×

Lieber Forenbesucher,

wer bei uns Unterstützung sucht, soll sie finden, und wer helfen möchte, ist hier herzlich willkommen. Moderatoren und Mentoren begleiten das Forum und achten darauf, dass Beiträge respektvoll bleiben. Sachliche, tröstende, wohlwollende und empathische Beiträge sind ausdrücklich erwünscht, damit sich alle Mitglieder wohl fühlen. Abwertende oder verurteilende Inhalte haben hier keinen Platz.

17

Trennung der Schwester - Hilfe

I

Inalee
Mitglied

Beiträge:
2
Themen:
1
Danke erhalten:
3
Mitglied seit:
Guten Abend,
Ich bin mir sicher, dass man mich für egoistisch hält wenn ich hier alles nieder geschrieben habe was momentan in mir vorgeht. Ich denke auch nicht, dass mich irgendwer verstehen wird. Ist so ein Gefühl.
Ich bin seit unter einem Jahr mit meinem Schatz zusammen. Es hat mich erstmal viel Kraft gekostet mich in der Beziehung fallen zu lassen, wegen schlechten Erfahrungen und Ängsten. Und nun funktioniert es endlich und ich fühle mich zum Ersten Mal in meinem Leben so als wäre ich angekommen.
Dennoch trainiere ich dieses Fallen lassen können weiterhin. Es ist halt alles neu. Wir sind ja noch kein Jahr zusammen und ich brauche Zeit um mein Glück fassen zu können. Ich baue dabei innerlich ganz langsam, Schritt für Schritt Stabilität auf. Vertrauen in die Liebe und Zukunftsvisionen.

Nu wurde meine Schwester von ihrem Mann verlassen. Und ich liebe meine Schwester. Wir sind so so Gut miteinander. Und deshalb schäme ich mich dafür dass ich gerade so seltsam darauf reagiere. Objektiv gesehen tut es mir natürlich unfassbar leid und weh und ich kann mich sogar schlecht abgrenzen. Und innerlich spüre ich etwas was die Empathie deutlich dominiert. Und das ist Angst. Angst um meinen eigenen Hintern. Angst davor dass mir das auch passiert. Ich habe das Bedürfnis zu weinen und meinen Freund festzuhalten. Es löst so viel Panik in mir aus, die es mir erschwert fürsorglich zu ihr zu sein man Trauriges Gesicht.
Ich habe richtige Bauchschmerzen den ganzen Tag. Ich habe Angst davor jetzt immer erreichbar sein zu müssen. Ich habe Angst davor Nächte bei ihr zu verbringen weil es ihr so schlecht geht und ich habe Angst davor mich mit ihrem Kummer auseinander zu setzen. Ich habe Panik dass es mich an meinem Ankommen hindert. Ich benötige gerade so viel Konzentration für mich selber. Aber meine Schwester wäre auch für mich immer da. Aber ich tu mich da momentan so schwer. Klar kann sie mich jederzeit anrufen und klar würde sie nach einem Treffen fragen wäre ich da. Aber ich habe Angst davor nachts nicht zu Hause zu sein. Ich habe Angst davor mich gerade mit ihrem Kummer zu befassen, weil sich gerade für mich ganz neue Türen eröffnen. Ich hab so viel Mist erlebt und jetzt beginnt zum Ersten Mal seit langem ein schönes Kapitel und ich kann gar nicht beschreiben was hier in mir passiert. Ich habe das Bedürfnis mich total abzugrenzen.

x 3 #1


HeavyDreamy
@Inalee Hey Lachendes Gesicht

Ich hätte eine Idee:

Wenn deine Schwester dich kontaktiert wegen Liebeskummer, Telefon oder WA, schenke ihr 20-30 Min Zeit, gebe ihr dein Ohr.

Und dann sagst du ihr, dass du jetzt etwas Zeit für dich nehmen musst, was sie hoffentlich dann auch akzeptiert, du legst auf und dann nimmst du wieder dich völlig wichtig zusammen mit deinem Partner.

So bist du für sie da, aber eben nicht dauerhaft und lernst so auch, dich gesund abzugrenzen Lachendes Gesicht

Sie wird ja auch ne Freundin oder Freundinnen sicherlich haben, wo sie sich auch noch aussprechen und ausweinen kann oder? Lachendes Gesicht

Ich hoffe, ich konnte etwas helfen und du verstehst, wie ichs meine Lachendes Gesicht

x 3 #2


A


Trennung der Schwester - Hilfe

x 3


S
@Inalee
Es ist erst einmal gut, dass du hier alles aufgeschrieben hast. Damit ist es mal raus aus dir. Ich kann dein Dilemma nachfühlen. Ich denke aber, dass sich deine Gefühle dazu verändern werden, wenn du weiterhin alles zu Ende fühlst und es aufschreibst. Das kann auch hier sein. Ich drück dich mal. Es wird schon werden.

x 1 #3


A
Zitat von Inalee:
Ich habe Angst davor jetzt immer erreichbar sein zu müssen. Ich habe Angst davor Nächte bei ihr zu verbringen weil es ihr so schlecht geht und ich habe Angst davor mich mit ihrem Kummer auseinander zu setzen. Ich habe Panik dass es mich an meinem Ankommen hindert. Ich benötige gerade so viel Konzentration für mich selber.

Meinst du, deine Schwester hat all diese Erwartungen an dich oder hast du Angst davor, dass es so sein könnte? Ist es ihr oder dein Anspruch?

#4


R
Ja das ist genau dein Zwiespalt: Deiner Schwester beistehen, weil du dich dazu verpflichtet fühlst und andererseits dich abzugrenzen -- um nicht getriggert zu werden ?
Versuch mal den Mittelweg, beistehen aber nur soviel wie du es schaffst. Ganz drumherum kommen wirst du nicht.

#5


Sonnenschein85
Zitat von Inalee:
Guten Abend, Ich bin mir sicher, dass man mich für egoistisch hält wenn ich hier alles nieder geschrieben habe was momentan in mir vorgeht. Ich ...

Ich halte dich nicht für egoistisch. Ängste sind ganz natürlich. Und sie kommen einfach. Auch wenn man es eigentlich gerne anders hätte. Du hast wahrscheinlich sehr viel negatives erfahren müssen und durch die Trennung wird jetzt etwas in dir getriggert, was die Angst auslöst/verstärkt.

Erst einmal versuche ruhig zu bleiben und nicht in Panik zu verfallen. Die situation deiner Schwester heißt nicht das dir nun das gleiche passiert. Ich denke das weißt du rational. Aber Ängste sind leider selten rational logisch..

Wie wäre es wenn du versuchst nur in dem Maße für sie da zu sein wie du es mental noch verkraften kannst? Du musst nichts tun, womit du dich überfordert fühlst.
Gibt es die Möglichkeit das auch enge Freundinnen oder andere Familien Mitglieder ihr zusätzlich beistehen können? So das nicht die ganze Verantwortung bei dir ist?

x 2 #6


Worrior
@Inalee
Eine sehr schwierige Sotuation, das kann ich nachempfinden.
Sollte sich das irgendwie nachteilig auf deine Beziehung auswirken dann rede "RECHTZEITIG" mit Deinem Mann.
Ich bin sicher Du wirst als Schwester genau so loyal sein wie als Partnerin.
Ich habe auch so eine tolle Schwester wie Du eine bist.
Ein Geschenk des Himmels, ich liebe sie .... und ich liebe nicht viele Menschen.
Du machst das, bleib cool.

#7


Wollie
Zitat von Inalee:
Ich habe Angst davor jetzt immer erreichbar sein zu müssen. Ich habe Angst davor Nächte bei ihr zu verbringen weil es ihr so schlecht geht und ich habe Angst davor mich mit ihrem Kummer auseinander zu setzen. Ich habe Panik dass es mich an meinem Ankommen hindert. Ich benötige gerade so viel Konzentration für mich selber. Aber meine Schwester wäre auch für mich immer da.

hab mir deinen Text mehrmals durchgelesen und geschaut, wie er auf mich wirkt. Erstmal ist es schön für dich, dass du nach vielen schlechten Erfahrungen jetzt angekommen bist und deshalb ist diese Angst auch da, es wieder zu verlieren. Für deine Schwester ist es natürlich das Gegenteil, für sie bricht jetzt mehr oder weniger eine Welt zusammen und je nach Konstellation (Kinder ?; Haus ?, friedliche Trennung ?, Rosenkrieg ?) seit ihr gerade auf zwei komplett verschiedenen Planeten unterwegs.
Und zu allererst: Deine Gefühle, die Angst, der Wunsch nach Abgrenzung ist erstmal in Ordnung. Weil sie sind da und gehören zu dir. Du kannst sie ja nicht einfach ausschalten oder "wegbeamen". Auf der anderen Seite deine Schwester, welcher du natürlich helfen möchtest. Und beides nicht zusammen bekommst. Musst du auch gar nicht. Du solltest dich erstmal mehrere Dinge fragen: 1. erwartet deine Schwester, dass du Tag und Nacht für sie da wärst oder ist dies eine Erwartung, welche eigentlich Du hast, an dich selbst. Und deine Schwester erwartet dies gar nicht so in dieser Intensität ?
2. Wie könnte Abgrenzung aussehen für dich ? Ohne deiner Schwester vor den Kopf zu stossen ?
3. Ist deine Angst begründet oder einfach irrational ? Wie geht dein Freund mit der Situation um ?
4. Wo kannst du deiner Schwester ganz praktisch helfen, ohne dich zu verlieren ?
5. Du hast ein Recht, dich abzugrenzen und für dich einzustehen.

Und erstmal versuch mal die Situation ganz rationell zu sehen. Weil ich glaube, dass deine Ängste irrational sind. Kannst du mit deinem Freund darüber reden ? vielleicht würde dies dir schon helfen. Hoffe ich konnte dir ein paar kleine Denkanstösse geben, die dir weiterhelfen.

x 2 #8


I
Mein Freund sagt mir dass bei uns ja alllllles gut ist und ich das gar nicht auf mich beziehen soll. Er sagt er hat den Eindruck ich grenze mich emotional schlecht ab. Den Eindruck habe ich ja auch.
Und hier wurde ein Punkt genannt, den hab ich gefühlt. Und zwar der ob ich Angst vor den Erwartungen habe oder ob sie wirklich diese Erwartungen an mich hat! Und ich glaube sie kennt das Mittelmaß und sie kennt auch mich. Sie weiss schon dass ich gerade voll in meinem eigenen Wusel bin. Aber sie weiss auch dass ich sie Liebe.
Ich bin nur leider viel zu sehr mit meinem eigenen Wusel überfordert.

Aber vielleicht sollte ich in der Realität bleiben. Nächstes Wochenende bin ich mit ihr unterwegs. Dieses Wochenende hätte ich gerne mit meinem Partner. Aber wie könnte ich Nein sagen wenn sie mich doch braucht? Aber ich will auch Ja zu mir sagen. Aber eigentlich ist es ja ein Kompromiss dass ich nächstes Wochenende mit ihr bin und dieses mit ihm.

Und ich denke die Sachen sind in meinem Kopf am Schlimmsten? Ich mein man wird schon einen Mittelweg finden ? Sie wird keine 24/7 Treffen erwarten. Das ist rational eigentlich schon klar. Aber Angst ist ja nicht rational. Bin einfach bisschen überlastet auch. Nebenbei noch die Arbeit. Ich habe Angst davor mich auf opfern zu müssen? Aber woher die Angst? Die ist ja nicht blöde die Kurze. Die würde sowas nicht verlangen..

#9


Waris07
@Inalee

Ich glaube, das, was du beschreibst, hat weniger mit Egoismus zu tun, als es sich für dich gerade anfühlt, sondern eher mit Angst. 🤔

Die Trennung deiner Schwester scheint dich ziemlich direkt zu verunsichern. Nicht nur wegen ihr, sondern weil es etwas in dir auslöst wie: "Das könnte mir auch passieren."
Gerade weil du schreibst, dass du dich zum ersten Mal wirklich angekommen fühlst, ist das natürlich ein wackeliger Punkt.

Was mir beim Lesen deines Eingangsposts sofort in den Sinn kam: Du hast weniger ein Problem mit ihrer Situation, sondern mit dem, was sie in dir anstößt - diese ganze Verlustangst, die du eigentlich gerade erst langsam beruhigt hattest.

Und dann wird Abgrenzung plötzlich sehr attraktiv. Nicht unbedingt, weil du nicht für sie da sein willst - sondern weil du diesen inneren Zustand nicht fühlen willst.

Ich könnte mir vorstellen, dass genau da der Knackpunkt liegt.
Nicht deine Schwester überfordert dich, sondern das, was in dir passiert, wenn du dich mit ihrem Schmerz konfrontierst – also deine eigene Angstreaktion.

Heißt aber auch: Weggehen davon wird dir das Thema wahrscheinlich nicht wirklich abnehmen. Es hält eher die Angst auf Abstand, ohne sie zu lösen.

Und gleichzeitig musst du dich dem auch nicht komplett aussetzen.
Es wäre eher die Frage, ob du einen Weg findest, in kleinen, für dich machbaren Dosen damit in Kontakt zu bleiben. Also hinzugehen und für sie da zu sein, aber nicht so lange zu bleiben, bis du völlig erschöpft bist. Ihr zuzuhören, ohne das Gefühl zu haben, alles auffangen zu müssen. Da zu sein, ohne dich selbst dabei zu verlieren.

Vielleicht ist das gerade weniger ein - Wie helfe ich meiner Schwester? - und mehr ein - Wie gehe ich mit meiner eigenen Angst um, die dadurch hochkommt? 😉

x 3 #10


M
Hallo @Inalee,

ich denke, es wird schon logische Gründe geben, warum du unter starker Verlustangst leidest und dich darum vom Leid deiner Schwester so gut es geht abgrenzen möchtest. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, versuche diesen Gedanken aus deinem Kopf zu entfernen, sonst wertest du dich doch nur selbst ab.

Du scheinst dir selbst gegenüber einen großen Druck aufzubauen, weil du eine große Erwartungshaltung an dich selbst hast. Die Situation deiner Schwester ist besonders belastend, natürlich willst du ihr helfen, sie bedeutet dir etwas und was ihr gerade passiert, wirst du wahrscheinlich auch schon selbst erfahren haben. Ich finde, du reagierst typisch wie ein Mensch, der Angst hat. Daher dein erster Gedanke: Rückzug! Nicht weil du Empathielos bist, sondern weil du die schützen willst.

Als ersten Schritt würde ich dir empfehlen, dass du die Gedankenspirale unterbrichst und dir positiv zuredest, dass die Situation deiner Schwester nichts mit deiner Beziehung zu tun hat. Projiziere ihr Scheitern nicht auf euch. Sobald diese Gedanken kommen, denke an die positiven Dinge, die euch als Paar ausmachen, und lernt aus den Fehlern der anderen.

Als zweiten Schritt würde ich mir eine konkrete Strategie überlegen, wie du für sie da sein kannst, ohne dass es dich zu sehr belastet. Wenn du das Wochenende zum Erholen brauchst, dann eben unter der Woche ab und zu. Eventuell kannst du Einkäufe für sie übernehmen, ihr etwas mitkochen und vorbeibringen, morgens oder abends eine Nachricht schreiben, dass du an sie denkst und warum du sie lieb hast. Gehe mit ihr eine halbe Stunde spazieren nach der Arbeit oder bringe ihr einfach mal einen Blumenstrauß vorbei mit einer Karte, auf der nur ein Herz gemalt ist.

Du musst nicht für alle 24h da sein, das ist nicht möglich. Vermeide so Sätze wie „immer“, „nie“ usw. Überlege einfach in Ruhe, was für dich möglich ist, was dir guttun würde. Wenn dich die Gespräche zu sehr belasten, suche einen guten Therapeuten für sie raus oder andere Art von Hilfe, damit ist ihr auch schon geholfen.

x 1 #11


J
@Inalee
Es scheint so als würdest du dir viele Gedanken machen - eher zu viele. Wie gehst du deine Ängste an, hast du jemand mit dem du darüber reden kannst? Oder hast du dir auch schon Gedanken gemacht, dir von einem "Profi" helfen zu lassen. Es ist keine Schwäche sondern zeigt von Stärke.
Wenn ich es richtig gelesen habe, dann hast du mit deinem Freund darüber offen gesprochen, das ist auch wichtig. Aber nicht zu viel, dass er sich genötigt fühlt dir zu sagen dass er dich nicht verlässt etc. Aber dass du gefühlsmäßig gerade zerrüttet/durch den Wind bist wegen der Trennung deiner Schwester.
Deine Problem solltest du mit dir ausmachen und nicht vom ihm beheben lassen. Dass aber etwas mit dir ist muss er wissen.

x 2 #12


A


x 4