Lieber TE,
ich denke, Du solltest Deiner Frau sagen wie es ist: DU wirst Dich trennen. Es ist DEINE Entscheidung, keine 3. Person hat sie getroffen und damit zu tun.
Ich glaube Dir, dass mit der Kollegin nichts ist außer guten Gesprächen, Aufmerksamkeit und Freundschaft. Dass vielleicht mehr daraus werden könnte, sei mal dahin gestellt. Wenn Du Deiner Frau von der Kollegin erzählst, wird sie Dich so verstehen, dass die Kollegin der Grund ist. Und nicht ihr Verhalten Dir gegenüber in den letzten Jahren (!). Und das willst Du ja nicht. Ich verstehe Dich so, dass Du ihr ein letztes Mal klar machen willst, was eigentlich in Dir vorgegangen ist und wie Du Dich gefühlt hast. Und das genau das jetzt zur Trennung führt.
Ich kann Dich gut verstehen, nach all den Gesprächen und dem Brief ohne nachhaltige Reaktion Deiner Frau hast Du jetzt resigniert.
Wenn ich Dich lese, habe ich den Eindruck, dass Du sehr emphatisch bist und dass Deine Frau jederzeit mit Dir reden und sich erklären hätte können. Manchmal ist das nicht leicht. Ich bin auch Mutter (Gott sei Dank sind se groß

). In den ersten Monaten saugen die Zwerge Dich aus. Alles Bedürfnis nach Zärtlichkeit und Nähe wird durch das Kind gestillt. Aber dafür hättest Du ja Verständnis gehabt. Und auch, wenn man als Mutter dann kein Bedürfnis nach S. hat, kann man trotzdem dem Partner gegenüber signalisieren: ich seh´Dich noch, Du bist mir wichtig, auch wenn es grade nicht so aussieht. Mal in dem Arm nehmen, nach dem Tag fragen, über den Rücken streichen, ein flüchtiger Kuss, ein liebevoller Blick.
Und ja, der Körper verändert sich. Frau findet sich selbst nicht mehr schön, hat vielleicht Angst vor dem ersten GV nach der Geburt. Aber dann muss sie auch mal den Mund aufmachen und reden. Damit Du ihr die Zweifel nehmen kannst. Das muss ja nicht bei Festbeleuchtung in der Küche sein, wenn sie sich schämt. Geht auch bei Kerze, notfalls vorm TV.
Die Gefahr besteht, dass man sich an das Leben ohne S. gewöhnt. Das führt aber dazu, dass es auch sonst keine Zärtlichkeiten mehr gibt, alles, was evtl.als Aufforderung verstanden werden könnte von Deiner Seite, wird vermieden. Das Kind im Bett hilft da noch zusätzlich. Ich bin kein Gegner von Familienbetten, gar nicht. Gibt ja noch mehr Räume im Haus...Aber ich glaube, dass es für Deine Frau Mittel zum Zweck ist. Eine "Gefahrensituation" weniger.
Immer müde - oh man, ja. Aber ganz ehrlich, euer Kind ist 5! Sie arbeitet nicht. Ja, Haushalt, etc. Ich habe den Eindruck, die Mütter heute machen es sich selbst schwer. Animation, totale Überwachung in der Schule, alles perfekt. Ein Kind ist eben nicht mehr nur ein Kind, sondern ein Projekt.
Manchmal möchte ich diesen Müttern sagen: "sie werden auch groß, wenn man den einen oder anderen Arbeitszettel aus der Schule erst nach 1 Woche zerknäuelt im Ranzen findet und nicht immer weiß, auf welcher Seite im Lesebuch sie gerade sind!"
Ich finde, mehr als Du getan hast, geht nicht. Deine Frau hat sich gut eingerichtet in ihrem Leben, sie braucht Dich nicht mehr.
Und sie will Dich wohl auch nicht mehr. Was natürlich nicht heißt, dass Dich eine andere haben kann....