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Trennung, Leere, Depression

Marco_2211

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Hallo Forum,

Ich hab mich hier angemeldet weil ich einfach nichtmehr weitet weis. Kurz zu mir:
Ich bin 24 Jahre alt, komme gerade frisch (1 Woche single) aus einer 4,5 jährigen Beziehung.
Stehe sonst mitten im Leben und bin gestresst von alltäglichen Problemen.

Zu meiner Ex-Beziehung:
Das letzte komplette Jahr verlief nur sehr schleppend, wir hatten mehr Probleme als uns gut tat und insgesamt was die Beziehung würde ich sagen sehr toxisch. Ich wurde anfang letzten Jahres Depressiv, daran hat sich bis heute nichts geändert. Jedenfalls hab ich letzte Woche rausgefunden dass sie mich fast 10 Monate mit jemand anderem betrogen hat. Ich habs selbst rausgefunden und sie hat mir davon nichts gesagt, obwohl ich schon öfter etwas ahnte und ihr die Chance gab mir die Wahrheit zu sagen.
Da ich durch meinen Psychischen Zustand die meiste Zeit alleine bzw, mit ihr Verbracht hab war sie nicht nur meine Freundin, sondern auch mein Bester Freund, Letzter Sinn zu Leben , ich sagte immer sie sei mein Zuhause. Ich hielt extrem an der Beziehung fest, wollte nie schluss machen und sie eigentlich auch nicht (frag mich keiner warum).
Jetzt ist sie weg und ich hab keine Ahnung wie ich mit meinem Gefühlen umgehn soll. Ich fühl mich extrem gekränkt, leer, einsam und vorallem bin ich enttäuscht, ich hätte ihr sowas nicht zugetraut. Irgendwie fühl ich mich auch meiner -männlichkeit beraubt- da ich ihr für Bettgeschichten anscheinend nicht gereicht hab. Ich hab sowieso die letzte Zeit durch den Kopfstress wenig Lust auf S., fast schon Null aber momentan ist die Lust auf S. wirklich etwas unbekanntes.
Ich dachte mir ich kann mich mit einer anderen ablenken, aber fehlanzeige. Auf S. hab ich keine Lust, wenn ich sie Küsse und sonst mit ihr intim werd (Orals. zb) fühl ich mich als wär ich jemandem Rechenschaft schuldig. Außerdem hab ich Angst zu viel Nähe zuzulassen, Vielleicht aus Angst wieder verletzt zu werden keine Ahnung.
Ich fühl mich einfach noch Ausgelaugter und erschöpfter als zuvor sowieso schon, frag mich manchmal ob ich überhaupt noch einen Sinn zu leben finde.

Ging es jemandem schonmal so wie mir? Ist das normal wie es mir geht?
In Therapie bin ich nicht, da ich Angst vor dem schritt hab und weil ich vermute dass ich in eine Klinik gesteckt werde. Niemand ausser meiner Ex und dem Arzt weis von den Ausmaßen meiner Depression und jetzt steh ich absolut allein da.

Danke schonmal für Antworten.
LG

10.05.2020 17:44 • x 2 #1


T4U

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Trennungen sollte man überwinden, sich jemanden suchen der einen tröstet - ist gegenüber der Anderen nicht fair.
Zitat von Marco_2211:
frag mich manchmal ob ich überhaupt noch einen Sinn zu leben finde.

du bist am Anfang eines wunderschönen erfüllten Lebens - warum es wegwerden? Du wirst sicherlich noch viele Erfahrungen machen, die nicht alle schön sein werden, dich aber weiterentwickeln

10.05.2020 18:44 • x 2 #2



Trennung, Leere, Depression

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Marco_2211


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Genau das ist mein Problem, ich mag sie, deshalb will ich sie nicht verletzen. Einerseits fühl ich mich bei ihr wohl und verstanden, andererseits hab ich das Gefühl ich bin bei ihr weil ich nicht allein sein kann. Ich bin total verwirrt von meiner Situation.

10.05.2020 18:48 • x 1 #3


T4U

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Sei ehrlich zu ihr, sag du bist zum ersten Mal in der Situation, du möchtest nichts falsches tun - aber auch das sie ein besonderer Mensch ist - bestimmt findet ihr gemeinsam eine Lösung

10.05.2020 18:52 • x 1 #4


Marco_2211


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Hab ich ihr schon gesagt, sie meinte es sei okay und dass sie selbst momentan nicht genau weis wohin mit sich. Trotzdem kann ich nicht abschalten, ich weis dass ich wahrscheinlich etwas zeit brauch um über das ganze hinweg zu kommen, jedoch setz ich mich selbst unter druck...

10.05.2020 19:06 • x 1 #5


T4U

T4U


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Lass dir Zeit. Es dauert eben, das Eine abzuhaken und das Neue zu zulassen

10.05.2020 19:36 • x 1 #6


FranziMarc


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Hallo Marco,
das klingt besorgniserregend, was du schreibst. Ich würde dir gern etwas Angst nehmen. Aus eigener Erfahrung kann ich dir versichern, kein Therapeut "steckt" dich in irgendeine Klinik. In einer Therapie passiert nichts, was du nicht willst. Du brauchst da wirklich keine Angst haben. Und selbst wenn du irgendwann eine stationäre Therapie machen solltest (so du es irgendwann auch willst), ist das keine Schande. Suche Dir lieber rechtzeitig Hilfe, meist dauert es sowieso länger, bis man einen Termin bekommt.
Depressionen gehen in der Regel nicht von alleine weg.
Hast du einen Hausarzt, dem du vertraust?

10.05.2020 20:29 • x 2 #7


Marco_2211


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Danke für eure Worte.
Es ist schwer zu beschreiben, ich behalte eben gern die Kontrolle und dort muss ich sie in andere Hände geben.
Meine Hausärztin hat mich an einen Neurologen vermittelt, welcher mir ADs verschrieben hat und mit riet zum Therapeuten zu gehn Aber ja.

10.05.2020 20:48 • x 1 #8


FranziMarc


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Ja, klar, der Schritt ist schwierig.
Ich wäre auch NIE freiwillig gegangen, sondern hab's so lange verweigert, bis es fast zu spät war. Hinterher (also nach der stationären und anschließenden ambulanten Therapie) hab ich oft gedacht, wieviel Mist ich mir und anderen erspart hätte, wenn ich früher gegangen wäre. Aber das ist nur meine persönliche Erfahrung, es gibt auch andere Meinungen (weil Patienten, Therapeuten und Kliniken unterschiedlich sind).
Helfen die ADs? Wie lange nimmst Du die schon?

10.05.2020 20:59 • x 1 #9


Marco_2211


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Die ADs nehm ich garnicht, zum einen weil ich von Tabletten nichts halte, zum anderen Lösen die auch nicht meine Probleme sondern verdecken sie nur. Das hab ich dem Neurologen auch gesagt, verschrieben hat er mir sie trotzdem dass ich darauf zugreifen kann wenn ich mich umentscheide sozusagen.

10.05.2020 23:33 • x 1 #10


megan

megan


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Hi Marco,
du bist noch so jung. Ich schliesse mich FranziMarc an. Befolge den Rat deines Arztes und mach einen Termin mit einem Therapeuten. Bin mir sehr sicher, dass er dir ein Stück aus dem akuten Loch raushelfen kann.

Die Gefahr ist gross, dass du schädliche Beziehungsmuster wiederholst und dadurch kostbare Lebenszeit verlierst.

Du schreibst, du bist gekränkt. Fühlst du auch Wut? Trauer?

Ach, und weil du fragtest, ob es normal sei, wie du dich fühlst: Also Hurra schreit niemand hier, der betrogen wurde.

Kann es sein, dass du auch in den Jahren davor wenig Freude empfunden hast? Das wäre dann schon wieder eher nicht das, was für viele "normal" erscheint.

Du schreibst, deine Lust auf irgendwas wird von "Geschehnissen" beeinträchtigt.

Was müsste deiner Meinung nach geschehen, dass du grosse Freude fühlen würdest?

11.05.2020 00:13 • x 1 #11


Marco_2211


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Ich kann nicht beschreiben was ich fühle, manchmal Trauer, manchmal Eifersucht, manchmal sogar Gleichgültigkeit. Der Gedanke dass sie mit ihrem neuen das Leben lebt das ich mir mit Ihr erarbeiten wollte macht mich auch fertig irgendwie... das ist nicht meine erste Beziehung die durch Fremdgehen in die brüche geht...

Ja viel Freude empfand ich eigentlich nie wirklich. Zumindest Phasenweise in meinem Leben nicht und vorallem nicht die letzten 12 Monate.

11.05.2020 00:24 • x 2 #12


megan

megan


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Die meisten Menschen sind sich wenig darüber bewusst, wie es durch Erziehungsmuster der Eltern zu Störungen des Gefühlsempfindens kommt.

Manche Gefühle sind dann wie verschüttet. Es ist aber möglich, alle Gefühle wieder frei zu legen. Allein ist das sehr schwer zu schaffen, weil es natürlich Gründe hat, weswegen es so ist und die sind meist nicht schön, sie sich bewusst zu machen.

11.05.2020 00:35 • x 1 #13


Marco_2211


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Darüber hab ich mir auch schon Gedanken gemacht. Ich lebte eigentlich immer von Gefühlen distanziert, zumindest von den guten.

Ich fühl mich als wäre ich durch die Trennung gestorben. Sie war der einzigste Mensch an dem ich festhalten konnte und genau von dem wird man fallen gelassen. Das macht die Depressionsgeschichte nicht unbedingt besser. Ich bin einfach so Hilflos und selbst wenn Freunde da sind fühl ich mich einsam und allein gelassen.

11.05.2020 00:44 • x 2 #14


Spreefee

Spreefee


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Hallo und Willkommen hier

Zitat von Marco_2211:
Es ist schwer zu beschreiben, ich behalte eben gern die Kontrolle und dort muss ich sie in andere Hände geben


Also, ich kann dir die Angst nehmen, dass du beim Therapeuten oder in einer Klinik die Kontrolle über den Leben genommen wird. Sie möchten ja, dass du selbstverantwortlich handeln und Leben kannst. Auch aus persönlicher Erfahrung kann ich dir berichten, dass es mich so ein Klinik Besuch in meiner Weiterentwicklung sehr förderte. Ich kenne alles, was du beschrieben hast sehr gut.

Deswegen möchte ich dich ermutigen, eine Klinik aufzusuchen.

Zwegks AD kann ich dir berichten, dass die meisten Patienten dort ohne diese Tabletten rausgehen bzw. wesentlich weniger nehmen, als zuvor.

Du lernst dort, deine Emotionen zu regulieren und vieles andere mehr.

Auch lernst du zu verstehen, warum du diesen Weg bisher eingeschlagen hast, und lernst dich zu verändern, lebensbejahender zu werden.

Zitat von Marco_2211:
Ja viel Freude empfand ich eigentlich nie wirklich. Zumindest Phasenweise in meinem Leben nicht und vorallem nicht die letzten 12 Monate.


Du bist in einer Abwertsspirale.

Da gibt es so einen Spruch, den ich gerne hier lassen möchte.

Die Seele sprach zu dem Körper: " Körper, ich bin krank und der Mensch möchte mich nicht hören. Kannst du bitte krank werden, damit er Zeit für mich hat, mich zu hören?"
Da antwortete der Körper :
Ich verstehe dich, Seele! Ich werde krank, und dann wir beide Gesund."

Es gährt etwas in dir, dass wichtig für dich ist. Wenn du ein glücklicher Mensch werden möchtest, dann nimm Mut in die eine und Kraft in die andere Hand und lasse dich auf eine Klinik ein.

Was bringt es ihnen, dich kontrollieren zu wollen?

Irgendwann musst du ja auch wieder heim und wer kontrolliert dich dann?

Es wird dir helfen, wenn du etwas ändern möchtest. Allein schaffst du es in deiner Situation nicht.

Es funktioniert allerdings nur, wenn du es wirklich willst, sonst bist du schneller wieder heim, als dir lieb ist.

Ähm, achso, lösen werden sie deine Probleme nicht, aber dich darin begleiten, dass du sie selbst lösen lernst.

11.05.2020 03:58 • x 3 #15



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