taumelnd
Mitglied
- Beiträge:
- 9
- Themen:
- 1
- Mitglied seit:
ich habe mich in die letzten 24 Stunden hier durchgelesen und es tut wirklich gut Leidensgenossen zu finden.
Mein Freund hat mich vor einer Woche nach fast 8 Jahren Beziehung verlassen. Ich hatte noch große Hoffnung, bzw. konnte nur so halbwegs weiter leben, weil ich dachte er komme zurück in unsere Wohnung. Morgen holt er schon seine Sachen ab.
Ich glaube es tut mir sehr gut, nun alles ein wenig von der Seele zu reden.
Ich bin 26 und bin mit 18, kurz nach Schulabschluss mit meinem Freund zusammen gekommen. Wir wohnten 2,5 Jahre zusammen. Obwohl wir so jung zusammen gekommen sind, waren wir immer bedacht viel getrennt zu machen und getrennt zu erleben. Ich lebte in WGs, war im Ausland und lebte auch allein. Doch schlussendlich konnte ich das alles so gut meistern, weil ER mein Fels in der Brandung war. Mein bester Freund und Lebenspartner. Ich habe auch nicht immer das beste Verhältnis mit meiner Familie, darum war er wirklich meine Familie.
Nun ist er gegangen und bin dementsprechend verzweifelt. Ich habe so große Angst vor der Zukunft. Ich bin während dieser Beziehung erwachsen geworden (obwohl ich oft denke immer noch nicht erwachsen zu sein), wie soll ich jetzt weiter leben ohne ihn?
Im Moment bin ich noch in der Phase, dass ich die Situation einfach nicht akzeptieren kann und will.. ich will, dass er zurück kommt. In unser altes Leben. Heute Nacht träumte ich, es sei alles nur ein Traum gewesen. Ich bin ganz erleichtert aufgewachen und wollte mich zu seinem Rücken kuscheln wie immer und da war plötzlich nichts.
Ich konnte letzte Woche schon einige Tage nicht arbeiten und war heute auch wieder daheim. Vielleicht schaffe ich es morgen.. hier fällt mir einfach die Decke auf dem Kopf. Doch ich breche leider immer wieder in Tränen aus und das ist bei der Arbeit nicht gern gesehen.
Ich habe auch solche Schuldgefühle.. er ist gegangen weil er nicht mehr glücklich war in der Beziehung. Er hat das zwar öfter angedeutet und ich wollte mich oft ändern oder uns und wollte auch helfen. Doch die Vorstellung, er würde wirklich gehen und uns aufgeben, wollte ich mir nie eingestehen.
Bevor ich ihn kennen gelernt hatte, war ich ein sehr, sehr trauriger Teenager, ich nachhinein würde ich mich sogar als depressiv bezeichnen. Er hat mich aufgebaut und bestärkt. Ich war wirklich glücklich und fühlte mich auch stärker. Hab ein Studium und eine Ausbildung abgeschlossen. Arbeite in meinem Traumberuf und kann mir unsere kleine Wohnung auch allein leisten. Trotzdem kann ich oft kaum atmen vor Panik.
Seit 6 Monaten haben wir einen Kater. Er wurde von Nachbarn zurückgelassen und ich konnte ihn einfach nicht ins Tierheim bringen. Mein Freund liebte den Kater zwar, sagte aber mehrfach er sei noch nicht bereit dafür Verantwortung für ein Tier zu übernehmen.
Nun hab ich auch Angst allein dem Kater nicht zu genügen. Er ist ein Freigänger und werde vermutlich bald eine Katzenklappe einbauen lassen. Schon die Vorstellung, ich muss das allein organisieren (Kostenvoranschlag vom Glaser usw.) macht mir total Angst.
Hach. Ich wollte mich einfach euch mitteilen und hoffe irgendwie die nächste Zeit zu überstehen.
. Kann es wirklich gut nachvollziehen wie es ist plötzlich mit dem Tier allein zu sein, dass man eigentlich mehr oder weniger zusammen aufgenommen hat.