Liebe Rala
Vielen Dank für deine Zeilen. Fühl dich erst mal von mir gedrückt; es tut mir sehr leid, dass du durch solch eine schwierige und schmerzvolle Zeit gehen musst. Für uns beide gilt: Es wird irgendwann besser werden, aber die Narben bleiben.
Du hast schon recht, vielleicht ist es besser, dass wir es nie mit dem "Familienmodell" versucht haben. Im Moment quäle ich mich aber vor allem damit, so lange in einer Beziehung ohne gemeinsame Zukunftsaussichten geblieben zu sein. Aber möglicherweise kennst du das ja: "The heart wants, what it wants."
Dein Partner fühlt sich, als könne er nur verlieren. Ich habe bereits verloren. Während dieser vier Jahre habe ich all meine Kraft und Energie einerseits in diese Beziehung und andererseits in das Zusammensein mit meinen Kindern gesteckt. Der Spagat, diese beiden Teile meines Lebens auseinanderhalten zu müssen, hat mich viel gekostet. Und er? Klar, er leidet auch, aber letzten Endes steht ihm noch alles offen. Nicht zuletzt eine Zukunft mit einer Frau im gleichen Alter, ohne "Altlasten". Das ist bitter.
Momentan fühle ich eine innere Leere, die mich lähmt. Gleichzeitig bekämpfe ich den Drang, ihn zu kontaktieren, noch einmal über alles sprechen zu wollen. Es bringt doch nichts. Würde er wollen, wäre er hier. Aber warum ruft er mich dann an?!? Gaaahhhh....
In deine Geschichte habe ich reingelesen und kann dir, so schwierig und traurig es ist, nur raten, ihn vorerst ziehen zu lassen, den Druck rauszunehmen. Lass dabei aber bitte nicht auf dir rumtrampeln und biete dich auch nicht als Vertraute an. Das hat nichts mit falschem Stolz zu tun - sondern mit gesunder Eigenliebe. Ich übe auch gerade noch

Ich wünsche dir von Herzen alles Gute!