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Trennung trotz Liebe ? Bitte mal um Eure Meinung

j.p.

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Hallo Ihr Lieben!
Meine Einträge kennen viele von Euch ja bereits ("Kann eine so grosse Liebe wirklich enden?" und noch 2 weitere Postings zu einer meiner "Aktionen").

Ich möchte mal Eure Meinungen hören, weil mich eine Frage einfach nicht loslässt.

Warum trennt sich jemand von seinem Partner, obwohl er ihn noch liebt, aber einfach mit der Beziehung so nicht mehr zufrieden ist. Warum findet man keine Lösungen zusammen, um die Beziehung zu verbessern ?
Warum fügt man dem anderen und sich selbst so viele vermeidbare Schmerzen zu ?

Habt Ihr so etwas schon selbst erlebt bzw. glaubt Ihr dass man die Hoffnung nicht aufgeben sollte, dass der Partner noch einmal " einen neuen Anfang" sucht ?

Liebe Grüsse
Jacki

14.09.2002 19:30 • #1


Ehemaliger User


Liebe Jacki,
auch ich bin betroffene, mein freund liebt mich aber er hat sich trotzdem von mir getrennt, weil er nicht weiß ob er wieder zu seiner familie zurück soll.
Im moment hat er eine auszeit, denkt nach irgendwo in S-H
und ich hoffe er ist mutig genug,  sich für die liebe zu entscheiden.
er ist sehr unschlüssig, war schon 2x weg von mir, aber ich würde ihm jederzeit wieder eine chance geben, weil ich ihn liebe und an seine liebe glaube.
Liebe ist das wichtigste im leben, und man kann alle probleme meistern, wenn man nur stark und mutig genug ist.

Deine Thilde

14.09.2002 21:08 • #2



Trennung trotz Liebe ? Bitte mal um Eure Meinung

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Ehemaliger User


Hallo Thilde, j.p.,

> Warum findet man keine Lösungen zusammen, um die Beziehung zu verbessern ?

Gegenfrage: Warum gibt es charakterliche Sturheit und Eifersucht, übermäßige Loyalität, anerzogene Zwänge, vorausschauende Projektionen und falscher Stolz und übertriebenes Pflichtbewußtsein in der Liebe?  Das sind die Haupt-Monster-Eigenschaften die alles kaputt machen. Wie einfach wäre es, wenn sich alle Beteiligten zusammensetzen und einen Weg finden könnten... Auch zugunsten der evtl. Kinder und der Ehefrau, aber mit der neuen Liebe für euch...

cu

15.09.2002 01:06 • #3


Ela_


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Hallo Jacki!

Ich hab dir ja schon öfters geschrieben, und du kennst ja meine Geschichte auch. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich mich frage, wenn er mich wirklich noch liebt, wieso schafft er es nicht, seine Probleme zu überwinden bzw. mit mir gemeinsam zu meistern? In meinem Fall speziell: wenn er mich wirklich liebt, warum kann er dann mein Kind nicht akzeptieren? Und wieso kann er 2 Wochen nach der Trennung schon zu einer anderen Frau nach Süddeutschland fahren, obwohl er sie nur aus dem Chat und von einigen Telefonaten her kennt? Er beteuert nach wie vor, mich zu lieben.......Aber ich habe für mich meine eigenen Schlüsse gezogen: ich vermute, dass er vielleicht zu feige ist, mir zu sagen, dass er mich nicht mehr liebt....ich vermute, er hat ein schlechtes Gewissen, denn er ist sehr harmoniesüchtig. Er möchte auf keinen Fall, dass ich Grund habe, sauer auf ihn zu sein, er möchte auf keinen Fall "das miese Schwein" sein, dass mir erst Hoffnung gemacht hat und sich nun einfach doch vom Acker macht....Das sind alles nur Vermutungen von mir und ich werde die Wahrheit über seine wirklichen Gefühle niemals erfahren. Aber ich bin inzwischen soweit, dass es mir egal ist, denn er wird sich nicht ändern - und somit ist er nicht der Richtige für uns (er behauptet nach wie vor als einziger, mein Sohn sei schwierig und hätte ein Problem, aber der einzige, der wirklich ein Problem hat, ist mein Freund- und das will er nicht wahrhaben).

Liebe Jacki, ich kann dir leider keine Antwort auf deine Frage geben, die Antwort wirst du vielleicht  nie bekommen - oder du findest sie in deinem Herzen. Ich habe  ganz genau in mein Herz geschaut - und habe festgestellt, dass diese Beziehung für mich keinen Sinn mehr macht. Ich habe die Hoffnung aufgegeben, weil ich mich eigentlich die letzte Zeit selbst belogen habe und glaubte, alles sei in Ordnung. Dabei trennen meinen Freund und mich eigentlich Welten - und das leider in grundlegendenen Gebieten, wo es eben nicht der Fall sein sollte (z.B. bei Erziehungsfragen).

Was für mich zutrifft, muss aber ja nicht für dich gelten. Und vielleicht braucht er auch wirklich einfach eine Auszeit um zu sich zu finden. Männer können sich tatsächlich nur auf eine Sache gleichzeitig konzentrieren, das ist für ihn zur Zeit seine berufliche Existenz. Frauen sind da etwas flexibler und können das meist nicht nachvollziehen. Auch mir fällt das schwer. Ich glaube, er wird erst wirklich merken, ob und was ihm fehlt, wenn du nicht immer für ihn parat bist.  Du hast dir soviel Mühe gegeben, ihm zu zeigen, dass du zu ihm stehst. Jetzt sollte er am Zug sein. Gib ihm die Chance, und nutze die Zeit, etwas für dich zu tun.
Seit 2 Tagen hab ich kaum geweint - und ich lache inzwischen endlich wieder. Mir ist, als hätte jemand ein Bleigewicht von meiner Brust genommen - jetzt kann ich wieder durchatmen, auch wenn es immer noch weh tut. Aber die Hoffnungen taten noch mehr weh als die Akzeptanz. Und langsam kommt sowas wie ein trotziger Stolz in mir hoch: na gut, er wollte uns nicht? Dann  hat er uns auch nicht verdient!

Ich hoffe für dich immer noch, dass es eine Chance gibt für deine Liebe, denn du hast so sehr darum gekämpft. Ich wünsche dir einfach mehr Glück als ich hatte, aber falls es keine Chance mehr geben sollte, wünsche ich dir die Kraft, die Trennung zu akzeptieren und zu verarbeiten....

Liebe Grüße

Ela

15.09.2002 01:30 • #4


j.p.


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Liebe Ela,
die Fragen, die Du Dir stellst, kommen mir mehr als bekannt vor. Ich weiss ja auch schon länger, dass er sich seit kurz nach unserer Trennung regelmässig mit einer alten Klassenkameradin trifft und in Kontakt mit ihr steht. Er hat immer wieder gesagt, das sei nur rein freundschaftlich. Durch Dritte und über "eigene Nachforschungen" weiss ich jedoch, dass da mehr ist. Das schlimme ist, dass sie selbst auch einen Freund hat - seit 9 Jahren. Und der Ärmste von nichts weiss.
Als ich davon erfahren habe, habe ich auch zunächst diese Gedankengänge gehabt, weil er ja auch so harmoniesüchtig ist und immer als der liebe und nette Mensch gesehen werden möchte. Da hatte ich auch den Gedanken, dass er sich getrennt hat unter ganz falschen Vorwänden, um mir die Schuld aufzulasten und sein Gewissen zu erleichtern. Sich deshalb auch nach wie vor so nett verhält.

Aber dann bin ich irgendwann doch wieder davon abgekommen, weil ich mir auch mit dem besten Willen nicht vorstellen kann, dass er das, was er sagt und wie er sich verhält, alles spielen kann. Ich bin ja auf unserer Insel gewesen (das Ergebnis kannst Du ja in meinem entsprechendem Posting nachlesen, wenn Du möchtest : Mein Kurztrip und das Ergebnis ?)
Das kann er einfach unmöglich alles spielen.
Inzwischen habe ich den Kontakt am Freitag abgebrochen. Wir wollten eigentlich gestern abend zusammen essen gehen. Ich hatte mich jedoch Freitagmorgen bereits entschieden, ihm abzusagen, weil ich das alles nicht mehr möchte und es einfach keinen Sinn macht auf jemanden einzureden, der das einfach nicht will.Tja, und Freitagabend rief er an, und hat ebenfalls abgesagt. Ich sagte ihm dann, dass ich das auch getan hätte. Das wiederum konnte er nicht wirklich verstehen, fragte mich immer wieder nach dem Grund. Ich glaube, das hat ihn ein wenig verwirrt. Ich sagte ihm dann, dass ich alles getan und gesagt habe, was ich nur konnte und wirklich um ihn gekämpft habe, und nun einfach keine Lust und Kraft mehr habe. Er sagte mir darauf, dass er das weiss, auch zu schätzen weiss, aber das ich nie das getan hätte, was er sich wirklich gewünscht hätte, nämlich ihn einfach mal in Ruhe zu lassen, damit er zunächst einen schwierigen Job, der Ende des Monats ansteht zu Ende bringen kann und sich dann mal um sein Gefühlsleben und seine Seele kümmern kann . Dass er ja vielleicht selbst dahin kommt, dass er zurück möchte. Aber das möchte er mir eben auch nicht versprechen und mir auch keine Hoffnungen machen.
Ich weiss nicht, was ich damit anfangen soll. Ich bin immer so gewesen, dass ich der Meinung war, man sollte die Probleme, die sich einem stellen aus dem WEg räumen - und zwar gemeinsam. Ich fühle mich da ziemlich im STich gelassen und weiss nicht, ob mein Vertrauen irgendwann noch ausreichen könnte, um überhaupt noch diese Beziehung zu wollen. Zur zeit geht es mir einigermassen gut. Ich denke noch viel und oft an ihn, bin auch oft traurig, aber es kommt auch so etwas wie mein eigener Schutzschild langsam zum Tragen.
Übrigens hat er auch oft über meinen Sohn gesagt, er sei so schwierig (er hat ihn aber wirklich geliebt, tut es immer noch und sich 3 Jahre wirklich um ihn bemüht). Er ist überhaupt nicht schwierig. Ich habe einen 8-jährigen total lieben, vernünftigen Sohn. Das wird mir von allen Seiten bestätigt. Nur er hat oft gesagt, ich sei zu inkonsequent (was durchaus berechtigt ist) und dass er verzogen sei und mir irgendwann auf dem Kopf herumtanzen wird. Das Makabere ist jedoch, dass mein Sohn erst seit unserer Trennung wirklich ein Problem hat und Auffälligkeiten zeigt, die mir fremd sind. Er ist immer noch sehr lieb, aber es belastet ihn alles auch sehr und er ist sehr traurig, dass er nach seinem Vater noch einmal jemandem vertraut hat, der ihm versprochen hatte, für immer für ihn da zu sein und nun einfach weg ist. Er möchte meinen Sohn regelmässig abholen und mit ihm in Kontakt bleiben. Ich selbst habe aber meine Zweifel, ob das gut ist.Mein Sohn hat wenn auch nicht besonders oft, bereits Kontakt zu seinem Vater und ich finde das sollte reichen. Dieser Kontakt ist so selten, weil die neue Freundin seines Vaters gegen meinen Sohn ist. Ich habe Angst, das könne noch einmal passieren und möchte das gerne verhindern, dass er wieder enttäuscht wird. Aber ob das richtig ist, weiss ich im Moment auch noch nicht.

Wie alt ist denn DEin Sohn ?
Meldet sich Dein Ex denn manchmal und : was sagt er dann ?

Liebe Grüsse
Jacki

15.09.2002 08:46 • #5


Ehemaliger User


Liebe Jacki,

diese Frage kann Dir wohl nur jemand beantworten, der sich selbst von einem Partner getrennt hat, den/die er/sie noch liebt.

Meine Frau verließ mich auch am letzten Wochenende nach 23 Jahren, obwohl sie beteuerte, mich noch lieb zu haben, aber mir nicht länger weh tun will, da der "Andere" nicht aus ihrem Kopf verschwindet und sie mir nicht die Liebe, die ich ihr gebe zurück geben kann. Sie hatte keinen Kontakt zu ihm, seit sie sich vor 4 Wochen nachdem Sie mir die Affäre beichtete, für mich entschieden hatte, und ist dann doch zu ihm in eine ungewisse Zukunft gegangen.
Was weiß denn ein Mensch von seinem neuen Partner, wenn er ihn/sie erst ein paar wochen kennt und nur durch die rosarote Brille sieht?
Genau das ist auch meine Frage, weshalb hat sie das gemacht?
Sie sagt, daß sie ihn (noch) nicht mehr lieb hat als mich.

Im Übrigen, ich habe die Hoffnung aufgegeben.

Liebe Grüße
Wizard

15.09.2002 09:28 • #6


Ehemaliger User


hallo jacki,

ich würde deinen eintrag eher "trennung, weil nicht mehr eindeutige liebe" nennen ...

er geht, weil er gehen möchte .. weil das bleiben für ihn nicht mehr möglich ist. trotz dieser entscheidung bleiben gefühle übrig, und: gerade durch diese entscheidung kommen noch eine menge andere intensive gefühle dazu: schlechtes gewissen, zeitweiliges vermissen des ex-partners, uU angst, eine fehlentscheidung getroffen zu haben und irgend wann zu bereuen, etc.

ich glaube fest, dass die sogenannten "gefühle", die der verlassende nach der trennung noch so hoch & heilig proklamiert, leider nicht mehr eindeutig sind ... da ist soviel vermischt ... und so kommt auch der große wunsch, endlich ruhe zu haben, um herauszufinden, ob unter dem ganzen stapel von emotionen noch irgend wo der rest des "alten großen gefühls" da ist ... dies herauszufinden, ist aber nicht die wesentliche priorität des "verlassers" ... er atmet erst mal durch, nimmt sich die zeit, die er braucht ... er hat ja jetzt eine entscheidung getroffen, die einen kraftakt darstellte ... jetzt ist erst mal ruhe angesagt .... dazu gehört auch, sich mit alten bekannten/frauen zu treffen, ein bisschen den marktwert anzuchecken, sich auf neues einzulassen ... zumindest ein bisschen ....man sucht ablenkung und entspannung ....

und gegenüber stehst du: wild entschlossen, zu kämpfen, dich präsent zu zeigen, zu demonstrieren, dass es sich noch lohnt, zu weinen, zu überzeugen, zu verzweifeln ....

das sind 2 so völlig verschiedene filme, die da ablaufen .... der eine hängt kotzend vorm klo, weil er sich überfressen hat und der ex-partner steht mit einem dampfenden teller essen daneben und sagt "jetzt iss doch mal ... ist doch lecker!"

liebe jacki, verstehst du, was ich meine?

mitfühlende grüße,
c-c-l

15.09.2002 10:11 • x 1 #7


j.p.


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Liebe c-c-l,
ja, ich verstehe was Du meinst. Du gibst ja auch in etwa das wider was er versucht mir zu erklären. er möchte ruhe um seine gefühle zu ordnen. aber erstmal steht eben der job an erster stelle und dann vielleicht irgendwann mal wieder das nachdenken über die gefühle. ich weiss schon, dass ich ihm alles andere als egal bin, er mich mit sicherheit auch noch liebt. das muss er mir auch nicht sagen. das fühle ich.

tja, und dann habe ich da noch ein ganz anderes problem. ich habe am freitag erfahren, dass ich schwanger bin. ich könnte schreien vor freude und weinen vor resignation.
ich hatte ja bereits eine woche nach unserer trennung erfahren, dass ich schwanger bin. dieses kind habe ich leider anfang juni verloren. und nun das ? soll es wohl so sein ?

ich weiss vor allen dingen nicht, ob ich ihm etwas davon sagen soll. er hat ja eigentlich das recht, davon zu erfahren. auf der anderen seite ist es so, dass mir die erinnerungen auch nicht aus dem kopf gehen, wie er beim letzten mal reagiert hat und mir auch die erinnerung nicht aus dem kopf geht, dass seine schwester mich angerufen hat und mich total zusammen geschissen hat, weil ich ihm mit dieser tatsache nur noch mehr druck erzeugen würde. das war ja der witz schlechthin...ich hatte mir das ja nicht ausgesucht.
ich denke, ich werde es ihm nicht sagen. zumindest vorerst nicht. dass ich das kind behalten möchte, liegt auf der hand. die entscheidung dafür hatte ich ja bereits im mai getroffen.
es ist einfach wie verhext. warum passiert so etwas ?

ich verstehe im moment eigentlich die ganze welt nicht mehr. es ist alles so schwer nachzuvollziehen und ich befinde mich heute mal wieder so richtig in trauerstimmung und könnte die ganze welt beheulen....
verstehst du das ein bisschen ?

wie gehts dir denn ?
auch unveränderter stand der dinge ?

lieben gruss
jacki

15.09.2002 11:43 • #8




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