2

Trennung - er klammert und ich komme nicht los

Mrs_X

Hallo...
ich habe lange überlegt, ob ich hier was schreiben soll, aber mittlerweile bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich absolut nicht mehr weiter weiß...

Ich bin knapp 25, habe mich vor ca. 2 Monaten von meinem 37-jährigen Partner getrennt...
Unsere Beziehung hielt leider nur 16 Monate, die aber ziemlich "intensiv" waren. (Haben uns täglich gesehen, bzw. hatten seit Februar auch eine gemeinsame Wohnung)

Die Gründe mich zu trennen waren unter anderem, dass er mich viel zu sehr erdrückt hat... das Problem ist, dass er sich total auf mich fixiert hat, er hat ansonsten keine Bezugspersonen, mit seiner Familie hat er nicht viel zu tun, Freundeskreis ist so gut wie nicht vorhanden, da er "vor meiner Zeit" eigentlich nur vorm PC "gelebt" hat...

Das Problem ist, dass ich obwohl ich das alles beendet habe, nicht loslassen kann, weil ich sehe wie er leidet und wie schlecht es ihm geht... ich werde das Gefühl nicht los, dass ich sein Leben "zerstört" habe bzw. irgendwie für ihn verantwortlich bin...

Ich weiß meine Gefühle auch nicht wirklich einzuschätzen... es ist zu wenig da, um es nochmal zu versuchen, aber irgenwie zu viel, um ihn links liegen zu lassen...

Das Problem ist, wir sind Arbeitskollegen und sehen uns gezwungenermaßen jeden Tag beim Arbeiten... wir sind (zum Glück) nicht in der selben Abteilung aber laufen und so auch zwangsweise über den Weg.

In den letzten Wochen haben wir viel geredet, ich konnte ihm irgendwann meine Beweggründe erläutern... mein Problem ist, dass ich selber noch nie loslassen musste...und ich zu ihm gesagt habe, dass ich im Moment keinen Weg sehe, die Beziehung weiter zu führen.

Er ist total verzweifelt, da er einfach nicht von mir loskommt... sein Verstand sagt ihm, dass es Sinnlos ist, sein Herz hat Hoffnung, dass ich irgendwann doch "wieder klar komme"... er sagt er möchte irgendwas woran er festhalten kann...
Ich kann ihm aber nichts geben,... da ich mich selber erstmal sortieren und ordnen muss....ich hab aber das Gefühl dass ich in dem Punkt noch keinen Schritt weiter gekommen bin...

Ich weiß dass ich momentan nicht zu ihm zurück kann... nur ich fühle mich ihm gegenüber irgendwie verantwortlich, weil ich wirklich alles für ihn war... und er durch mich regelrecht den Boden unter den Füßen verliert... ich habe Angst, dass er sich was antut... ich konnte das niemals verantworten, weil ich mich dafür verantwortlich machen würde...

Ich danke euch schon jetzt für eure Hilfe...

26.07.2015 08:38 • #1


gast54324


hallo mrs.x

kein guter zustand, wo du momentan drinsteckst... kann gut nachvollziehen, wie sich so etwas anfühlt.
du hast aber alles richtig gemacht und hast ehrliche gesprächee mit ihm geführt.

vielleicht würde es ihm helfen, wenn du ihm bestätigst, dass du den kontakt mit ihm noch halten möchtest (er braucht ja im moment nicht zu wissen, dass dahinter eher deine motivation steht, ihn etwas zu stützen). wie dieser kontakt dann aussieht, müsstest du bestimmen. vielleicht eher virtuell. dann könnte er mit dir noch seine probleme "abarbeiten", bis er aus dem gröbsten raus ist.

auch wenn du diese "verarbeitung" eigentlich nicht mehr brauchen würdest, könnte es ihm ev. z.z. noch gut tun. könntest ihm ja dann gelegentlich auch vorschlagen, hilfe in anspruch zu nehmen.

andererseits ist natürlich jeder mensch für sich selbst verantwortlich. und so eine trennung gehört nun mal zum leben. also eigentlich bräuchtest du keine schuldgefühle zu haben.


ich staune überhaupt immer wieder, wieviele menschen meinen, dass sie so eine trennung nicht durchstehen könnten, dann nicht mehr arbeiten gehen, sich in kliniken behandeln lassen...

26.07.2015 09:16 • #2



Trennung - er klammert und ich komme nicht los

x 3


Gästin123


Hey Gast,

Ich finde es keine gute Idee einen Kontakt aufrechterhalten. Lieber ein Ende mit Schrecken. Bei dem der Verlassen wird, bleibt die Hoffnung auf die guten alten Zeiten. Das zermürbt. Da kommen Gefühle hoch und man klammert weiter an diesem Fünkchen Hoffnung. Das geht auf Dauer nicht gut. Und ich mag lieber wissen, wie ich dran bin, als mit ner Ungewissheit zu leben, hingehalten zu werden und die Option vor mir zu haben, vielleicht wird es noch was.

26.07.2015 10:03 • #3


gast54324


@gästin

mrs.x hat angst, dass er sich was antun könnte... darum der rat zum sanften ausstieg.

26.07.2015 10:28 • #4


Levi21


Hallo du,

Ich finde es schwer dir hier einen Rat zu geben...
Das du weiterhin Kontakt mit ihm hast finde ich nicht hilfreich... So kann er nie los lassen.. Das du Angst um ihn hast versteh ich..... Kennst du niemand von seinen Freunden oder Familie die du bitten kannst , diese Aufgabe zu "übernehmen "?
lg

26.07.2015 10:50 • #5


Gästin123


@gast

Das ist nicht das Problem von Mrs. Wenn der Typ krank ist und sich nicht selbst wieder aufrappeln kann, muss er sich Hilfe suchen. Er ist für sich selbst verantwortlich. Also entweder er klammert extrem. Jetzt ist die eben die Mitleidstour dran. Mein Gott, der Typ ist 37. Da sollte Mann besser im Leben stehen und nicht auf 'ich kann ohne dich nicht Tour' machen. Oder es ist auch nur ne übertriebene Befürchtung von Mrs, die sie als Grund dafür nimmt, selbst nicht loslassen zu müssen.

26.07.2015 10:55 • #6


gast54324


@gästin
klar hast du recht... aber wenn es wirklich so sein sollte, dass der mann echt suizidgefährdet sein sollte... ich weiss nicht, ob ich da nicht auch versuchen würde, irgendwie so aus der nummer rauszukommen, dass mich ein "liebestod" nicht ein leben lang beschäftigt...

warten wir mal ab, was mrs.x so meint...

26.07.2015 11:04 • #7


NewDay1


Hallo Mrs X, das beste für ihn und auch für dich wäre ein konsequenter Kontaktabbruch. Du und genau du kannst ihm da am wenigsten helfen, sondern genau das Gegenteil bewirken. Da kann und muss nur er alleine durch ggf. mit professioneller Hilfe. Er muss lernen loszulassen und abzuschließen, das wir er aber nie schaffen, wenn du weiterhin für ihn da bist. Das heißt für dich erst einmal loszulassen, wenn du ihm helfen willst!

26.07.2015 11:18 • #8


schmaloo

schmaloo


7689
2
9582
Zitat von Mrs_X:
Hallo...
Hallo Mrs X,
Zitat:
Die Gründe mich zu trennen waren unter anderem, dass er mich viel zu sehr erdrückt hat... das Problem ist, dass er sich total auf mich fixiert hat, er hat ansonsten keine Bezugspersonen, mit seiner Familie hat er nicht viel zu tun, Freundeskreis ist so gut wie nicht vorhanden, da er "vor meiner Zeit" eigentlich nur vorm PC "gelebt" hat...

In DIR hat er eine Ersatz "Mutter" gefunden. Mit der Rolle wärst du sowieso nicht glücklich.
Er aber schon aber nur bis er merkt das du es nicht bist.


Zitat:
Das Problem ist, dass ich obwohl ich das alles beendet habe, nicht loslassen kann, weil ich sehe wie er leidet und wie schlecht es ihm geht... ich werde das Gefühl nicht los, dass ich sein Leben "zerstört" habe bzw. irgendwie für ihn verantwortlich bin...

Tja Mutter Theresa , du kannst ihn gerne betreuen aber nicht jetzt und nicht unter diese Umstände.
Wie du wahrscheinlich selbst weißt, muss er selbst da raus ansonsten wird er nie Erfahren was er ist/will.
Also nimm die Schmerzen "ich werde das Gefühl nicht los, dass ich sein Leben "zerstört" habe " mit und schweig.
Er darf absolut nicht mitbekommen das du dich " verantwortlich fühlst" denn genau weiter hoffen wird ihn zerreißen.

Zitat:
Er ist total verzweifelt, da er einfach nicht von mir loskommt... sein Verstand sagt ihm, dass es Sinnlos ist, sein Herz hat Hoffnung, dass ich irgendwann doch "wieder klar komme"... er sagt er möchte irgendwas woran er festhalten kann...
Ich kann ihm aber nichts geben,... da ich mich selber erstmal sortieren und ordnen muss....ich hab aber das Gefühl dass ich in dem Punkt noch keinen Schritt weiter gekommen bin...

Das Problem ist das ihr euch in zwei völlig verschiedene Ebenen bewegt.
Du sortierst und versuchst weiter zu kommen, aber er kann noch nicht mal aufstehen.
Er ist verletzt. Nicht nur weil er verlassen wurde sondern weil er mit sich SELBST nicht klar kommt kann
Du hast ihn was schönes gegeben was er wahrscheinlich noch nicht wußte das er gibt. Liebe und Zuneigung.
Und jetzt nimmst du ihn alles weg. Du du böse Frau
Bist du seine erste Freundin?
Zitat:
ich habe Angst, dass er sich was antut... ich konnte das niemals verantworten, weil ich mich dafür verantwortlich machen würde...

Solange du das so siehst, wird sich bei dir auch nichts oder nur schwer was ändern.
DU MUSS IHN LOS LASSEN. und DU BIST NICHT SEINE MUTTER.
Du darfst dich nicht verantwortlich fühlen sonst tust du ihm und dir noch mehr weh.
Denk jetzt nur an dich damit du da raus kommst.
Wenn er seine Trauer erlebt hat, seine Verletzungen zu lässt und an SICH arbeitet, wieder selbstvertrauen und selbstwert Gefühl aufbaut, sein ICH wieder gefunden hat, und du sortiert hast,
erst dann könnt ihr gucken ob es noch passt zwischen euch. Jetzt NICHT.
Wünsch dir und vor allem ihm viel Kraft. LG Schmaloo

26.07.2015 11:30 • #9


NewDay1


Ja, Schmaloo hat das noch mal so richtig schön und bildlich ausformuliert... Auch ein kind kann nur selbständig und erwachsen werden, wenn die Mutter loslässt und es seinen Weg allein gehen lässt und eigene Erfahrungen sammelt und lernt, bei Tiefschlägen wieder alleine aufzustehen. Partnerschaft funktioniert ohnehin nur auf Augenhöhe, dessen muss er sich auch erstmal bewusst werden.

26.07.2015 11:55 • x 1 #10


schmaloo

schmaloo


7689
2
9582
Du bist n Schatz, newday!

26.07.2015 12:29 • x 1 #11


NewDay1


26.07.2015 12:50 • #12


Mrs_X


Hallo Zusammen,

vielen Dank für euere Antworten und eure Unterstützung.

@Schmaloo:

Nein, ich bin nicht seine erste Freundin, aber die erste, die ihm seit 15 Jahren wieder was bedeutet... er meinte, dass ich das beste bin was ihm passiert ist, und ihm mehr bedeute als sein eigenes Leben...

Kann gut sein, dass er in mir eine Art "Mutterrolle" sieht, da er mit seiner Mum nie gut klar kam, seinen leiblichen Vater kennt er nicht, is also mit nem Stiefvater großgeworden... ich hab auch immer geschaut bzw. so lange genervt bis er mal seinen Hintern hochbekommt usw.

Wobei ich aber auch erwähnen sollte, dass ich nie das Gefühl hatte, dass wir uns tatsächlich auf Augenhöhe in der Beziehung bewegt haben... er weiß durch seine 12 Jahre mehr Lebenserfahrung vieles besser, bzw. meint es besser zu wissen... daher kam ich mir in der Beziehung irgendwie immer noch kleiner vor.

Teiweise habe ich mich gefühlt wie ein kleines Kind, dem man (übertrieben gesagt) erst mal manieren beibringen muss... das ist sehr beschämend, da ich mit sicherheit keine schlechte Erziehung genossen habe... trotzdem gab er mir oft das Gefühl irgendwas falsch zu machen...auch wenn er das gar nie beabsichtigt hat.

Stimmt schon... dass ich selber lernen muss loszulassen...und mich eigentlich nicht darum kümmern darf, wie er nun mit seimem Scherbenhaufen klar kommt... ich wollte niemals, auch bevor er in mein Leben getreten ist, dass ich der Lebensinhalt einer Person bin, weil ich wusste dass ich mit dieser "Last" nicht klar komme... und plötzlich wacht man eines morgens auf und die Erkenntnis, das man genau da ist wo man nie sein wollte trifft einen mit voller Wucht.

Ich weiß dass es nicht mein Problem ist, wenn er sein Leben auf mich aufgebaut hat, er wusste so gut wie ich dass es keine Garantie dafür gibt, ob das mit uns funktioniert... ich denke er hat halt schon irgendwie so eine Art "Nest" in der gemeinsamen Wohnung gesehen... er ist auch jemand der alles alleine schaffen will, dem die gesamte Menschheit (außer meiner Wenigkeit... und evtl. die Menschen, die mir besonders am Herzen liegen) am Ar. vorbei geht...

Ich bin da komplett das Gegenteil... ich hab meine Familie und meine Freunde, die ich niemals wegen einer Partnerschaft aufgeben könnte... ich weiß halt dass er leider niemanden hat, der ihn auffängt... er lässt dazu glaube ich niemanden nah genug an sich ran...

Im Moment lebt er auch noch in der gemeinsamen Wohnung... ich bin damals gleich wieder bei meiner Mum eingezogen... und klar habe ich hier im Gegensatz zu ihm ein "neutrales" Umfeld... nur er kann nirgends anders hin...wenn er die Mögichkeit hat und bald raus kommt, sich ne neue Wohnung sucht, wo keine Erinnerungen dran haften,... hoffe ich dass es ihm auch besser geht.

Er meinte gestern zu mir, dass er nicht loslassen kann, egal was er macht... er war die letzte Woche im Urlaub... aber egal wie viele KM uns trennen, er bekommt mich nicht aus dem Kopf...

Ich habe gehofft, dass er leichter mit der ganzen Situation umgehen kann, wenn er weiß dass ich nicht denke dass es zwischen uns nie mehr was wird... dass es einfach momentan für mich unmöglich ist wieder zurückzukommen... nur ich weiß nicht, ist es möglich dass ihn das daran hindert loszulassen?

Ich habe ihm bereits gesagt, dass ich ihm nicht versprechen kann was ist, wenn ich mich sortiert habe,... ich kann ihm auch nicht sagen, wann das sein wird... und ich habe ihm auch gesagt, dass ich nicht möchte dass er wartet... ich möchte ihn nicht hinhalten... ich möchte einfach nur dass er irgendwie damit klar kommt...

Und ich weiß dass es total absurd klingt, wenn grade ich ihm irgendwie dabei helfen will, dass er die Trennung besser verkraftet...aber ich mache alles nur noch schlimmer irgendwie.... :/

26.07.2015 18:25 • #13



x 4




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag