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Trennungsschmerz Skala 1-10

Johanna15

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Hallo liebe Leute,

mir kam vorhin der Gedanke, ob man den aktuellen Schmerz in eine Skala drücken könnte. So von 1-10, wobei 1 für gering stehen soll und 10 halt noch überaus heftig ist.
Vielleicht um selbst zu überlegen und zu reflektieren, ob es besser wird und ob man wieder von allem eingeholt wird.
Gefühlt würde ich sagen, seit den zwei Wochen hat sich nichts verändert. Ist es aber auch so? Vielleicht ist es ne Möglichkeit, den Schmerz besser zu bewerten, auch wenn es natürlich innerhalb von Stunden schwanken kann, völlig klar.

Wie ist es aktuell bei Euch?

27.07.2019 14:18 • x 2 #1


july69

july69


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Hallo Johanna,

bei mir ist es seit ca. 4 Wochen immer schlimmer geworden. Dachte bereits am Anfang, dass geht nicht mehr schlimmer.
Doch leider musste ich im Laufe der Zeit feststellen, dass dem nicht so ist... Zur Zeit also eine 10hoch10
LG Oli

27.07.2019 14:31 • x 8 #2


Nachtlicht

Nachtlicht


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Man muss Geduld mit sich haben.

Nicht in Wochen denken, sondern in Monaten. Da erkennt man dann auch die Fortschritte besser. Es ist wie mit der Genesung von einer wirklich schweren Erkrankung: meist langwieriger, als man glaubt, und Außenstehende unterschätzen das meist sehr.

Aber es lohnt sich, für die neuen guten Zeiten, die danach kommen. Die man dann meistens dankbarer und bewusster genießen kann, weil man durch seine Krisen den Unterschied zu schätzen lernt. Es wird auch wieder Schmerz 0, Lebensfreude 10 geben

27.07.2019 14:35 • x 13 #3


Plentysweet

Plentysweet


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Manchmal hilft es schon ungemein, seine Erwartungen nicht so hochzuschrauben. Ich weiß noch, wie ich am Anfang der Trennungszeit immer diese Pausen zwischen den Heulanfällen geschätzt habe . Ich hatte damals meine Ansprüche ans Glück komplett dem Erdboden gleich gemacht frei nach dem Motto:"Glück ist wenn die Katastrophe eine Pause macht." Da freut man sich schon über eine Heulpause. Heute kann ich drüber lachen.
Und wie Nachtlicht sagt, mit Geduld und zunehmender Heilung steigt die Glücksskala auch wieder an. Es wird... man braucht halt nur aweng Geduld und Spucke und den festen Glauben daran, daß alles im Leben seine Zeit hat .

27.07.2019 14:46 • x 11 #4


Nachtlicht

Nachtlicht


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Zitat von Plentysweat:
Ich weiß noch, wie ich am Anfang der Trennungszeit immer diese Pausen zwischen den Heulanfällen geschätzt habe


Oder drei Stunden am Stück Schlaf gefunden, war dann eine von den guten Nächten...

Aber das hilft ja auch, Dankbarkeit für die kleinen Fortschritte. Feststellen dass man sogar mal ein paar Minuten an ganz was anderes denken konnte, usw.. Man muss sich da ganz langsam raushangeln und sehr liebevoll mit sich selber sein.

27.07.2019 14:53 • x 11 #5


Johanna15


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Also Nachtlicht und Plenty, seid ihr beide auf 0 was den Trennungsschmerz angeht?

27.07.2019 14:55 • #6


Plentysweet

Plentysweet


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Zitat:
Also Nachtlicht und Plenty, seid ihr beide auf 0 was den Trennungsschmerz angeht?

Joah. Also was den Ursprungsschmerz angeht schon. Es gibt so ne grobe Faustregel: Die Beziehungszeit in Jahren umgerechnet in Monate braucht es um zu trauern.
Ich werde nur dann zurückgeworfen im Schmerz wenn ich stark an die Beziehung erinnert werde oder mich etwas triggert. Dann gibts so Flashbacks. Und dann muss ich im Geiste sortieren: Was gehört der Vergangenheit an und kann deswegen auch da bleiben und was ist neu und muss bearbeitet werden?Interessant wirds wenn ein neuer Mensch in Dein Leben tritt. Da zeigt sichs dann ob Du Deine "Hausaufgaben" gemacht hast , bzw.innerlich wirklich frei bist einen neuen Menschen vorbehaltlos in Dein Leben zu lassen.

27.07.2019 15:09 • x 10 #7


july69

july69


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Zitat:
Es gibt so ne grobe Faustregel: Die Beziehungszeit in Jahren umgerechnet in Monate braucht es um zu trauern.


ohje, dass war nicht gut - dann habe ich ab heute noch 16 Monate - und darf nicht aufgeben.

27.07.2019 15:24 • x 2 #8


Nela-Mary

Nela-Mary


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Ich sage mal so: Der Trennungsschmerz ist bei mir (6 Monate nach der Trennung) vorbei.
Das heißt nicht, dass ich manchmal nicht noch traurig oder auch etwas wütend bin oder über etwas aus der Beziehung nachdenke. Das Verarbeiten dauert auch immer noch an, wir waren 7 Jahre zusammen.
Aber diese unfassbaren Schmerzen aus den ersten 1 - 2 Monaten sind nicht mehr da.

Ich kann mich den anderen nur anschließen. Kleine Schritte zählen. Am Anfang war ich froh, wenn ich irgendwas essbares zu mir nehmen konnte. Ich war froh, wenn ich mich nicht komplett schei** gefühlt habe, sondern irgendwie erträglich. Wenn ich einen schönen Spaziergang machen konnte. Wenn ich mit Freundinnen einen Film schauen konnte. Da war ich nicht glücklich, aber ich war nicht so verzweifelt und das war ein Fortschritt.

Um also in deiner Skala zu bleiben: Ich schätze mich irgendwo bei 2 - 3 ein, aber nicht wegen des Schmerzes, sondern wegen der Emotionen, die die Trennung noch auslöst. Mein Leben entwickelt sich prächtig weiter, das Abschließen dauert einfach seine Zeit.

27.07.2019 15:27 • x 5 #9


Plentysweet

Plentysweet


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Zitat:
ohje, dass war nicht gut - dann habe ich ab heute noch 16 Monate - und darf nicht aufgeben.

Neieieien...das ist nur so n grober Richtwert. Bitte nicht als Regel nehmen.
Da spielen noch so viele Sachen mit rein. Jeder ist individuell und jede Trennungsgeschichte!

27.07.2019 15:30 • x 1 #10


Johanna15


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10! Das morgens aufwachen.... diese Träume täglich. So ätzend.
Morgens ist es besonders schlimm.

28.07.2019 08:29 • x 9 #11


Nachtlicht

Nachtlicht


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Zitat von Johanna15:
Also Nachtlicht und Plenty, seid ihr beide auf 0 was den Trennungsschmerz angeht?


Ich schon. Ich habe vollkommen damit abgeschlossen, das hätte ich damals nicht für möglich gehalten. Es hat aber auch sehr lange gedauert, bis ich mich wieder an die Sonne gekämpft habe, über zwei Jahre. Andere Trennungen waren besser und auch kürzer zu verkraften. Eine immense emotionale Umstellung und Trauerphasen brachten sie alle mit sich.

Zitat von Johanna15:
Morgens ist es besonders schlimm


Ja, das ging mir damals auch so. Abends war das Gefühl, den Tag irgendwie geschafft zu haben, erträglicher als morgens völlig gerädert aufzuwachen und wieder in einen endlosen Ablauf von Schmerz und irgendwie bewältigter Pflichten geworfen zu werden.

Aber haltet durch! Es wird ganz bestimmt wieder besser. Bis uns das Leben dann in eine neue Krise wirft. Man kann es ja nicht verhindern, nur versuchen immer wieder aufzustehen.

28.07.2019 21:43 • x 4 #12


july69

july69


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Zitat von Nachtlicht:
Bis uns das Leben dann in eine neue Krise wirft. Man kann es ja nicht verhindern, nur versuchen immer wieder aufzustehen.

Das sind so schöne Worte
- und wenn dann nicht alle Gefühle bereits durch Verletzungen, Krisen und andere Umstände verloren gegangen sind, mag das Leben auch wieder lebenswert sein. Hoffentlich bleibt ein kleiner Rest übrig - für Menschen, die es verdient haben ...

02.08.2019 08:04 • x 1 #13


Sabine72


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Zitat von Nachtlicht:
Nicht in Wochen denken, sondern in Monaten. Da erkennt man dann auch die Fortschritte besser

Ich schreib alle 4 Wochen ein "Fazit". Hab noch keine 8 Wochen...

Zitat von Plentysweat:
ch weiß noch, wie ich am Anfang der Trennungszeit immer diese Pausen zwischen den Heulanfällen geschätzt habe

Zitat von Nachtlicht:
Oder drei Stunden am Stück Schlaf gefunden, war dann eine von den guten Nächten...

Genau!
Eigenltich wollte ich 10 und 10 schreiben - aber ich schlafe länger am Stück und die Heulpausen werden länger.
Also 10 nach 4 Wochen und jetzt 9,25...

07.08.2019 15:25 • x 5 #14


Johanna15


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Klingt sehr sehr gut!

07.08.2019 15:30 • x 1 #15




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