe, ist eine interessante Überlegung. Generell war es so, dass wir sehr gut harmonierten, viele gemeinsame Interessen hatten etc. Zudem hat er natürlich auch eine sehr süsse Seite, konnte sehr zärtlich und liebevoll sein. Generell habe ich mich aber schon oft gefragt, ob ich nicht quasi nur eine etwas bessere Kollegin bin - so fühlte ich mich doch ab und zu.
Dies lag auch etwas an der Antwort auf Deine zweite Frage. Generell hat mir sehr die Romantik in der Beziehung gefehlt. Spreche hier nicht von 100 Rosen pro Tag, aber vielleicht mal einfach etwas schöner, zu zweit essen gehen? Seine Kommunikation war für mich z. T. ebenfalls schwierig. Generell ist er ein sehr direkter Mensch. Grundsätzlich wäre das für mich absolut kein Problem - Habs lieber auf den Punkt als durch die Blume. Was problematisch war war jedoch, dass er sich sehr schnell angegriffen gefühlt hat, in die Deffensive geht und nur noch geschossen hat um seinen Punkt zu verteidigen. Das ist m. E keine gute Kommunikationsstrategie und nicht zielführend. Wenn ich z. B Ängste bzgl. der Zukunft angebracht habe, hörte ich nur Argumente, weshalb meine Bedenken falsch sind und z. T recht harte Aussage n darüber, weshalb ich mir überhaupt Sorgen mache. Einige Aussagen waren faktisch z. T auch schlichtwegs falsch und wurden nur angebracht, um seine Argumente zu unterstreichen. Was ich mir gewünscht hätte wäre in erster Linie mal, dass er einfach mal zugehört hätte, bevor er gesprochen hätte, dass ich meine Anliegen als gleichwertig wie seine empfunden hätte und dass es nicht immer um seinen oder um meinen Standpunkt und die Verteidigung desselben gegangen wäre, sondern um die Findung einer gemeinsamen Lösung.
Und ja, dann gab es z. T echt persönlich verletzende Aussagen, die man m. E gegenüber seiner Freundin einfach nicht rauslässt.
Entschuldigen konnte er sich nicht wirklich. Habe ich solche Dinge angesprochen, sah er zwar ein, dass ggf. einiges nicht ganz richtig war, wollte das Thema dann aber schnellstmöglich wieder vom Tisch haben. Haben mich Dinge länger belastet, schien ein zweites Ansprechen meinerseits auch eher mühsam zu sein für mich.
Dies begründet wohl auch, weshalb ich mich in der Beziehung nicht einfach gut gefühlt habe. Da kam halt dann noch dazu, dass er mir nie sagen konnte, dass ich ihm gefalle, dass er mich liebt, ... einfach irgendwas, was mich in irgendeiner Weise bestätigt hat. Müsste das nicht jeden Tag hören, aber so einmal in zwei Jahren fände ich das schon ganz okay...
Genau - Ich denke, dass er in Frauenthemen ein recht angeknacktes Selbstbewusstsein hat (was er nicht haben müsste). Ich denke, er wollte mich nicht allzu stark bestätigen aus der Angst, dass ich plötzlich denken könnte, er sei nicht gut genug und ihn dann, das ist ihm mit einem Grossteil der wichtigen Frauen in seinem Leben passiert, für einen anderen verlasse.
Sehe da aber einen Teufelskreis (habe ich ihm auch gesagt): Seine Strategie führt dazu, dass man in vielen zwar den perfekten, extrem zuverlässigen, fleissigen, ... Partner hat, bei dem man sich aber, aufgrund des Kleinhaltens einfach nicht ganz wohl fühlt. Diese Lücke versuchg man irgendwann anderswo zu füllen. Habe ich nicht gemacht, es gibt keine Neuen. Bei mir wars aber so, dass ich versucht und versucht habe, dieses Etwas doch noch zu bekommen, dass ich den Grund für die fehlende Bestätigung bei mir gesucht habe... und, wie du richtig bemerkt hast, sehr viel für die Beziehung getan habe. Da für Dinge die ich tat z. T nichtmal ein Danke drinnlag, war sehr verletzend und hat dazu geführt, dass ich irgendwann einfach ausgebrannt bin...
Meine Darstellungen oben lassen ihn gerade wie den Hinterletzten aussehen. Mir ist es wichtig zu betonen, dass ich hier über seine Schwächen spreche, er aber unglaublich viele gute Eigenschaften und Stärken hat.
So war er z. B extrem hilfsbereit und zuverlässig, hat meine Lieblings-Lebenmittel für mich gekauft, hat gekuschelt, angerufen, wenn er es versprochen hat, sehr familienverbunden, ... und von vielen dieser Eigenschaften weiss ich, dass ich sie so schnell nicht mehr finden werde bzw. höre andere Frauen über ihre Männer reden und denke nur, das hätte er nie getan.
Nunja.. und daher kommen wohl auch meine Gedanken, ob er seine Ängste nicht doch noch überwinden, erkennen könnte, dass er sich da, meines Erachtens, doch recht selber im Weg steht..