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10 Jahre Liebeskummer und oder Trennungsschmerz

Trollbunden

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Hallo zusammen.

Ich werde bald 35 und habe eine Trennung vor knapp 10 Jahren irgendwie noch immer nicht ├╝berwunden.

Mit einem solchen Problem scheine ich nicht der Einzige zu sein.
Kann doch nicht sein, dass man bis an sein Lebensende irgendwie nicht loslassen kann. Da geht die Lebensqualit├Ąt ein St├╝ckweit sprichw├Ârtlich vor die Hunde.

Vorgeschichte in der Kurzfassung:

An Liebe auf den ersten Blick habe ich nie geglaubt.
Dieses eine Mal habe ich sie allerdings selbst erlebt.
In einem Szeneforum ein M├Ądchen kennengelernt. War mir sehr sympathisch. Nach einiger Zeit zu einem Treffen in der City verabredet.
Ich wartete eine Weile an verabredetem Treffpunkt.
Hinter meinem R├╝cken konnte ich ein "Hallo." vernehmen. Ich drehte mich um und dachte ich kippe aus den Latschen. Irgendwie wusste ich innerhalb einer Sekunde, dass sich ab diesem Zeitpunkt mein Leben ver├Ąndern wird. Es war nicht nur die reine Optik, die mich ansprach. Es ging etwas ganz komisches vor, dass ich so vorher noch nicht erlebt habe. Ein magischer Moment. Anders kann ich es gerade nicht beschreiben.

-------------Zeitsprung----------------

Es war die erste Frau, die ich so lange beim Schlafen beobachtet habe, bis mir selbst die Augen zugefallen sind. Selbst dagegen habe ich mich gewehrt. Ich wollte nicht einschlafen um keinen ihrer Atemz├╝ge zu verpassen.

Den ersten Kuss werde ich niemals vergessen. In meiner damaligen Singlewohnung sa├čen wir stundenlang auf dem Bett. Kannten uns schon mehrere Tage, vielleicht 1 bis 2 Wochen.
Haben uns die Nacht hindurch bis sich die ersten Sonnenstrahlen zeigten gegen├╝bergesessen. Hand in Hand und Stirn an Stirn. Kaum geredet. Ich habe nur ihre N├Ąhe genossen. Bis sich die Lippen das erste Mal ber├╝hrt haben vergingen Stunden. Man was war das f├╝r ein Moment. Das erste Mal, dass ich mir wirklich w├╝nschte die Zeit anhalten zu k├Ânnen.

Mit ihr habe ich auch endlich erfahren, was damit gemeint ist, wenn jemand davon spricht, dass die Chemie stimmt.
Ihr Duft l├Âste in mir ein unvergleichbares Wohlsein aus. Absolute Sicherheit durchstr├Âmte einen. ├ängste oder Sorgen kannte ich nicht solange sie bei mir war.
Ich hatte das Gef├╝hl angekommen zu sein. Gefunden zu haben, wonach das Unterbewustsein suchte. Ich f├╝hlte mich zum ersten Mal in meinem Leben komplett. Als h├Ątte ich alles und mehr.

Ich tr├Ąumte jede Nacht von ihr. Es gab keine einzige Nacht, keinen Traum in der sie nicht der Hauptdarsteller war.
Manchmal hatte ich Angst wirklich alles nur getr├Ąumt zu haben. Ich wachte auf und musste sofort ├╝berpr├╝fen, ob sie wirklich neben mir liegt. "Mein Gott. Sie ist wirklich da. Wie sch├Ân."

Ich habe bei jedem Gedanken an sie l├Ącheln m├╝ssen. Manchmal sogar gelacht.

Bei Z├Ąrtlichkeiten oder S. habe ich mit ihr verschmelzen wollen. So d├Ąmlich es klingen mag.

Es war die sch├Ânste Zeit meines Lebens und ich war so dankbar, dass ich sowas erleben darf.
Ich hatte auch vor ihr schon Beziehungen gehabt. Aber nichts f├╝hlte sich so intensiv an. So richtig.

---------------------------------------------------------

Dann kam der Bruch. Ich war noch zu gr├╝n hinter den Ohren. H├Ątte manche Situationen besser, reifer handhaben m├╝ssen. Zu dieser Zeit wusste ich noch nicht, wie man es macht. Kompromisse? Einfach mal ruhiger bleiben? War damals noch nicht meine St├Ąrke.

Als sie zum letzten Mal durch meine Wohnungst├╝r schritt habe ich sofort gesehen und gesp├╝rt, dass etwas in ihr zerbrochen ist. Etwas, was ich nicht mehr kitten kann. Nein. Ich bin nicht fremdgegangen oder sowas in der Art. Bin ich nie, werde ich nie. Habe es trotzdem geschafft die Liebe aus ihr zu treiben.

Nachdem sie mir gesagt hat, dass wir die Beziehung beenden sollten habe ich mit dem Gedanken des Selbstschutzes darum gebeten jeglichen Kontakt sofort abzubrechen.
Ich glaube heute, dass dies ein sehr gro├čer Fehler war.
Von einem Tag auf den anderen habe ich quasi nie mehr etwas von ihr geh├Ârt.
Anf├Ąngliche Kontaktversuche habe ich abgeblockt.

Somit habe ich mir selbst die Chance genommen die Sache ordentlich verarbeiten zu k├Ânnen. Keine wirkliche Aussprache. Zu abrupt.

Als sie gegangen ist hat sie mein Herz mitgenommen. Frauen wurden f├╝r eine lange zeit v├Âllig uninteressant. Spa├č, Freude, Ruhe...kannte ich nicht mehr.
├ťber ein Jahr lang habe ich mich komplett abgeschottet. Niemanden mehr gesehen. Arbeiten zu gehen war unm├Âglich. Roll├Ąden runter, Licht aus.
Ich habe nur noch gesoffen und geheult.
Ein weiterer Fehler war die Sauferei. Solange man sich im Suff befindet verarbeitet man nicht. Setzt sich nicht mit seinen Gef├╝hlen auseinander.

Das ganze ist jetzt 10 Jahre her.
Und selbst heute durchlebe ich die Trennung in Tr├Ąumen wieder und wieder.
Es steht mir im Weg. Ich hatte Jahre danach eine langj├Ąhrige Beziehung mit einem wundervollen Menschen. Leider konnte ich mich f├╝r diese Person nicht richtig frei machen.
Wobei letztere genau der Typ Mensch ist, mit dem man zusammen sein m├Âchte. Nie zuvor einen liebensw├╝rdigeren Charakter getroffen. Zu gut f├╝r diese Welt.

Naja. Ist eine andere Geschichte.

Wie kann es sein, dass ich nach 10 Jahren noch immer so traurig werde, wenn ich zur├╝ckdenke?
Dass ein schlechter Traum mich f├╝r 1 bis 2 Tage total aus der Spur haut?
Es gibt nicht einen Tag seit 10 Jahren, an dem ich nicht MEHRMALS an diese eine "Ex" denke.
Ich steigere mich nicht in etwas hinein. Es kommt von allein.

Ich kann mittlerweile wieder halbwegs normal existieren.
Habe auch meine guten Tage. Aber die Unbeschwertheit, wie ich sie vor dieser Beziehung kannte, ist weg.

Zu oft liest man, dass man die gro├če Liebe nur ein Mal im Leben findet.
Ich habe leider nicht viel daraus gemacht.

Und ja. Ich entscheide durchaus zwischen Schw├Ąrmen, verliebt sein, Liebe etc.
Dennoch war diese Frau meine sogenannte erste gro├če Liebe.
Habe Gef├╝hle erfahren und Leben d├╝rfen, die mir davor unbekannt waren.

Man k├Ânnte wohl von gro├čem Gl├╝ck sprechen, wenn ich sowas noch mal haben w├╝rde.
Dabei w├Ąre der Zeitpunkt gar nicht so schlecht. Man ist etwas ├Ąlter geworden. Gesetzter.

Ich habe keine wirkliche Lust noch mit 60 Jahren diese Albtr├Ąume zu haben. "Retten" kann mich wohl nur der Mensch, der es nochmals fertig bringt mich so f├╝hlen zu lassen.

Meine Oma hat mit ├╝ber 90 Jahren noch im Sterbebett gesagt "Ich w├╝nschte ich h├Ątte den anderen geheiratet."
Ist das nicht furchtbar?
Also mein Opa war ein guter Mann. Umsonst hat sie ihn ja nicht geheiratet. Aber irgendwie hatte sie wohl auch an einer vergangenen Beziehung zu knabbern. Ein Leben lang. Wie ├Ątzend.

Ich suche seit Jahren schon immer wieder mal im Netz nach meiner alten Beziehung.
Sie ist weggezogen und wird wohl mittlerweile einen anderen Nachnamen tragen.
H├Ątte mich gerne noch mal mit ihr ausgesprochen. Mich damit evtl. selbst therapiert. Aber es ist nichts von ihr zu finden.
Nur ein paar Foreneintr├Ąge, wenn ich die Internet-Wayback-Machine benutze und zwei Bilder, die sie ein paar Jahre nach unserer Beziehung zeigt.
Fast so als w├╝rde diese Frau nicht mehr existieren.
Vielleicht sollte ich sie auch gar nicht kontaktieren, welbst wenn ich die M├Âglichkeit dazu h├Ątte.
Will ja nicht nach so langer Zeit irgendwo reinpfuschen, wo ich nichts mehr zu suchen habe.
Ich wei├č, dass sie nach mir mit irgendwem gl├╝cklich geworden ist.

Narben auf dem K├Ârper bedeuten, dass man gelebt hat....
Narben auf der Seele bedeuten, dass man geliebt hat....
Und manches heilt eben nie.

Der letzte Spruch, den ich von ihr auf einem alten Profil gelesen habe.

Ich sollte nicht der Vergangenheit hinterherjagen. F├╝hrt zu nichts.
Wobei wir uns alle schon mal eine funktionierende Zeitmaschine herbeigew├╝nscht haben. Nicht wahr?

Nachdem ich den Text hier geschrieben habe m├Âchte ich ihn eigentlich gar nicht mehr ver├Âffentlichen. Werde es aber trotzdem tun.
Evtl. zeigt es ja jemandem, dass es wohl mehreren Personen so oder so ├Ąhnlich gehen mag.

Ich gehe davon aus, dass ich bis zum letzten Tag an dieser Sache in irgend einer Form zu knabbern habe.
Wahrscheinlich muss man sich damit arrangieren.
Man hat eh keine andere Wahl.
Ziemlich beschi..en aber was will man machen.

Nur nicht vergessen, dass es auch andere, weitere sch├Âne Momente geben wird.
Und wer wei├č...evtl. hat man auch zwei mal so gro├čes Gl├╝ck im Leben und wird es beim zweiten Mal dank gewonnener Erfahrung besser machen k├Ânnen.

09.04.2013 09:12 • x 25 #1


Sorele


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Lieber Trollbunden!

Dein Geschriebenes spricht mir aus der Seele ....... . Nicht ansatzweise ├Ąhnlich gelagert und trotzdem total gleich.

Mein Lebensweg scheint vom Tod begleitet zu sein. Viele, die ich wirklich innigst liebte, verstarben und dies in einem Alter, in dem man eher an die Zukunft, denn an den Tod denkt. So verstarb meine erste gro├če Liebe bei bei einem Motorradunfall. Mein bester Freund durch einen Autounfall, ebenso meine beste Freundin. Eine andere Freundin, die ich in weiterer Zukunft in mein Herz lie├č, verstarb an Krebs.

Es waren alles schlimme Momente f├╝r mich und jedesmal war es irgendwie so, als w├╝rden sie ein St├╝ck meines Herzens mitnehmen.

Dennoch konnte ich DIES irgendwie, irgendwann verkraften ...... was ich allerdings bis heute noch nicht verkrafte und bitte, es liegt 19 Jahre zur├╝ck, ist der Tod meiner Tochter.

Und hier beginnt es, wo ich meinte, es ist doch so gleich.
Auch ich mache mir Vorw├╝rfe. Meine Tochter verstarb bei der Geburt und die Hebamme fragte mich damals, ob ich sie denn noch einmal anfassen bzw. ansehen will. Ich sagte damals "NEIN".
Wie dumm! Wie erb├Ąrmlich! Seit dem begleiten mich Selbstvorw├╝rfe. Es zerfrisst mich innerlich. Einzig an ihren kleinen Fu├č kann ich mich erinnern, den konnten sie nicht schnell genug verstecken. ........ und ..... ich tr├Ąume seit fast 20 Jahren von ihrem kleinen Fu├č.

Alleine, wenn ich davon schreibe, schn├╝rt es mir die Kehle zu.

Ich habe in weiterer Folge noch zwei Kinder geboren und ich liebe sie ├╝ber alles, dennoch verbindet mich mit meiner ersten Tochter etwas, was ich nicht beschreiben kann.

Wenn ich unsere beiden Geschichten nun mal ganz frech zusammen schmei├če, so komme ich zu dem Schluss, dass wir Beide nicht verarbeitet bzw. aufgearbeitet haben.

Erst letztlich (naja, es war zu Weihnachten, als ich f├╝r meine verstorbene Tochter eine Kerze anz├╝ndete - ich vergesse sie NIE) meinte mein jetziger Lebenspartner zu mir: "Es ist sch├Ân, dass du deine Tochter in Gedanken beh├Ąltst, doch musst du beginnen, sie loszulassen."

Und es stimmt! Seit dem Tag der Geburt und des Todes meiner Tochter bin ich ver├Ąndert.
Nicht, dass ich nicht mehr lache oder keine Freude mehr am Leben habe - glaube mir, davon ist mehr als genug vorhanden -, aber trotzdem hat sich ├╝ber mein Herz so eine Art "Schleier?" gelegt ....... ich kanns nicht mal richtig beschreiben.

Ich habe angefangen, damit zu leben und tu es bis heute.

Was ich mir f├╝r dich w├╝nsche ist, dass es dir gelingt, deine erste Liebe "aufzuarbeiten", damit du deinen "richtigen" Frieden wiederfinden kannst.

LG

10.04.2013 08:20 • x 4 #2



10 Jahre Liebeskummer und oder Trennungsschmerz

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Anna-Lotte


Liebe Sorele,
als ich Deinen Beitrag gelesen habe, hat es mir auch die Kehle zugeschn├╝rt.
Ich war neulich bei einem Vortrag von einer sehr klugen und esoterischen Frau und die hat etwas gesagt, was als Wahrheit sofort in mein Herz geflossen ist.

"Schuld ist das schlimmste was man sich antun kann! Man soll zur├╝cktreten, die Situation von au├čen sehen und sagen: ja das habe ich damals so getan und mich so entschieden. Daran ist nichts falsches. Es war nur eine Entscheidung."
Was ich sagen will ist, Du hast damals in Deiner Panik so entschieden. Du kannst es ja auch bereuen, aber Du solltest Dich nicht mit Selbstvorw├╝rfen qu├Ąlen. Diese Entscheidung hast Du nicht gef├Ąllt, weil Du Deine Tochter nicht lieb hattest, sondern aus einer irrationalen Angst heraus. Ich glaube, wenn Du Dir das bewu├čt machst und Dir verzeihst, dann vergehen auch die Albtr├Ąume.
Liebe Gr├╝├če
Anna-Lotte

13.06.2013 12:44 • x 1 #3


Ich2


Ups,
da hab ich ja noch was vor mir.
Bei mir sind es "erst" drei Jahre und es vergeht kein Tag an dem ich nicht an IHN denke. Morgens der erste und Abends der letzte Gedanke geh├Âren immer ihm und leider auch noch viele w├Ąhrend des Tages in bestimmten Situationen. "Heute muss er arbeiten, jetzt hat er frei. Was er wohl macht? Denkt er an dich?..."
Vor ca. 4 Wochen hat er nachts versucht mich anzurufen, ich sah morgens seine Nummer auf dem Tel.
Konnte es leider nicht lassen ihn anzurufen und zu fragen was war.
Er sagte er h├Ątte sich "verw├Ąhlt" und entschuldigte sich.
Bin z. Zt. wieder soweit dass ich mir einbilde nachts seine Hand zu sp├╝ren. Wir schliefen immer Hand in Hand ein.
Wo soll das nur enden? Ich hoffte es h├Ârt bald auf, doch wenn ich lese nach 10 Jahren immer noch. Oder die Oma.
Puh, mir wird schlecht.

13.06.2013 21:11 • x 7 #4


kookimo


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Hey Troll,

nur 4 Jahre... Liebe auf den ersten Blick - wie unfassbar - und dann klappt es auch noch und man kommt zusammen. Dieses fast unheimliche Gl├╝ck und trotzdem schafft man es, es zu zerst├Âren und nicht wieder zu reparieren. Er war alles andere als perfekt aber ich habe noch nie so gef├╝hlt, f├╝hle es noch immer und werde ihn nie wieder los.

Ich bef├╝rchte wir haben lebensl├Ąnglich...

Lass mal aufn B. treffen

13.06.2013 21:12 • x 1 #5


no_idea


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Hi Trollbunden,

das h├Ârt sich ja nicht gut an. Habe selbst eine 10-j├Ąhrige Beziehung hinter mir und meine es langsam wirklich verarbeitet zu haben. Treffe mich mittlerweile sogar mit meiner Ex auf nen Kaffee ab und zu. Ist okay.

Zitat von Trollbunden:
Dann kam der Bruch. Ich war noch zu gr├╝n hinter den Ohren. H├Ątte manche Situationen besser, reifer handhaben m├╝ssen. Zu dieser Zeit wusste ich noch nicht, wie man es macht. Kompromisse? Einfach mal ruhiger bleiben? War damals noch nicht meine St├Ąrke.


Kannst du das noch etwas ausf├╝rlicher beschreiben? Du schreibst kaum etwas dazu wie oder wodurch es auseinander ging. Auch das kann ein Anfang sein es zu verarbeiten. Also das warum.

14.06.2013 11:44 • #6


Trollbunden


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Hallo zusammen.

Sind ja doch ein paar Antworten zusammengekommen. Vielen Dank daf├╝r.

Sorele:
Tut mir leid, dass so viele deiner Leute durch wenig nat├╝rliche Weise, unerwartet aus deinem/dem Leben geschieden sind. St├Ąndig von neuem vor die Aufgabe gestellt zu werden weiterzumachen und zu verarbeiten ist zerm├╝rbend.
Sicherlich nicht erb├Ąrmlich, dass du die Frage deine Tochter noch ein Mal sehen zu wollen verneint hast. Eine Ausnahmesituation. Extremsituation. Ich h├Ątte wahrscheinlich im Affekt das Gleiche geantwortet um nicht das Bild vom Tod sondern lieber meine Imagination in die Zukunft mitzunehmen. In diesem Moment gibt es kein Richtig oder Falsch. Vielleicht bereuht man sp├Ąter. Andererseits wei├čt du auch nicht, ob dir ein anderes letztes Bild deiner Tochter andere, vielleicht bessere Gedanken und Erinnerungen beschert h├Ątte. Man kann nur mutma├čen und wird doch nie eine Antwort erhalten.
"Loslassen" sagt sich so einfach.
Man muss wohl irgendwie akzeptieren und darf sich nicht durchgehend von schlechten Gef├╝hlen begleiten und beeinflussen lassen.
Solange du an deine Kleine denkst ist sie auf bestimmte Art und Weise existent und wird halt auf etwas unkonventionellem Wege an deiner Seite sein und mit dir gehen.

Meine Ex-Freundin (nicht die aus dem eigentlichen Thema) hat ihren Partner am Strick in der K├╝che h├Ąngend aufgefunden.
Job weg, Depressionen usw. Er hat nicht durchgehalten. Wurde ihm wohl alles zu viel.
Sie hat jahrelang allabendlich eine Kerze neben seinem Bild angez├╝ndet.
Ich habe irgendwann daran appelliert dieses Ritual einzuschr├Ąnken und ich glaube es war nicht richtig von mir.
W├╝rde mir nicht mehr anma├čen einen Zeitpunkt zu bestimmen. Jederzeit unterst├╝tzend zur Seite stehen. Aber nicht meinen zu glauben, wann ein Zeitpunkt der Richtige ist. Und wenn es noch so lange dauert.
Schwierige Sache. Man m├Âchte dem anderen ja nur das Beste.
Ich habe nicht gedr├Ąngt. Jahre gewartet. Aber mich damit vielleicht dennoch zu weit aus dem Fenster gelehnt.

Dieser Schleier.
Mein Schleier ist ein Suchen und nicht mehr finden.
Das Gef├╝hl der Unbeschwertheit kommt einfach nicht mehr zur├╝ck. Ich habe nur noch Fragen und f├╝rchte, dass es mir niemand mehr recht machen kann.
Meine letzte langj├Ąhrige Beziehung war mit einer Frau wie aus dem Bilderbuch.
Nahezu perfekt. Eigentlich das, was ich immer gesucht habe. Das liebste und netteste Ding, das mir je begegnet ist. Begeisterte Familie sowie Freunde. Mich auch immer wieder.
Habe trotzdem das Gef├╝hl sie wegen falscher Zweifel "verschwendet" zu haben.
Wenn ich doch mit einem so tollen Menschen zusammen bin, wie kann mich dann die Erinnerug an besagte "Eine" noch so oft so runterziehen?
Verwirrend.
Man darf einfach nicht zu sehr an der Vergangenheit h├Ąngen.
Es steht einem nur im Weg.
Aber "wat willste machen", woll. Kann nur hoffen noch ein leztes Mal aus dieser Art Loch gezogen zu werden.
Gibt genug Leute, die zwei Mal im Lotto gewonnen haben. Also warum nicht auch nich.

Zum Thema Aufarbeitung:
Was mich jetzt seit 1,5 Jahren mehr qu├Ąlt als alles andere ist jemandens Zeit verschwendet zu haben, der sich auf mich eingelassen hat und ich ihm nicht gerecht werden konnte, weil zuvor irgendwann mal irgendetwas kaputtging, womit letzte Person gar nichts zu tun hatte.
Zum kotzen.

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Ich2

Drei Jahre sind auch schon 2,5 Jahre zu viel. Von wegen "erst".
Einfach nich den gleichen Fehler wie ich machen. Auch anderen bzw. einem Anderen eine Chance geben. Sich verletzbar machen und zulassen zu erfahren, ob es die richtige Entscheidung war. Anders geht es wohl nicht.
Du wirst keinen Klon deines letzten Liebsten finden. Aber bestimmt jemanden, der es ebenfalls wert ist mit dir schreiten zu d├╝rfen und du mit ihm.

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Kookimo

B. ist ein absolutes Zauberwort und unter Leidensgenossen schmeckt es bestimmt noch besser als sonst.
Wenn du zuf├Ąllig halbwegs mein "Typ" bist und nicht hunderte von Kilometern entfernt wohnst eine klasse Idee.
Wie das Internet aber leider so ist werden wir wohl kaum diesem Zufall erliegen und einem gemeinsamen Pils fr├Ânen k├Ânnen.
Macht man aus zwei gebrochenen Herzen Eins oder doch nur einen noch gr├Â├čeren Scherbenhaufen?
Trotzdem Danke f├╝r den Vorschlag. Gibt kaum Schlimmeres als mir einen langweiligen Kaffee anzubieten.
Rock on und so...you know. ^^

Wahrscheinlich sollte man Liebe (verliebt sein) auf den ersten Blick nicht ├╝berbewerten. Wann sie kommt ist schlie├člich egal, woll. Hauptsache, dass es ├╝berhaupt so weit kommt.
Nee. Perfekt war es bei mir eigentlich auch nicht. Ansonsten h├Ątte es ja noch Bestand. Aber ganz besonders war es.

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No_Idea

Gut, wenn es sogar auf 'nen normalen Kaffee funktioniert.
K├Ânnte mich auch mit jeder Exfreundin treffen. Bis auf zwei Ausnahmen. ^^
Vielleicht sp├Ąter mal vorstellbar. W├Ąre eine feine Sache so weit zur "Normalit├Ąt" zur├╝ckkehren zu k├Ânnen.

Ja, ich k├Ânnte genauer beschreiben, was ich alles falsch gemacht habe.
Allerdings werfe ich mir als damals knapp ├╝ber 20j├Ąhrigem diese Punkte nicht mehr unbedingt vor. Man entwickelt sich von Jahr zu Jahr, von Beziehung zu Beziehung weiter und kann nicht unbedingt erwarten alles richtig zu machen, nur weil das Gegen├╝ber es wahrscheinlich wert gewesen w├Ąre.
Dummheiten. Unwissenheit. Ein schlechter Diskussionspartner. Zu aufbrausend aus Unwissenheit seine Gef├╝hle anders ausdr├╝cken zu k├Ânnen. Kleinigkeiten lockerer nehmen.
Es gab auch Dinge an der Ex, die mir heute noch gegen den Strich gehen w├╝rden.
Sie war jung, ich war jung. Sie hat es richtig gemacht die Beziehung zu beenden, da ich einfach noch etwas Zeit brauchte und jede zu fr├╝h gegebene zweite Chance zu nichts gef├╝hrt h├Ątte.
Fehler erkennt man schnell. Eine Selbst-Optimierung umzusetzen dauert etwas l├Ąnger.
Erfahrungen machen, lernen, sich Zeit nehmen in sich zu gehen, sich selbst befragen...das klappt wohl am besten, wenn man alleine ist. Mit etwas Abstand zu manchen Dingen.

Trotzdem f├╝hle ich nach einem Traum das Gef├╝hl frisch verlassen worden zu sein und erlebe es so wieder und wieder. Kaum eine Nacht vergeht ohne 10 mal aufzuwachen, weil sie sagt, dass sie nicht mehr will.
Sitze im Jahr 2013 aber der Geist holt sich wieder und wieder das Drecksgef├╝hl von anno tuck zur├╝ck.
Und st├Ąndig mache ich mir Gedanken.
Was w├Ąre, wenn...
Auch, wenn ich mir selbst halbwegs verziehen habe denke ich jedes mal "Du Idiot" von mir, weil ich manche Schritte einfach nicht mehr nachvollziehen kann. Da bin ich mir dann selbst fremd.
Niemals fremdgegangen, niemals jemandem k├Ârperlich Aua gemacht. Aber ich war oft ekelhaft anstrengend. Bestimmt meist aus Verlustangst und dem Gedanken nicht gut genug zu sein.
Jep. Ich war schnell verunsichert und angegriffen.

Was mich etwas aus der Bahn geworfen hatte war eine zuvorige dreieinhalbj├Ąhrige Beziehung zu einem M├Ądel, dass geschlagen hat wie'n Kirmesboxer und den lieben langen Tag nur L├╝gen erz├Ąhlte. Das war die H├Âlle. Aber als da nicht mal Zwanzigj├Ąhriger wei├č man nicht, wie man mit sowas umgehen soll. Vielleicht wei├č man es auch aber man macht es nicht.
Das hatte mich etwas gepr├Ągt. Vertrauen zu jemanden zu fassen fiel danach unheimlich schwer und ich hatte mir eine Art Schutzh├╝lle zugelegt. Wusste nicht ob mir jemand etwas vorspielt oder eine Situation ernst/echt ist. Habe ich ein Tr├Ąnchen gesehen und hat jemand das Gespr├Ąch gesucht bin ich davon ausgegangen, dass es wahrscheinlich nur gespielt ist (sein k├Ânnte) und habe mich dementsprechend falsch verhalten.

Ach da k├Ânnte ich so einiges erz├Ąhlen, was mich an so vielem hat zweifeln lassen.
W├╝rde ein Roman werden.
Ein Mal an die Falsche geraten und das hatte lange Nachwirkungen.
Jahre her.
Zum Gl├╝ck zwischenzeitlich ├╝berwiegend positive Erfahrungen machen d├╝rfen. Leider etwas sp├Ąt.

Muss in die Heia. Die Sonne geht ja gleich auf.

Gute Nacht.

25.08.2013 04:55 • #7


saharaSahara


Seitdem ich IHN getroffen und dann verloren habe,weine ich fast t├Ąglich. Die ganze Geschichte ist kompliziert und einfach zugleich. Morgens wenn ich aufwache, sehe ich sein L├Ącheln, w├Ąhrend des Tages muss ich manchmal auf die Toilette gehen, um in Ruhe zu weinen. Abends sp├╝re ich ihn neben mir, ich h├Âre sein Lachen. Nun ja, alles w├Ąre eigentlich so ein klassischer Liebeskummer,wenn es nich zwanzig Jahre dauern w├╝rde. Ja, dieses Jahr werden es 20 Jahre. Und unsere Tochter wird 19, er hat sie nie gesehen. Mir tut das Herz so weh, es wird immer schlimmer,├╝berhaupt nicht besser. Der Schmerz w├Ąchst-Zeit scheint Wunden nicht zu heilen. Andere M├Ąnner sind f├╝r mich unsichtbar. Ich denke manchmal, er hat mich verhext,das ist nicht normal. Seitdem ich ihn traf, ist mein Herz anders geworden, ein st├Ąndiger Schatten liegt auf mir, auch wenn ich funktioniere und lache.Alle sagen von mir, ich sei eine wahnsinnig starke Frau. Vielleicht habe ich diese Kraft aufgebaut, um jeden Tag diesen Schmerz durchzustehen. Manchmal will ich nicht mehr, ich finde-es ist kein Leben, nichts macht Sinn, alles ist kalt und leer. Ich mache weiter wegen meiner Tochter, aber ich wei├č nicht, was ich mit dem immer gr├Â├čeren Schmerz tun kann. Es tut richtig k├Ârperlich weh...Schlimm, w├╝nsche jedem Frieden im Herzen und eine erf├╝llte Beziehung voller Liebe. Seltsam ist, dass in meiner Familie viele Generationen von Frauen schmerzhafte Beziehungen zu M├Ąnnern hatten,lebensl├Ąnglich,z.B. meine Uroma, die ist vergewaltigt worden und musste ihr Kind zur Adoption geben...Seltsam, manchmal habe ich das Gef├╝hl, dass alles Schicksal ist,dass wir nichts gegen unser Schicksal machen k├Ânnen.Ich habe mich wahnsinnig bem├╝ht positiv zu bleiben, aber eine st├Ąrkere Macht warf mich zu Boden,immer wieder.Ich wei├č nicht mehr, was ich tun kann.

01.03.2016 19:48 • x 5 #8


kasoorimethi

kasoorimethi


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Hallo Trollbunden.. ich bin gerade auf deine (Lebens-) Geschichte gesto├čen, die mich wirklich ergriffen hat... mit ihrem Schmerz der Unverg├Ąnglichkeit und mich wohl deshalb so ber├╝hrt, weil auch ich nicht loslassen und weiterleben kann.
Wie geht es dir ein paar Jahre sp├Ąter.. haben sie dich vorangebracht und sich dich etwas entfernen lassen?
Du hast eine sehr sch├Âne Art, deine Emotionen, die dich bewegt haben, auszudr├╝cken, dass es gleichwohl eine Freude war, deine Zeilen zu lesen...
Ob dich meine Worte nach der Zeit noch erreichen, wei├č ich nicht, aber ich w├╝nsche dir von Herzen ein freies, leichtes Herz!

22.06.2016 13:40 • x 1 #9


Grace_99


Der Thread ist aus 2013; glaube kaum das da noch eine Antwort kommt

22.06.2016 13:59 • #10


kasoorimethi

kasoorimethi


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Wer wei├č.... war mir ein Bed├╝rfnis...

22.06.2016 14:32 • x 1 #11


Trollbunden


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@grace_99: Ich vergesse diese Frau und daher auch diesen Thread niemals.

@kasoo: Siehe oben. Der Zustand ist quasi unver├Ąndert. Ich sacke mehrmals am Tag innerlich zusammen und starre mit halb ge├Âffnetem Mund d├Ąmlich irgendwo hin.
Es vergeht ohne zu ├╝bertreiben keine einzige Minute, die ich nicht dazu nutze zumindest kurz von ihr zu tr├Ąumen. Alles andere mache ich "nebenbei".

Ich h├Ątte auch ein Update zu der ganzen Geschichte hier beizutragen. Bin mir aber nicht sicher, ob ich das machen soll.
Wir haben uns nach 12 Jahren wiedergesehen. Damit hatte ich die M├Âglichkeit alte D├Ąmonen zu verscheuchen. Leider sind neue dazugekommen.
F├╝r mich wurde nur noch klarer, dass wir zusammengeh├Âren. Auch sie musste staunen, wie wahnsinnig ├Ąhnlich wir uns doch sind.

Ich versuche zu einem sp├Ąteren Zeitpunkt mal zu erz├Ąhlen, was so passiert ist.

Vielen Dank f├╝r dein Feedback und deine W├╝nsche.
Aber ich bin nach wie vor gefangen.

Tut mir leid, wenn es dir ├Ąhnlich ergeht. F├╝r mich ist das zum gro├čen Teil nicht mehr als ein weggeworfenes bzw. verschwendetes Leben. Und obwohl man sich dessen bewusst ist, v├Âllig klare Gedanken dar├╝ber hat, wie absurd das doch alles ist, kann man es nicht ├Ąndern.

23.06.2016 21:13 • x 4 #12


Carlaa


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Lieber Trollbunden,

es l├Ąuft mir kalt ├╝ber den R├╝cken bei deinem Res├╝mee - und dass es nach drei weiteren Jahren noch ann├Ąhernd genauso in dir aussieht, stimmt mich traurig. ┬á

Ich kenne eine derart verzehrende, auf ewig unver├Ąndert konservierte, anhaltend traumatisch wirkende Liebe nicht. Obwohl ich auch sehr liebte und am Boden zerst├Ârt war, als ich nach meiner ersten langen Beziehung verlassen wurde.
Ich bin auch jemand, der sehr lang, jahrelang trauert und am Vergangenen festh├Ąlt.

Aber wenn ich mich selbst beobachte: Die Zeit ver├Ąnderte mich, und vor allem die zugelassene Wut ver├Ąnderte mich (und viele andere Gef├╝hle, auch das Gef├╝hl, dass ich etwas anderes verdient habe als einfach abgesto├čen zu werden; das Gef├╝hl, dass ich viel zu geben habe - nur hat es mit uns leider nicht funktioniert).

Wenn ich gut drauf bin, meine Sachen mache, neugierig bin, lebe ich vers├Âhnt mit dem Scheitern, dem Ende und dem Abschied. Ich akzeptiere, dass das Alte vergangen ist, wir nicht mehr dieselben sind. Und trotzdem ist diese Liebe gewesen und damit aufgehoben im Universum. Zusammen mit allen anderen Lieben.
Es gibt so viele unbemerkte kleine Liebesgeschichten. Kannst du deinen Fokus auf die Liebe legen, die du jeden Tag erleben kannst (falls du zum Beispiel die Kassiererin oder ein Kind anl├Ąchelt)?

Ich frage mich ernsthaft, ob du an einer posttraumatischen Belastungsst├Ârung leiden k├Ânntest. Nach so langer Zeit immer wieder den Moment zu tr├Ąumen, in dem SIE die Trennung ausspricht ...
Ich w├╝rde versuchen, das Thema in einer Therapie anzugehen.
Oder was hilft dir?
Wie kannst du dir vergeben und neu anfangen?
Ich bin ├╝berhaupt nicht christlich, aber ich hatte gerade eine Art Geistesblitz, was mit "Froher Botschaft" gemeint sein k├Ânnte ...

23.06.2016 22:33 • x 2 #13


whynot60


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Hallo!

Wirklich erstaunlich, da├č ein so relativ alter Thread nun eine Wiederbelebung erfahren hat, noch dazu eine interessante.

Was ich dazu m├Âchte: Trollbunden, ich glaube, Du hast das Entscheidende ja gleich eingangs geschrieben - ... die Frau, nach der mein Unbewu├čtes sich immer gesehnt hat ... (sinngem├Ą├č wiedergegeben).
Darin liegen sowohl das Gl├╝ck als auch das Verh├Ąngnis einer solchen Liebe.
Warum Gl├╝ck, ist, glaube ich, ja klar - weil man das absolut sichere Gef├╝hl hat, der/dem Einen begegnet zu sein, sozusagen seinen Traum in der Realit├Ąt gefunden zu haben, seine "zweite H├Ąlfte", angekommen zu sein, "ganz" geworden zu sein, es erscheint einem geradezu als Wunder, hat tats├Ąchlich etwas "Magisches" an sich und ver├Ąndert auch das Leben oft schlagartig und von Grund auf. Was zusammengeh├Ârt, hat sozusagen zusammengefunden.
Das Verh├Ąngnisvolle daran aber ist, da├č man dann entweder zu ├Ąngstlich, zu verletzbar wird, alles viel tiefer geht als in einer "normalen" Beziehung, alles viel mehr Gewicht hat, oder da├č man auch mehr oder weniger v├Âllig unbedacht wird, weil man das Gef├╝hl hat, diese Liebe sei so tief und sicher, das ohnehin nichts sie zerst├Âren k├Ânne. (Was ja auch irgendwie stimmt - die Liebe selber wird ja nicht notwendig zerst├Ârt, aber eben die Beziehung, in der halt nicht nur die Liebe das Sagen hat, sondern auch das Ego (bzw. sogar zwei davon).) Und das zweite Verh├Ąngnis: Wenn man einmal dieser gro├čen Liebe begegnet ist, dann kann alles, was man danach noch erlebt in diesem Zusammenhang, nur ein Abglanz sein, es fehlt dieses Leuchten von innen heraus. Das eine ist die Sonne, das andere der Mond, bestenfalls.

Einen wirklichen Rat kann ich Dir leider auch nicht geben. Aber ich denke, man mu├č es irgendwann so sehen, da├č man einmal irgendwo war, wo man nicht mehr hinkommen wird, meinetwegen auf einer paradiesischen Insel, die versunken ist. Die Erinnerung kann ja bleiben, aber sie sollte halt keine trauernde, sondern eine l├Ąchelnde sein (bzw. irgendwann werden).
Mehr kann man nicht tun. Au├čer vielleicht noch, jede Liebessehnsucht zu ├╝berwinden und sich an den vielen anderen Dingen zu erfreuen, die mit Liebe (oder dieser Art von Liebe) nichts zu tun haben.

Liebe Gr├╝├če

24.06.2016 01:31 • x 8 #14


TooLate


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Wow. Beim Lesen habe ich auch nicht gedacht, dass der TE sich melden wird. Nach drei Jahren noch immer in derselben Schleife.

Ich h├Ąnge nun seit 2 Jahren in diesem Forum rum und wei├č auch nicht, ob ich es jemals schaffen werde, diese Person zu loszulassen. Es vergehen halt keine 20 Minuten am Tag, in denen er nicht in meinem Kopf ist. Das raubt einem enorm viel Energie - und das seit 2 Jahren.

Ich bin sehr doll gespannt, wie es zu Eurem Treffen kam, was genau passierte, wie sie reagierte, ob sie vergeben ist, ob sie auch noch irgendwelche Gef├╝hle f├╝r dich hat.
Es w├Ąre toll, wenn Du dir diese Zeit nehmen k├Ânntest und uns das berichtest.

Es ist schon eine sehr traurige Erkenntnis, dass es dir nach all der Zeit noch immer so geht. Vorhin dachte ich noch, dass ich in 6 Jahren noch immer an ihn denken werde, weil es etwas sehr sehr Besonderes war. Innerlich habe ich gehofft, da es ja auch alle sagen, dass die Zeit ihre Aufgabe tut und man irgendwann losl├Ąsst... aber wenn ich mir deine Geschichte durchlese, dann finde ich mich da auch irgendwo wieder. Bin auch die Sorte Mensch, die es nicht gelernt hat, loszulassen.

Ich w├╝nschte Dir, dass du diese Frau irgendwann wiederbekommst oder zumindest eine aehnlich intensive Liebe nochmals erfahren darfst!

24.06.2016 03:15 • x 1 #15



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